GWZ Berlin · Das Forschungsjahr 2007

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Transcript of GWZ Berlin · Das Forschungsjahr 2007

Auf Grundlage der Empfehlungen des Wissenschaftsrats vom Juni 1991 und vomNovember 1994 initiierte der Wissenschaftssenator im Land Berlin Ende 1995 dieGründung des Vereins Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e. V. und übertrug ihm dieTrägerschaftfürdreiForschungszentren.Am1.Januar1996beganndieerstezwölfjährigeFörderphase der Zentren. Auf Grundlage einer Empfehlung des Wissenschaftsrats vomJanuar 2006, in der die Forschungsleistungen der Zentren seit 1996 als hervorragendbewertetundderenWeiterförderungundWeiterführungempfohlenwurde,begannam1.Januar2008diezweiteFörderphasederZentren.Untereinemgemeinsamenorganisato-rischenDacharbeitenheute: dasZentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft(ZAS), Gründungsdirektor:Prof.Dr.EwaldLang(bis2000), Direktor:Prof.Dr.ManfredKrifka(seit2000); dasZentrum für Literatur- und Kulturforschung(ZfL), Gründungsdirektor:Prof.Dr.Dr.h.c.EberhardLämmert(bis1999), Direktorin:Prof.Dr.Dr.h.c.SigridWeigel(seit1999); dasZentrum Moderner Orient (ZMO), Gründungsdirektor:Prof.Dr.PeterHeine(bis1998), Direktor:Prof.Dr.UlrichHaarmann†(1998/1999), KommissarischeDirektorin:Prof.Dr.IngeborgBaldauf(2000/2001), InterimistischeLeitung:Dr.AchimvonOppenundPDDr.Thomas Zitelmann(bis30.9.2002), Direktorin:Prof.Dr.UlrikeFreitag(seit2002).

www.gwz-berlin.de das forschungsjahr2007

<<AufdemTiteldesJahresberichtssinddieOrtederAuslandsreisenderMitarbeiterinnenundMitarbeiterderGWZBerlinimJahr2007aufgeführt

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2007

Initiative Deutschland – Land der IdeenDasZentrumModernerOrientunddasZentrumfürLiteratur-undKultur-forschungwurden2007imRahmenderInitiative„Deutschland–LandderIdeen“alsAusgewählter Ortausge-zeichnet.

DasWissenschaftsjahr2007Die Geisteswissenschaften. ABC der MenschheitImJahr2007standenerstmalsdieGeisteswissenschaftenimMittelpunkteinesWissenschaftsjahres.NachsiebenJahren,diesichdenNaturwissenschaf-tenwidmeten,wurdennundieVielfaltundBedeutungdergeisteswissenschaft-lichenFächer,ThemenundMethodenindieÖffentlichkeitgerückt.DabeiwurdeihreinternationalanerkannteQualitätsichtbargemacht.DiedreiBerlinerZentrenwarenmitzahlreichenVeranstaltungenaktivandemWissen-schaftsjahrbeteiligt.

Wissenschaft braucht Freunde und Förderer

WerdenSieMitgliedimKreisderFreunde und Förderer des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung e. V. bzw.inder Gesellschaft zur Förderung des Zentrums Moderner Orient e. V. undunterstützenSiesodieTätigkeitderZentrenaktiv.

DemVorstandderFreunde und Förderer des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung e. V. gehörenan:Aris Fioretos,SchriftstellerundehemaligerBotschaftsratfürkulturelleFragenanderSchwedischenBotschaftinDeutschland(Vorsitzender);Wolfgang Thierse,VizepräsidentdesDeutschenBundestages(Stv.Vorsitzender);Wolfgang Kreher,GeschäftsführerderGeisteswissenschaftlichenZentrenBerline.V.(Schatzmeister)www.gwz-berlin.de/freunde.html

DemVorstandderGesellschaft zur Förderung des Zentrums Moderner Orient e. V.gehörenan:Dietmar Rothermund,ehemaligerDirektordesSüdasien-InstitutsHeidelberg(Vor-sitzender);Henner Fürtig,wissenschaftlicherMitarbeiterdesGIGAInstituteofMiddleEastStudiesHamburg(Stv.Vorsitzender);Heike Liebau,ForschungsgruppenleiterinamZentrumModernerOrient(Schatzmeisterin);Ulrike Freitag,DirektorindesZMO(Beisit-zerin);Margret Liepach,von1996bis2005MitarbeiterinamZMO(Beisitzerin)www.zmo.de/zmo-freunde

WünschenSiemehrInformationenüberdasZentrumfürLiteratur-undKulturfor-schungoderdasZentrumModernerOrientbzw.überderenjeweiligenFörderkreis?MöchtenSieMitgliedwerdenodereineSpendezurUnterstützungderArbeitgeben?NehmenSiebitteKontaktaufmit:

FreundeundFördererdesZentrumsfür GesellschaftzurFörderungdesLiteratur-undKulturforschunge.V. ZentrumsModernerOriente.V.z.Hd.Dr.UlrikeVedder z.Hd.Dr.HeikeLiebauSchützenstraße18,10117Berlin Kirchweg33,14129Berlinfon+49(0)30.20192130 fon+49(0)30.803070fax+49(0)30.20192120 fax+49(0)30.80307210

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GrenobleHongkongIthacaJeddahKairoKayseri

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GWZ

Bericht über das Forschungsjahr 2007

Nr. 12

Wir danken für die Projektförderung im Jahr 2007:

dem Land Berlin und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschungder Deutschen Forschungsgemeinschaftdem Bundesministerium für Bildung und Forschungder European Commission und Cost Officeder VolkswagenStiftungder Alexander von Humboldt-Stiftungdem Auswärtigen Amtdem Deutschen Akademischen Austausch Dienstder Bundeszentrale für Politische Bildungder Schweizer Kulturstiftung ProHelvetiader European Science Foundation

Im Baudenkmal Mittelhof, dem Arbeitsort des ZMO, stand im Jahr 2007 die Erhaltung des kulturellen Erbes im Mittelpunkt – in einem ersten Bauabschnitt wurde mit der denkmalgerechten Sanierung der Fenster begonnen. Die Arbeiten werden im Jahr 2008 fortgesetzt, weitere Baumaßnahmen werden folgen.

Wir danken der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für die Durchführung der Arbeiten sowie dem Landesdenkmalamt und dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf für die begleitende Unterstützung.

Wir danken für die Unterstützung unserer Arbeit:

dem Förderverein Freunde und Förderer des Zentrums für Literatur- und Kultur- forschung e. V., dem Förderverein Gesellschaft zur Förderung des Zentrums Moderner Orient e. V. und unseren privaten Spendern.

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Einführung

Der Trägerverein GWZ Berlin e. V. Geschichte, StatusGremienWissenschaftliche BeiräteFinanzierung

ReflexionenAus der Forschung der Zentren

Zu den Autoren

Africanistics, at the ZAS, in BerlinLaura J. Downing ZAS

Das Archiv als Ort der KulturwissenschaftDie Editionsprojekte des ZfLMartin Treml ZfL

Nord-Süd-Migration im Zeitalter des ImperialismusArbeiter und Vagabunden zwischen Wien und KonstantinopelMalte Fuhrmann ZMO

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Die Zentren im Forschungsjahr 2007

Das Zentrum für Allgemeine SprachwissenschaftForschungsprofil und MitarbeiterForschungsprojekteVeranstaltungen und GästeKooperationsbeziehungenBibliothek und TechnikPublikationen, Vorträge und Lehrtätigkeit

Das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Forschungsprofil und MitarbeiterForschungsprojekteVeranstaltungen und GästeWorkshops und TagungenWorkshops und Tagungen in KooperationPublikationen, Vorträge und Lehrtätigkeit

Das Zentrum Moderner OrientForschungsprofil und MitarbeiterForschungsprojekteVeranstaltungen und GästeBibliothekPublikationen, Vorträge, Lehrtätigkeit und Öffentlichkeitsbeiträge

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Einführung Im Mittelpunkt unserer Arbeit stand im Berichtsjahr 2007 die Forschung in den laufenden und z. T. auslaufenden Projekten, deren Ergebnisse in einer Serie von Tagungen, Sympo-sien und Workshops sowie in einer Reihe vielbeachteter Publikationen (s. beispielsweise die Seiten 124ff., 188ff., 312ff. dieses Berichts) der Fachöffentlichkeit und einem breiten Publikum präsentiert wurden. Durch die Auszeichnung von zwei der Zentren als Orte der Ideen konnte unsere Arbeit auch einem breiteren, nicht-akademischen Publikum vorge-stellt werden. Darüber hinaus wurden die Forschungsprogramme der Zentren für die Jah-re 2008 bis 2013 konzipiert und beim Bundesministerium für Bildung und Forschung be-antragt, ebenso weitere Projektanträge, die u. a. bei der Europäischen Kommission, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und einer Reihe von Stiftungen eingereicht wurden. Über die einzelnen Aktivitäten der drei Zentren im Berichtsjahr informiert der Teil Die Zentren im Forschungsjahr 2007 des vorliegenden Berichts (S. 53ff.). Zudem stellen wir im Teil Reflexionen (S. 19ff.) drei Projekte aus den Zentren vor, die einen exemplarischen Ein-blick in die Themen, Fragestellungen und Ergebnisse unserer Forschung geben.

Mit dem Jahr 2007 endet zugleich die erste zwölfjährige Förderphase der Geisteswissen-schaftlichen Zentren Berlin, die am 1. Januar 1996 begann. Die Mittel für die Forschungsar-beit in diesem Zeitraum wurden den Zentren durch jährliche Zuwendungen des Landes Berlin und durch Projektmittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgrund positiv begutachteter Anträge im zwei- bzw. dreijährigen Antragsrhythmus zur Verfügung ge-stellt. Hinzu kamen weitere Drittmittel von verschiedenen Forschungsfördereinrich-tungen. So wurden den drei Zentren in den zwölf Jahren 394 Projekte im Rahmen von 47 Bewilligungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und 75 Projekte im Rahmen von Einzelbewilligungen – u. a. der Alexander von Humboldt-Stiftung, des Auswärtigen

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Amtes, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der European Commission, der European Science Foundation, der Fritz Thyssen Stiftung, des Hauptstadtkulturfonds, des Instituts für Auslandsbeziehungen, der Kulturstiftung des Bundes, der Volkswagen-Stiftung – bewilligt. Für die Forschungsarbeit standen in diesem Zeitraum insgesamt Mit-tel in Höhe von mehr als 75 Millionen Euro zur Verfügung, die sich wie folgt zusammen-setzen: Die Zuwendung des Landes Berlin betrug ca. 27 Millionen Euro; zudem konnten ca. 48 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben werden, davon 42 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und ca. 6 Millionen Euro von weiteren For-schungsfördereinrichtungen.

Wir danken an dieser Stelle nochmals dem Land Berlin bzw. der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung für die Unterstützung in den vergangenen zwölf Jahren und für das Engagement und das Vertrauen in die Zukunft der Zentren, die in de-ren Fortsetzung zum Ausdruck kommen. Ferner danken wir der Deutschen Forschungs-gemeinschaft für die Bereitstellung und Betreuung der Ergänzungsausstattung, deren Modell etwas aus den DFG-Förderprogrammen herausfiel und insofern nicht immer pro-blemlos zu handhaben war. Unser besonderer Dank gilt dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und seiner Ministerin, Frau Dr. Annette Schavan, für die Realisie-rung der Förderempfehlung des Wissenschaftsrates in Form einer 2008 beginnenden, zu-nächst sechsjährigen Programmförderung (mit der Möglichkeit der Verlängerung), mit der die Bedeutung unterstrichen wird, die das BMBF der geistes- und kulturwissenschaft-lichen Forschung zuschreibt. Ebenso danken wir all denen, die die Zentren in den vergangenen Jahren darüber hinaus gefördert, unterstützt und sich für deren Fortbestand engagiert haben, wie auch denjenigen, die die Zentren auf den Weg gebracht und in ihnen gearbeitet haben oder jetzt arbeiten, und die mit uns in den vielfältigen Vorhaben zusammenarbeiten und dazu beitragen, dass die Forschungsprogramme der Zentren ihr ganz eigenes Profil gewonnen haben. Sie alle haben in den vergangenen zwölf Jahren daran mitgewirkt, die Geisteswis-senschaftlichen Zentren zu einer ersten Adresse interdisziplinärer Forschung zu machen. Damit wurden gute Voraussetzungen für die nun beginnende zweite Förderphase der Zentren geschaffen. Die Arbeit der Zentren wird nun auf eine ganz neue Basis gestellt werden, die uns eine Arbeitsweise mit längerem Atem ermöglicht, da die einzelnen Vor-haben im Kontext eines mittelfristigen, kohärenten Forschungsprogramms formuliert werden konnten. Es gibt also Grund genug für uns zur Freude und zu der Versicherung, dass wir Exzellenz als Auszeichnung und Verpflichtung zugleich verstehen.

Der Vorstand der Geisteswissenschaftlichen Zentren BerlinSigrid Weigel (Vorsitzende), Ulrike Freitag, Manfred Krifka

Berlin, im Dezember 2007

e i n f ü h r u n g

Der Trägerverein GWZ Berlin e. V.

Prof. Dr. Dr. h. c. Sigrid WeigelVorstandsvorsitzende GWZ Berlin und Direktorin ZfL seit 1999

Prof. Dr. Ulrike FreitagVorstandsmitglied GWZ Berlin und Direktorin ZMO seit 2002

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Ludwig M. Eichinger, MannheimLeiter der Mitgliederversammlung seit 2003

Prof. Dr. Manfred KrifkaVorstandsmitglied GWZ Berlin undDirektor ZAS seit 2000

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Geschichte, Status

Die Gründung der Geisteswissenschaftlichen Zentren Berlin geht auf zwei Empfehlungen des Wissenschaftsrats aus den Jahren 1991 und 1994 zurück. Nachdem 1995 auch die Bund-Länder-Kommission die Förderung Geisteswissenschaftlicher Zentren in der Bun-desrepublik befürwortet hatte, wurde in den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Sachsen der Aufbau von sechs Zentren vorbereitet, die dann zum 1. Januar 1996 ihre Arbeit aufnehmen konnten.

Drei dieser Zentren,das Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft,das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung unddas Zentrum Moderner Orient,arbeiten seither unter dem gemeinsamen organisatorischen DachGeisteswissenschaftliche Zentren Berlin e. V.

Gremien

In der Satzung der Geisteswissenschaftlichen Zentren Belin e. V. ist die Gremien struktur festgelegt. Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand.

Die Mitgliederversammlung wurde im Berichtsjahr 2007 satzungsgemäß zweimal, am 16. Juli 2007 und am 3. Dezember 2007, einberufen.Der Mitgliederversammlung gehören an:

Die Freie Universität Berlinvertreten durch die Erste Vizepräsidentin, Professor Dr. Ursula Lehmkuhl;

Die Humboldt-Universität zu Berlinvertreten durch den Präsidenten, Professor Dr. Dr. h.c. Christoph Markschies;

Die Technische Universität Berlinvertreten durch Professor Dr. Günter Abel;

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaftenvertreten durch den Wissenschaftsdirektor, Dr. Wolf-Hagen Krauth;

Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainzvertreten durch den Generalsekretär, Professor Dr. Claudius Geisler,

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Das Institut für deutsche Sprache, Mannheimvertreten durch den Direktor, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Ludwig M. Eichinger,Versammlungsleiter;

Die Gründungsdirektoren der Geisteswissenschaftlichen Zentren BerlinProfessor Dr. Peter Heine, Professor em. Dr. Dr. h.c. Eberhard Lämmert, Professor Dr. Ewald Lang;

Die Direktoren der Geisteswissenschaftlichen Zentren BerlinProfessor Dr. Ulrike Freitag, Professor Dr. Manfred Krifka,Professor Dr. Dr. h.c. Sigrid Weigel.

Der Mitgliederversammlung gehören als ständige Gäste an:

Das Bundesministerium für Bildung und Forschungvertreten durch Dr. Angelika Willms-Herget bzw. Dr. Karin Korn-Riedlinger;

Das Land Berlinvertreten durch Dr. Thomas Wißler und Dr. Ilona Baudis,Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Der Vorstand besteht aus den Direktoren der drei Berliner Zentren:

Professor Dr. Dr. h.c. Sigrid Weigel (Vorsitzende),Professor Dr. Ulrike Freitag, Professor Dr. Manfred Krifka.

Geschäftsführer Wolfgang Kreher

Der Vorstand und die drei Zentren werden in ihrer Arbeit von einer gemeinsamen Verwaltung unterstützt.

Schützenstraße 18 | 10117 Berlinfon: 030. 20 192 130 | fax: 030. 20 192 120 | www.gwz-berlin.de

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Wissenschaftliche Beiräte

In die Wissenschaftlichen Beiräte der drei Zentren wurden von der Mitgliederversamm-lung für den Zeitraum von 2008 bis 2010 die folgenden Mitglieder berufen:

Wissenschaftlicher Beirat ZASProf. Dr. Jonathan Harrington, Institut für Phonetik und Sprachverarbeitung, Ludwig-Ma-ximilians-Universität München; Prof. Dr. Helen de Hoop, Department of Linguistics, Centre for Language Studies, Radboud Universiteit Nijmegen; Prof. Dr. Angelika Kratzer, Depart-ment of Linguistics, University of Massachusetts, Amherst; Prof. Dr. Maria Polinsky, Department of Linguistics, Harvard University, Cambridge, Ma.; Prof. Dr. Marga Reis, Deutsches Seminar, Universität Tübingen; Prof. Dr. Wolfgang Sternefeld, Seminar für Sprachwissenschaft, Universität Tübingen; Prof. Dr. Rosemarie Tracy, Seminar für Eng-lische Philologie, Universität Mannheim; Prof. em. Dr. Dieter Wunderlich (Vors.), Institut für Sprache und Information, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf

Wissenschaftlicher Beirat ZfLProf. Dr. Jürgen Fohrmann, Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kultur-wissenschaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; Prof. Dr. Rodolphe Gasché, Department of Comparative Literature, University at Buffalo; Prof. Dr. Michael Hagner, Professur für Wissenschaftsforschung/ETH Zentrum RAC, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich; Prof. Caroline Jones, PhD, History, Theory and Criticism Section, Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, Ma.; Prof. Dr. Helmut Lethen, Direktor des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften (IFK), Wien; Prof. Anson Rabinbach, PhD, Department of History, Princeton University; Prof. Dr. Monika Wagner, Kunstgeschichtliches Seminar, Universität Hamburg

Wissenschaftlicher Beirat ZMOProf. Dr. Ingeborg Baldauf, Zentralasien-Seminar, Humboldt-Universität zu Berlin; Prof. Dr. Martin van Bruinessen (Vors.), International Institute for the Study of Islam in the Modern World (ISIM), Leiden; Prof. Dr. William Gervase Clarence-Smith, Department of History, School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London; Prof. em. Dr. Werner Ende, Universität Freiburg; Nina Grunenberg, DIE ZEIT, Hamburg; Prof. Dr. Christophe Jaffrelot (von 2009 bis 2011), Centre d’études et de recherches internationales, Paris; Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn/Berlin; Prof. Dr. Achim von Oppen, Geschichte Afrikas, Universität Bayreuth; Prof. Dr. Steven Vertovec, Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Göt-tingen.

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Finanzierung

Die Buchführung und die Jahresrechnung des Jahres 2007 wurden in ihrer ungekürzten Fassung durch die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RSM Hemmelrath GmbH, Berlin, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Im folgenden werden die Ausgaben der Zentren den jeweiligen Projektgebern zugeord-net:

Im Jahr 2007 wurden Mittel in Höhe von 8.058.064,82 Euro für die Forschungsaufgaben der Zentren gemäß dem Satzungszweck bei den Zuwendungs- und Projektgebern abge-rufen: Die Ausgaben aus der Zuwendung des Landes Berlin betrugen 2.290.762,47 Euro für die Grundausstattung1. Hinzu kamen 5.767.302,35 Euro an Drittmitteln, davon 4.079.375,50 Euro2 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Ergän- zungsausstattung (für 90 Projekte3 in 15 Bewilligungen4) und 1.687.926,85 Euro5 für 37 Pro-jekte6 in Einzelbewilligungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung7, der Europäischen Kommission8, der VolkswagenStiftung9, der Deutschen Forschungsgemein-schaft10, der Alexander von Humboldt-Stiftung11, des Auswärtigen Amtes12, des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes13, der Bundeszentrale für politische Bildung14, der Schweizerischen Kulturstiftung ProHelvetia15 und der European Science Foundation16. Die Entwicklung der Zuwendungen für die Zentren in den Jahren 2002 bis 2007 ist in Abbildung 1 dargestellt, ein Überblick zu den Zuwendungsgebern der Einzelbewilli-gungen ist Abbildung 2 zu entnehmen.

1 Die Zuwendung des Landes Berlin betrug 2.240.000 Euro im Jahr 2007. In dem Betrag der Ausgaben in Höhe von 2.290.762 Euro sind die eigenen Einnahmen der GWZ Berlin (z. B. aus Veröffentlichungen und Vermietungen) und aus den Vorjahren übertragene Mittel (z. B. im Zuge von Altersteilzeit) enthalten.2 Davon wurden 1.383.675,67 Euro vom ZAS, 1.380.046,26 Euro vom ZfL und 1.315.653,57 Euro vom ZMO eingeworben.3 Davon entfallen 32 auf das ZAS, 24 auf das ZfL und 34 auf das ZMO.4 Davon wurden 14 Bewilligungen aus dem Jahr 2006 übernommen.5 Davon wurden 748.474,43 Euro vom ZAS, 673.859,59 Euro vom ZfL und 265.592,83 Euro vom ZMO eingeworben.6 Davon entfallen 16 auf das ZAS, 12 auf das ZfL und 9 auf das ZMO.7 Für den Forschungsverbund Muslime in Europa und ihre Herkunftsgesellschaften in Asien und Afrika am ZMO, das Forschungsvorhaben Topographie pluraler Kulturen Europas, in Rücksicht auf die ‘Verschiebung Europas nach Osten’ am ZfL und das Forschungsvorhaben Spracherwerb als Voraussetzung zur sozialen Integration von russischsprachigen Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland und Israel am ZAS.8 Für das Forschungsvorhaben What it means to be human (CHLaSC ) am ZAS.9 Für die Forschungsvorhaben Erbe, Erbschaft, Vererbung sowie Generationen in der Erbengemeinschaft am ZfL.10 Für das wissenschaftliche Netzwerk Semantik, für die Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe Interpretation von Quantoren sowie Questions and answers in creole languages (DFG-Forschungsstipendium) am ZAS.11 Für Stipendiaten und Betreuungszuschüsse am ZfL bzw. ZMO sowie für das Trans Coop Programm am ZAS.12 Für die Co-Finanzierung des Rahmenprogramms im Kontext der Ausstellung Made in Teheran: 6 Frauen-Blicke sowie für eine Studienreise islamischer Aktivisten aus Indonesien und Malaysia nach Deutschland (jeweils ZMO).13 Für Forschungsaufenthalte von ausländischen Wissenschaftlern am ZfL und am ZMO.14 Für die Co-Finanzierung des Rahmenprogramms im Kontext der Ausstellung Made in Teheran: 6 Frauen-Blicke (ZMO).14 Für das Konzert von Daniel Ott im Kontext des Festivals Now – Das Jetzt der Erkennbarkeit am ZfL.15 Für das Forschungsvorhaben Children’s linguistic performance (Cost A33) am ZAS.

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Zuwendungsentwicklung auf Ausgabenbasis 2002 bis 2007Ausgaben in Euro

Zuwendungsgeber der Einzelbewilligungen (also ohne Grund- und Ergänzungsausstattung) 2005 bis 2007

Angaben in Euro

Innerhalb der insgesamt 53 Bewilligungen waren im Jahr 2007 im Durchschnitt 93 Wis-senschaftlerinnen und Wissenschaftler, 18 wissenschaftlich-technische sowie 59 studen-tische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den drei Zentren beschäftigt, die in ihrer Arbeit von einem Geschäftsführer und vier Mitarbeiterinnen der gemeinsamen Verwal-tung aktiv unterstützt wurden.

DFG Land Berlin Einzelbewilligungen

4.200.000

3.200.000

2.200.000

1.200.000

200.0002002 2003 2004 2005 2006 2007

EU

BMBF

DFG

Stiftungen

Sonstige

0 100.000 200.000 300.000 400.000 500.000 600.000 700.000

2007 2006 2005

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ReflexionenAus der Forschung der Zentren

a f r i c a n i s t i c s , a t t h e z a s , i n b e r l i n

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Reflexionen mit Beiträgen von LauraDowning,MalteFuhrmannundMartinTreml

Zu den Autoren

Dr. LauraDowning studierte Theoretische Phonologie und Bantuistik in Illinois (USA) und wurde 1990 promoviert. Seit 2001 arbeitet sie am Zentrum für Allgemeine Sprach-wissenschaft und ist dort seit Anfang 2008 Co-Koordinator des Projektbereichs (4) SatzverknüpfungenundihreformalenMarkierungen. Im Jahr 2006 veröffentlichte sie das Buch CanonicalFormsinProsodicMorphology (Oxford University Press) und zur Zeit arbeitet sie an Veröffentlichungen zu Aspekten der Phonologie-Syntax Schnittstelle in drei Bantusprachen: Chichewa, Chitumbuka und Zulu.

Assistant Professor Dr. MalteFuhrmann studierte in Berlin Geschichte und Balkanologie und wurde 2004 in Neuer Geschichte promoviert. Nach einem Gastwissenschaftlerauf-enthalt am Orient Institut Istanbul kam er 2006 an das Zentrum Moderner Orient, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt OsmanischestädtischeInstituti-onenundMigrationzuEuropäischenundbalkanischenWanderarbeiternindenosmanischenStädten forschte. Mit Beginn des Wintersemesters 2008 folgte er einem Ruf als Assistant Professor für Europäische Geschichte an die Fatih-Universität Istanbul.

Dr. MartinTremlstudierte Religionswissenschaft, Judaistik, Philosophie und Kunst-geschichte in Wien sowie Berlin und wurde 1996 promoviert. Seit 2000 arbeitet er am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung und leitet dort seit Anfang 2008 den Forschungsbereich Archiv/Kulturwissenschaft. Im Sommer 2007 erschien der von Karlheinz Barck und ihm herausgegebene Sammelband ErichAuerbach.GeschichteundAktualitäteineseuropäischenPhilologen (Berlin Kulturverlag Kadmos). Zur Zeit arbeitet er an einer Monographie über Aby Warburg und die Religionsgeschichte.

r e f l e x i o n e n

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a f r i c a n i s t i c s , a t t h e z a s , i n b e r l i n

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Africanistics, at the ZAS, in Berlin

LauraJ.Downing 1

Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft

When I first moved to Berlin, I was surprised that the first question many people – both friends and colleagues – asked me was why anyone would decide to come here to work on African linguistics. The implied questions were: How could one work on African linguis-tics in Berlin? And what could an Africanist offer to a centre for research into theoretical linguistics? In this essay, I will take the opportunity to respond to these two questions, especially the second question. At the end of the essay, it is hoped the reader will share my surprise, given the long history of research into African languages in Berlin, the interna-tional base of African linguistics and the importance of research on non-European lan-guages for the development of modern linguistic theories. The modern Seminar für Afrikawissenschaft at Humboldt Universität zu Berlin, which includes a languages and linguistics program, is the successor of the Seminar für Orien-talische Sprachen, which was founded at the Friedrich-Wilhelm University (now Hum-boldt) in 1887. This makes it one of the oldest faculties for African studies, and it was an academic home for two important and influential early figures in African Linguistics, Carl Meinhof (Meinhof 1906) and Diedrich Westermann (Westermann 1927). Meinhof’s recordings of spoken language and music made in East Africa in the early 1900’s were among the first contributions to the Berliner-Phonogramm-Archiv, housed at the Ethnol-ogisches Museum. This archive was designated part of UNESCO‘s Memory of the World Register in 1999. Berlin has a long history, then, of being a center for academic research on African languages and linguistics.Humboldt’s African Studies faculty is currently, though, only one center in what has be-come an international field, with two major conferences (ACAL, in the United States, and CALL, at the University of Leiden), each held annually for nearly 40 years, and several journals providing forums for research by Africanists from all over Europe, the United States and Japan, as well as Africa. Africanists, like other linguists – indeed, most academ-ics these days – are no respecters of borders. Berlin is a good place to be an Africanist

1 I would like to thank my colleagues, Hans-Martin Gärtner, Greg Kobele and Tonjes Veenstra, for their contributions to this essay.

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because one finds here in abundance the main things one needs to carry out good re-search: good libraries and internet access, resources for data collection, and good col-leagues working in related areas. But what can Africanists offer a center for theoretical linguistics? An explicit goal of the generative linguistics research paradigm is to develop a theory of linguistic univer-sals. These are defined in Chomsky & Halle’s (1968: 4) seminal work as, “a system of hy-potheses concerning the essential properties of any human language. These properties determine the class of possible natural languages and the class of potential grammars for some human language.” It is clear that a theoretical framework with such an ambitious typological aim necessarily bases hypotheses on data taken from as broad a sample of hu-man languages as possible. Over a third of the world’s languages (roughly 2,000) are spo-ken in Africa, so no linguistic theory can afford to ignore them. Indeed, work in g enerative linguistics since Chomsky & Halle (1968) includes data from African languages. Clements (1989) provides a somewhat dated but still useful overview of the importance of African linguistics to the development of several core areas of generative linguistic theory. At the ZAS in the past several years, research on African languages has been important in developing or testing hypotheses in several areas of linguistic theory, especially the expression of focus, but also phonetics, prosodic morphology, syntax and Creole linguis-tics. Some of these results are briefly sketched here. A five-year project on the expression of focus in Southern African languages (Bantu and Khoisan), carried out partly in collaboration with phoneticians at the ZAS and Afri-canist colleagues at the SFB 632 on Information Structure, set out to test the common claim (see, for example, Frota 2000, Samek-Lodovici 2005, Truckenbrodt 2007) that focus – i. e. the implied presence of alternatives relevant for interpretation (cf. Krifka 2006) – has some effect on the grammar of all languages. In situ focus – i. e. focus that preserves the basic word order of a sentence – correlates with prosodic prominence or accent, as sche-matized in (1a). Indeed, much work on focus makes the very strong claim that there is a necessary cross-linguistic correlation between main sentence accent and focus. Ex situ focus – i. e. focus that alters the basic word order of a sentence – correlates with a particu-lar prosodic position (and, in languages like English, is also accented), as schematized in (1b). In both cases, focus is claimed to only indirectly correlate with prosodic phrasing, though focus is expected to have some prosodic correlate, either accent or phrasing:

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(1) Focus-grammar interactions (Frota 2000: 375)(a) In situ: Focus → Prominence (Accent) → Prosodic Phrasing For example, accent in English: I like bananas for breakfast, not just toast.(b) Ex situ: Focus → Syntax → Prosodic Phrasing (→ Accent) For example, fronting in English: bananas, I like, but not lychees. clefting in English: It’s kiwi fruitthat he’s allergic to.

Our research shows that focus does not, in fact, have an obligatory effect on the prosody or syntax of all languages, contrary to the typological proposals summarized above. Within the so-called Khoisan languages investigated, only Richtersveld Nama uses prosodic phenomena such as pitch, intensity and duration to mark contrastively focused constituents (Voll 2006). Most Khoe and Tuu (so-called Khoisan) languages do not appear to have any prosodic equivalent of sentence stress or focus-conditioned prosodic phras-ing. Colleagues in the ZAS and SFB 632 found similar results in Ewe, a Kwa language spo-ken in Ghana (Jannedy & Fielder 2006). While their work shows there are some dura-tional edge effects of focus on prosody, they observe that these prosodic reflexes never occur as the sole indicators for the focused element. All of the Bantu languages investigated at the ZAS have the equivalent of sentential stress on an (Intonation) phrase penult vowel. This is realized as vowel lengthening in Chichewa, Chitumbuka, Northern Sotho and Zulu, and as an intensity peak in Shingazidja. However, in none of the languages does the position of sentential stress necessarily cor-relate with the position of focus. Instead, it remains fixed in phrase-final position. This is illustrated very strikingly in the Northern Sotho example below, which shows that, although the context of elicitation clearly indicates that a difference in focus is intended, both realizations of the sentence have the same phrasing and other prosodic properties. Note in the following data sets that prosodic phrasing is indicated with parentheses, and that focused material is enclosed in brackets subscripted with F. Lengthening of the phrase penult vowel is the most consistent and easily observed correlate of the prosodic phrasing:

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(2) NorthernSotho (Zerbian 2006: 144)(a) [Q : When do you help the brother?] A: (ke thúsá mogóló [moségaaré]f) I help brother midday ‘I help brother during the day.’(b) Q: Who do you help during the day?] A: (ke thúsá [mogóló]f moségaaré) ‘I help brother during the day.’

Indeed, Zerbian (2006) shows that there is no prosodic correlate of focus in Northern Sotho. Downing (2008) reaches a similar conclusion for Chitumbuka. In other Bantu languages, like Chichewa (Kanerva 1990, Downing et al. 2004), in situ focus can be expressed by a phonological phrase boundary (indicated with parentheses, motivated by long vowels) after constituents in focus. Downing et al. (2004) also find that the pitch of the entire phrase containing the focused word is raised (indicated with an upward arrow following the phrase) in some varieties of Chichewa compared to the neu-tral pronunciation:

(3) Chichewa (Downing et al. 2004) S/he hit the house with a rock.(a) /A-ná-meny-a nyumbá ndí mwalá s/he-simple past-hit-FV house with rock(b) broad V(erb)P(hrase) focus (A-ná-mény-a nyumbá ndí mwáálá).(c) [Q : ‘Did s/he hit the house with a rock or with a stick?] A: (A-ná-mény-a nyuúmbá) [(ndí mwáálá)]f ↑.(d) [Q: ‘What did s/he hit with the rock?’] A: (A-ná-mény-a [nyuúmbá]f) ↑ | | (ndí mwáálá).(e) [Q: ‘What happened to the house?’] A: [(A-ná-méeny-a)]f ↑ (nyuúmbá) (ndí mwáálá).

As this focus-conditioned pitch raising affects the entire focused phrase, not just the word in focus, prosody only indirectly highlights the word in focus.

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The Bantu languages we investigated not only do not express focus through accent or other prosody, some of them also do not necessarily express focus through any consistent syntactic means. Indeed, as Zerbian (2006) shows in some detail, in Northern Sotho, focus can only be determined from context. This is illustrated in (2), above, where the same linear string (with the same prosody) is an appropriate answer to two different questions (at least). Similarly, in Chitumbuka, Downing (2008) shows that even focusing enclitics like -so ‘also’ do not reliably highlight their focusing argument, as they attach to verbs, whatever word in the sentence they put in focus. This contrasts strikingly with languages like English, where both the focusing particle, also, and the word it places in focus are accented:

(4) Chitumbuka focus particle -sovs. English alsoChitumbuka Q: Is it only the doctor who helps the teacher? (Ni [β]a-dokotala péera) (a[β]o [β]a-ku-vwíra [β]a-sambíizíi)? COP 2P-doctor only 2P.REL 2P-TAM-help 2P-teacher A: No, the chief also helps the teacher. (Yâ:yí), ([β]a-fúmu [β]a-ku-vwiráa-so) ([β]a-sambíizi). no 2P-chief 2P-TAM-help-also 2P-teachercf.English Q: Are you going to Italian restaurants only on friday nights? A: No, We are also going to an Italian restaurant on saturday night.

The only syntactic focusing strategy found in all of the Bantu languages investigated is that they commonly use cleft constructions (see (1b) above) to express contrastive focus. Further, several of them (Chichewa, Northern Sotho, Zulu) require clefts to question or focus subjects. As Zerbian (2006) discusses in some detail, this subject/non-subject asym-metry in the use of clefts confirms proposals concerning the inherent topicality of sub-jects, i.e. the inherent property of subjects to introduce what a sentence is about. (See, e. g., Givón (1976) and other papers in Li (1976).) The inherent focus property of the cleft con-struction is required to override the topicality of a subject. These results are very surprising for those of us who are native speakers of a language like English or German, where either prosody (and, to some extent, syntax) is a reliable cue to the position of focused elements in an utterance. More importantly, they require us

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to modify widely-held theories of the expression of focus, like that schematized in (1), which propose that all languages express focus by some means, either through accent or through syntax. This research shows clearly how work on African languages can play an important role in expanding the range of typological data which informs linguistic theo-ries. Focus in African languages has also played an important role in a dissertation about indefinite pronouns written at ZAS by Haida (2007). There a study of the language Gurune, spoken in the north of Ghana, yielded evidence for an intimate connection between the marking of focus and the marking of indefinite pronouns when they function as question words. Building on such findings, Haida developed a theory of the form and meaning of focus and interrogativity that highlights their fundamental interactions. Other work at the ZAS has relied on African language data to contribute to our under-standing of areas of linguistic research as diverse as phonetics, prosodic morphology, syn-tax, and Creole linguistics. For example, in phonetics, it has been claimed that there is a universal correlation between vowel height and intrinsic F0 (fundamental frequency): high vowels have a higher F0 than low vowels (Whalen & Levitt, 1995; Connell 2002). However, little work has been done investigating whether this correlation holds in Afri-can tone languages. Pompino-Marschall’s (2006) phonetic study of Chichewa shows that this Bantu language exhibits intrinsic F0 effects despite being a tone language, as (decli-nation corrected) vowels with low tongue position are produced with statistically signifi-cant lower F0 than high vowels. In this case, the results confirm a linguistic universal. In the area of prosodic morphology, in contrast, African languages again prove prob-lematic for a proposed linguistic universal. A central issue in prosodic morphology is how to define the canonical minimal size that many languages impose on words and certain morpheme types. For example, in German (Hall 1999), possible monosyllabic (lexical) words must be bimoraic. (The mora is a unit of phonological length measurement.) That is, they must consist of either a closed syllable, like Tisch ‘table’, or a long vowel, like See ‘lake’, or a diphthong, like rauh ‘rough’, as each of these syllable types is bimoraic in Ger-man. No monosyllabic word ends in a short vowel, as a short vowel is universally mono-moraic. Cross-linguistically, it is fairly common for languages to require words to be min-imally bimoraic or disyllabic. A well-established theoretical account for this tendency notes that stress feet meet the same minimality constraint: they are also optimally mini-mally bimoraic or disyllabic. In languages that assign stress to all lexical words, the mini-

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mality constraint on words follows, in this account, from the proposed linguistic univer-sal that words must minimally contain a minimal stress foot. (See, e. g., McCarthy & Prince 1999.) It is obvious, though, that this theoretical approach to minimality has nothing to say about non-stress languages. It remains unexplained in this approach why many Khoisan languages, like !Xoõ (Traill 1985; Güldemann & Vossen 2000), and many Bantu languages, which do not have lexical stress, might impose a minimality requirement on words (and other morphological constructions). An example of this from Bantu languag-es is provided by the Zulu data below, which shows that verb stems with two or more syllables form the imperative with the bare verb stem. In contrast, monosyllabic stems must be extended to two syllables with an epenthetic syllable, yi-:

(5) Zulu imperative minimality; hyphens indicate morpheme boundaries Stem Imperative sing. Gloss of stem -thand-a thand-a ‘love’ -hlakaniph-a hlakaniph-a ‘be wise’BUT -dl-a yi-dl-a ‘eat’

As Downing (2006) argues, a theory of minimality that accounts for both German and Zulu follows from the observation that minimal words can be monomorphemic in Ger-man, but in Zulu (and other Bantu languages), words minimally consist of stems, which are bimorphemic, as indicated in the above data. The observed minimality effects show an iconic match between the number of syllables and the number of morphemes required to form a minimal word. African languages also provide a fruitful testing ground for syntactic theories. With the advent of Chomsky’s (1995) copy theory of ‘movement’ – i. e. grammatically condi-tioned changes in basic word order – researchers like Fanselow & Cavar (2002) and Nunes (2004) have been able to view constructions like the German wh-copy construction in (6), below, as regular, rule-governed variants of the more familiar ‘non-copy’ versions in (7, 8). In (6), there are two instances of the wh-word, ‘wen’, both of which relate to the semantic object position of ‘lieben’. In particular, as (6) and (7) are synonymous, the mystery is why the ‘wen’ in the left periphery of the subordinate clause is there at all! This can be ac-counted for, if we assume for (7) that the wh-word ‘passed through’ the intermediate sub-

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ordinate clause position in which it appears overtly in (6) to reach sentence-initial posi-tion. Proponents of the copy theory of movement are then able to assimilate (6) and (7) to one another directly. They have the same structure, and differ only in that the moved wh-word is pronounced, in (6), both in the intermediate position and in sentence-initial position. (The absence of ‘dass’ is then attributable to a low-level constraint ruling out sequences of wh-words and complementizers, called the doubly-filledCOMPfilter.)

(6) Wen glaubst du wen Maria liebt?(7) Wen glaubst du dass Maria liebt?(8) Who do you believe Mary loves?

In many Indo-European languages, copies, when they occur, are of typically mono- or bi-morphemic material, which does not put many constraints on the nature of the mecha-nism which must generate the copies. However, as Kobele (2006) shows, in certain West African languages (such as Yoruba), there are constructions in which the copied material can be unboundedly large (9). (In the interlinear glosses below, RED: reduplicated, REL: relativizer.)

(9) Titi Akin subu ti Jimo ti Akin subu RED-push Akin fall REL Jimo push Akin fall

‘The way Jimo pushed Akin down.’

Sentence (9) above is a verbal relative clause, formed from sentence (10) by copying and nominalizing the verb phrase. By way of contrast, (11) shows a ‘normal’ relative clause:

(10) Jimo ti Akin subu. Jimo push Akin fall

‘Jimo pushed Akin down.’

(11) Omo ti Jimo ti subu child REL Jimo push fall

‘The child that Jimo pushed down.’

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Characteristic of the relative clause construction is the presence of the particle ‘ti’ be-tween the head and the relative clause itself. Unusual in the case of the verbal relative clause construction (9) is that there is no gap in the relative clause, but rather a full VP, of which the head is a (partial) copy. Such con-structions can allow us to probe the nature of the copying mechanism, as hypotheses which yield identical results in the simple cases, might very well show divergent results in more complex cases. This indeed seems to be the case. As shown by the unacceptability of (12) (marked by *), not just anything can be copied, and as shown in (13), the copy mechanism is not simply looking at surface word strings.

(12) * Titi Akin ti Jimo ti Akin subu(13) Titi subu ti Jimo ti Akin subu

Instead, what seems to be the case is that copying is sensitive to underlying structure (in current terminology, to the structure of the derivation). Viewing syntactic copying as sen-sitive to underlying structure gives us certain kinds of expectations about copying phe-nomena, namely, that there should be instances of ‘non-exact’ copying (as in (13)), where an underlying copy relation is disrupted by later changes. (This phenomenon is well known from the phonology literature on ‘opacity.’ (See, e. g., McCarthy 1999).) Finally, African languages play an important role in research at the ZAS on Creole linguistics. Creole languages are the product of language contact between European and (primarily) West African languages, as one of the results of European colonialization of the Americas. Although it is undeniable that certain continuities from West African lan-guages and cultures exist in Creole languages and cultures, the key question is how to identify such continuities. Price & Price (1972), for example, in discussing personal nam-ing systems in Saramaccan culture (Saramaccan is the name of a Creole language spoken in Suriname), other Creole cultures and West African cultures, argue that a Creole nam-ing system making use of a relatively high proportion of Africannames (e.g. Cudjoe, Kofi, Amba, Kwasi, etc.) can be less similar to (West) African naming systems with respect to creation, conceptualization and usage of names than a Creole exhibiting only few (or no) overtly Africannames in its naming system. The point is that what looks African is not necessarily African in nature, and what is African in nature does not necessarily look African. They relate this to Bastide’s (1967: 133 – 55) distinction between enconserveand

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vivantein discussing religious systems in the New World. The notion enconserverefers to cultural systems that “represent a kind of ‘defense mechanism’ or ‘cultural fossilization,’ a fear that any small change may bring on the end,” while the notion vivanterefers to cul-tural systems that “are more secure of their future and freer to adapt to the changing needs of their adherents” (Price & Price 1980: 209). Thus, Saramaccan culture (and, in general, Maroon cultures) would be an example of a culturevivante, while Gullah culture would count as a cultureenconserve. (“Maroon” is the term used to refer to communities founded by run away slaves in the Caribbean, and “Gullah” is the name of an African American community living mainly on the Sea Islands off the coast of the southeastern U.S.) They also argue that the focus should be on process rather than on form. Identifying African forms (e. g. lexical items) in Creole languages is not much more than collecting butter-flies, however interesting it may be and important for identifying the set of potential sub-strate languages, but it does not tell us much about the ‘Africanness’ of the organization of Creole grammar. Thus, it is more fruitful to look at the processes underlying particular forms than at the forms themselves. Perhaps it is easiest to make this point with non-linguistic examples. Price & Price (1980) in their seminal book on Afro-American arts of the Surinam rain forest discuss some false starts in the search for African continuities. They note that in the first half of this century it was fashionable to see Surinam Maroon societies (like Saramaccan) as “Little Africa in America”. In a highly informative and illustrative discussion of different Saramaccan art forms, including woodcarving and textile arts, they show that in many cases the identification of correspondences between a Maroon form and an African form requires in their terms “a substantial leap of faith - from the existence of visual similarity to the existence of historical continuity” (Price & Price 1980: 206). For example, resem-blances in arabesque openwork in woodcarving between an Akan throne, made in ca. 1700, and a Saramaccan peanut-grinding board, collected in the 1920’s, are purely coinci-dental, because this type of ornamentation in Saramaccan woodcarving only developed in the second half of the 19th century. Similarly, what Herskovits (1930) saw as “the sur-vival of the African ornamentation of woodwork with iron” is, in fact, a use of brass studs to enhance curvilinearity which only started mid-nineteenth century and reached a peak in the 1920’s. Again, the similarity is persuasive, but the continuity is only apparent. Moreover, cultures that never have been in contact can have identical art forms. Price & Price (1980) show that (almost identical) interwoven ribbons in woodcarving can be

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found in a Saramaccan peanut-grinding board from the 20th century as well as in an Alsatian Brettstellsthuel from the 19th century, carved in a motif from the High Middle Ages. Although there is a similarity in form, it cannot result from continuity. They con-clude that most (if not all) demonstrations of the Africanness of Maroon art make use of the following research procedure: “search for individual pieces that display noticeable visual similarities, and then […] let the resemblance speak largely for itself as testimony to direct historical continuity” (Price & Price 1980: 204). As they rightly note, such an ap-proach is susceptible to the following criticisms: (i) it is based on a biased selection of ex-amples; (ii) it infers specific historical continuities on basis of visual similarity; (iii) it underestimates Maroon creativity; (iv) it focuses on form rather than on process; (v) it misconstrues the nature of cultural change. These same investigative problems are relevant in Creole linguistics. As noted in work like Veenstra (1996: 3), a central issue in the field of Creole studies remains whether the distinctive characteristics of these languages is best explained through language univer-sals, including principles of second language acquisition, or through the influence of the native languages – often African languages – spoken in the original contact situation. As Veenstra’s (2006) study of verb morphology in some French related creoles shows, disen-tangling these factors is not always a straightforward matter. Superficial similarities in form do not always turn out to result from historical continuity. And assessing the rela-tive influence of universals compared to the original native languages is only possible, if one has a good knowledge both of what the original African contact languages were and of their grammatical structures. So let me come back to the question of why Africanists would find themselves at a linguistics research center in Berlin. Well, Africanists can be found everywhere, as their research, like that of other linguists, depends mainly on a good academic environment. And Africanists are welcome everywhere, as their research is essential to carrying out the universalist, typological program of modern theoretical linguistics.

Bibliography

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d a s a r c h i v a l s o r t d e r k u l t u r w i s s e n s c h a f t

Das Archiv als Ort der Kulturwissenschaft

Die Editionsprojekte des ZfL

MartinTreml Zentrum für Literatur- und Kulturforschung

Archiv und Wissen

In den Projekten am ZentrumfürLiteratur-undKulturforschung(ZfL)wird Literatur nicht allein als schöne Kunst, sondern auch als eine Wissensform des kulturellen Gedächtnisses verstanden. Die dabei angewandten philologischen Methoden sind auf die Erkenntnis der Zeichen in ihrer textuellen, rhetorischen und medialen Hervorbringung, Verbreitung und Speicherung gerichtet. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den in die Symbole (ein-) gebundenen Affekten, die als religionskulturelle Spuren in der Moderne lesbar wer-den und so kultische Signaturen auch des modernen Wissens hervortreten lassen. Die Institutionalisierungen dieses Wissens und seine Verbindungen zur Macht reichen weit in die Vormoderne zurück (Abb. 1). Ein dafür zentrales Modell ist das Archiv, verstanden als Institution, aber auch als „Denkbild“ im Sinne Walter Benjamins. Neben der Auffindung, Edition und Publikation bisher unbekannter Texte und der damit verbundenen Klärung editions- und archivtheo-retischer Fragen geht es dabei vor allem auch um die Historisierung und Selbstreflexion von Schriften aus dem Kontext der ersten Kulturwissenschaften um 1900, d. h. jener die Disziplingrenzen überschreitenden Arbeiten von Autoren wie etwa Aby Warburg, die als Gegenstand und methodisches Vorbild für die Theorie einer kulturwissenschaftlichen Erkenntnis seither gelten. Im Rahmen des ZfL-Forschungsschwerpunkts EuropäischeKulturgeschichte, die hier als Schauplatz interner Differenzierungen verstanden und unter-sucht wird, widmen sich einige Projekte speziell der Rekonstruktion dieser ersten Kultur-wissenschaft und der Erweiterung und theoretisch-historischen Begründung einer Zeichentheorie in religionskultureller Perspektive. Ziel dieser Projekte ist es, die Elemente einer kulturwissenschaftlichenEpistemologie für vergleichende Forschungen zu erarbeiten.

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In Anknüpfung an Vorarbeiten aus der ersten ZfL-Forschungsphase bis Ende 2007 wurde im Zuge der Neustrukturierung des ZfL 2008 – im Hinblick auf eine Verklammerung von Editionsfragen und Grundlagenforschung – der Forschungsbereich Archiv/Kulturwissen-schafteingerichtet (Leitung: Martin Treml). Gegenstand der Arbeiten sind neben theore-tischen Klärungen einige editorische Vorhaben der Sammlung und Edition von Quellen, Texten und Korrespondenzen bedeutender Kulturwissenschaftler: Aby Warburg (1866–1929), Erich Auerbach (1892–1957), Susan Taubes (1928–1969) und Jacob Taubes (1923–1987). Bei ihnen allen handelt es sich um Angehörige des deutschenJudentums (in seiner Bestimmung seit Moses Mendelssohn), d. h. um Intellektuelle mit einer doppelten Zuge-hörigkeit im emphatischen Sinn, die gleichzeitig in zwei Welten leben: Sie verfügen über sowohl säkulares als auch religiöses Wissen, sind jüdischer Herkunft und zugleich Ange-hörige der deutschen, christlichen Kultur und deren Codes. Für sie ist das Deutsche Bildungs- und Wissenschaftssprache, nicht notwendigerweise aber Nationalsprache. Zu-gleich gehören diese Wissenschaftler den drei Epochen jüdischer Assimilation und Ak-kulturation in der nationalstaatlichen Verfasstheit Deutschlands an: vor, während und nach der Schoah.

Abb. 1Brunetto Latini, LiLivresdouTresor, 1266

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Eine kulturwissenschaftliche Theorie des Archivs

Jacques Derrida hat in Mald’archiveauf die Herkunft des Wortes vom griechischen archē hingewiesen, das sowohl ‚Anfang‘ als auch ‚Herrschaft‘ bedeutet. Damit stellt er das Archiv in „eine Abfolge- und eine Befehlsordnung“.1 Archē kann auch, Reich, Gebiet‘ oder im Plural ‚Behörde(n)‘ heißen. Die erst im nachklassischen Latein nachweisbare Form archium bzw. archivum findet sich bei dem Juristen Ulpian ebenso wie bei dem Theologen Tertullian, abgeleitet vom griechischen archeîon, womit das Amtlokal und der Wohnsitz der städtischen Beamten, archóntes, bezeichnet wird.2 Verlängerte man diese Linien, man käme zu einer Medientheorie des Depots und der Akten, in welcher biographische mit gerichtlichen, wissenschaftliche mit administrativen Zwecken zusammenflössen.3 Aus der Lektüre Derridas lassen sich aber noch andere Schlüsse ziehen, die zu einer kul-turwissenschaftlichen Theorie des Archivs führen. Wie Sigrid Weigel im zehnten Heft der ZfL-Zeitschrift Trajekte gezeigt hat, die sich dem Archiv, seinen Beständen – vor allem dem Brief – und den darum gruppierten Tätigkeiten widmet, entwirft Derrida „eine Theo-rie der Sendung, in der sich medientheoretische und psychoanalytische Dimensionen von Übertragung verbinden – Übertragung von verschwiegenem Wissen und Übertra-gung von Erinnerungen bzw. Erregungen“.4 Schon der von Derrida gewählte und in der deutschen Übersetzung verschriebene Titel seines Essays Mald’archive – er verwendet ge-genüber der im Französischen seit dem 16. Jahrhundert allein gebräuchlichen Pluralform archives im Anschluss an Michel Foucault den Singular –,5 schon dieser Gebrauch eines unzeitgemäßen als eines archivierten Begriffs zeugt von dem mehrfachen Sinn jeder aufbe-wahrten Sendung. Ihr geschieht Unglück (mal), aber sie ist auch Ausdruck des Schmerzes (mal), zumal in ihrer Gestalt als Brief. Das intim verfasste und doch mit vielen anderen zugestellte Schriftstück ist in den (halb-) öffentlichen Raum des Archivs eingegangen, wo es der Entdeckung, Entzifferung und Kommentierung durch Fremde harrt.

1 Jacques Derrida, Mald’Archive.Uneimpressionfreudienne, Paris 1995, S. 11 (dt.: DemArchivverschrieben.EineFreudscheImpression, Berlin 1997, S. 9).2 Vgl. ebd., S. 12f (dt.: S. 11). Karl-Ernst Georges, Ausführlicheslateinisch–deutschesHandwörterbuch, Leipzig 1879, Bd. 1, S. 511. Wilhelm Pape, Griechisch–deutschesHandwörterbuch, 6. Aufl. Braunschweig 1914 (3. Aufl. Neudruck Graz 1954), Bd. 1, S. 365.3 Vgl. Cornelia Vismann, Akten.MedientechnikundRecht, 2. Aufl., Frankfurt a. M. 2001. 4 Sigrid Weigel, „An-Archive: Archivtheoretisches zu Hinterlassenschaften und Nachlässen“, in: Trajekte 5 (2005), Nr. 10, S. 4–7, hier S. 5f.5 Vgl. Michel Foucault, ArchäologiedesWissens, Frankfurt a. M. 1973, S. 183–190. Die dem archive/Archiv eigene Methode sei die Archäologie, zu dieser, vgl. ebd., S. 191–281.

Abb. 1Brunetto Latini, LiLivresdouTresor, 1266

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Wenn vor dem Werk der Nachlass steht, dann gehen diesem die Hinterlassenschaften voraus; und mit der Transformation von einem zum anderen erfolgt ein Wechsel von der privaten Memorialkultur in öffentliche Archivbestände.6 Diese Prozesse betreffen insbe-sondere solche Nachlässe und Editionen, für die neben thematischen Schriften die Korres-pondenzen und Aufzeichnungen von besonderem Interesse sind. Da die intellektuelleGe-schichtederBundesrepublik gegenwärtig vor allem aus den Nachlässen und Briefwechseln ihrer führenden Geister rekonstruiert und neu geschrieben wird, stellt die Entwicklung einer kulturwissenschaftlichen Theorie des Archivs eine wichtige Reflexion dieser Art biographischerGeschichtsschreibung dar, die sich jedes Kurzschlusses von Leben und Werk entzieht. Sie folgt vielmehr der Überlegung, dass das Leben eines Gelehrten selbst die Form einer bestimmten Praktik bildet, in die diskursive Elemente eingegangen sind, die sich dann als Revenants auffinden lassen: Wiedergänger im Sinne von irritierenden, perse-verierenden, oft auch undeutlichen Momenten in den kulturwissenschaftlichen Theorie-bildungen selbst.

Abb. 2Susan Taubes, Brief an Jacob Taubes, 1951

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„Verkehr mit Gespenstern“

Franz Kafka, böhmischer Jurist und deutschjüdischer Schriftsteller, hat diese Form der Fremdheit des Eigenen in ein Bild gefasst. Es gilt dem Malheur (dem stets in schmerzlicher Stunde, zur Unzeit Getanen), das Briefe bei späterer Lektüre regelmäßig zeigen. Milena Jesenská gegenüber, der Journalistin und ersten Übersetzerin seiner Erzählungen ins Tschechische, hat er dies so ausgedrückt:

„Die leichte Möglichkeit des Briefeschreibens muß – bloß theoretisch angesehn – eine schreckliche Zerrüttung der Seelen in die Welt gebracht haben. Es ist ja ein Verkehr mit Gespenstern und zwar nicht nur mit dem Gespenst des Adressaten, sondern auch mit dem eigenen Gespenst, das sich einem unter der Hand in dem Brief, den man schreibt, entwi-ckelt oder gar in einer Serie von Briefen, wo ein Brief den andern erhärtet und sich auf ihn als Zeugen berufen kann. Wie kam man nur auf den Gedanken, daß Menschen durch Briefe miteinander verkehren können!“7

Weil Briefe Revenants sind, bat der manische Briefschreiber Kafka Milena – geboren im Jahr seiner Bar Mitzwa (der Feier der religiösen Mündigkeit), gestorben im KZ Ravens-brück, in das sie wegen ihrer Tätigkeit für den tschechischen Widerstand deportiert wor-den war –, „eine andere Möglichkeit des Schreibens zu erfinden“: von ihrem „Wiener Meer“ aus an sein „Prager Ufer“.8 Dazu ist es aus vielerlei Gründen nicht gekommen. Um Kafkas topographische Metaphern aufzugreifen: Ihre Briefe sind im Meer ertrunken, seine hingegen ans Ufer gespült worden und später ins Archiv eingegangen. Es sind Liebes-briefe, und in ihnen wird, wiewohl sie an eine Christin adressiert sind, ständig über Jude-sein und Judentum gesprochen.9

Liebesbriefe besitzen ein hohes Ausmaß an (mitunter verzerrter) Reflexion, sie sind überwuchert von Zeichen. (Abb. 2) Derrida vergleicht sie mit Philosophenbriefen wegen der „Ähnlichkeit zwischen der esoterischen Rhetorik von Gelehrten und einer Anspie-lungssprache, die selbst dem/r Adressaten/in partiell rätselhaft bleibt.“10 Kafkas philoso-

6 Vgl. Sigrid Weigel, Hinterlassenschaften, Archiv, Biographie. Am Beispiel von Susan Taubes, in: SpiegelundMaske.KonstruktionbiographischerWahrheit. Hg. v. Bernhard Fetz/Hannes Schweiger. Wien 2006. S, 33–48. 7 Franz Kafka, BriefeanMilena, hg. v. Willy Haas, Frankfurt a. M. 1966, S. 199. 8 Ebd., S. 178 und 111. 9 Vgl. Walter H. Sokel, FranzKafka.TragikundIronie.ZurStrukturseinerKunst, Frankfurt a. M. 1976, S. 463–465.

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phische Liebesbriefe sind in ihren Verrätselungen und allen Gespenstern zum Trotz bis heute lesbar, sie lassen auf poetische Weise ein Modell des Archivs erkennen, das im Zei-chen von Nachleben, Korrespondenz und Hinterlassenschaft steht.

Nachleben, Korrespondenz, Hinterlassenschaft

Nachleben (survival) ist ein Mitte des 19. Jahrhunderts in die englischen (sozio-) biolo-gischen Debatten eingeführter Begriff. Charles Darwin fügte ihn 1866 ohne jede weitere Erörterung oder Begründung in die fünfte Auflage seiner TheOriginofSpecies im dritten Kapitel StruggleforExistence ein: „Survival of the Fittest“ („das Überleben des Passendsten“) ist Lesefrucht aus den PrinciplesofBiology (1864) von Herbert Spencer, der diese Wendung seinerseits nach der Lektüre von Darwins Buch (zuerst 1859) geprägt hat – also keine Ab-hängigkeit, sondern ein konstellativer Zusammenhang.11 Doch was heißt von Spencer geprägt? Leben mitsamt seinen Derivaten ist im kulturellen Gedächtnis Europas viele Jahrhunderte lang ein fest verankerter theologischer Begriff, der einem eschatologischen Verständnis folgt, das der Apostel Paulus autoritativ, etwa im BriefandieRömer (Röm) ent-faltet hat. Wie die Sünde zum Tod, so führe der Glaube zum Leben, denn nicht ganz Israel, sondern nur ein Rest: diejenigen, die glauben, könnten gerettet werden (vgl. Röm Kapitel 7–9) und darum (weiter-, über-, nach-) leben. In der metaphorischen Verwendung von Nachleben etwa bei Aby Warburg (Abb. 3) wird das Prinzip der Nachträglichkeit betont, ebenso wie das diesem Prozess eignende Unheimliche im Sinne des Ungewollten, Frem-den, gerade nicht Selbstverständlichen. Es sind Revenants, Kafkas Gespenster: Sender und Empfänger, Autor und Leser – Engel ebenso sehr wie Vampire. Hinterlassenschaft und Korrespondenz erweisen sich als mehrsinnig in anderer Hinsicht. So bezeichnen sie einmal die Gegenstände, die im Archiv aufbewahrt werden: nachgelas-sene, bisher unpublizierte und darum kaum oder gar nicht bekannte Manuskripte, Ent-würfe, Aufzeichnungen, Briefe. Zugleich aber ist Hinterlassenschaft ein Modus der Weiter-gabe und Tradition, der sich indirekt vollzieht und sich an keinen bestimmten Adressaten

10 Weigel, „An-Archive“ (Anm. 4), S. 5.11 Vgl. Herbert Spencer, ThePrinciplesofBiology, London/Edinburgh 1864, Bd. 1, S. 444 (dt.: DiePrincipienderBiologie, Stuttgart 1876, Bd. 1, S. 484). Charles Darwin, TheOriginofSpecies, London 1988, S. 49 (dt.: ÜberdieEntstehungderArtendurchnatürlicheZuchtwahloderdieErhaltungderbegünstigtenRassenimKampfeum’sDasein, 6. Aufl., Stuttgart 1876, S. 83).

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richtet. Demgegenüber hat die Figur der Korrespondenz die Bedeutung von Briefwechseln und von intellektuellen Entsprechungen, geistigen Freundschaften und zielt auf das Pro-blem des, sei es fachlichen, sei es persönlichen Gesprächs überhaupt. Korrespondenz be-schreibt keine Einflüsse im Sinne von Abhängigkeiten, sondern die komplizierteren Ver-hältnisse des Verkehrs in Gespräch und Debatte, schließlich aber auch der intellektuellen Teilhabe im Sinne der bewussten Zeitgenossen- und Zeugenschaft. Alle drei Figuren, die eine kulturwissenschaftliche Theorie des Archivs bestimmen – Nachleben, Korrespondenz, Hinterlassenschaft – sind selbst der Auffassung der kulturwissen-schaftlichen Methoden verpflichtet, wie sie Aby Warburg an der Kunst der Renaissance, Erich Auerbach an der europäischen Literatur, Susan Taubes an der Weltgeschichte der Gnosis, Jacob Taubes an der abendländischen Eschatologie entwickelt haben.

Edition und Kulturwissenschaft

Folgende Projekten werden zur Zeit im ZfL bearbeitet:1. eine Edition des umfangreichen Briefwechsels Erich Auerbachs (Martin Vialon),2. eine einbändige Ausgabe mit Schriften Aby Warburgs, die neben bereits publizierten Texten auch unveröffentlichte Manuskripte enthält (Martin Treml und Sigrid Weigel, unter Mitarbeit von Perdita Ladwig),3. die Edition des Nachlasses von Susan Taubes, die aus drei Abteilungen bestehen soll und voraussichtlich sechs Bände umfassen wird (Christina Pareigis und Sigrid Weigel): a. Wissenschaftliche Schriften (2 Bde.), b. Literarische Manuskripte (2 Bde.), c. Korrespondenzen und persönliche Aufzeichnungen (2 Bde.),4. die Korrespondenz von Jacob Taubes mit Carl Schmitt (Thorsten Palzhoff und Martin Treml),

Abb. 3Aby Warburg, um 1912

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Abb. 2Erich Auerbach

Abb. 3Jacob Taubes

5. eine Auswahl der Briefe von und an Taubes (Herbert Kopp-Oberstebrink und Martin Treml).

Die Ausgangssituation stellt sich in allen vier Fällen unterschiedlich dar. So sind die zahl-reichen fragmentarischen und teils schwer entzifferbaren Aufzeichnungen des Kunst- und Kulturwissenschaftlers AbyWarburg – die im Archiv des Warburg Institute London vollständig gesammelt sind – in keine seiner Werkausgaben eingegangen. Sie werden von einzelnen Forschern im Zusammenhang von Monographien oder größeren Aufsätzen, das heißt als Bestandteil von deren Schriften publiziert, so dass es hier zu dem bemerkens-werten Phänomen eines verstreuten Nachlasses gekommen ist. Ihn in Teilen (wieder) zu vereinen und mit den zu Warburgs Lebzeiten publizierten Texten zusammen lesbar zu machen, ist Ziel dieser Edition, die die Texte in kulturwissenschaftlicher Perspektive neu gruppiert als u. a. Genese der Pathosformel, Renaissance alsÜbergangszeitalter, RätsellösungundSymbolwanderung,Magie–Mathematik–Technik. Die Briefe des Romanisten ErichAuerbachs (Abb. 4) sind zerstreut, denn in den überlie-ferten Nachlasspapieren – die seit Oktober 2005 im Deutschen Literaturarchiv Marbach liegen – haben sich nur wenige Durchschläge oder Kopien erhalten. Für die editorische Arbeit bedeutete dies, dass neben den bisher bekannten Korrespondenzpartnern Auer-bachs (wie Walter Benjamin, Werner Krauss, Fritz Strich, Karl Vossler u. a.) zunächst noch weitere aufzuspüren waren. In einer Grabungsarbeit, die von jeweils neuen Quellenfun-den ausging, konnten vierzig neue Briefadressaten ermittelt werden, so etwa Auerbachs Schweizer Verleger Carl Lang (A. Francke Verlag, Bern) und der Soziologe Alexander von Rüstow, der wie Auerbach selbst während der Nazizeit nach Istanbul emigrieren musste und dort an der Universität lehrte. Ein Konvolut mit umfangreicher Korrespondenz von JacobTaubes (Abb. 5), das sich aus der Zeit seiner Tätigkeit an der FU Berlin erhalten hat und zahlreiche Aktenordner mit Briefen von ihm und an ihn aus den Jahren 1965 bis 1982 umfasst, ist dem ZfL von den Erben zur Betreuung und Bearbeitung überlassen worden. Es bildet die Grundlage für die

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Erstellung ausgewählter Briefbände: einer Edition der Schreiben zwischen Jacob Taubes und Carl Schmitt sowie einer zweibändigen Ausgabe v. a. mit Briefwechseln, die um Netz-werke und konfliktreiche Verbindungen aus der Geschichte der Intellektuellen und der Geisteswissenschaften gruppiert sind, die, vom Berlin der 1960er Jahre ausgehend, sich über New York bis nach Paris und Jerusalem erstrecken. Dazu gehören z. B. die Geschichte von PoetikundHermeneutik, der Konflikt um die Goll-Affäre und Paul Celan, das Bündnis von Studierenden und Lehrenden an der FU Berlin 1967/68 usw. Mit der Edition dieser Korrespondenzen soll die Grundlage für eine quellengestützte Betrachtung des Nachle-bens eines jüdischen Intellektuellen und provozierenden Philosophen erarbeitet werden, den Skandale und Legenden umgeben haben.

Susan Taubes, Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin

Der Nachlass von SusanTaubes, geb. Feldmann (1928–1969) (Abb. 6), der von den Erben dem ZfL zum Zweck der Edition überlassen worden ist, soll hier besonders hervorgeho-ben werden, gerade weil ihre Schriften vergessen bzw. weitgehend unbekannt sind. Das literarische und kulturwissenschaftliche Werk der Autorin, deren Biographie (mit Stati-onen in Budapest, New York, Paris, Jerusalem) für die intellektuelle Geschichte und Exiler-fahrung von Juden im 20. Jahrhundert steht, entstammt der Zeit des Aufbruchs in der Nachkriegskultur Europas und der USA in den 1950er und 1960er Jahren. Ihre wissen-schaftlichen Beiträge sind für die gegenwärtige Theoriedebatte hochaktuell, da sie Teil einer religionsgeschichtlich interessierten Kulturanthropologie sind, wie sie an amerika-nischen Universitäten um 1950 entwickelt wurde; sie beziehen sich aber im Unterschied dazu auf Traditionen der deutschen und französischen Philosophie (Heidegger, Nietzsche, Simone Weil u. a.). Die ästhetischen Kontexte ihres literarischen Werks sind dagegen eher in der europäischen Nachkriegsavantgarde zu suchen: So erinnern die poetischen Inein-anderblendungen von Traum- und Erinnerungsszenen sowie verschiedener Schauplätze und Sprachregister in ihrem Roman Divorcing (1969, dt. Scheiden tut weh, 1995) an die Schreibweisen Ingeborg Bachmanns und Unica Zürns und ihre surrealistisch anmu-tenden Erzählungen der frühen 1960er Jahre an die absurd-traumhafte Erzählweise Isaac Bashevis Singers. Wissenschaftliches und literarisches Werk dokumentieren ein Ineinanderspiel von Mythos, Religion, Philosophie, Literatur und Leben, das die Grenzen akademischer Diszi-

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plinen überschreitet und dessen Fragestellungen – wie z. B. das Verhältnis von jüdischem Denken und deutscher Philosophie nach 1945 oder die Erfahrung der Abwesenheit Gottes (Abb. 7) – nicht nur für die gegenwärtige Theorieentwicklung und die Wiederentdeckung religionsgeschichtlicher Ursprünge der Kultur von großer Aktualität sind. Das umfangreichste Korrespondenz-Korpus bildet der Briefwechsel zwischen Susan und Jacob Taubes aus den Jahren 1950–52. Es birgt biographisches und historisches Mate-rial, das die deutsch-israelisch-amerikanische Konstellation in der Auseinandersetzung mit der jüdischen Tradition nach Krieg und Nazizeit aufruft. Die Briefe wurden während ihrer ersten Ehejahre gewechselt, in denen die beiden zeitweise räumlich getrennt – in New York bzw. Paris und in Jerusalem – lebten. Neben privaten Angelegenheiten werden Fragen nach Religion und Philosophie debattiert, in deren Zentrum insbesondere die Aus-einandersetzung um die Möglichkeitsbedingungen des Fortlebens jüdischer Tradition und das Verhältnis zwischen jüdischem Exil und deutscher Philosophie stehen. Die Briefe von Susan Taubes vermitteln Eindrücke der intellektuellen und kulturellen Szene im Paris der fünfziger Jahre, die als paradigmatisch für die intellektuelle Geschichte dieser Zeit betrachtet werden können. Zur Sprache kommen Kontakte unter anderem zu Albert Camus, Hannah Arendt und Hans Jonas. In den USA stand sie im Austausch mit Paul Tillich und Leo Strauss. Entgegen einer – in der Nachgeschichte der Schoah dominanten – Tendenz zur strikten Trennlinie zwischen jüdischer Philosophie und christlicher

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Geschichte zeugen die Arbeiten von Susan Taubes so von einem bemerkenswert unbefan-genen Umgang mit Korrespondenzen und Berührungen zwischen jüdischem und christ-lichem Denken in Geschichte und Moderne.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1, Brunetto Latini, Li Livres dou Tresor, 1266; entnommen aus: Roland Schaer (Hg.): Tous les savoirs du monde. Paris 1996, S. 110.Abb. 2, Susan Taubes, Brief an Jacob Taubes, 1950, © Nachlass Susan Taubes, ZfL Berlin.Abb. 3, Aby Warburg, um 1912, © Warburg Institute Archive LondonAbb. 4, Erich Auerbach; entnommen aus: Erich Auerbach: Gesammelte Aufsätze zur romanischen Philologie. Bern/München 1967, Frontispiz.Abb. 5, Jacob Taubes; entnommen aus: Norbert W. Bolz/Wolfgang Hübner (Hg.): Spiegel und Gleichnis. Festschrift für Jacob Taubes. Würzburg 1983, Frontispiz.Abb. 6, Susan Taubes, Ausweis mit Foto, Paris 1963, © Nachlass Susan Taubes, ZfL Berlin.Abb. 7, Susan Taubes, The Absent God, Titelseite des Typoskripts, © Nachlass Susan Taubes, ZfL Berlin.

Abb. 6Susan Taubes, AusweismitFoto

Abb. 7Susan Taubes, TheAbsentGod, Titelseite des Typoskripts

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Nord-Süd-Migration im Zeitalter des ImperialismusArbeiter und Vagabunden zwischen Wien und Konstantinopel

MalteFuhrmann Zentrum Moderner Orient

Die Geschichte der Arbeitsmigration zwischen Deutschland und Österreich einerseits und der Türkei, Griechenland und Jugoslawien andererseits scheint, zumindest in groben Zügen, allgemein bekannt zu sein: Angesichts des hohen Arbeitskräftebedarfs infolge des „Wirtschaftswunders“ der 1950er Jahre warben die mitteleuropäischen Staaten in den sei-nerzeit armen Mittelmeerländern gezielt Gastarbeiter an, von denen sich vor allem Tür-ken und Jugoslawen dauerhaft niederließen und zu den größten nationalen Minderheiten in Deutschland und Österreich wurden. Doch wer weiß darüber hinaus, dass die Arbeits-migration zwischen Mitteleuropa einerseits und dem Balkan und Vorderasien anderer-seits eine über hundertjährige Vorgeschichte hat und dass die Migration nicht lediglich in eine Richtung verlief? Die türkische Tageszeitung Radikal behauptete kürzlich, dass es 1907 in Deutschland 12.000 türkische Arbeiter gab, wohingegen 18.000 Deutsche in der Türkei arbeiteten. Obwohl Zahlenangaben mit Vorsicht zu verwenden sind, ist die Fest-stellung einer im 19. und frühen 20. Jahrhundert stattgefundenen bedeutenden Migra-tion in Richtung Südosten, und zwar lange bevor die Auswanderung aus der Türkei und dem Balkan in die Gegenrichtung zur Massenerscheinung wurde, prinzipiell richtig. Wer dem Phänomen nachgehen will, kann auf keinen gesicherten Forschungsstand zurück-greifen und findet auch in den Archiven keine spezifischen Aktenreihen, die sich sub-stantiell mit dem Thema auseinandersetzen. Man ist auf die Durchsicht disparater Mate-rialien, vor allem der erhaltenen personenbezogenen Konsulatsakten, aber auch auf Zufallsfunde wie z. B. falsch abgeheftete Dokumente sowie vereinzelte Hinweise in litera-rischen Quellen angewiesen.

IndemichnochzweiGroschenVernunftbeimirgefundenhabe–dasgeht schnellvorbei!–wirdmirklar,womeinUnbehagenherkommt:ichhabemirnichtrechtzeitigvorAugengehal-ten,dasswirimAbendlandsind.DieabendländischenSümpfe!(…)DiePalmenderMärtyrer,denGlanzderKunst,denStolzderErfinder,dasFieberderPlünderer,dasallesschickteichzumTeufel;ichwandtemichdemOrientwiederzuundderfrühestenundewigenWeisheit.AnscheinendistdaseinTraum,dergroberFaulheitentsprang! 1

1 Rimbaud, Arthur: Une Saison en Enfer /Eine Zeit in der Hölle, Stuttgart 1988, Neuauflage.

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Mit diesen Worten nahm der Dichter Arthur Rimbaud 1873 eine spätere Entwicklung seines Leben vorweg: Nachdem er die Dichtung aufgab, verließ er Europa, um sich auf Zypern, in Alexandria, Aden und Harare mit Hilfsarbeiten und Gelegenheitsgeschäften durch zuschlagen. Die biographische Forschung zu Rimbaud hat diesen Abschnitt seines Lebens als exzentrischen Abgang eines verkannten Genies gedeutet. Bisher weitgehend übersehen wurde, dass Rimbauds Entscheidung, Europa zu verlassen und sein Glück im „Orient“, wie der östliche Mittelmeerraum seinerzeit genannt wurde, zu suchen, keines-wegs einzigartig war. Hätte Rimbauds Dichtung nicht posthum weltweiten Ruhm erlangt, wäre es ihm wie zahlreichen Zeitgenossen ergangen, die aus West- und Mitteleuropa ins Osmanische Reich oder weiter östlich migrierten: Er wäre vergessen worden. Ludwig Friedrich Wilhelm Witt beispielsweise, geboren 1836 in Plön in Holstein, ist der Nach-welt nur erhalten geblieben, weil sein Lebenslauf unversehens dem Jahresbericht 1877 des reichsdeutschen Konsulats in Trabzon (Trapezunt) beigefügt und folglich im Bundes-archiv aufbewahrt wurde. Witt, der zu diesem Zeitpunkt als Konsulatskanzler arbeitete, beschreibt seine Entscheidung auszuwandern mit weitaus weniger literarischer Bega-bung als Rimbaud: Noch als minderjähriger Malerlehrling in Hamburg meldete er sich um 1853 als Freiwilliger für den Krimkrieg bei der englischen Fremdenlegion, da er, so Witt, „schon damals eine große Vorliebe fürs Reisen hatte“. Ähnlich lakonisch beschreibt Witt seine Entscheidung, nach dem Friedensschluss 1856 seine Entlassung einzureichen und dauerhaft im östlichen Mittelmeerraum zu leben: „Seit jener Zeit bemühte ich mich, die orientalischen Sprachen zu erlernen, weil ich damals schon im Sinne hatte, im Orient zu verbleiben.“ Es begann ein abenteuerliches und bewegtes Leben zwischen Ägypten, Palästina, den ägäischen Inseln, Griechenland, Makedonien, Thrakien, Istanbul, Klein-asien, Armenien und Sulina am Schwarzen Meer. Schicksalsschläge, wie beispielsweise der Tod seiner Frau und Töchter durch eine Choleraepidemie in Kairo, trafen ihn mehr-fach. Auch beruflich betätigte er sich in einem weiten Feld: Er arbeitete als Dolmetscher und Reiseführer für Ernest Renan und andere westliche Wissenschaftler und verdingte sich als Schildermaler in Zeiten der Not, bis er eine Stelle beim Konsulat in Trabzon bekam. Es stellt sich die Frage, warum solche Lebenswege, die trotz des Mangels einer kohä-renten Dokumentation in zahlreichen Akten und Memoiren Erwähnung finden, gänzlich aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt wurden. Die Geschichte der unterbürger-lichen Migration wird meistens als eine Bewegung von Süd nach Nord oder Ost nach West geschrieben. Dies folgt der Prämisse, dass mindestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts

Katholische Kirche St. Polykarp, 17. Jhd., Izmir (Quelle: M. Fuhrmann)

Grand Hotel Huck, Izmir, ca. um 1890 (Quelle: Atay, Çinar, 19. Yüzyil Izmir Fotograflari, Istanbul 1997)

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die Lebensbedingungen in Westeuropa und Nordamerika die Standards in anderen Teilen der Welt bei Weitem übertrafen und folglich der „Westen“ eine starke Anziehungskraft ausübte. Während Ost-West- und Süd-Nord-Migrationen sicherlich statistisch bedeuten-der waren, ist es ein Fehler, daraus zu schließen, dass keine Bewegungen in die Gegenrich-tung stattfanden. Fernab der großen Auswanderungsziele des 19. Jahrhunderts suchte eine zwar kleine, aber nicht unbedeutende Anzahl West- und Mitteleuropäer ihr Glück im „Orient“. Im Folgenden geht es um Untertanen der deutschen Länder und des Habs-burger reichs, die vor allem in die großen osmanischen Städte wie Saloniki, Istanbul bzw. Konstantinopel sowie Izmir bzw. Smyrna zogen. Es handelte sich um eine vielfältige Mischung aus politischen Exilanten und fliehenden Aufständischen, agrarischen, religi-ösen und politischen Siedlerbewegungen, darunter Templer und frühe Zionisten, Dienst-mädchen, Erzieherinnen, Musiker, Prostituierte und Menschenhändler, die im Orient ihr Glück suchten. Aus Platzgründen wird im Folgenden lediglich auf die eigentliche Arbeits-migration, d. h. auf Handwerker, Arbeiter und das verwandte Phänomen der „Orient-bummler“ eingegangen. Eine Studie ihrer Lebensumstände gibt uns nicht nur Einblicke in vergessene Lebenswelten, sondern erlaubt es uns auch nachzuvollziehen, wie Migra-tion auf individuelle Identitäten eingewirkt hat in einer Zeit, als nationales Selbstver-ständnis noch nicht weit verbreitet war und wie sich diese Identitäten unter dem Einfluss von Nationalismus und Imperialismus verändert haben. Politisch muss man berücksichtigen, dass die drei hauptsächlich betroffenen Staaten bis zum Ersten Weltkrieg keine Nationalstaaten im heutigen Sinne waren, sondern multi-ethnische und multikonfessionelle Großreiche. Das Osmanische Reich umfasste weite Teile des Balkans, des Nahen Ostens und Nordafrikas, darunter auch den Großteil der Ge-biete, aus denen später Jugoslawien, Griechenland und die Türkische Republik hervor-gingen. Die deutschen Staaten waren bis 1866 im Deutschen Bund zusammengeschlos-sen, auf den 1871 das Deutsche Reich unter preußischer Vorherrschaft folgte, während Österreich als Teil des Habsburgerreichs von der Adria bis nach Lemberg (Lvov/Lviv) reichte. Die Auswanderung der Deutschen und Österreicher ins Osmanische Reich kann man grob in vier Phasen teilen: Die Phase der Elendsmigration (ca. 1820 – 1856), die Phase

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der peripheren Migration (ca. 1856 – 1878), das goldene Zeitalter der Arbeitsmigration (1878 – 1908) und schließlich die Phase der Konfrontation (1908 – 1918). Mitteleuropa litt von Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Pauperismus, der gekennzeichnet war durch Bevölkerungswachstum und Bauernbefreiung unter wirt-schaftlich ungünstigen Konditionen sowie einer Industrialisierung, die anfangs mehr Arbeitsplätze vernichtete als schuf und in der Folge eine beträchtliche Anzahl arbeits-loser Handwerkergesellen hervorbrachte, die durch Europa irrten auf der Suche nach Arbeit und Brot. Warum zogen diese Handwerkergesellen nach Südosteuropa, also in eine Region, die noch ärmer war als ihre Heimat? Möglicherweise fielen sie auf die Aufrufe bürgerlich-imperialistischer Autoren herein, die – meist von ihren heimatlichen Lehn-stühlen aus oder nach einer kurzen, finanziell gut ausgestatteten Rundreise – eine deut-sche Kolonisierung dieser angeblich menschenleeren Region propagierten. Eine Übersee-passage nach Amerika war für viele Arbeitslose unerschwinglich. Eine Wanderung auf den Balkan und weiter nach Anatolien hingegen war eine realistische Möglichkeit, die sogar zu Fuß gemacht werden konnte. Angesichts der zahlreichen in Istanbul eintref-fenden hungrigen und kranken Handwerker sahen sich die ortsansässigen Deutschen 1844 genötigt, für diese ein Krankenhaus zu errichten, das bis heute fortbesteht, wenn auch mit verändertem Anspruch. Andere Elendsmigranten gründeten abenteuerliche Landwirtschaftssiedlungen am Schwarzen oder Ägäischen Meer, doch angesichts schlech-ter Ausrüstung und mangelhafter Ortskenntnisse starben viele der Kolonisten umgehend. Wiederum andere fanden hingegen einen Platz in den Hafenstädten wie Saloniki oder Izmir, wo sie sich in die multikulturelle Gesellschaft integrierten, die sich unter anderem aus griechisch-orthodoxen und katholischen Alteingesessenen sowie aus Westeuropa zu-gewanderten Ausländern zusammensetzte. Auf solche Weise „levantinisiert“, wie dieser Integrationsprozess im 19. Jahrhundert genannt wurde, unterhielten die aus den deut-schen oder den Habsburger Ländern angereisten Handwerker nur noch einen losen oder gar keinen Bezug zu ihren Herkunftsländern. Leider sind für diese Periode keine systema-tischen Personenakten aus den preußischen und habsburgischen Konsulaten erhalten, so dass viele der Betroffenen nur beiläufig oder in Jahrzehnte später verfassten Dokumenten Erwähnung finden. Nachdem die Elendsmigration 1848 ihren Höhepunkt erreicht hatte, stabilisierten sich die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Mitteleuropa in den nachfol-genden Jahren. Neue Arbeitsplätze in der Industrie minderten den Auswanderungsdruck.

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Jedoch waren die Kapazitäten der neuen industriellen Zentren noch nicht so groß, dass sie den gesamten Arbeitskräfteüberschuss der ländlichen Regionen absorbieren konnten. Vor allem aus den Gebieten der deutschen Länder und des Habsburgerreichs, die fernab der Industriestädte lagen – im Habsburger Fall vor allem aus Istrien und Dalmatien, aber auch aus Trient in Tirol und aus Galizien – zogen weiterhin Seeleute, Tagelöhner, Forstar-beiter und Zimmerleute zu saisonaler Arbeit ins Osmanische Reich. Einige ließen sich je-doch auch dauerhaft nieder, wie die deutlich besser erhaltenen Konsularakten dieser Zeit dokumentieren: So lebten bereits 1866 zwanzig österreichische Handwerker in der make-donischen Kleinstadt Bitola (Monastir). Durch den Berliner Kongress 1878 und durch die Einrichtung der DettePublique zur Aufsicht über die osmanischen Auslandsschulden 1881 mischten sich die europäischen Großmächte in bis dahin nie gekanntem Maße in die Politik und Wirtschaft des Osma-nischen Reiches ein. Gleichzeitig verfestigten sie das Privileg, dass europäische Ausländer auf osmanischem Boden in vielen Fällen nicht den örtlichen Gesetzen, sondern denen ihrer Heimatländer unterlagen. Hierdurch intensivierten sich die Großinvestitionen in beträchtlichem Maße. Insbesondere beim Bau und Betrieb von Hafen-, Bahn- und Bergbau-anlagen glaubten viele der ausländischen Manager, nicht auf europäische Arbeiter mit besserer Ausbildung und mehr Erfahrung verzichten zu können. Folglich warben sie mit höheren Löhnen als in Mitteleuropa, um Arbeiter aus Italien, Deutschland und Österrei-ch-Ungarn anzuziehen. Eine Stelle im Infrastrukturbereich konnte den Arbeitern die Chance sozialer Mobilität bieten. Diese Generation der Arbeitsmigranten hatte in der Re-gel ein deutlich positiveres Verhältnis zu ihren Herkunftsstaaten als die vorangegangene, da die Migranten persönlich vom europäischen Wirtschaftsexpansionismus profitierten. Dennoch lebten sie keinesfalls in abgekapselten Gemeinschaften, sondern heirateten meist ortsansässige Griechinnen, Bulgarinnen oder Levantinerinnen und gründeten mit ihnen Familien. Im Windschatten dieser ökonomischen Erfolgsgeschichten entstand jedoch ein neuer Migrantentypus: der „Orientbummler“. Personen, die keine dauerhafte Anstellung fan-den oder die ein Leben jenseits der bürgerlichen Konventionen vorzogen, wanderten

Straßenszene in Izmir, ca. um 1900 (Quelle: Stadtverwaltung Izmir)

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durch den Balkan, das Osmanische Reich, Ägypten und darüber hinaus und pflegten ei-nen ärmlichen und unorthodoxen Lebensstil. Die Konsulate und Kirchengemeinden be-klagten zwar dieses Phänomen, sahen sich aber genötigt, die Betroffenen durch Almosen zu unterstützen. Durch die Jungtürkenrevolution von 1908 und die Einführung einer Regierung auf populärer Basis intensivierten sich die sozialen und die nationalen Spannungen. Die deutschen und österreichischen Bahnarbeiter beteiligten sich teilweise in führender Posi-tion an den umfassenden Streiks, die nun bei allen großen Eisenbahngesellschaften im Osmanischen Reich ausbrachen. Viele deutsche Beobachter zeigten sich entsetzt, dass den Arbeitern die Klassensolidarität wichtiger war als die Vaterlandsliebe. In anderen Fällen wurden jedoch ausländische gegen inländische Arbeiter ausgespielt, entweder, indem ös-terreichische Streikbrecher gegen anatolische Streikteilnehmer eingesetzt wurden (so geschehen 1909 in der Glasfabrik Pasabahce bei Istanbul) oder indem Österreichern die Arbeitsgenehmigung verweigert wurde, da sie in angeblich national sensiblen Bereichen tätig waren (ebenfalls 1909 gegenüber einer Gruppe Holzfäller bei Durrës/Durrazzo). Eindeutiger als bei den Arbeitern versuchten sich die Regierungen der Jungtürkenzeit gegenüber den „Orientbummlern“ durch eine Politik der harten Hand zu profilieren. Va-gabundieren wurde als große Bedrohung der inneren Sicherheit dargestellt und unter drastische Strafen, unter anderem auch die Prügelstrafe, gestellt. Bedrohlicher als die Ge-setze war jedoch die Willkür vieler Behörden, die, um sich gegen die imperiale Einmi-schung der europäischen Staaten und Konzerne zur Wehr zu setzen, die ausländischen Arbeiter und vor allem die „Orientbummler“ in ihrer ohnehin schwachen rechtlichen und sozialen Position angriffen und diskriminierten. Die Balkankriege und die folgende Verstaatlichung der Eisenbahn in den eroberten Gebieten durch Serbien und Griechenland, die Einberufungen zum Ersten Weltkrieg und schließlich die Ausweisung der verbliebenen Österreicher und Deutschen aus dem Osma-nischen Reich zum Kriegsende, setzten diesem frühen Kapitel der gegenseitigen Verflech-tungen im Migrations- und Arbeitsbereich zwischen Deutschland und Österreich einer-seits und dem Balkan und Anatolien andererseits ein vorläufiges Ende. Diese frühe Migration war teilweise von extremer Not gekennzeichnet, bot jedoch auch Möglich-keiten für den sozialen Aufstieg und den Ausbruch aus eingeschränkten Verhältnissen. Außerdem führte sie anfangs zu einer relativ vorbehaltlosen Interaktion zwischen Zu-wanderern und Ortsansässigen, bevor Imperialismus und Nationalismus das Klima ver-gifteten und die Netzwerke der multikulturellen Arbeiterschaft zerstörten.

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Die Zentren im Forschungsjahr 2007

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Professor Dr. Manfred KrifkaDirektor des Zentrums für Allgemeine SprachwissenschaftProfessor an der Humboldt-Universität zu Berlin

Schützenstraße 18, 10117 BerlinTelefon: +49 (0)30. 201 92 400/401Telefax: +49 (0)30. 201 92 402e-mail: [email protected]: http://www.zas.gwz-berlin.de

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Forschungsprofil und Mitarbeiter

Laufende Projektarbeit

Mit dem Berichtsjahr endete die letzte Projektphase der zwölfjährigen GWZ-Förderung durch die DFG. 9 der 12 geförderten Projekte wurden zu Jahresende abgeschlossen, für die übrigen 3, nämlich P1 „Phonetik: Artikulatorische Ökonomie und perzeptive Diskrimina-bilität“ (Leitung Prof. Dr. Bernd Pompino-Marschall), P3 „Morphologische Komplexität: Typologie und Diachronie“ (Leitung Prof. Dr. Frans Plank und Prof. Dr. Manfred Krifka) sowie P8 „Satzstruktur und Adjunkte in austronesischen Sprachen“ (Leitung Dr. habil Hans-Martin Gärtner und Prof. Dr. Joachim Sabel) stehen noch Restmittel für das Jahr 2008 zur Verfügung. Details der Projektarbeit für das Jahr 2007 sind den folgenden Projek-teinzeldarstellungen zu entnehmen. Die Abschlussberichte für die Jahre 2003 – 2007/08 werden der DFG im April 2009 vorgelegt und sind dann auch in Auszügen auf den ZAS-Seiten online verfügbar. Zum 1. Juni 2007 hat das von Dr. habil Natalia Gagarina eingeworbene Projekt „Langu-age acquisition as a precondition for the social integration of Russian-speaking immigrant children in Germany and Israel“ im Rahmen des deutsch-israelischen Forschungskonsor-tiums „Migration und soziale Integration“ die Arbeit aufgenommen. Förderer ist das Bundes ministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Ende 2007 begannen unter ZAS-Beteili gung (Dr. Laura Downing) die Aktivitäten des vornehmlich von der niederländi-schen NWO geförderten Forschungsnetzwerks „The Structure and Interpretation of Nouns and Noun Phrases: a comparative study of Bantu, Chinese and Romance“ mit Kooperati-onspartnern in Leiden, London und Verona. Neben der üblichen Vortrags-, Publikations- und Lehrtätigkeit (siehe Dokumentation weiter unten) beteiligte sich das ZAS im Berichtsjahr an der Ausrichtung national und international hochrangiger Tagungen. Als Beispiele seien hier nur genannt der 5-tägige „2nd Congress of the Slavic Linguistic Society“ mit 93 Vorträgen und ca. 300 Teilnehmern, organisiert durch Boštian Dvorák, Elena Gorishneva und PD Dr. Marzena Zygis und die Konferenz zu „Experimental Pragmatics“ mit 34 Beiträgen und ca. 150 Teilnehmern, organisiert von PD Dr. Uli Sauerland, Dr. Anton Benz, Prof. Dr. Manfred Krifka und Dr. Kazu ko Yatsushiro.

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In Ergänzung zur Erhebung linguistischer Daten mit Informanten und muttersprach-lichen Gastwissenschaftlern in Berlin wurden auch wieder einige Feldforschungsreisen durchgeführt, nämlich in die Türkei zur Untersuchung des Judenspanischen (Dr. Patrick Steinkrüger), nach Kingston zur Untersuchung des „Jamaican Creole“ (Dr. Tonjes Veenstra) und nach Madagaskar zum Studium des Madagassischen (Prof. Dr. Joachim Sabel).

Zukunftsperspektiven

Im Rahmen der Initiative „Freiraum für die Geisteswissenschaften“ (http://www.bmbf.de/de/10567.php) übernimmt das Bundesministerium für Bildung und Forschung zusam-men mit dem Land Berlin die Förderung der drei Berliner Geisteswissenschaftlichen Zentren für zunächst 6 Jahre, beginnend mit dem 1. 1. 2008. Hierzu wurde am ZAS im Berichts jahr das Forschungsprogramm „Einbettung, Verknüpfung und Konstituenten-grenzen in Sprechsprache, Grammatik und Diskurs“ ausgearbeitet und in einer Sitzung dem Wissenschaftlichen Beirat vorgelegt und von diesem begutachtet. Ein kurzer Über-blick über das Programm sowie Skizzen der 6 beteiligten Programmbereiche finden sich online auf den ZAS-Seiten. Anträge auf weitere ergänzende Drittmittelprojekte bei ver-schiedenen Forschungsförderern wurden ebenfalls 2007 auf den Weg gebracht. Darüber wird im kommenden Jahr zu berichten sein.

Veränderungen unter den Mitarbeitern

Wie üblich hat sich auch in diesem Berichtsjahr eine gewisse Fluktuation unter den Mit-arbeitern ergeben. Mit Ende Januar 2007 verließ Dr. Sabine Zerbian das ZAS in Richtung Südafrika, wo sie seither in Johannesburg als Dozentin an der University of the Witwaters-rand arbeitet. Ihre Stelle im Projekt P7 „Expression of Focus in Southern Bantu Languages“ wurde zum 1. 2. 2007 von Cédric Patin von der Université Paris III übernommen, der das Berichtsjahr zum Abschluss seiner Dissertation (s. u.) nutzte. Seit Anfang Juli 2007 er-gänzt Dr. Stefanie Jannedy vom SFB 632 „Informationsstruktur“ (vorher Ohio State Uni-versity) die Phonetikgruppe des ZAS. Verlassen haben das ZAS außerdem Dr. Christian Geng zur Abteilung für Linguistik und Englisch der Universität Edinburgh (Ende August

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2007), Dr. Penka Stateva zur Universität Konstanz (Ende September 2007), Ingo Feldhausen zum Institut für Romanistik der Universität Hamburg (Ende Oktober 2007) und Dr. Andreas Haida zum SFB 632 „Informationsstruktur“ (Ende November 2007).

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Weiterhin ist die Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Sprache und Linguistik der Humboldt-Universität zu Berlin besonders eng. Der Direktor Manfred Krifka, der Gründungsdirektor Ewald Lang und der Leiter des Phonetiklabors Bernd Pompino- Marschall sind dort Professoren. Über Projektleitungen waren wir im Berichtsjahr weiterhin eng verbunden mit der Universität Bielefeld (Prof. Dr. Gerhard Jäger), der Universität Göttingen (Prof. Dr. Regine Eckardt), der Universität Konstanz (Prof. Dr. Frans Plank), der Université Catholique de Louvain, Belgien (Prof. Dr. Joachim Sabel) und der Universität Tübingen (Prof. Dr. Claudia Maienborn). Enge Beziehungen zur Universität Potsdam bestehen über den Sonder-forschungsbereich 632 „Informationsstruktur.“ Ähnlich enge Beziehungen bestehen auch zum Sonderforschungsbereich 441 „Linguistische Datenstrukturen“ an der Univer-sität Tübingen. Prof. Dr. Ludwig Eichinger vom Institut für Deutsche Sprache ist uns als Vorsitzender der GWZ-Mitglieder versammlung eng verbunden. Weitere Beziehungen sind in der folgenden Dokumentation angeführt.

Daueraufgaben

Zu den Daueraufgaben des ZAS gehört die Bereitstellung und Entwicklung der For-schungsbibliothek für ZAS-Mitarbeiter sowie Kollegen und Studenten der Sprachwissen-schaft. Mittlerweile beträgt der Bestand ca. 55.800 Einheiten. Die Bibliothek, deren Katalog über einen Webbrowser auch von außerhalb einsehbar ist, enthält unter anderem viel sonst kaum verfügbare „graue“ Literatur, die zum Teil durch Austauschbeziehungen (63 Tauschpartner gegenwärtig) über die Veröffentlichungen des ZAS erworben wird. Sie ist ferner in Berlin besonders durch die Vielzahl grammatischer Beschreibungen von Sprachen, die in einer Handbibliothek für die sprachtypologische Forschung zugänglich sind (siehe noch unten den eigenen Abschnitt zur Bibliothek).

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Das bezüglich apparativer- und Softwareausstattung hochmoderne Phonetiklabor steht der Berliner Forschung, insbesondere der Hochschulforschung an der HU Berlin, zur Verfügung (zu Details siehe weiter unten). Die Lehrtätigkeit von ZAS-Mitarbeitern ist eine feste Größe des Angebots der umlie-genden Universitäten (HU Berlin, FU Berlin, TU Berlin, U Potsdam, U Leipzig) und führt regelmäßig die Betreuung studentischer Abschlussarbeiten mit sich. Auch international sind ZAS-Mitarbeiter an der Begutachtung studentischer Abschlussarbeiten beteiligt, so z. B. im Jahr 2007 Dr. Tonjes Veenstra an der Universität Lissabon. Das ZAS gibt die „ZAS-Papers in Linguistics“ heraus. Im Berichtszeitraum erschienen zwei Hefte, darunter mit Nr. 47 die Proceedings der 2006 am ZAS abgehaltenen „Con-ference on Intersentential Pronominal Reference in Child and Adult Language“ (hrsg. von Dr. habil Dagmar Bittner und Dr. habil Natalia Gagarina). Insgesamt sind 47 Hefte erschie-nen, die seit Heft 26 auch in der Mehrzahl online verfügbar sind.(http://www.zas.gwz-berlin.de/index.html?publications_zaspil) Fortgesetzt wurde ein Editionsprojekt, das über Manfred Krifka am ZAS angesiedelt ist, nämlich die Zeitschrift „Theoretical Linguistics. An open peer review journal“ ( Mouton/ Walter de Gruyter), das in derzeit drei Heften pro Jahr ein Konzept von Thesenartikeln, Kommentaren und abschließender Antworten verfolgt. Im Berichtszeitraum sind drei Einzelhefte mit Targetartikeln von international renommierten Sprachwissenschaftlern erschienen (Marcel den Dikken, Christopher Potts, Sam Featherston). Das Konzept der Zeitschrift stieß weiterhin auf großes Interesse. Das ZAS betreibt zudem eine über das Internet zugängliche Vortragsliste (http://www.zas.gwz-berlin.de/index.html?events_berlin) für linguistisch relevante Vorträge im Raum Berlin/Potsdam. Diese Webseite kann von den einschlägigen Institutionen an den vier Universitäten, der Linguistikgruppe der BBAW und von dem Sonderforschungsbereich 632 aktualisiert werden und wird intensiv genutzt, auch zur Vermeidung von Termin-konflikten bei der Planung von Veranstaltungen.

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Öffentlichkeitsarbeit

PD Dr. André Meinunger, PD Dr. Uli Sauerland und PD Dr. Barbara Stiebels waren im Sep-tember des Berichtsjahrs verantwortlich für die Organisation und Durchführung des Workshops „Zukunft der Sprache(n)“ auf dem „Tag der Talente“ des BMBF in Berlin. Zu-dem erarbeiteten sie die Formulierung von linguistischen Aufgaben für die Endrunde des Bundesfremdsprachenwettbewerbs (November 2007). Diese Aktivitäten mündeten in die Betreuung der von Deutschland gesendeten schulischen Teilnehmer an der 2008 in Bulga-rien veranstalteten „Linguistik-Olympiade“. Populärwissenschaftliche Aufbereitungen ausgewählter sprachwissenschaftlicher Themen hält das ZAS in Form von Plakaten in Dateiform auf den ZAS-Internetseiten ver-fügbar. (http://www.zas.gwz-berlin.de/index.html?pr_lndw2003,2004) Unser Angebot, sprachwissenschaftliche Themen in Schulen in Vortragsform zu ver-mitteln, besteht weiterhin. Zu erwähnen ist hier auch die Arbeit von Dr. habil Natalia Gagarina (P5, Spracherwerb) als Beraterin für einen zweisprachigen Russisch-Deutschen Kindergarten. In Planung ist auch ein an Lehrer und interessierte Laien gerichtetes Buch mit Darstel-lungen der wichtigsten an deutschen Schulen gesprochenen Fremdsprachen.

Promotionen

Geng, Christian: A Cross-Linguistic Study on the Phonetics of Dorsal Obstruents, Humboldt Universität zu Berlin.

Haida, Andreas: The Indefiniteness and Focusing of Wh-Words, Humboldt-Universität zu Berlin.

Pape, Daniel: Microprosodic differences in a cross-linguistic vowel comparison of speech production and speech perception, Humboldt-Universität zu Berlin.

Patin, Cédric: La tonologie du shingazidja, langue bantu (G44a) de la Grande Comore : nature, formalisation, interfaces, Université Paris 3.

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Auszeichnungen

Fuchs, Susanne: Christian Benoit Award für das Multi-Media Projekt: „On the influence of vocal tract geometry on articulatory control strategies, acoustic properties and their respective variability in vowel production“

Mitarbeiter dir e kto r Prof. Dr. Manfred Krifka

w isse nsc h af tliche mita rbeit er: Dr. Anton Benz PD Dr. habil Dagmar Bittner Dr. Philippa Cook Dr. Laura Downing Boštjan Dvorák Prof. Dr. Regine Eckardt (als PL in Göttingen) Ingo Feldhausen (bis 30. 10. 2007) Dr. Werner Frey Dr. Susanne Fuchs Dr. habil Natalia Gagarina Dr. habil Hans-Martin Gärtner Dr. Insa Gülzow (01. – 31. 03. 2007) Dr. Christian Geng (bis 31. 08. 2007) Dr. Andreas Haida (bis 30. 11. 2007) Dr. Stefanie Jannedy (seit 01. 07. 2007) Prof. Dr. Gerhard Jäger (als PL in Bielefeld) Elke Kasimir Milena Kühnast Prof. Dr. Ewald Lang (als PL an HU) Dr. Paul Law

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Prof. Dr. Claudia Maienborn (als PL in Tübingen) Prof. Dr. Bernd Pompino-Marschall (als PL an HU) PD Dr. André Meinunger Dr. Yukiko Morimoto Dr. Daniel Pape Dr. Cédric Patin (ab 01. 02. 2007) Edmund Pohl Prof. Dr. Joachim Sabel (als PL in Louvain) Dr. Kerstin Schwabe Dr. Patrick O. Steinkrüger PD Dr. Barbara Stiebels Dr. habil Anatoli Strigin Dr. Tonjes Veenstra (ab 01. 11. 2007) Dr. Sabine Zerbian (bis 31. 01. 2007) PD Dr. Marzena Zygis

Angelagerte ProjekteEU-Projekt CHLaSC unter Leitung vonPD Dr. Ulrich Sauerland mit folgenden Mitarbeitern: Rainer Ludwig Fabienne Salfner Mathias SchennerEmmy-Noether Nachwuchsgruppe unter Leitung vonPD Dr. Ulrich Sauerland mit folgenden Mitarbeitern: Dr. Penka Stateva (bis 30. 09. 2007)DFG-GEPRIS Projekt „Questions and Answers in Creole Languages“ Dr. Tonjes Veenstra (bis 30. 10. 2007)BMBF-Projekt zu Bilingualität unter Leitung von Dr. habil Natalia Gagarina mit folgenden Mitarbeitern: Nathalie Topaj (seit 01. 07. 2007)DFG Phonetik-Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Bernd Pompino-Marschall mit folgenden Mitarbeitern: Jana Brunner

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Deutsch-Israelischer Forschungsverbund Migration und gesellschaftliche Integration

gefördert durch:

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se kr e tar iat Elke Dresler

te c h nik Jörg Dreyer Alfred Haack

bib lioth e k Irina Busse

stude ntisc h e hilfs krä fte Damaris Bartz (16. 03. – 15. 09. 2007) Mechthild Bernhard Tobias Bernhard (ab 01. 06. 2007) Juliane Böttger (15. 02. – 31. 05. 2007) David Bittner Anke Busler Paul David Doherty Jenny Ewert (bis 30. 06. 2007) Mary-Anne Harenberg Vivien Hein (ab 01. 03. 2007) Jana Hosemann (bis 30. 04. 2007) Anja Keller (bis 31. 01. 2007) Ines Klinger Julia Köhler (bis 30. 09. 2007) Mathias Krüger Katja Melchert (16. 03. – 15. 09. 2007) Marie-Christine Meyer (ab 01. 09. 2007) Arda Öczan (ab 01. 09. 2007) Sören Philipps Yelizaveta Piskorska Slava Platikanova (ab 01. 03. 2007) Ekaterina Sas (15. 06. – 15. 09. 2007)

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Manuela Schütze (ab 01. 05. 2007) Lisanne Schuster (01. 04. – 30. 06. 2007) Petya Silvestrova (15. 08. – 15. 09. 2007) Peter Skupinski (ab 01. 04. 2007) John Tammena (seit 01. 06. 2006) Susanne Tappe (ab 01. 07. 2007) Nadjeda Tchenkova (ab 01. 05. 2007) Dora Toneva Stephanie Troyke (bis 31. 03. 2007, ab 01. 12. 2007) Hristo Velkov

w isse nsc h aft licher beirat Prof. Dr. Östen Dahl, U Stockholm Prof. Dr. Carlos Gussenhoven, U Nijmegen Prof. Dr. Helen de Hoop, U Nijmegen Prof. Dr. Ekkehard König, HU Berlin Prof. Dr. Angelika Kratzer, U of Massachusetts Prof. Dr. Wolfgang Sternefeld, U Tübingen Prof. em. Dr. Dieter Wunderlich, U Düsseldorf /Berlin

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Forschungsprojekte

P1 – Phonetik: Artikulatorische Ökonomie und perzeptive Diskriminabilität pr o je ktle ite r : Prof. Dr. Bernd Pompino-Marschall

mitar b e ite r / innen: Dr. Susanne Fuchs Dr. Christian Geng Dr. Daniel Pape

Das Teilprojekt Variation laryngaler Merkmale richtete den Fokus seiner Arbeit auf zeit-liche, artikulatorische, akustische und aerodynamische Komponenten in der Realisie-rung des Stimmhaftigkeitskontrastes der Frikative im Deutschen, Polnischen und Bulga-rischen. Es wurde davon ausgegangen, dass für die Produktion von stimmhaften Sibilanten eine besonders komplexe Koordination von Artikulatoren, die an der Steuerung der Luft-druckverhältnisse ober- und unterhalb der Glottis beteiligt sind, vonnöten ist. Zeitlich und artikulatorisch reduzierte Segmente (artikulatorisch ökonomisch) entsprechen den stimmhaften Varianten, können aber unter Umständen auch zur Umwandlung des Frika-tiv in einen Sonoranten führen. Längere Segmente gehen eher mit stimmlosen Frikativen einher, bei denen die aerodynamischen Verhältnisse automatisch zu einer Entstimmung führen. Für das Deutsche konnten neben starken Entstimmungstendenzen auch dialek-tale Variationen zwischen norddeutschen und süddeutschen Sprechern gefunden wer-den. Für Sprecher des Polnischen und Bulgarischen wurde in den meisten Fällen ein echter Stimmhaftigkeitskontrast realisiert, d.h. es wurden aktive artikulatorische Strate-gien verwendet, die den aerodynamischen Entstimmungsprozessen entgegenwirken. Im Bereich der Artikulationsstellenwahrnehmung lag der Schwerpunkt der Arbeiten auf der Weiterführung der Studien zu den Koartikulationsmustern ungarischer Palatale und dem crosslinguistischen Vergleich velarer Plosive. Im Bezug auf die Koartikulationsmus-ter ungarischer Palatale konnten Ergebnisse eigener früherer Studien untermauert wer-den, gemäß derer Palatale ihre vokalische Umgebung in stärkerem Maße beeinflussen als

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andere dorsale Artikulationen wie eben velare Plosive. Während frühere Studien die an-gesprochenen Muster koartikulatorischer Beeinflussung nur auf der Grundlage artikula-torischer Daten beschrieben hatten, konnte der Befund auch durch akustische Messungen bestätigt werden. Hier fiel insbesondere die qualitative, kategoriale Veränderung von Kurzvokalen durch die Umgebung des palatalen Konsonanten hinsichtlich des zweiten Formanten auf. Ferner wurde ein crosslinguistischer Vergleich velarer Plosive durchgeführt, bei dem eine Sprache mit palatalem Plosiv (Ungarisch) mit einer Sprache ohne ein solches Pho-nem (Deutsch) verglichen wurde. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Produktion velarer Plosive tatsächlich durch die Präsenz des palatalen Phonems beeinflusst wird, und zwar sowohl im Hinblick auf die kinematische Implementation als auch im Hinblick auf die artikulatorischen Zielpositionen. Im Bereich mikroprosodischer Wahrnehmungseffekte wurde das im vorherigen Jahr ent-wickelte transportable experimentelle Design weiterentwickelt, welches einen direkten Vergleich der Tonhöhen-Wahr neh mungs eigen schaf ten von Vokalen unterschiedlicher Sprachen ermöglicht und ebenso die Tonhöhen-Wahrnehmungsschwellen für musika-lische Töne und Vokale in verschiedenen Sprachen vergleicht. Die im Vorjahr von Ver-suchspersonen des brasilianischen Portugiesisch und chilenischen Spanisch aufgenom-menen perzeptiven Daten wurden ausgewertet und mit Daten deutscher Versuchspersonen kontrastiert. Dabei stellte sich heraus, dass die Hörer der romanischen Sprachen die mikro-prosodischen Effekte komplett anders beurteilen. Damit ist eine sprachspezifische Grup-pierung der Mikroprosodie notwendig, welche für romanische Sprachen neue theore-tische Modelle kreiert oder zumindest die starke Erweiterung bestehender Modelle einfordert. Weiterhin wurde von Daniel Pape ein Buch zum langjährigen Forschungsthema per-zeptive Kompressionsverfahren mit dem Titel: „eLearning Software professionell erstellen – Anleitung eines interaktiven Lernprogramms zur MP3-Audiokompression“ beim VDM-Verlag publiziert.

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P2 – Phonologie: Die Rolle der Perzeption in der Phonologie pr o je ktle ite r Prof. Dr. Bernd Pompino-Marschall

mitar b e ite r in PD Dr. Marzena Zygis

Das Projekt untersuchte die Bedeutung der perzeptuellen Information für die Erklärung phonologischer Prozesse und der Struktur von Phoneminventaren. Das Hauptaugenmerk wurde auf solche Aspekte gerichtet, die mithilfe artikulatorisch basierter Ansätze nicht vollständig erklärt werden können. Dazu gehören vor allem die Input-Output Mechanis-men bei Palatalisierungsprozessen einerseits und die Vermeidung von Kontrasten in den Phoneminventaren der Sprachen der Welt andererseits. In Padgett & Zygis (2007), Zygis (2006) folgend, wurde argumentiert, dass Prozesse, die aus dem artikulatorischen Gesichtspunkt – insbesondere im Hinblick auf die Tendenz zur Vermeidung artikulatorisch komplexer Strukturen – nicht erklärt werden können, ihre Motivation finden, sobald die perzeptuellen Aspekte in Betracht gezogen werden. So zum Beispiel wurde vorgeschlagen, dass der in vielen slawischen Sprachen belegte Pro-zess vom (palatalisierten) Palatoalveolar zum artikulatorisch komplexeren Retroflexen durch die Tendenz zur Optimierung des perzeptuellen Kontrastes erklärbar ist: Der Kon-trast zwischen dem ursprünglich palatoalveolaren Sibilanten und dem im Inventar prä-senten alveolo-palatalen Laut war nicht optimal (distinktiv genug), was diese Änderung hervorgerufen hat. Der neue Output, d. h. der retroflexe Laut, bildet einen besseren Kon-trast zu anderen im Inventar präsenten postalveolaren Lauten (z. B. zum alveolo-palatalen /ɕ /). In Sprachen, die in ihren Inventaren nur zwei Sibilanten aufweisen (meistens /s/ und /ʃ/) finden hingegen keine Änderungen der Sibilanten statt, weil der perzeptuelle Kon-trast bereits perzeptuell optimal ist. Die phonologische Analyse der Sibilanten wurde im Rahmen der Dispersionstheorie vorgeschlagen. Im Projekt wurde auch der Frage der Phonemrepräsentation im Hinblick auf die per-zeptuelle Information nachgegangen, die in der klassischen, artikulatorisch-orientierten Phonologie – mit Ausnahme des Merkmals [strident] – nicht ausführlich diskutiert wurde. Es wurde vorgeschlagen, dass Sibilanten mit Hilfe des perzeptuellen Merkmals [Sibilant

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Tonality] repräsentiert werden, das akustisch v.a. mit dem Merkmal [Center of gravity-Werte] korreliert: Je höher die Center of gravity Werte, desto höher ist die sibilantische Tonalität (vgl. Zygis 2007a). Die Rolle perzeptueller Information in der Phonologie wurde auch anhand von Vi-branten untersucht, siehe Zygis (2007b). Den Schwerpunkt der Studie bildeten Vibranten, die aus vielfältigen Perspektiven analysiert wurden, wie z. B. ihre Auftretensfrequenz in den Phoneminventaren der Sprachen der Welt, ihre Artikulation und Aerodynamik so-wie ihr Erwerb in L1 und L2. Es zeigte sich, dass trotz der komplexen Artikulation und Aerodynamik, r-Laute relativ häufig in den Sprachen der Welt auftreten. Diese Dichoto-mie wurde mit Hilfe der akustischen und perzeptuellen Analyse erklärt: r-Laute bestehen aus drei bis sechs akustischen Iterationen (wiederholenden Phasen), die zusammen den hörbaren Eindruck der Vibration hervorrufen. Dieser perzeptuelle Eindruck ist besonders distinktiv und trägt zur Klassifizierung der r-Laute als optimale Phoneme aus der Perspek-tive der perzeptuellen Diskriminabilität bei, was die Auftretenshäufigkeit der Vibranten trotz ihrer artikulatorischen und aerodynamischen Komplexität erklärt. In Cetnarowska & Zygis (2007) wurde die Interaktion von verschiedenen phonotak-tischen, morphologischen und semantischen Parametern im Hinblick auf die Silbifizie-rung morphologisch-komplexer Wörter im Polnischen untersucht. Die Ergebnisse der experimentellen Studie, an der 119 Informanten teilgenommen haben, weisen deutlich darauf hin, dass in Sprachen mit komplexer Silbenstruktur wie dem Polnischen, das So-noritätsprinzip die wichtigste Rolle spielt. Semantische Transparenz der morphologisch komplexen Wörter sowie die Auftretenshäufigkeit der untersuchten Präfixe spielten bei der Silbifizierung eine sekundäre Rolle.

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P3 – Morphologische Komplexität: Typologie und Diachronie

pr o je ktle ite r Prof. Dr. Frans Plank (Uni Konstanz) Prof. Dr. Manfred Krifka

mitar b e ite r Boštjan Dvorák Dr. Patrick Steinkrüger

Das Projekt befasst sich mit der Entstehung von Morphologie, insbesondere anhand spe-zifischer Situationen, die infolge intensiver Sprachkontakte entstehen, sowie mit deren Entwicklung. Die Kreol- und Mischsprachen, zwei Sprachtypen mit verhältnismäßig jun-ger Entstehungsgeschichte, die zudem relativ gut dokumentiert ist, bieten dafür einen besonders geeigneten Ausgangspunkt. Beide Typen sind das Ergebnis extrem ausgeprägter Sprachkontakte; während es sich bei der Entstehung von Kreolsprachen größtenteils um eine morphologische Neustrukturierung und grammatische Innovation des Materials der Gebersprachen handelt, stellen die selteneren Mischsprachen eine erstarrte Kombination zweier Grammatiksysteme dar. In seinem Projektteil widmete Steinkrüger sich weiterhin der Erforschung der Kreol-sprachen Asiens, ausgehend von den beiden Varietäten des spanischbasierten Chabacano auf den Philippinen, an dessen morphologischen Strukturen er zu neuen Erkenntnissen über die Entwicklung und den Einfluss des Spanischen in dieser bisher spärlich er-forschten Region Asiens gelangte; die Studien werfen außerdem neues Licht auf die Ent-wicklung aller romanischbasierter Kreolsprachen, die mit einigen seiner Vergleichsstu-dien im indo-pazifischen und atlantischen Raum ergänzt wurden, darunter auch mehrere französisch- (Mauritius) und portugiesisch- (Indien) basierte Kreolsprachen. Die große Menge neuer Daten, die vorwiegend auf eigenen Aufnahmen beruhen und andererseits historischen Quellen entnommen wurden, flossen in zahlreiche kreolistische Publikati-onen ein und werden, in intensiver Zusammenarbeit mit den wichtigsten Vertretern der Kreolforschung, für das neue Kreolatlas (MPI) aufgearbeitet. Darüberhinaus weitete Steinkrüger seine Studien in diesem Jahr auch auf andere historische Varietäten des Spa-nischen aus und widmete sich darunter vorrangig der Erforschung des Judenspanischen

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im östlichen Mittelmeerraum; dazu wurden von ihm selbst umfangreiche Aufnahmen in der Türkei und, unter seiner Leitung, auch in Bulgarien unternommen. Dvorák verfolgte seinerseits weiterhin die in den vorausgegangenen Studien aufge-griffene Spur der Entlehnungsmöglichkeiten der Sprachen anhand ihres morphologi- schen Systems; morphologisch komplexe Strukturen, insbesondere solche des Verbal-systems, wie sie sich in den algonkischen Sprachen präsentieren, blockieren größtenteils Entlehnungen aus anderen Sprachen, denen ein entsprechender grammatischer Aufbau fremd ist. Dabei handelt es sich insbesondere um die Kategorien der Aktivität, Belebtheit und der Transitivität, deren Fehlen in der jeweils anderen Sprache die funktionale Klassi-fizierung als Subjekt oder Objekt erschwert. Als ein weiteres Hindernis für einen „norma-len“ Verlauf der Sprachkontaktprozesse des Kreoltyps zeigt sich der polysynthetische Aufbau der Sprachen, in denen Nomina und Verben oft miteinander verknüpft werden. Die Mischsprache Michif umgeht diese Hürden, indem das Nominalsystem des Franzö-sischen vollständig in das Verbsystem des algonkischen Kri integriert wird. Der algon-kische Befund wird anhand der Kontaktsituation anderer polysynthetischer Sprachen wie der des Tschuktschischen verallgemeinert. Steinkrüger und Dvorák widmeten sich außerdem auch weiterhin gemeinsam syste-matischen Vergleichsstudien von Parallelen und Unterschieden zwischen Kreol- und Mischsprachen, deren Ergebnisse in mehrere Publikationen einfließen; als Vergleichsbasis bildet dabei das romanische Französisch den Ausgangspunkt, das ein Bestandteil sowohl des Michif als auch mehrerer Kreolsprachen ist.

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P5 – Spracherwerb: Acquisition and Disambiguation of Intersentential Pronominal Reference

pr o je ktle ite r in Dr. habil Dagmar Bittner

mitar b e ite r innen Dr. habil Natalia Gagarina Milena Kühnast Dr. Insa Gülzow (1. – 31. 3. 2007)

The two-year project focused on the role of animacy, grammatical role, and topicality/agentivity in the production and comprehension of zero, personal, and demonstrative pronouns in 2 to 6 year old monolingual German, Russian, and Bulgarian children. In 2007, we analysed and published the results of the experiments done in 2006 and con-ducted a following-up experiment concerning the role of word order, agentivity and topi-cality in the comprehension of the presented pronouns. In sum, we tested about 280 chil-dren and 20 adults for each language. The results of the last experiment are still under analysis. However, in general, we can summarize the following: All three types of pronouns are recognized even by the young-est children as elements referring to afore mentioned protagonists. This is in correspond-ence with studies using longi tudinal data which show that most types of pronouns occur in language pro duction at age 2;0 to 2;6 (Gundel et al. 2006; Bittner 2002). In production, language independent and language specific properties are observed already with the youngest children. Up to age 3;6, children of all three languages show a preference for subject drop irrespective of the conditions given in the antecedent sentence (+/- animate subject, +/- animate object). Language specific factors are reflected by the result that in German, the personal pronoun is the one most affected by this omission strategy, whereas in Russian it is the demonstrative pronoun. Bulgarian children do not show a respective prefer ence. However, due to the prominence of pro-drop in this language, the pref erence for zero subjects is preserved in the older children whereas in German and Russian, use of the personal pronoun becomes the most frequent. Grammatical role and animacy influ-ence the production of pronouns as follows: Up to age 3;6, children of all three languages

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prefer the zero pronoun if the antecedent sentence contains an animate referent. With German and Bulgarian children, this tendency is most pronounced with animate subjects. Respectively, demonstrative pronouns are produced most frequently in case of inanimate subjects. The 3 year old Russian children also produce more demonstrative pronouns than personal pronouns in the latter condition. These results provide evidence for a) ani-macy as the higher ranking salience cue in comparison to grammatical role at the initial stage, b) an immediately following prominence of the subject cue, and c) different ana-phoric proper ties of the 3 pronoun types. After age 4;0, the repetition scores within the three pronoun types become more and more similar, especially in the Bul garian data. In German and Russian, zero pronouns remain the preferred option in the canonical type of the antecedent sentences (animate subject + inanimate object). The use of the non-target zero pronoun in German – ac companied by the avoidance of the demonstrative in this context – provides strong evidence for the hypothesis that the less complex anaphors are mapped to the most salient antecedents. In comprehension, children use animacy as main resolution cue up to the age of 3;6 in all three languages. Russian and Bulgarian children prefer the animate and German chil-dren the inanimate referent. There are only mar ginal effects of the repeated pronoun type. After age 4, the picture changes. In Bulgarian, the subject referent is preferred when the zero pronoun was used in the repetition task. No such correlation occurs with the personal and demonstrative pronoun, children still prefer animate referents, irrespective of their grammatical role. In Russian, a complete shift towards grammatical role and sub-ject preference occurs, irrespective of the pronoun type used in the repetition task. Only repetition of the demonstrative pronoun slightly increases the choice of the object refer-ent. The German data show the strongest shift towards a correlation of the pronoun type used in the repetition task and referent choice. The non-target zero pronoun patterns with animate referents irrespective of grammatical role; the personal pronoun with sub-jects, and the demonstrative pronoun with objects, respectively. The different results for the three languages after age 4 reflect language specific constellations in the respective pronoun systems, which differ especially with respect to presence and functional specifi-cation of the zero and demonstrative pronoun. In general, the results allow for two hypotheses on early anaphora resolution: (i) up to the age of 3;6, children rely on extra-linguistic criteria (represented by animacy in this experiment), (ii) grammatical role is employed early for determination of saliency, i. e. the

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subject ‘attracts’ less complex anaphors. Furthermore, the results suggest early applica-tion of the reversed mapping between anaphoric complexity and salience of anteced-ents. A further experiment elicited narratives on the basis of two picture stories in a shared attention situation. The results can be summarized as follows: Children and adults pro-nominalize both subject and objects of the preceding sentence. However, while adults and 4 and 5 year-olds behave alike in pro nominalizing subjects and objects, younger children prefer to continue narra tion by subject pronominalization; for this purpose, Russian children employ personal and German children personal and demonstrative pronouns. Cross-language comparisons of the results on the production and comprehension of pronouns are published by Kühnast et al (2007) and Bittner & Kühnast (forthcoming). The results for each single language are published by Bittner on German, Gagarina on Russian, and Kühnast on Bulgarian in volume 48 of the ZAS Papers in Linguistics. The results on pronoun use in narratives are published in the same volume by Gülzow & Gagarina. This volume further comprises selected papers on intersentential pronominal reference in child and adult language originating from the International Conference held by the project in December 2006.

P6 – Parallelismus in der Grammatik: Reichweite, Status, Herkunft

pr o je ktle ite r Prof. Dr. Ewald Lang

mitar b e ite r in Dr. Philippa Cook

Mehrere voneinander unabhängige, aber im Effekt konvergierende Umstände wie reduzi-erte Projektförderung durch die DFG, Auslaufen des von E. Lang geleiteten und mit P6 in enger Abstimmung kooperierenden Projekts B1 „Kontrast und Korrektur im Interaktions-bereich von Lexikon, Syntax, Informationsstruktur und Prosodie“ der Forschergruppe 349 (Leipzig) und Mutterschaftsurlaub der Mitarbeiterin haben dazu geführt, dass das Projekt im Laufe des Jahres 2007 am ZAS abgeschlossen wurde.

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Die Thematik Parallelismus soll im Rahmen des Interdisziplinären Zentrums „Sprachliche Bedeutung“ der Humboldt-Universität zu Berlin in zwei Promotionsprojek-ten Parallelismus-Effekte beim Text-Verstehen und Kontrast(un-)fähigkeit als lexikalische Eigenschaft weitergeführt werden.

P7 – Expression of Focus in Southern Bantu Languages

pr o je ktle iterin Dr. Laura J. Downing

mitar b e ite r/innen Dr. Sabine Zerbian (bis 31. 1. 2007) Dr. Cédric Patin (ab 1. 2. 2007)

The project’s activities in its final year concentrated on writing up its findings on the prosody of focus for presentation and publication. The main finding for all the languages investigated continued to be that prosodic phrasing and syntactic position, rather than prosodic prominence, are the main cues to focus in these languages. Laura Downing’s work investigates the prosody of focus in Chichewa and Chitum-buka (spoken in Malawi) and in Durban Zulu (spoken in South Africa). The work on Durban Zulu is carried out in cooperation with Lisa Cheng at the University of Leiden. The main finding of this work (Cheng & Downing 2007a, b) is that focused elements occur at the right edge of CP in Zulu, either in a cleft or in immediately after the verb (IAV) position. The IAV position for focused elements, however, is arguably not a syntactic Focus projection. Rather, non-focused XPs are right or left dislocated to positions outside VP/CP, for prosodic reasons, leaving focused elements in situ in IAV position. Further, the prosodic phrasing of dislocated elements provides evidence for three preverbal topic positions in Zulu; right dislocated elements are not topics. The work on Chichewa, Chitumbuka and Zulu (Downing 2008; Downing et al. 2007) illustrates three important mismatches between stress and focus, and so provide strong arguments against the widely cited Prominence-Focus Hypothesis. First, sentence stress – realized as extra penult lengthening – remains fixed on the final word of an utterance; it

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is not attracted to focus. Phrasal stress is also fixed on the last word of the phrase, not necessarily the word in narrow focus. Finally, in Chitumbuka, the productive focus parti-cle, -so (‘also’) attracts phrasal stress to its verbal host, not to its focused argument. Sabine Zerbian left the project at the end of January 2007 to take up a position as lec-turer at the University of the Witwatersrand, Johannesburg. Her position was filled by Cédric Patin, a doctoral student at the University of Paris III. Cédric Patin successfully defended his PhD thesis, which analyzes the Phonology-Syntax interface in the Bantu lan-guage Shingazidja (Comoros), in December 2007. A large part of his dissertation (Patin 2007a) discusses the prosodic expression of focus in this language. His research on the relation between focus and phrasing in Shingazidja shows that in situ focus is possible in this language, and is signaled by phonological phrasing (Patin 2008). Phrasing is not the only strategy the language uses, however, to express focus. Another important finding of Patin’s work (Patin 2007b ; Patin 2007c) is to show that the preservation of contrasts plays an important role in choosing the optimal strategy for expressing focus in a particular morpho-phonological context. Finally, we have continued group projects begun with the inception of the project in 2003. We completed the database on focus in African languages, and are preparing it for ‚publication’ in the Typological Database System (http://languagelink.let.uu.nl/tds/). The Phonology-Syntax reading group, which includes colleagues from other projects at the ZAS (Ingo Feldhausen), University of Potsdam (Shin Ishihara and Samantha Hellmuth) and the FU (Nicole Dehé), continues to meet regularly and is planning a workshop for June 2008. Laura Downing and Cédric Patin participated in the first meeting of the new Romance-Chinese-Bantu DP network, held at SOAS in December 2007. Selected papers from the TIE2 conference we co-organized in September 2006 are in press as a special issue of Lingua, co-edited by Sabine Zerbian, Laura Downing and Frank Kügler.

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P8 – Satzstruktur und Adjunkte in austronesischen Sprachen

pr o je ktle iter Dr. habil. Hans-Martin Gärtner Prof. Dr. Joachim Sabel (Univ. Louvain)

mitar b e ite r Dr. Paul Law

Gegenstand dieses auf insgesamt fünf Jahre geplanten Projekts ist die Er mittlung der adä-quaten Satzstruktur austronesischer Sprachen unter besonde rer Berücksichtigung von Adjunkten und vor dem Hintergrund rivalisieren der theoretischer Ansätze. Ein zusätz-liches Ziel ist es, eine Erweiterung der empirischen Datenbasis im Rahmen von Feld-forschungen und Informanten befragungen vorzunehmen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Basisposi tionen von Adjunkten sowie auf Argument-/Adjunktextraktionsasym-metrien. Untersuchte Sprachen sind Madagassisch, Tagalog und Tsou. Im Jahr 2007 untersuchte Law die unpersönliche Konstruktion des Tagalog und prä-sentierte die Ergebnisse auf der AFLA Konferenz in Montreal. Nach seiner Analyse han-delt es sich bei der Konstituente, die dem invarianten Prädikat may/mayroon (‚es gibt‘) folgt, um eine Nominalphrase mit leerem Kopf und modifizierendem Relativsatz. Daraus lässt sich eine Reihe der Fakten ableiten, wie z. B. die NP Distribution, Selektionsbeschrän-kungen, Argumentmarkierungsmuster, Wortstellung, Pluralisierung, Interpretation und Mehrfachauftreten von Adverbialen, sowie Extraktion. Law beschäftigte sich zudem mit kopfinternen Relativsätzen des Tagalog, in denen das Zielargument relativisiert wurde. Er argumentierte gegen Aldridges Restkategorienbewe-gungsanalyse, da diese u. a. lange Extraktion, Voranstellung von Satzkonstituenten und Opazitätseffekte nicht erklären kann. Als Alternative schlägt er einen Ansatz mit leerem in-situ Operator vor. Eine wichtige Arbeit von Law zu Spaltsätzen im Madagassischen erschien in Natural Language and Linguistic Theory. Für dieselbe Zeitschrift erstellte Gärtner einen eingela-denen Kommentarartikel zur no-Konstruktion des Madagassischen. Im September veranstaltete das Projekt im Rahmen der Berliner Asien-Pazifik- Wochen ein internationales Arbeitstreffen mit dem Thema „Beyond ‚Focus‘ and Ergativity: Toward

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a More Comprehensive View of Austronesian Morphosyntax.“ Koorganisatoren waren Prof. Walter Bisang (Mainz), Prof. Nikolaus Himmelmann (Münster) und Prof. Ekkehard König (FU Berlin). Prof. Malcolm Ross (Australian National University, Canberra) hielt einen eingeladenen Vortrag zur Geschichte und Verbreitung der austronesischen Sprachen im pazifischen Raum. Im Berichtszeitraum führte Joachim Sabel Feldforschung auf Madagaskar zum Mada-gassischen durch. Die Ergebnisse zu Adverbial- und Argumentabfolgen werden auf der AFLA-Tagung 2008 in Sydney vorgestellt und fließen in den Abschlussbericht ein.

P9 – Positions- und Interpretationsoptionen für den Variationsbereich Satztopikalität

pr o je ktle ite r in Prof. Dr. Claudia Maienborn (Uni Tübingen)

mitar b e ite r / innen Dr. Philippa Cook Dr. Werner Frey

P. Cook beschäftigte sich mit dem Zusammenhang zwischen Argumentstruktur und Topikalität. In einer Studie zeigte sie anhand einer Reihe von Phänomenen, dass die Ob-jekte von psychischen Verben (stören, beeindrucken), lokative Argumente von Stativen (hängen, liegen) sowie Objekte von Unakkusativa (passieren, unterlaufen) im Allgemeinen besonders gute Kandidaten für das (aboutness) Topik einer Aussage darstellen. Es wurde ferner gezeigt, dass die Subjekte solcher Prädikate weniger topikfähig sind, als dies Sub-jekte in der Regel sind. In einer anderen Arbeit wurde die Rolle von Kontrast bei Fällen von partieller Topikalisierung im Deutschen, bei denen sich ein Subjekt im Vorfeld befin-det, untersucht. Es wurde argumentiert, dass diese Konstruktion eine Topik-Kommentar-Struktur aufweist, wobei immer eine Aussage darüber gemacht wird, in welchem Maß der Kommentar für das Topik zutreffend ist. In der formalen Analyse wurde auf die besondere Rolle des quantifizierenden Adverbs hingewiesen.

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W. Frey hat die Untersuchungen zur Informationsstruktur von A-Bewegung im Deut-schen weitergeführt. Dabei wurde die Charakterisierung des interpretativen Effekts ver-feinert. Nach Frey geht A-Bewegung mit einer konventionellen Implikatur einher, die eine emphatische Interpretation der bewegten Phrase ausdrückt. Die emphatische Inter-pretation eines Ausdrucks α in einem Satz S beinhaltet zum einen die Evozierung einer Menge salienter Alternativen zum Denotat von α, zum anderen drückt der Sprecher dabei aus, dass er für eine im Kontext lizenzierte Anordnung annimmt, dass S[α] höher angeord-net ist als dies S bei Ersetzung von α durch einen alternativen Term wäre. Beispiele für derartige, im jeweiligen Kontext lizenzierte Rangordnungen sind Erwartbarkeit, Wichtig-keit, Wahrscheinlichkeit oder Außergewöhnlichkeit der von S ausgedrückten Proposi-tion. W. Frey hat einen Vergleich der deutschen Linksversetzung (LV) mit einem d-Prono-men und der italienischen LV mit einem Klitik durchgeführt. Die beiden Konstruktionen gelten in der Literatur als vollständig äquivalent hinsichtlich ihrer informationsstruktu-rellen Eigenschaften und als weitgehend äquivalent hinsichtlich ihrer Syntax. Frey argu-mentiert, dass beide Annahmen modifiziert werden müssen. Zwar hat bei beiden Kons-truktionen die vorangestellte Phrase in einem erweiterten Sinn anaphorisch zu sein, aber nur bei der LV des Deutschen wird diese Phrase notwendigerweise zu einem Topik ‚hoch-gestuft’. Ferner kann die vorangestellte Phrase der deutschen LV der Antwortterm bezüg-lich einer W-Frage sein, entsprechendes gilt nicht für die italienische LV. Ein weiterer in-formationsstruktureller Unterschied ist, dass die italienische LV kontrastiv interpretiert wird, die deutsche aber nicht notwendigerweise. Frey bringt diese Verschiedenheiten in einen Zusammenhang mit den unterschiedlichen syntaktischen Strukturen der Kons-truktionen. Eine zentrale Differenz ist, dass die vorangestellte Phrase der italienischen LV ihre Oberflächenposition durch A-Bewegung erreicht, während die vorangestellte Phrase der deutschen LV dort basisgeneriert wird. Das Projekt hat gemeinsam mit Prof. Dr. Ewald Lang (ZAS, HU) und Dr. Sophie Repp (HU) einen Workshop zum Thema „Contrast – towards a closer definition“ veranstaltet.

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P10 – Nichtkanonische Verwendungen von Verb-Zweit und Verb-Letzt Sätzen

pr o je ktle ite r Dr. habil. Hans-Martin Gärtner

mitar b e ite r / innen PD Dr. habil. André Meinunger Dr. Kerstin Schwabe

Das Projekt versucht, die Distribution von unselbständigen Verb-Zweit-(V2) und selbstän-digen Verb-Letzt-(VL)Sätzen des Deutschen unter besonderer Berücksichtigung der Deklarativsätze zu erklären. Es wird davon ausgegan gen, dass selbständige V2-Deklara-tiva kanonischerweise als Assertionen verwendet werden, VL-Deklarative hingegen kein eigenes illokutives Potential indizieren. Unselbständige V2-Deklarativa treten in solchen Kontexten auf, in denen ihnen assertives illokutives Potential entweder direkt oder in einem zu klärenden Sinne indirekt bzw. „vermittelt“ (vgl. Reis 1997) zu kommen kann. Selbständige VL-Deklarativa sind dahingegen gerade auf nicht-assertive Verwendungen, z. B. direktiv, oder exklamativ spezialisiert. In Schwabe (2006a, 2007a, b, 2008) wird gezeigt, dass das illokutive Potential von VL-Sätzen anders als das bei V2-Sätzen syntaktisch hochgradig unterbestimmt ist. Ein dass-Satz wie Dass ihr (bloß/doch) an die Ostsee fahrt! kann als Direktiv oder Exklamativ, ein wh-VL-Satz wie Wer da (wieder/wohl/schon) kommt!/? als Exklamativ, Rogativ oder Ignora-tiv und ein ob-Satz wie Ob Frank (wohl) kommt?/. als Rogativ oder Ignorativ interpretiert werden. Sie argumentiert dafür, dass es sich bei selbständigen VL-Sätzen um abhängige, ellip-tische, Strukturen handelt, die Argumente eines syntaktisch leeren Matrixprädikats sind. Das leere Matrixprädikat wird als Operator interpretiert, der den elliptischen dass-, ob- oder wh-Satz jeweils auf eine Menge von Propositionen abbildet. Letztere sind Paraphra-sen unterschiedlicher kommunikativer Funktionen. Sieht man von den Diskursmarkern bloß und doch in Dass ihr (bloß/doch) an die Ostsee fahrt! ab, kann diese Menge beispielsweise aus den Paraphrasen ‚der Sprecher ist erstaunt darüber, dass die Adressaten an die Ostsee fahren‘ und ‚der Sprecher will, dass die Adressaten an die Ostsee fahren‘ bestehen. Gezeigt wird, dass bei den Paraphrasen nur bestimmte Matrixprädikate in Frage kommen, näm-

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lich die, die nicht Assertionen beziehungsweise interaktionelle Fragen beschreiben. Die semantischen Eigenschaften dieser Prädikate werden in Form von Merkmalen kodiert, die als Axiome so formuliert sind, dass sie die Bedeutung des jeweiligen Prädikats soweit approximieren, wie es semantisch nötig ist. Die jeweilige Auswahl einer Paraphrase kann durch grammatische Mittel wie Diskurspartikel, freien Dativ und Intonation beeinflusst werden. Im Jahr 2007 hat Meinunger im Rahmen des Projektes weiter an der Parallele: Verb-zweit (V2) im Deutschen (oder im Germanischen allgemein) einerseits und Indikativ- bzw. Subjunktivlizensierung im Romanischen andererseits gearbeitet. Wiederum stan-den die volitionalen, optionalen oder direktiven Prädikate im Mittelpunkt. Diese erlauben zwar unter bestimmten Punkten eingebettetes V2, verhalten sich aber ganz anders als die kanonischen Einbetter. So ist ganz oft Konjunktivmorphologie am eingebetteten Verb ob-ligatorisch. Weiterhin abermals von Interesse war das Prädikat ‚hoffen‘ in verschiedenen Spra-chen: obwohl es sich um ein auf den ersten Blick sogenanntes volitionales Verb handelt, verhält es sich syntaktisch wie ein gewöhnlicher V2-Einbetter (oder eben als Indikativ-lizensierer): Peter hofft, seine Kinder sind dieses Jahr nicht sitzengeblieben. Der Grund dafür wird in den Präsuppositionseigenschaften des Prädikates vermutet. Vermutlich handelt es sich bei echten Volitionalia oder Direktiva um „Anti-Faktiva“: Volitionale Prädikate präsupponieren (zumindest in einem „schwachen Sinne“ die (Noch-)Nichtgültigkeit der Aussage, die im untergeordneten Satz steckt (zuweilen „Zukunftorientiertheit“ genannt). Das gilt für hoffen-Prädikate nicht. Diese lassen keine Implikaturen zu. Insofern zeichnet sich in einem gewissen Sinne die Bestätigung der Anfangs-(Hypo)-These ab, dass V2 etwas mit Neuinformation im weitesten Sinne, also der Diskursan-reicherung durch den jeweiligen Satz, zu tun hat – egal ob der Sprecher eine Assertion für die aktuelle Welt machen will, lediglich ein Angebot, das unter bestimmten Bedingungen gelten kann oder soll, unterbreiten möchte oder eine Wunschwelt kreiert. Gärtner formulierte eine dialogische Beschränkung für Quantoren, die als Antezen-dentia von relativischen V2-Sätzen auftreten können. Demzufolge handelt es sich um „Low Risk Quantifiers,“ womit Quantoren gemeint sind, für die ein „Opponent“ in einem Falsifikationsspiel keine Strategie besitzt, die der des „Proponenten“ überlegen ist. Weiterhin beschäftigte er sich mit dem (für die Konzeption einbettbarer Sprechakte relevanten) Problem der Kontextverschiebung am Beispiel der Verschiebung indexika-

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lischer Ausdrücke in der athapaskischen Sprache Slave. Vorgeschlagen wird eine an Jacobson‘s variablenfreie Semantik angelehnte Analyse, die „proto-indexikalische“ Aus-drücke an Satzgrenzen zu echten Indexikalia umwandeln kann.

P11 – Syntax und Semantik von Fragen und Antworten

pr o je ktle ite r Prof. Dr. Manfred Krifka Prof. Dr. Regine Eckardt (U Göttingen)

mitar b e ite r / innen Andreas Haida (bis 30. 11. 2007) Dr. Kerstin Schwabe

Das Projekt widmete sich auch in seinem letzten Jahr dem zweiten universal in den Spra-chen der Welt belegten Satztyp, der Frage. Es hatte zum Ziel, die Kenntnisse über typolo-gische Universalien der Fragesyntax und über das semantisch-pragmatische Spektrum von Fragen systematisch zu erweitern. Dies sollte auf der Grundlage formaler Syntax- und Semantiktheorien geschehen und damit den doppelten Ertrag von sowohl besseren Be-schreibungen von Einzelsprachen wie auch einer Verbesserung und Erweiterung des the-oretischen Instrumentariums in Aussicht stellen. Die engen Beziehungen zwischen Fokussierung und Fragen stellten einen zentralen Schwerpunkt der Projektarbeit dar. Haida entwickelte eine Theorie der Fokussierung von Wh-Konstituenten. Seine Arbeit fußt auf der typologisch belegten Einsicht, dass sich die Syntax der Fokusmarkierung universal mit der Syntax der Fragekonstituenten deckt. Davon ausgehend, dass die Fokussiertheit von Fragekonstituenten im Zusammenhang mit einem in einer Vielzahl von Sprachen zu beobachteten Phänomen steht, dass nämlich Fragewörter morphologisch mit Indefinita verwandt sind, entwirft er eine dynamische Typenlogik, die es erlaubt, Fragewörter als generalisierte dynamische Existenzquantoren zu analysieren. Er zeigt in diesem Zusammenhang, dass die in Szabolcsi (1994) vorge-schlagene exhaustiv-prä suppositionale Fokusinterpretation genau die beobachtbaren in-terpretativen Effekte nach sich zieht, und dass sich Interventionseffekte in Konstituen-

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tenfragen (Beck 1996, 2006) aus dem Zusammenwirken der dynamischen Fragesemantik mit der vorgeschlagenen Fokusinterpretation ergeben. Eckardt hingegen argumentiert für zwei unabhängige Ebenen der Alternativen-bildung, die einerseits durch die normale Semantik von Fragekonstituenten, andererseits durch die Fokussemantik von fokussierten Konstituenten ausgelöst werden. Die orthogo-nale Architektur erlaubt es, Fokussierung in Fragen als ein systematisch analysierbares Phänomen zu erfassen, das Interferenzen zwischen Frage und Fokus gerade ausschließt. Krifka behandelt unterschiedliche Fokustypen, insbesondere die Unterschiede zwi-schen Informationsfokus (als Antwort auf Fragen) und Kontrast- und Parallelfokus, sowie den Begriff der Delimitation, welcher eine partielle Antwort einer kontextuell gegebenen Frage anzeigt. Er argumentiert für die Unterscheidung von Fokus und Fokusphrase und demonstriert die Unzulänglichkeiten des Modells der Alternativensemantik (Hamblin, Rooth) für Fragebedeutungen und damit zusammenhängend Fokus-Hintergrund-Struk-turen bei Antworten. Von Schwabe wird ein umfassendes Modell einer semantisch gesteuerten Typologie der Frageeinbettung entwickelt. Sie geht von der Annahme aus, dass die Einbettungsmög-lichkeiten mit unterschiedlichen Implikationsmustern korrelieren, die von den einzel-nen Einbettern gestützt werden. Des weiteren entwickelt sie einen Vorschlag zur syntak-tischen, semantischen und pragmatischen Analyse von interrogativen Solitären. Danach sind Solitäre hinsichtlich ihres illokutiven Potentials semantisch unterbestimmt, es lassen sich aber bestimmte semantische Eigenschaften von potentiellen, prag matisch gege-benen, Einbettern rekonstruieren – zu deklarativen Solitären vgl. P10. Einen weiteren Fall von pragmatisch bestimmter Einbettungsstruktur lokalisiert Eckardt. Die Einbettbarkeit von polaren Fragen unter Prädikate des Wissens („extensio-nale Einbettungen“) im Englischen ist für whether und if unterschiedlich. Anders als frühere Arbeiten schlägt Eckardt vor, dass diese Unterschiede von der Pragmatik der bei-den Fragekomplementierer herleitbar sind. Von Haida wird die Semantik von W-Skopusmarkierungsfragen untersucht. Er schlägt eine semantische Analyse vor, derzufolge der eingebettete Satz bei derartigen Fragen ein echter Fragesatz ist, der als Komplementsatz des Matrixverbs selegiert wird. Krifka schließlich präsentiert eine aktuelle Übersicht aller wichtigen Theorien der Frage semantik, die als ein praktisches Produkt der Projektarbeit angesiedelt werden kann.

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Ein wichtiger Beitrag zur Typologie der Frage im Projekt besteht besteht in dem univer-salen Anspruch von Analysevorschlägen, die verschiedene Varianten einer grundsätzlich ähnlichen Fragesyntax in einem einheitlichen formalen Rahmen zu erfassen versuchen.

P13a – Bidirektionale Optimalitätstheorie

pr o je ktle ite r Prof. Dr. Gerhard Jäger (U Bielefeld) Prof. Dr. Manfred Krifka

mitar b e ite r / innen Dr. Anton Benz Dr. Yukiko Morimoto

Die Forschungsarbeiten der früherern Jahre zur Bidirektionalen Optimalitätstheorie (BiOT) wurden weiter fortgesetzt. So wurden Arbeiten zur Integration von BiOT und Dyna-mischer Semantik zum Abschluss gebracht. Dazu mussten die in Jäger (2002) ebenfalls am ZAS entwickelten Modelle verallgemeinert werden, um die epistemische Asymmetrie zwischen Sprecher und Hörer berücksichtigen zu können. Da in den dynamischen Model-len implizit angenommen wird, dass der Sprecher, aber nicht der Hörer, den aktuellen Weltzustand kennt, können oftmals OT-Be schränkungen, die für die Produktion relevant sind, vom Hörer nicht überprüft werden. Es konnte jedoch am Beispiel von pronominaler anaphorischer Referenz gezeigt werden, dass die Überprüfbarkeit eine wesentliche Vorr-aussetzung für die Anwendbarkeit der Jäger’schen OT-Modelle ist. Die Resultate wurden auf einer Konferenz zur BiOT am ZAS vorgestellt und werden in dem daraus entstehenden Sammelband veröffentlicht. Desweiteren wurden auch unter optimalitätstheoretischem Gesichtspunkt die prag-matischen Lizensierungsbedingungen der Extraposition nach rechts im Türkischen un-tersucht. Es besteht Einigkeit, dass die Extraposition mit der Informationsstruktur des Satzes (Topik, Fokus) interagiert. Entgegen der landläufigen Vorstellung, dass genau „gegebenes“ oder dem informationsstrukturellen Hintergrund angehöriges Material extra-poniert werden kann, haben wir zahlreiche Belege dafür gefunden, dass Extraposition

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indirekt durch Beschränkungen über mögliche Lineari sierungen des präverbalen Materi-als ermöglicht oder verhindert wird. Es wurde ein Fragebogen-basiertes Pilotexperiment durchgeführt und auf dieser Grundlage ein Experiment für das folgende Forschungsjahr entworfen. Schließlich wurde eine Theorie zur Pragmatik exhaustiver Interpretation in Frage-Antwort-Kontexten im Rahmen der Theorie der generalisierten Quantoren formalisiert, die ebenfalls im Kern auf einer Rangfolge pragmatischer Anforderungen an die Antwort-interpretation beruht. Die Arbeiten zur Spieltheoretischen Pragmatik wurden mit Unter suchungen zu Relevanz skalen und verschiedenen konversationellen Implikaturen fortgesetzt. Zu den untersuchten Implikaturen gehören Implikaturen von eingebetteten Fragen, die von kontextuell gegebenen multiplen Sprecher zielen abhängen, Implikaturen von anschei-nend irrelevanten Äußerungen sowie klausale Implikaturen. Die Modellierung stützte sich dabei auf das Modell optimaler Antworten, das in (Benz 2006) und (Benz & van Rooij 2007) entwickelt wurde. Die neuen Anwendungen führten zu einer Reihe von Erweite-rungen des Modells. Zum einen konnte bei der Untersuchung eingebetteter Implikaturen gezeigt werden, dass bei vielen Beispielen eine defaultmäßig angenommene probabilis-tische Unabhängigkeit von Propositionen wesentlich ist um diese diskurs abhängigen Im-plikaturen entstehen zu lassen. Bei der Modellierung scheinbar irrelevanter Äußerungen wurde ein neues Prinzip der optimalen Vervollständigung eingeführt. Erste Ergebnisse hierzu konnten auf mehreren Konferenzen vorgestellt werden und wurden in (Benz 2008) zur Veröffentlichung zusammengefasst. Im Zusammenhang mit klausalen Implikaturen (Ich glaube, dass einige der Freunde gekommen sind +> Sprecher ist sich nicht sicher) rückten vor allem Normalitätsannahmen über die Äußerungssituationen ins Blickfeld. Auch hierzu konnten einige Überlegungen auf Tagungen vorgestellt werden.

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P13b – Implikative Skalen und genetische Lernalgorithmen in OT-Grammatiken

pr o je ktle ite r Prof. Dr. Gerhard Jäger (U Bielefeld) Prof. Dr. Manfred Krifka

mitar b e ite r Dr. habil Anatoli Strigin

The project was brought to a successful, if somewhat incomplete, end. Using the produc-tion model oriented towards cooperative learning behaviour, which was developed in the project, a number of experiments with the genetic algorithms learning small OT-Gram-mars were run. The modified model allowed to vary the response behaviour of the langu-age proficient side (the adult) to the production behaviour of the language learner. The learning behaviour of some genetic algorithms was adequate, though it did not reach the precision possible under the supervised learning model. An improvement could probably be achieved with the use of a more complex fitness function than the very simple one used in the implementation. The results of these experiments were used to develop a pre-liminary version of a theory which could explain implicative scale formation over time in the paradigm of the German strong verbs. The proposed model would however require a much more complex implementation than the one used in the experiments.

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P15 – Satzeinbettende Prädikate

pr o je ktle iter PD Dr. Barbara Stiebels Prof. Dr. Manfred Krifka

mitar b e ite r Ingo Feldhausen (bis 31. 10. 2007) Edmund Pohl

Das Projekt befasste sich mit der Klassenbildung bei satzeinbettenden Prädikaten auf der Basis struktureller Kriterien wie dem Satz einbet tungs verhalten. In 2007 wurden die Unter suchungen zum Infinitiv-Subjunktiv-Wettbewerb im Spanischen, zur Einbettung von finiten vs. infiniten Fragen im Englischen und zum Einbettungsverhalten von satzeinbettenden Prädikaten im Deutschen fortgesetzt, wobei die Erfassung von weiteren Korpusbelegen für die Verwendung der Prädikate, deren Annotierung in der Datenbank und Auswertung im Zentrum stand. Die Evaluation und Modifikation der im Projekt ent-worfenen Datenbankstruktur und der verwendeten Kodierung war dabei das begleitende methodische Anliegen. Barbara Stiebels hat sich ausführlicher mit der Klasse der inhärenten Kontrollprädi-kate im Deutschen beschäftigt. Hierbei handelt es sich um Prädikate, die invariant von der konkret gewählten Subordinationsstruktur (Infinitivkomplement, finites Satzkom-plement, nominalisiertes Satzkomplement) eine Kontrolllesart erfordern: Ein Argument des abhängigen Satzes (in der Regel das Subjekt) muss mit einem Argument des Matrix-prädikats identifiziert werden. Die Klasse der inhärenten Kontrollprädikate ist zwar sprachübergreifend relativ konsistent, aber der Fokus auf dem Deutschen sollte das z. T. recht subtile Verhalten einzelner Prädikate besser beleuchten helfen. Eine systematische Oberklasse der inhärenten Kontrollprädikate bilden die ‘ereigniskohärenten’ Prädikate, die verlangen, dass die vom eingebetteten Verb denotierte Situation temporal und räum-lich mit der vom Matrixverb denotierten Situation mindestens partiell überlappt. Die ob-ligatorische Kontrolllesart ergibt sich unmittelbar aus der Ereigniskohärenz, da ein kom-plexes Ereignis nur dann als kohärentes Ereignis identifiziert werden kann, wenn die Teilereignisse keine komplementären Partizipanten aufweisen. Zu den ereigniskohä-

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renten Verben gehören Phasenverben, implikative Prädikate, intentionale Prädikate wie versuchen, probieren etc., modale Prädikate wie freistehen, obliegen etc. und schließlich Prädi-kate wie sich abmühen, abrackern etc. Innerhalb der inhärenten Kontrollprädikate, die nicht ereigniskohärent sind, bilden die direktiven/manipulativen Prädikate wie (autori-sieren, animieren, bitten, instruieren, ermutigen etc.) und die aktivitäts- bzw. einstellungs-zuschreibenden Prädikate wie (verdächtigen, vorhalten, vorwerfen, nachsagen, bescheinigen etc.) die beiden größten Teilklassen. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die inhä-renten Kontrollprädikate syntaktisch inhomogen sind, also nur semantisch abgrenzbar sind. Des weiteren hat sich gezeigt, dass finite Satzkomplemente nicht selten auftreten, wenn ein Nicht-Subjekt im abhängigen Satz kontrolliert werden soll – eine Option, die beim Infinitivkomplement nicht gegeben ist. Edmund Pohl hat aus der großen Zahl von satzeinbettenden Prädikaten des Eng-lischen, die er in 2006 ermittelt hat, ca. 270 für die Frageeinbettung relevante Prädikate identifiziert, wobei er 150 sehr intensiv untersucht und mit ca. 100 Prädikaten, die finite Satzkomplemente oder Infinitiv komplemente einbetten und ebenfalls gründlich unter-sucht wurden, kontrastiert hat. Bestätigt hat sich die Vermutung, dass es keine Prädikate gibt, die nur infinite Fragekomplemente, aber keine finiten Fragekomplemente selegie-ren. Von den 15 logisch möglichen Klassen der frageeinbettenden Prädikate (Einbettung von finiten/infiniten Polaritätsfragen, finiten/infiniten Konstituentenfragen) sind 7 nach-weisbar, wobei die größte Klasse diejenige ist, die alle vier Fragetypen einbetten kann. Die Distribution der Frageinfinitive ist dabei unabhängig von der Realisierung des Fragesatz-arguments (strukturelle Realisierung vs. Realisierung mit einbettender Präposition). Generell können nur robuste und wirklich kanonische Frageeinbetter Frageinfinitive einbetten. Ingo Feldhausen hat von den in 2006 für das Spanische identifizierten satzeinbetten-den Prädikate diejenigen genauer untersucht, die sowohl Subjunktiv- als auch Infinitiv-komplemente einbetten, und sich genauer dem in der Literatur beobachteten ‘Obvia-tionseffekt’ (koreferente Lesart von Matrixsubjekt und eingebettetem Subjekt beim Infinitiv, disjunkte Lesart beim Subjunktiv) gewidmet. Feldhausen weist nach, dass sich der Obviationseffekt auf strukturelle Kontrollprädikate beschränkt, also solchen Prädi-katen, die nur bei Infinitivkomplementen Kontrolle zeigen. Des weiteren ist der Obviati-onseffekt ein Blockierungseffekt gegenüber der im Infinitiv auftretenden Kontrolllesart, kein genereller Blockierungseffekt in Abgrenzung zu koreferenten Interpretationen von Matrixsubjekt und eingebettetem Subjekt, wie dies oft in der Literatur dargestellt wird.

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CHLaSC – Characterizing Human Language by Structural Complexity

pr o je ktle iter PD Dr. Uli Sauerland Prof. Dr. Manfred Krifka

mitar b e ite r/innen Mathias Schenner Rainer Ludwig Fabienne Salfner

Das ZAS ist Koordinator eines von der Europäischen Kommission finanzierten For-schungsprojektes im 6. Rahmenprogramm in der NEST Pathfinder Initiative „What it means to be human“ mit Partnern an der Universität Potsdam, an der Universität Man- chester (Großbritannien), an der Rijksuniversiteit Groningen (Niederlande) und an der Universität St. Andrews (Großbritannien). Das Projekt geht hauptsächlich der Frage nach, inwieweit die Fähigkeit des Menschen, komplex zu denken, als eine Ursache dafür gesehen werden kann, dass er alle anderen Spezies dominiert. Und insbesondere, ob die Rekursivität der Sprache das Denken des Menschen rekursiv strukturiert oder ob es genau anders herum ist, nämlich dass die Kom-plexität des Denkens dafür verantwortlich ist, dass Sprache rekursiv ist. Es werden einer-seits Experimente durchgeführt, um die Fähigkeiten zur sogenannten „Theory of Mind“ von verschiedenen Probandengruppen zu bestimmen. Andererseits wird untersucht, in-wieweit die verschiedenen Testgruppen fähig sind, künstliche Grammatiken zu erlernen. Die Ergebnisse aus beiden Untersuchungen sollen dann zusammengeführt werden. Die einzelnen Probandengruppen sind erstens normal entwickelte Kinder verschiedenen Alters, bei denen ermittelt werden kann, wie obengenannte Fähigkeiten in den einzelnen Stufen des Spracherwerbs ausgeprägt sind. Zweitens werden nicht-hörende Kinder von hörenden bzw. nicht-hörenden Eltern getestet. Da bei ersteren die Feststellung der Beein-trächtigung häufig erst sehr spät stattfindet und die Kinder dadurch verzögert mit Spra-che in Kontakt kommen, ist es interessant zu sehen, ob sie unbeeinflusst von Sprache trotzdem rekursive Strukturen in ihrer Kognition aufweisen. Drittens werden Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerungen untersucht, denn auch bei ihnen sagen die Ergeb-

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nisse sehr viel darüber aus, inwieweit komplexes Denken mit komplexen Sprachstruk-turen korreliert. Zudem können die Ergebnisse dieses Projekts in die Therapie dieser Kin-der mit einbezogen werden. Die vierte Gruppe sind Indianer vom Pirahã-Stamm im Amazonasgebiet, die weitestgehend isoliert leben und deren Sprache nach den Beobach-tungen von Dan Everett (einem der Projektpartner, der lange bei ihnen lebte) keine Rekur-sivität aufweisen soll. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt, 2007 war das zweite Jahr. Den Wissenschaftlern der Gruppe am ZAS kommt im Gesamtprojekt die Aufgabe der Modellierung der semantischen Mechanismen in Relation zu den anderen kognitiven Do-mänen zu. Mathias Schenner arbeitet zu Evidentialen. Diese sind für die Fragestellung der se-mantischen Komplexität insofern relevant, als dass sie gewisse Arten der Einbettung funktional ersetzen können: Statt einer Einbettungskonstruktion „Jemand sagte, dass es regnet“ hat man einen einfachen Satz mit Evidentialmarker „Es regnet-REP“. Wenn es im Pirahã keine Einbettung gibt/gäbe, könnte man also mit Evidentialen, von denen es min-destens drei im Pirahã gibt, bestimmte Formen der Einbettung „simulieren“. Die Frage ist also: wenn es im Pirahã keine Einbettung gibt, welche alternativen Strategien gibt es, um das auszudrücken, was wir mit Einbettung ausdrücken würden? Ausgehend von der Beobachtung, dass das Pirahã keine Zahlwörter und Quantoren zu haben scheint, beschäftigt Rainer Ludwig sich mit diesem Gebiet. Gibt es im Pirahã keine Zahlwörter, stellt sich wie bei der Satzeinbettung die Frage, ob es andere Möglichkeiten gibt, über Mengen zu kommunizieren. Hier spielen Quantoren eine wichtige Rolle, doch auch deren Existenz im Pirahã ist zweifelhaft, so dass sich auch hier die Frage nach Ersatz-strategien stellt. Zu diesem Zweck entwickelte Rainer Ludwig einen Versuchsaufbau und führte eine Pilotstudie mit Kindern im Vorschulalter (die nur in begrenztem Maße über Quantoren verfügen) durch.

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Veranstaltungen und Gäste

Workshops Workshop Über die 3. Person im Slawischen 12. Januar 2007, ZAS Berlin Organisation: Boštjan Dvorák (Berlin)

Boštjan Dvorák (Berlin): Effekte und Ursachen der Sonderstellung der Kopula bei der 3. Person Sg

Petr Homola (Prag): Morphosyntaktische Unterbestimmtheit und der Schwund von Klitika

Krzysztof Migdalski (Connecticut): Third person auxiliary as a number marker

Workshop Contrast – towards a closer definition 03. – 04. Mai 2007, ZAS Berlin Organisation: Philippa Cook (Berlin), Werner Frey (Berlin), Ewald Lang (Berlin),

Fabienne Salfner (Berlin), Sophie Repp (Berlin)

Lisa Brunetti (Barcelona): Left Dislocation in Romance and contrast effectsPhilippa Cook (Berlin): Contrast and German partial-VP topicalization in volving subjectsWerner Frey (Berlin): Some observations on the clausal syntax of German and the notion

of ContrastBeáta Gyuris (Budapest): Contrasting expectations: the Hungarian modal particle ‚csak‘Daniel Hole (München): Semantic and emphatic contrastivity in MandarinJulia Horvath (Tel Aviv): „Discourse Features“, Syntactic Displacement, and the Status of

ContrastStefanie Jannedy & Anna McNay (Berlin): Contrastive Topic Marking in Vietnamese –

Prosody, Word Order, and Morphology

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Karsten Koch (Vancouver): Don’t be stressed, and don’t get exhausted! Focus in Thompson Salish

Andreas Konietzko & Susanne Winkler (Tübingen): Contrastive Ellipsis: Mapping between Syntax and Information Structure

Kristina Kotcheva (Berlin): Contrast in IcelandicDejan Matic (Leipzig): Focus, Polarity Items, and Binary Contrast: Evidence from the

BalkansValéria Molnár (Lund): Edge Effects – The Role of Contrast in Second Language AcquisitionSang-Hwan Seong (Seoul): The interplay of contrastiveness and topic and some related

constructionsStavros Skopeteas & Gisbert Fanselow (Potsdam): Contrastive focus in GeorgianJennifer Spenader (Groningen): Contrast, Contrastive Topics and their Connection to the

ContextStefan Sudhoff (Leipzig): Focus Particles and Contrast in GermanCarla Umbach (Osnabrück): How to specify the role of ‘aber’/‘but’ in topic management?

Workshop Bidirectional Optimality Theory 04. – 05.Mai 2007, ZAS Berlin. Organisation: Anton Benz (Berlin), Manfred Krifka (Berlin)

Maria Aloni (Amsterdam): Fossilized Pragmatics: Focus and AccentAnton Benz (Berlin): Towards a Framework for Bidirectional Optimality Theory in

Dynamic ContextsReinhard Blutner (Amsterdam): Optimality-Theoretic Pragmatics: The Cog nitive

GroundingMichael Franke (Amsterdam): Rationalizing Bi-OT: (Iterated) Association Optimal

SignallingHans-Martin Gärtner (Berlin): Low Risk Quantifiers: A Game-Theoretical Perspective on

Pre-Topics in IV2-PresentationalsAtle Grønn (Oslo): Context-Sensitive Bidirectional OT: a New Approach to Russian AspectHelen de Hoop (Nijmegen): On Rhetoric: a bidirectional OT account of ‘when’-clauses

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Robert van Rooij & Tikitu de Jager (Amsterdam): Quantity Implicature in BiOTTorgrim Solstad (Stuttgart): Partial Blocking, Deblocking and Argument StructureHenriëtte de Swart (Utrecht): Double Negation in Negative Concord LanguagesHenk Zeevat (Amsterdam): Interpretation in Generation and Generation in Interpretation Workshop Semantiknetzwerk 7 08. – 09.Juni 2007, ZAS Berlin Organisation: Uli Sauerland (Berlin)

Sigrid Beck (Tübingen): An interval semantics for ‘than’-clauses with quantifiersAnton Benz (Berlin): Some Remarks on Implicatures in Decision ContextsRegine Eckardt (Göttingen): Almost – a theoryAndreas Haida (Berlin): The Semantics of Successive Cyclic Wh-MovementStefan Hinterwimmer (Berlin): ‘If’ vs. ‘When’, ‘Wenn’ vs. ‘Als’: Microvariation in the

Semantics of Conditional and Temporal Complementizers in English and GermanGraham Katz (Osnabrück): Quantified indirect speech and the pragmatics / semantics

boundaryManfred Krifka (Berlin): Postposed additive particles as markers of givennessFriedrich Neubarth (Wien) & Uli Sauerland (Berlin): Presupposition and Assertion of

‘auch nur’Doris Penka (Tübingen): Indefinites and the operators they do (not) depend on

Workshop „Funny Indefinites“ – Different Kinds of Specificity Across Languages 06. – 07. Juni 2007, ZAS Berlin Organisation: Cornelia Endriss (Osnabrück), Stefan Hinterwimmer (Berlin),

Manfred Krifka (Berlin), Sophie Repp (Berlin)

Theodora Alexopoulou (Lille) & Rafaella Folli (Belfast): Specificity in CLLD in Italian and Greek: Shifting the focus to the clitic pronouns

Jan Anderssen (Amherst): The anti-specificity of ‘lauter’

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Cornelia Endriss (Osnabrück), Stefan Hinterwimmer (Berlin) & Sophie Repp (Berlin): The interplay of topicality and specificity in German

Donka Farkas (Santa Cruz): Toward a semantic typology of indefinitesAnastasia Giannakidou (Chicago): On free choice definites and indefinites againKlaus von Heusinger (Stuttgart): The Fine Structure of SpecificityTania Ionin (Urbana-Champaign): ‘This one is certainly funny’: comparing specificity

markers in English and RussianJacques Jayez (Lyon) & Lucia Tovena (Paris): The French ‘-quelque-’ puzzle. Tropes and

epistemic anti-specificityOlga Kagan (Jerusalem): Specificity and the speaker’s worldviewDalina Kallulli (Wien): Connecting agreement, information structure and specificity:

Evidence from clitic doublingIvona Kucerova (Boston): Indefinites in the context of GivennessFabienne Martin (Stuttgart): „A particular / a certain N“. Evidence from FrenchPaula Menéndez Benito (Amherst): Another look at indefinites in islandsJason Merchant (Chicago): The syntax of voice and implicit indefinite argumentsYoad Winter (Haifa): Non-existential indefinites and incorporation with PP complementsJae-Il Yeom (Seoul): Two specificity markers ‘etten’ (‘some’) and ‘han’ (‘one’) in Korean and

their implications

Workshop Satzarten 15. – 16.Juni 2007, ZAS Berlin Organisation: Hans-Martin Gärtner (Berlin), Shin-Sook Kim (Frankfurt/M.)

Tomislav Bucalic (Frankfurt): Zur Typologie der RedewiedergabeHatice Coskun (Frankfurt): Komplementierungsmöglichkeiten im TürkischenBanu Ergunal (Frankfurt): Von Tumorrädern und Schiebedacheulen. Linguisten im OPElena Gorichneva (Berlin): Generische SätzeClaudia Graf (Frankfurt): Sind Assertive Fragen Echo-Fragen?Thomas Jügel (Frankfurt): Was Klitika uns über die Vergangenheit verraten. Zentral-

kurdisch vs. Mittelpersisch

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Elke Kasimir (Berlin): Metalinguistic Quotation, Proper Names, and AppositionBernhard Köhler (Frankfurt): Interrogative Verbalmorphologien in NordostafrikaEdmund Pohl & Hans-Martin Gärtner (Berlin): W-Infinitive im Englischen: Synchrone und

historische AspekteFabienne Salfner (Berlin): RahmensetzerMathias Schenner (Berlin): Subordination und PerspektivenverschiebungFelix Schumann (Frankfurt): (In)Definitheit in freien RelativsätzenJulia Staffel (Berlin): Eigenschaften von GeschmacksprädikatenBarbara Tomazewicz (Frankfurt): The puzzle of Polish „inflecting“ complementizersEva Waleschkowski (Frankfurt): Prosodische Markierung von Fokus in Deutscher

Gebärdensprache. Eine experimentelle StudieHong Zhou (Frankfurt): Verbal Indexicality in lieu of Temporal Operators

Workshop Language, Games, and Evolution (European Summer School in Logic, Language and Information 2007) 06. – 10. August 2007, Trinity College, Dublin Organisation: Anton Benz (Berlin), Christian Ebert (Bielefeld), Gerhard Jäger

(Bielefeld), Robert van Rooij (Amsterdam)

Pieter de Bie (Groningen) & Bart de Boer (Amsterdam): An agent-based model of linguistic diversity

Michael Franke (Amsterdam): Independence and Decision-Contexts for Non-Interference Conditionals

Atle Grønn (Oslo): Horn Strategies and Contextual Optimization in Russian AspectSimon Huttegger (Wien): Selection-Mutation Dynamics of Signaling GamesTikitu de Jager (Amsterdam): Quantity Implicature and Speaker Expertise in Signalling

GamesMark Jeffreys (Utah): Sometimes a signal is just a cigar: methodological challenges to

exploiting signaling-games in coordination experiments.Ruth Kempson (London), Ronnie Cann (Edinburgh) & Miriam Bouzouita (London):

Production pressures and syntactic change: Towards a new perspective on language evolution?

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Alexander Mehler (Bielefeld): Evolving Lexical Networks in a Game Theoretical Perspective. A Simulation Model of Lexical Alignment

Rohit Parikh (New York): The Pragmatic Approach to SemanticsBernhard Schröder & Philipp C. Wichardt (Bonn): Modelling Semantic Change as

Equilibrium Shift in a Signalling GameAndrew Stivers (Oregon): Language Regulation and Dissipation in Meaning

Special Session Is there a biological groun ding of phonology? (International Congress of Phonetic Sciences): 10. August 2007, Saarbrücken Organisatoren: Susanne Fuchs (Berlin)& Bernd Pompino-Marschall (Berlin)

Louis Goldstein (New Haven): Syllable structure as coupled oscillator modes: Evidence from Georgian vs. Tashlhiyt Berber.

Janet Slifka (Boston): Irregular phonation and its preferred role as cue to silence in phono-logical systems

Edward Flemming (Boston): Stop place contrast before liquidsJames Scobbie (Edinburgh): Biological and social grounding of phonology: Variation as a

research tool.Kiyoshi Honda (Paris): Articulation changes in different voicing patterns.

Konferenz 2nd Congress of the Slavic Linguistic Society 22. – 26. August 2007, St. Elisabeth, Berlin, Organisatoren: Boštian Dvorák (Berlin), Elena Gorishneva (Berlin), Marzena Zygis

(Berlin)

Cori Anderson (Princeton): Instrumental objects in Russian and LithuanianAndrei Antonenko (Stony Brook): Indicative-Subjunctive Distinction in Russian and its

Consequences for Long-Distance Scrambling

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Svitlana Antonyuk-Yudina (Stony Brook): Russian Loanword Phonology: A Phonetic Account

Hauke Bartels (Cottbus): Lehnwörter im NiedersorbischenJasna Belc (Ljubljana) & Anita Peti-Stanti´c (Zagreb): Surface initial clitic placements in

Slovene (and other South Slavic languages)Petr Biskup (Leipzig): P(refixe)s and P(reposition)sPaola Bocale (Rom): „Šukaju kopiju, fisu, lungorario“. Language mixing, contact and

interference in the Ukrainian market at Ponte Mammolo in RomeAnastasia Bonch-Osmolovskaja, Ekaterina Rakhilina & Tatjana Reznikova (Moskau):

Typology of PAIN: the case of related languages (Russian and Bulgarian)Iveta Chovanova (Nancy): On the semantics of Slovak adjectival ANA compoundsMatthew C. Curtis (Ohio): Albanian phonological imposition on Macedo nian and

MontenegrinMagdalena Derwojedowa (Warschau): Elective vs. frequentative NumPs in PolishStephen M. Dickey (Kansas): The Varying Role of ‘po-’ in the Grammaticalization of Slavic

Aspectual Systems: Deliminatives, Sequences of Events and German Language ContactOlga Dobrunoff (Montclair): Разговорная речь как сфера непосредственного выявления

эмоцийPhilip Dudchuk (Moskau): The Origins of Result StatesDorothee Fehrmann, Uwe Junghanns & Denisa Lenertová (Leipzig): Case patterns with

perception predicatesAlja Ferme & Sašo Živanovi´c (Ljubljana): Slovene complex pronouns: degree of lexicali-

zationEgbert Fortuin (Leiden): Meaning vs. interpretation in the construction of degree in

RussianSteven Franks (Indiana): South Slavic Clitics: Balkanization or unification?Natalia Gagarina (Berlin): Verb categories in a bilingual German-Russian childJacopo Garzonio (Padova): The Morphology-Syntax Interface in Russian ImperativesLjudmila Geist (Stuttgart): Object Case-Marking in Russian from a Typological PerspectiveFrank Gladney (Cambridge): Polish /j/ ?Stephane Goyette (Victoria): South-East Slavic and the Proto-Romanian substrateLenore A. Grenoble (Chicago): The Impact of Russian in the Siberian Linguistic Context:

The Case of Evenki

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Sabine Häusler (Halle): Der Dativus absolutus im Lichte der absoluten Konstruktionen des Indogermanischen

Stephanie Harves (Claremont): Having, Wanting, and Needing in Slavic and beyondInessa Hellwig-Fabian (Erlangen-Nürnberg): Russisch in Deutschland – ein aussterbendes

Idiom?Petr Homola (Prague): Current development tendencies in the dialect of JablunkovTatjana Ilic (Honolulu): Covert A-movement in child Serbo-Croatian: evidence from the

involuntary state constructionNatalia Isakadze (Moscow): Formal description of nominal adverbials in Russian and

English (for the purposes of automatic processing)Alina Israeli (Washington): Russian conjunctions: two types of uncertaintyBrian Joseph (Ohio): Slavic involvement in Balkan phonologiesHakyung Jung (Cambridge): Impersonal Passives? Verbal Nominalization and Ergativity

in North RussianPeter Jurgec (Tromsø): Schwa in Slovenian is EpentheticOlga Kagan (Jerusalem): On the Aspectual Properties of Verbs of Motion in RussianOlga Khomitsevich (Utrecht & St. Petersburg): A Phase Theory approach to locality of

movement in RussianMyung-ja Kim (Gyeong Sang): A contrastive analysis of anaphoric usage of ‘etot’ / ‘tot’Dorota Klimek (Wrocław): Commitment-based semantics of count singular perfective

generics in PolishSlavica Kochovska (Rutgers) : Quantifier Dislocation in MacedonianDmitry Kolomatskiy (Moskau): Russian passive markers: a transitivity-degree-approachNatalia Kondrashova (Michigan): The Source of Modality in Russian Dative-Infinitive

Structures Anetta Kopecka (Nijmegen): Semantic distribution of Manner in the expression of Motion

events in PolishIrina Kor Chanine (Clermont-Ferrand): Глагол взять: пути восхождения от предикативного

к дискурсивномуPeter Kosta (Potsdam): Quantification of DPs/NPs in SlavicIwona Kraska-Szlenk (Warschau): Frequency and analogy in vocalic alternations in PolishAlexander Krasovitsky, Matthew Baerman, Dunstan Brown, Greville Corbett & Alison Long

(Surrey): Russian quantifier phrases in transition

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Julia Kuznetsova (New Haven): Plurality, boundedness and internal structureKyongjoon Kwon (Cambridge): Two different nominativesMarek Łazinski (Warschau): Between titlemania and familiarity. Means of addressing the

audience in public announcements in Polish and other Slavonic languagesStela Manova (Wien): On the Role of Phonology and Semantics in Closing Suffixation:

With Evidence from Bulgarian and RussianFranc Marušic (Nova Gorica): Positioning the Slovenian cliticsLucie Medova (Princeton) & Tarald Taraldsen (Tromsø): Oblique arguments raisedHans Robert Mehlig (Kiel): Hybrid Predication in RussianRoland Meyer (Regensburg): Diachronic aspects of pro drop in Russian and CzechAdriano Murelli (Pavia): Relative clauses in Slavic. Focus on non-standard varietiesOlga Nevzorova (Kasan) & Julia Zin’kina (Kasan): Applied classification of functional

homonyms in Russian Elena Nikitina (Moskau): The Russian reflexives in fiction translationsMotoki Nomachi (Tokio): On the Periphrastic Perfect Constructions in Cassubian (From

the Typological Perspective)Eva Ogiermann (Oldenburg): Different cultures, different languages, diffe rent speech acts.

How different are Polish and Russian?Anna Pazelskaya (Moskau): Russian deverbal suffixes and transitivity of resulting nounsJames Pennington (Ohio): Chewing on the BCS futurePavel Petrukhin (Moskau): Žili-byli: on the origins of the Russian folklore formsGergana Popova (Middlesex): Form Reinterpretation and Paradigmatic ExtensionAdam Przepiórkowski (Krakau): On semantic and syntactic selectional restrictions of the

Polish distributive preposition POEkaterina Pshehotskayam (Moskau): Locative Alternation and Verbal Prefixes in RussianJoanna Rabiega-Wisnewska (Krakau): A formal account of Polish proper namesMałgorzata Rocławska-Daniluk (Gdansk): Children’s phonological development in the

bilingual environmentNina Rojina (Genf): Four types of ‘why’ in RussianRaisa Rozina (Moskau): From motion to existence and to link-verb meaning: the case of

Russian IDTI ‘to go’Paweł Rutkowski (Warschau & Potsdam): The nP layer in Polish and other languagesLea Sawicki (Jerusalem): Coordination and event structuring

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Lilia Schürcks (Potsdam): Possessives in Russian Complex Event NominalsIrina A. Sekerina (Staten Island): Processing of quantified sentences in RussianNatalia Serdobolskaya & Svetlana Toldova (Moskau): Constructions with evaluative

predicates in Russian: semantic structure and syntactic propertiesIlya Shatunovskiy (Dubna): Rhetorical questions in RussianAlexei Shmelev (Moskau): Does „St. Petersburg text“ reflect the Russian language-specific

model of the world?Andrea D. Sims, Robert Daland & Janet Pierrehumbert (Northwestern U): Learning

defectiveness: What Russian verbal gaps reveal about paradigmatic structureSzymon Słodowicz (Kiel): What is there between 1 and 2 clauses in complement

constructions?Anna Spirina (Uppsala): Causal adverbial phrases in the Russian language of the

17th centuryLuka Szucsich (Berlin): Variability with binding and syntactic relations:

Polish vs. SlovenianBarbara Tomaszewicz (Frankfurt/M. & Wrocław): The puzzle of Polish „inflecting“

complementizersNadine Thielemann (Potsdam): Rhetorical questions in casual argumentative interactionBart Tkaczyk (Berkeley): Repertoire of Reduplication in PolishBeata Trawinski (Tübingen): Theoretical and Empirical Aspects of Person, Number and

Gender Resolution in PolishKristine Uzule (Birmingham): Case in the Latvian Debitive MoodClaude Vincenot (Nancy): L’isochronie. Les propriétes des oppositions concurrenciellesChristian Voss (Berlin): Linguistic Hybridity and Language DeathRuprecht von Waldenfels (Regensburg): The grammaticalization of Polish ‘da(wa)c sie’ as

modal passiveValja Werkmann (Leipzig): Subjunctive complements to modal verbs in Bulgarian and

Macedonian Igor Z. Zagar (Ljubljana & Koper): Performativity as Tense and AspectAnton Zimmerling (Moscow): Topic-Focus Articulation, Verb Movement, and the EPP in

RussianIlse Zimmermann (Potsdam): On the syntax and semantics of ‘ kakoj’ and ‘cto za’ in RussianMarzena Zygis (Berlin): Voicing contrast in Slavic languages

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Konferenz Beyond ‘Focus’ and Ergativity: Towards a More Comprehensive View of Austronesian Morphosyntax 13. – 15. September 2008, ZAS Berlin und FU Berlin Organisatoren: Walter Bisang (Mainz), Hans-Martin Gärtner (Berlin), Nikolaus Himmelmann (Münster), Paul Law (Berlin), Ekkehard König (Berlin)

Loren A. Billings (Taiwan): Disformation within Pronominal-Clitic Clusters in Manobo and Danao Languages

Isabelle Bril (Paris): Inclusion, Addition and Coordination: Degrees of Asymmetry in NP Coordination of some Austronesian Languages

Sophie Crouch (Perth): „Wah, Deh?!“ The Pragmatic Particles of Colloquial IndonesianMaia Duguine (Nantes): Exploring the Syntax of the DP from the Austronesian PerspectiveHans-Martin Gärtner (Berlin): On the Clause Linking Approach to Malagasy ‘No’-MarkingDavid Gil (Leipzig): Islands without Dependencies: How Riau Indonesian Does ItFuhui Hsieh (Taiwan): Beyond Transitivity and Ergativity: The ‘si’-(RF) construction in

SaisiyatDaniel Kaufman (Ithaca): The Nominalist Hypothesis in AustronesianPaul Kroeger (Dallas): The Syntactic Distribution of Modal Particles in KimaragangPaul Law (Berlin): Goal Relative Clauses in Tagalog Ulrike Mosel (Kiel): Complex Sentences in Spoken and Written TeopIleana Paul (Ontario): Reduced Structure in Malagasy HeadlinesEric Potsdam (Florida): Expressing Exclamatives in MalagasyMalcolm Ross (Canberra): Explaining the Language Map of the Pacific and SE Asia: the

Testimony of Historical Linguistics and ArchaeologyJoachim Sabel (Louvain): Adjunct Extraction in MalagasyFoong Ha Yap (Hong Kong): What ‘punya’ can do, that ‘yang’ and ‘–nya’ cannot: An

Analysis of three Nominalizers in Malay

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

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Sommerschule Cognitive and physical models of speech production, perception and perception-production interaction. Part II: Brain and Speech 16. – 21. September 2007, Autrans, Frankreich Organisatoren: Susanne Fuchs (Berlin), Hélène Loevenbruck (Grenoble), Daniel Pape

(Berlin), Pascal Perrier (Grenoble)

Monica Baciu (Grenoble): Functional MRI assessment of hemispheric specialization and mapping language in epileptic patients

Grzegorz Dogil (Stuttgart): The speaking brain: a tutorial introduction to fMRI experi-ments in the production of speech, prosody and syntax

Bernd Kröger (Aachen): Neural models of speech production and speech acquisitionHélène Loevenbruck (Grenoble): Cerebral correlates of multimodal deixis: prosodic focus,

syntactic extraction, digital- and ocular- pointingGeorg Meyer (Liverpool): Neural mechanisms underlying the organisation of speechUta Noppeney (Tübingen): Audio-visual interactions within the cortical hierarchyChristophe Pallier (Paris): Brain plasticity and language acquisitionMarc Sato (Montreal): Sensorimotor interactions in speech perceptionJean-Luc Schwartz (Grenoble): Phonology grounded in sensorimotor speech: Elements of a

morphogenesis theory

Workshop Games and Decisions in Pragmatics III 23. – 24. November 2007, ZAS Berlin. Organisation: Anton Benz (Berlin), Christian Ebert (Bielefeld), Gerhard Jäger

(Bielefeld), Robert van Rooij (Amsterdam)

Anton Benz (Berlin): On Implicatures in Decision Contexts with Multiple ObjectivesPatrick Grim (Stony Brook): Emergent Pragmatics in Spatialized Game TheoryJosef Hofbauer & Simon Huttegger (Wien): Selection-Mutation Dynamics of Signalling

GamesKris de Jaegher & Robert van Rooij (Amsterdam): Explaining Vagueness

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Sophia Malamud (Brandeis): Definiteness, Negation, and Conjunctions Cross-linguistically: A Decision Theoretic Approach

Alexander Mehler (Bielefeld): On the Role of Community Structure in the Naming GameBernhard Schröder & Philipp C. Wichardt (Bonn): Pejoration and Signalling GamesBrian Skyrms (Irvine): Logic, Conversation, and Information ProcessingAndrew Stivers (Oregon): Evolution of Meanings with Multiple Beliefs: Interactions of

Commercial and Social Speech

Workshop Computational Paradigms and Language Structure 30. November 2007, ZAS Berlin. Organisation: Anton Benz (Berlin)

Anton Benz (Berlin): Ergativity and the Object-Oriented Representation of Verb MeaningPeter Kühnlein (Groningen): Discourse Processing as Database MaintenanceKlaus Robering (Kolding): Semantic Web, F-Logic, and Natural Language SemanticsAndrea Schalley (Armidale): Concepts of Object Orientation (especially of UML) and their

Relevance for Semantic Theory BuildingCarla Umbach (Osnabrück): Language Concepts in Natural Language and in

Programming Languages

Workshop Experimental Pragmatics 13. – 16. Dezember 2007, HU Berlin. Organisation: Uli Sauerland, (Berlin), Anton Benz (Berlin), Manfred Krifka (Berlin),

Kazuko Yatsushiro (Berlin)

Rachel Baker, Matt Berends, Alex Djalali, Ryan Doran, Meredith Larson, Yaron McNabb & Gregory Ward (Chicago): Distinguishing the SAID from the IMPLICATED Using a Novel Experimental Paradigm

Arina Banga, Sanne Berends, Ingeborg Heutinck & Petra Hendriks (Groningen): Individual Variation in Drawing Scalar Implicatures

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

104 z a s

Jos van Berkum (Nijmegen): Beyond Decontextualized Sentences: What can ERPs Tell Us about Pragmatics (and Semantics)?

Anne Bezuidenhout, Robin Morris & Cintia Widmann (South Carolina): The DE-Blocking Hypothesis: The Role of Grammar in Scalar Reasoning

Reinhard Blutner (Amsterdam): Some Experimental Aspects of Optimality-Theoretic Pragmatics

Kristin Börjesson (Leipzig): Integrating the Graded Salience and Underspecification Hypotheses

Lewis Bott (Cardiff): Changes in Activation Levels with Scalar ImplicaturesRichard Breheny (London): commentary on Berkum and BlutnerEmmanuel Chemla (Paris): Presuppositions vs. Scalar Implicatures: Experi mental Data in

Quantified SentencesJudith Degen (Osnabrück): Some Theoretical Implications of Experimental Evidence on

Scalar Implicature ProcessingJohn Drury & Karsten Steinhauer (McGill): Brain Potentials for Logical Semantics:

(In)definiteness & NPI-LicensingBernhard Fisseni & Bernhard Schröder (Duisburg-Essen): Putting Focus Interpretation in

ContextFrancesca Foppolo (Milan): The Cost of Embedded Scalar ImplicaturesBenjamin George (Los Angeles): Variable Presupposition Strength in QuantifiersBart Geurts (Nijmegen) & Nausicaa Pouscoulos (Paris): Scalar Implicature and Local

PragmaticsTed Gibson (Boston): Assessing the Relationship between Pirahã Language, Cognition, and

Culture: What’s at Stake and How to ProceedTed Gibson (Boston): commentary on Geurts & Pouscoulos and KatsosDaniel Grodner, Natalie Klein, Katie Carabary & Mike Tanenhaus (Rochester): Experimental

Evidence for Rapid Interpretation of Pragmatic ‘some’Andrea Gualmini (Utrecht): Experimental Pragmatics and Scientific Inquiry: The Case of

(Scopally Ambiguous Sentences Containing) NegationMartin Hackl (Pomona): Processing Quantifiers in Real TimeDaphna Heller, Daniel Grodner & Mike Tanenhaus (Rochester): Taking Perspective: Evidence

for Real-Time Integration of Information about Common GroundPetra Hendriks, Helen de Hoop, Irene Krämer, Erik-Jan Smits, Jennifer Spenader & Henriétte de

Swart (Groningen & Nijmegen): A Large-Scale Investigation of Scalar Implicature

z a s 105

Julia Holzgrefe, Joanna Blaszczak & Heiner Drenhaus (Potsdam): Context-Dependency or Default Processing: An ERP Study on Scalar Implicatures

Napoleon Katsos (Cambridge): Pragmatic ‘Me’, Pragmatic ‘You’: On the Development of Informativeness from a Speaker’s and a Compre hender’s Perspective

Barbara Kaup (Berlin): How are Pragmatic Differences Between Affirmative and Negative Sentences Captured in the Processes and Representations During Language Comprehension?

Natalie M. Klein, Whitney Gegg-Harrison, Rachel S. Sussman, Greg N. Carlson & Mike Tanenhaus (Rochester): Referential Domains and the Real-Time Processing of ‘Weak Definite’ Noun Phrases

Edmundo Kronmüller (Riverside): Adaptation of the Comprehension System to the Demands of the Conversation: The Case of Preemption

Vincenzo Moscati (Siena): Modality and Negation. A Subset Configuration in the Inter-pretation of Multiple-Operators Sentences

Ira Noveck (Lyon): commentary on Kaup and GualminiEdgar Onea (Stuttgart): Grammatical and Contextual AlternativesLiina Pylkkänen (New York): Syntax-Semantics Mismatch and the Neural Bases of

Semantic CompositionPhilippe Schlenker (Paris): commentary on Hackl and PylkkänenDanijela Trenkic, Jelena Mirkovic & Gerry Altmann (New York): Pragmatic Affordances and

Linguistic Information in Second Language Reference ResolutionArjen Zondervan (Utrecht): Effects of Question Under Discussion and Focus on Scalar

Implicatures

Workshop Phonetics and Phonology at ZAS (5) 18. Dezember 2007, ZAS Berlin. Organisation: Marzena Zygis (Berlin)

Susanne Fuchs (Berlin) & Claire Brutel Vuilmet (Grenoble): Rate effects on aerodynamics of intervocalic stops: Evidence from experimental data and physical models

Christian Geng (Edinburgh): A cross-linguistic study on the phonetics of dorsal obstruents: Selected results

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

106 z a s

Stefanie Jannedy (Berlin) & Ines Fiedler (Berlin): Tone and Intonation in EweDaniel Recasens & Aina Espinosa (Barcelona): Acoustics and perception of velar softening

for unaspirated stopsRuben van de Vijver, Barbara Höhle & Susan Ott (Potsdam): Modelling Acquistion SpeedMarzena Zygis (Berlin) & Susanne Fuchs (Berlin): Voicing in Affricates from the Aero-

dynamic Perspective.

Konferenz Ereignissemantik 20. – 21. Dezember 2007, Schloss Hohentübingen Organisation: ZAS Berlin, SFB 441 Tübingen

Oliver Bott & Fritz Hamm (Tübingen): Aspektuelle Coercion und ihre Implikationen für die semantische Verarbeitung

Sebastian Bücking (Tübingen): Ereignissen einen Namen geben: Nominali sierte Infinitive als Artterme

Johannes Dölling (Leipzig): Ereignisstruktur und BedeutungsvariationMarkus Egg & Corien Bary (Groningen): Aspect and coercion in Ancient GreekStefan Engelberg & Svenja König (Mannheim): Präsentation: Korpuslingu istische Methoden

in der EreignissemantikCatherine Fabricius-Hansen (Oslo): Ereigniskomplexität und Granularität: zum Beitrag von

‚mit‘-PhrasenHelga Gese & Britta Stolterfoht (Tübingen): Zum Ereignisbezug adjektivi scher Resultative:

Korpuslinguistische und experimentelle EvidenzHolden Härtl (Berlin): Was uns Kontrollumgebungen (scheinbar) über Ereignis-

partizipanten erzählenDaniel Hole (Potsdam): Landmarken ereignissemantischIngrid Kaufmann (Konstanz): Subordination und Koordination im WolofChristopher Piñón (Lille): Manner adverbsIrene Rapp & Angelika Wöllstein (Tübingen): Absentiv und Adsentiv: Instanzen von Topic-

Comment-Strukturen – ereignistrukturelle vs. pragmatische BeschränkungenMartin Schäfer (Leipzig): Manner mit Folgen: Doppellesarten bei impliziten Resultativen

z a s 107

Caroline Sporleder & Andrea Kowalski (Saarbrücken): Das Salsa-Korpus. Eine lexikalisch-semantische Ressource für das Deutsche

Barbara Stiebels (Berlin): Inhärente Kontrollprädikate und ihre Ereignis struktur

Vortragsveranstaltungen

Kolloquien

Ferenc Kiefer (Budapest): Aktionsart als areale Erscheinung, 01. FebruarHenrike Hultsch (Berlin): Nightingales for Linguists, 08. November

Wissenschaftliche Vorträge

John U. Wolff (Ithaca): Spanisch und Austronesisch im Kontakt: ein Ver gleich zwischen Chamorro und Tagalog, 11. Januar

Norvin Richards (Boston): Beyond Strength and Weakness: Wh-Movement and Intonational Phrasing, 25. Januar

Manfred Bierwisch (Berlin): More about ‘more’ (– against negative degrees), 29. JanuarJoachim Sabel (Louvain): A C/I-Interface Constraint on Remnant Movement, 02. FebruarJohn U. Wolff (Ithaca): Reconstructing Austronesian: how the location of the homeland

affects the proto-phonology, 08. FebruarAnna McNay (Oxford/Berlin): Information Structure in Syntax – a Phase Theory Approach,

15. FebruarLuka Szucsich (Berlin): On the status of accusative and dative NPs with non-causative

clauses in Slavic, 22. FebruarJonathan Ginzburg (London): The Delayed Short Question Effect, (Un)Punctual Acquisition,

and the Complexity of Non Sentential Utterance Constructions, 26. FebruarYasuo Nakayama (Osaka): An Analysis of Embedded Speech Acts Using an Intentionality

Change, 19. MärzKatsuhiko Yabushita (Naruto & Osaka): Modal Interpretation of ‘At Least’ and ‘At Most’,

19. März

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108 z a s

John Ohala (Berkeley): An interpretative history of phonological science, 22. MärzOlga Krasavina (Moskau): Demonstratives in German and Russian corpora:

activation-dependent or function-oriented?, 23. MärzMichael Franke (Amsterdam): Cleaning Out Grice’s Garage: Indirect Answers to Covert

Questions in Formal Pragmatics, 26. MärzJeanette Sakel (Manchester), Uli Sauerland (Berlin), Eugenie Stapert (Manchester):

Syntactic and semantic embedding, 16. AprilCarla Umbach (Osnabrück): Facts, Propositions, Events, 23. AprilIlse Zimmermann (Potsdam): Wieviel Syntax braucht die Laut-Bedeutungs zuordnung?,

26. AprilDominique Bassano (Paris): Grammaticization processes in language acqui sition:

Development of the noun determiner use constraint in French, 27. AprilMats Rooth (Ithaca): Givenness and local alternative semantics for focus, 01. JuniDorit Abusch (Ithaca): Temporal and circumstantial dependence in counterfactual

modals, 04. JuniAlain Kihm (Paris): The Creole Paradox, 07. JuniHelmut Schnelle (Berlin): Von der symbolisch formalen Linguistik zur kognitiven

Neurowissenschaft der Sprachkompetenz: Syntaktische Strukturen und neuronale Netzwerke, 07. Juni

Reinhard Blutner (Amsterdam): Bidirection from the perspective of experimental pragmatics, 08. Juni

Greg Kobele (Bordeaux): Derivational Structure and Ellipsis, 21. JuniThomas Gamerschlag & Albert Ortmann (Düsseldorf): The role of functional concepts in

the classification of nouns and verbs, 25. JuniMichael Wagner (Ithaca): Recursive Generalization vs. Recursive Represen tation in

Prosody, 12. JuliSusan Rothstein (Ramat-Gan): Counting and the Mass-Count-Distinction, 13. JuliFred Landman (Tel Aviv): Two-tier semantics for relative clauses, 13. JuliMichael Wagner (Ithaca): Focus-, Topic- and Givenness Movement: Semantic Motivation,

Prosodic Effect, 16. JuliEva Engels (Oslo): Object Shift and Remnant VP-Topicalisation in Scandi navian,

06. September.Andrea Schalley (Armidale): Systematische semantische Modellierung von Aktionsarten,

10. September

z a s 109

Lauri Karttunen (Palo Alto): Wasting a chance is not like wasting a dollar, 17. SeptemberAna Müller (São Paolo): The Expression of Number in Karitiana, 24. SeptemberRalf Vogel (Bielefeld): Wh-Islands: A View from Correspondence Theoretic OT,

27. SeptemberSalikoko Mufwene (Chicago): Variation and Change in Language Evolution, 01. OktoberMaria Alice de Mattos Pimenta Parente (Porto Alegre City): Lexical Boots trapping

Hypothesis (LBH) and conventionality: The contribution of cross-linguistic study in verb acquisition by Chinese- and Brazilian Portuguese-speaking children, 18. Oktober

Sabine Gründer (Leipzig): Aspectual Shift via Supervaluation – A Finite State Approach to Adverb Semantics, 30. Oktober

Jana Brunner (Berlin & Grenoble): Reduktion artikulatorischer Variabilität durch koordinative Strukturen, 06. November

Christina Pawlowitsch (Boston): Finite Populations choose an Optimal Language, 06. November

Anja Kleeman (London): The Quantity Properties of Derived Nominals, 15. NovemberBeth Levin (Stanford) & Malka Rappaport Hovav (Jerusalem): Reflections on Manner/Result

Complementarity, 21. NovemberGisela Bruche-Schulz (Hongkong): Readers and the conceptualizing of semantic constructs:

Crosslinguistic observations, 20. NovemberSophie Manus (Lyon): Phrasal tone and the conjoint / disjoint distinction in Símákonde

(Bantu), 22. NovemberHideki Kishimoto (Kobe): On the structural prominency of ‘wa’-marked topics in Japanese,

27. NovemberAnton Zimmerling (Moskau): Lexical predicatives (statives) in Russian and their counter-

parts in European languages, 03. DezemberAria Adli (Hamburg) & Yukiko Morimoto (Berlin): Variation, 06. DezemberIvona Kucerova (London): The syntax of givenness, 07. Dezember

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110 z a s

Gastwissenschaftler[Name, Heimat-Universität , Verweildauer am ZAS, Fachgebiet, Drittmittelgeber außer DFG]

John U. Wolff, Cornell/Ithaca, 03. Jan. – 14. Febr., MorphologieFerenc Kiefer, Budapest, 30. Jan. – 06. Febr., SemantikOlga Krasavina, Moskau, 01. Febr. – 02. März, SpracherwerbT. Allan. Hall, Bloomington, 02. – 10. Febr., PhonologieJoachim Sabel, Louvain/Belgien, 01. – 04. Febr. 12. – 16. Sept., 21. – 22. Okt.,

Austronesische SprachenGregory Kobele, Bordeaux, 05. – 12. Febr., 19. – 24. Juni, SyntaxYasuko Nakayama, Osaka, 14. – 21. März, SemantikKatsuhiko Yabushita, Naruto, 14. – 21. März, SemantikMichael Franke, Amsterdam, 18. – 31. März, SemantikReinhard Blutner, Amsterdam, 03. – 05. Mai, 11. – 17. Juni, 21. Aug., 13. – 17. Dez., SemantikDorit Abusch, Ithaca, 27. Mai – 10. Juni, SemantikAlain Kihm, Paris, 03. – 08.Juni, KreolsprachenJohn Payne, Manchester, 07. – 13. Juni, SyntaxAl Mtenje, Malawi, 17. Juni – 07. Juli, Syntax-PhonologieTom Roeper, Amherst, 07. – 13. Juli, Sprachwerweb Michael Wagner, Ithaca, 09. – 31. Juli, PhonologieTue Trinh, MIT/Cambridge, 09. Juli. – 24. Aug., SyntaxSusan Rothstein, Bar-Ilan, 10. – 20. Juli, SemantikFred Landman, Tel Aviv, 10. – 20. Juli, SemantikAlex Grosu, Tel Aviv, 15. – 26. Juli, SyntaxPascal Perrier, Grenoble, 22. – 27. Juli, PhonetikLaura Koenig, New Haven, 05. – 28. Aug., PhonetikLouis Goldstein, New Haven, 06. – 10. Aug., PhonetikSimon Huttegger, Salzburg, 06. – 10. Aug., SpieltheorieRohit Parikh, New York, 06. – 10. Aug., SpieltheorieFranc Marusic, Nova Gorica, 21. – 26. Aug., SyntaxClaude Vincenot, Paris, 21. – 26. Aug., Slawistik, SyntaxTilman Berger, Tübingen, 21. – 26. Aug., Slawistik, SyntaxHans Mehlig, Kiel, 22. – 26. Aug., Semantik

z a s 111

Brian Joseph, Ohio, 22. – 26. Aug., Phonologie, SyntaxSteven Franks, Indiana, 22. – 26. Aug., SyntaxAndrea Schalley, New England/Austr., 26. Aug. – 30. Sept., 29. Nov. – 01. Dez., SemantikSilke Hamann, Leiden, 03. – 07. Sept., PhonologieUlrike Mosel, Kiel, 12. – 16. Sept., Austron. SprachenIsabelle Bril, Paris, 12. – 15. Sept., Austron. SprachenMalcolm Ross, Canberra, 12. – 16. Sept., Austron. SprachenPaul Kroeger, Dallas, 12. – 16. Sept., 19. Sept, Austron. SprachenDaniel Kaufmann, Ithaca, 12. – 20. Sept., Austron. SprachenLauri Karttunen, Palo Alto/USA, 13. – 21. Sept., SemantikGeorg Meyer, Liverpool, 16. – 21. Sept., PhonetikGrzegorz Dogil, Stuttgart, 16. – 21. Sept., PhonetikMarc Sato, Montreal, 16. – 21. Sept., PhonetikJean Luc Schwartz, Grenoble, 16. – 21. Sept., PhonetikMonica Baciu, Grenoble, 16. – 21. Sept., PhonetikHélène Loevenbruck, Grenoble, 16. – 21. Sept., PhonetikUta Noppeney, Tübingen, 16. – 21. Sept., PhonetikBernd Kröger, Aachen, 16. – 21. Sept., PhonetikChristophe Pallier, Paris, 16. – 21. Sept., PhonetikMaria Parente, Brasilien, 15. – 19. Okt., SpracherwerbBeth Levin, Stanford, 20. – 22. Nov., SemantikMalka Rappaport, Jerusalem, 19. – 22.Nov., SemantikHedeki Kishimoto, Kobe, 26. – 29. Nov., SemantikSophie Manus, Lyon, 19. – 24. Nov., PhonologieBenjamin Shaer, Toronto, 05. – 10. Dez., Semantik

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112 z a s

Kooperationsbeziehungen

Graduiertenkolleg 697 „Satzarten: Variation und Interpretation“ Frankfurt / MainProf. Dr. Thomas E. Zimmermann, U FrankfurtProf. Dr. Günther Grewendorf, U FrankfurtProf. Dr. Jörg Meibauer, U MainzDr. Magdalena Schwager, U FrankfurtDr. Markus Steinbach, U Mainz

SFB 441 „Linguistische Datenstrukturen: Theoretische und empirische Grundlagen der Grammatikforschung“Prof. Dr. Claudia Maienborn, U TübingenProf. Dr. Marga Reis, U TübingenProf. Dr. Arnim von Stechow, U TübingenProf. Dr. Wolfgang Sternefeld, U Tübingen

SFB 471 „Variation und Entwicklung im Lexikon“Prof. Dr. Josef Bayer, U KonstanzProf. Dr. Christoph Schwarze, U KonstanzProf. Dr. Aditi Lahiri, U KonstanzProf. Dr. Frans Plank, U Konstanz

SFB 632 „Informationsstruktur“Dr. Cornelia Endriss, U PotsdamProf. Dr. Gisbert Fanselow, U PotsdamProf. Dr. Caroline Féry, U PotsdamProf. Dr. Peter Staudacher, U Potsdam

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DFG-Forschergruppe 349 „Sprachtheoretische Grundlagen der Kognitions wissenschaften“

PD Dr. Johannes Dölling, U LeipzigDr. Uwe Junghanns, U LeipzigProf. em. Dr. Anita Steube, U LeipzigProf. Dr. Gerhild Zybatow, U Leipzig

DFG Wissenschaftliches Netzwerk „Die linke Satzperipherie bei Aphasie“Prof. Dr. Josef Bayer, U KonstanzProf. Dr. Ria de Bleser, U PotsdamDr. Frank Burchert, U PotsdamDr. Naama Friedman, U Tel AvivDr. Arild Hestvik, U BergenDr. Ulrike Janssen, U MarburgDr. Sonja Kotz, MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften, LeipzigPD Dr. Martina Penke, U Düsseldorf

DFG SemantiknetzwerkProf. Dr. Sigrid Beck, U TübingenProf. Dr. Gennaro Chierchia, HarvardProf. Dr. Danny Fox, MITProf. Dr. Irene Heim, MITProf. Dr. Graham Katz, StanfordDr. Cecile Meier, U Frankfurt/M.Dr. Doris Penka, U TübingenProf. Dr. Orin Percus, U NantesProf. Dr. Philippe Schlenker, UCLA & Institute Jean Nicod, ParisProf. Dr. Ede Zimmermann, U Frankfurt/M.

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften „Digitales Wörterbuch“Prof. Dr. Wolfgang Klein, MPI NijmegenDr. Alexander Geyken, BBAW

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114 z a s

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften „Kollokationen im Wörterbuch“Dr. Christiane Fellbaum, Princeton University

Center for Language Studies, Univ. of MalawiDr. Al Mtenje

CHLaSCProf. Dr. Daniel Everett, U ManchesterProf. Dr. Tecumseh Fitch, U. of St. AndrewsProf. Dr. Barbara Höhle, U PotsdamDr. Angeliek van Hout, U Groningen

CNRS, ParisProf. Dr. Alain Kihm, Univ. Paris 7Dr. Hans-Georg Obenauer, Univ. Paris 8

COST Action A33Prof. Dr. Heather van der Lely, UC LondonProf. Dr. Spyridoula Varlokosta, U of AegeanDr. Celia Jakubowicz, CNRS, Univ. Paris 5Dr. Sharon Armon-Lotem, Bar-Ilan Univ.Dr. Kenneth Drozd, Aarhus Univ.Prof. Dr. Maria Teresa Guasti, Univ. di Milano

Dept. de Español y Portugués, University of New MexicoProf. Dr. J. Clancy Clements

Dept. de Português, Universidade de MacauProf. Dr. Alan N. Baxter

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Department of Applied Linguistics Konstantin-Preslavsky-University, Schumen, Bulgarien

Dr. Dimitar PopovDr. Velka Popova

Dept. of Catalan Studies, University of BarcelonaProf. Dr. Daniel Recasens

Dept. of Chinese, Translation & Linguistics, City U Hong KongProf. Dr. Xu LiejiongDr. Haihua Pan

Dept. of Germanic Studies, Indiana UniversityProf. Dr. T. Alan Hall

Dept. of Linguistics, Cornell UniversityProf. Dr. John U. Wolff

Dept. of Linguistics, Hong Kong UniversityProf. Dr. Stephen Matthews

Dept. of Linguistics, UCLAProf. Dr. Marcus KrachtProf. Dr. Philippe Schlenker

Dept. of Linguistics, UC Santa CruzProf. Dr. Jaye Padgett

Dept. of Linguistics, Univ. of ConnecticutProf. Dr. Jonathan Bobaljik

Dept. of Linguistics, Univ. of Massachusetts at AmherstProf. Dr. Tom Roeper

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116 z a s

Department of pre-schooling education, Herzen Pädagogogische Universität St. Petersburg

Prof. Dr. Stella Ceytlin

Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Univ. BielefeldDr. Peter Kühnlein

Germanistisk Institutt, U OsloProf. Dr. Cathrine Fabricius-HansenDr. Bergljot Behrens

GLOW – International Society for Generative LinguisticsProf. Dr. Henk van Riemsdijk, U TilburgProf. Dr. Artemis Alexiadou, U Stuttgart

Haskins Laboratories, New HavenDr. Laura Koenig

Hungarian Academy of Sciences, BudapestProf. Dr. Katalin E.KissDr. Beáta GyurisProf. Dr. Christopher Piñon ILLC AmsterdamPD Dr. Reinhard BlutnerDr. Robert van RooijMichael FrankeDr. Frank VeltmanDr. Henk Zeevat

Institut de la Communication Parlée, GrenobleProf. Pascal Perrier

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Institut für deutsche Sprache (IdS), MannheimProf. Dr. Joachim BallwegDr. Eva BreindlProf. Dr. Bruno Strecker

Institut für Englische Philologie, FU BerlinProf. Dr. Ekkehard KönigDr. Renate Raffelsiefen

Institut für Kognitionswissenschaften, Univ. OsnabrückProf. Dr. Peter BoschDr. Jens MichaelisDr. Carla Umbach

Institut für Phonetik und sprachliche Kommunikation, LMU MünchenProf. Dr. Hans G. TillmannDr. Phil Hoole

International Project on Pre- and Protomorphology, Wien, ÖsterreichProf. Dr. Wolfgang Ullrich Dressler (Wien) IPDS KielDr. Christine MooshammerProf. Dr. Jonathan Harrington

Language Creation Research Group, Univ. AmsterdamDr. Norval SmithDr. Enoch AbohDr. Umberto Ansaldo

MPI-EVA, „Atlas of Pidgin and Creole Languages“, LeipzigDr. Susanne Michaelis

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118 z a s

MPI for Psycholinguistics, Language Acquisition Group, NijmegenDr. Christine Dimroth

Pionier Project „Case Cross-Linguistically,“ Universität NijmegenProf. Dr. Helen de HoopPeter de Swart

Queen Margaret University College, EdinburghPhD Jim ScobbiePhD Alan Wrench

Russian Academy of Sciences, Institute for Language Studies, St. PetersburgDr. Maria Voeikova

School of Languages, Linguistics and Culture, Univ. of ManchesterJohn Payne

School of Oriental and African Studies (SOAS), LondonDr. Lutz Marten, SOAS

Universidade de Lisboa, PortugalProf. Dr. Ines DuarteDr. Tjerk Hagemeyer

Universitätsklinikum Aachen , U AachenDr. Bernd J. Kröger

Università degli Studi di LecceDr. Barbara Gili Fivela

Universität Leiden, NLProf. Dr. Lisa ChengProf. Dr. Thilo Schadeberg

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Université Paris 3Martine TodaDr. Rachid Ridouane

Universität Tsukuba, JapanProf. Dr. Edson Miyamoto

Universität Verona, ItalienProf. Dr. Denis Delfitto

University of the West Indies, JamaicaDr. Silvia KouwenbergDr. Michele StewartDr. Rocky Meade

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

120 z a s

Bibliothek und Technik

Bibliothek

le ite r in Irina Busse

stude ntisc h e hilfs kra ft Ines Klinger

Die Bibliothek hat auch in diesem Jahr die an sie gestellten Aufgaben (i) Literaturbeschaf-fung entsprechend der Themen der Forschungsprojekte, (ii) Einarbeitung und Katalogi-sierung, (iii) Überwachung des Schriftentausches („ZAS Papers in Linguistics“ sowie er-haltene Tauschexemplare) und (iv) Beratung und Ausleihe erfüllt, trotz des Ausscheidens der Bibliothekarin Frau Sauer. Somit stehen nur noch eine Bibliothekarin und eine stu-dentische Hilfskraft zur Verfügung. Im Berichtszeitraum wurden 365 Bücher in den Bestand der Bibliothek aufgenom-men, 32 abonnierte Zeitschriften standen den Mitarbeitern und den wissenschaftlichen Gästen aus der ganzen Welt zur Verfügung. Internet-Recherchen sind genau so möglich wie der Zugriff auf 6 Zeitschriften mit Online-Nutzung. Damit erhöht sich der Bestand auf ca. 55800 Bibliothekseinheiten (gekaufte Literatur, Tauschexemplare sowie Geschenke von Mitarbeitern und Gästen). Der Schriftentausch ist auch in diesem Jahr konstant geblieben, 63 Exemplare (Nr. 46 – 48) der „ZAS-Paper in Linguistics“ wurden verschickt, 41 Ex. hat die Bibliothek als Tauschexemplare bekommen, 5 Tauschexemplare können online genutzt werden. Kurzinformationen über neue erworbene Literatur wurden per e-mail in unregelmä-ßigen Abständen verschickt. Mit der bibliothekarischen Bearbeitung der von der Bibliothek übernommenen Bücher von Prof. E. F. K. Koerner wurde begonnen. In der ‘E. F. K. Koerner Library’ werden neben Heften der Historiographia Linguistica alle in SiHoLS- und CILT-Reihen erscheinen-den Bände und Hefte der Zeitschrift „Diachronica“ aufbewahrt. Öffnungszeiten der Bibliothek: Montag – Freitag von 9 – 15 Uhr. Telefon: 20 192 -133 oder - 137.

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Alle Publikationen sind recherchierbar in der Bibliotheksdatenbank in der Bibliothek, am Arbeitsplatz der Mitarbeiter und über das Internet unter folgender Adresse: http://www.zas.gwz-berlin.de/index.html.de?lib

Technik

Das Jahr 2007 stand bereits seit Jahresbeginn unter dem Zeichen, dass es nach 12 Jahren das letzte Jahr unter der Trägerschaft der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG wer-den wird. Unsere Hoffnung, nach 2007 einen neuen Träger für die GWZ und damit auch für das Phonetik-Labor zu finden, wurde durch die positive Evaluierung durch den Wissen-schaftsrat gestärkt. Seit dem 1. 1. 2008 steht nun das Bundesministerium für Bildung und Forschung hinter uns. Wir konnten also in enger Zusammenarbeit mit der Humboldt- Universität ein neues modernes Phonetik-Labor in unserem neuen Domizil in der Schüt-zenstr. 18 in Berlin-Mitte aufbauen. Somit stehen dem Phonetik/Phonologie-Bereich erneut sehr gute Arbeits- und Ausbil-dungsmöglichkeiten im Bereich Forschung und Lehre in enger Zusammenarbeit ins-besondere mit der Humboldt-Universität und dem Institut für Phonetik der LMU Mün-chen sowie der TU Berlin und unserem französischen Partnerinstitut in Grenoble sowie der Universität Edinburgh zur Verfügung Das neue Labor besteht aus einem reflexionsarmen und schallisolierten sowie elek-tromagnetisch abgeschirmten Aufnahme- und Experimentalraum von Studioqualität so-wie einem Auswerteraum mit 3 Computerarbeitsplätzen unmittelbar neben den Experi-mentalräumen. Das Labor verfügt im Studio /Aufnahmeraum über mehrere PCs u. a. zur Ansteuerung des auf 10 Kanäle erweiterten elektromagnetischen Artikulografen AG 100 zur Erfassung von Zungen/Lippen/Kieferbewegungen sowie zum Betrieb des Laryngografen zur Erfas-sung des Schwingungsverhaltens der Stimmlippen. Der neue 3D-Artikulograf von Carstens Medizinelektronik wurde beantragt.

b i b l i o t h e k u n d t e c h n i k

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

122 z a s

Auch im Jahre 2007 wurden unsere in inzwischen mehr als 12 Jahren gewonnenen Erfahrungen in der Arbeit mit dem Artikulografen AG 100 intensiv genutzt. Wir führten eine Vielzahl von Messungen, in Verbindung mit synchronisiertem EPG und intraoralen Druckmessungen für unser DFG-Projekt, für die Humboldt-Uni und für auswärtige Ein-richtungen durch. Für intraorale Luftdruckmessungen wurde ein spezielles System in unserem Labor entwickelt. Es basiert auf einem ca. 13 mm x 1,5 mm kleinen Druckaufnehmer der Fa. Endevco, der an das PCquirer-Druckaufnahme system von SCICONRD elektronisch an-gepasst wurde. Die Druckaufnehmer (Sensoren) werden für die Experimente entweder direkt an den Gaumen (Übergang zwischen hartem und weichem Gaumen) angeklebt oder in Verbindung mit epg-Aufnahmen mittels eines kurzen Schlauchstückes am künst-lichen Gaumen (siehe Bild) befestigt! Somit kann gleichzeitig eine intraorale Druckmes-sung mit epg kombiniert werden. Außerdem wurde bei uns ein System zur Messung der Lippenverschlusszeiten ent-wickelt und in verschiedenen Experimenten erfolgreich eingesetzt. Im März 2007 besuchten uns John Ohala und Xavier Pelorson in unserem Phonetik-Labor. Sie beschäftigten sich mit dem Thema „Intraorale Luftdruckmessungen“ und führ-ten dazu verschiedene Experimente durch. Weitere Gäste unseres Phonetik-Labores waren u. a. auch Daniel Recasens, Phil Hoole und Claire Brutel-Vuilmet. Im Labor dient ein Rechner zum Betreiben des elektropalatografischen Systems EPG 3.0 zur Erfassung der Zungen-Gaumen-Kontakte (künstlicher Gaumen mit 62 eingear-beiteten Elektroden) beim Sprechen. Hier wurde eine Vielzahl von Aufnahmen durch-geführt. Außerdem können Luftstrom-und Luftdruckmessungen mit Hilfe der Rothen-berg-Maske sowie mit den Geräten von PCquirer von SCICONRD durchgeführt werden. Für unser Phonologie-Projekt wurden dazu Luftstrom / Luftdruckmessungen mit meh-reren Probanden ausgeführt. Sprachaufnahmen wurden auch in unserem Labor in Zusammenarbeit mit dem MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig/Berlin mit M. Friedrich sowie dem Sonderforschungsbereich 632 (S. Jannedy, K. Hartmann) der HUB / Uni Potsdam durchge-führt. Als Analyserechner dienen weitere vernetzte Personalcomputer u.a. mit dem umfang-reichen Programmpaket Matlab zur Signalanalyse und -bearbeitung, sowie der UCLA Phonological Segment Inventory Database (UPSID).

z a s 123

Die Möglichkeiten zur Videobearbeitung (von analogen und digitalen Medien) mit Matrox Video DVCPro/Premiere wurde weiterentwickelt. Vielfältige technische Hilfen wurden dem Zentrum für Literaturforschung in diesem Bereich und vor allem bei der Audiobearbeitung gewährt. Seit längerer Zeit nutzen wir zur Signalanalyse der akustischen Signale sowohl auf dem PC als auch auf dem MacIntosh in verstärktem Maße die Software PRAAT (Boersma, Weenink) sowie PCquirer/Synthworks von SCICONRD. Auf unserem MacIntosh steht uns die phonetische Hypercard-Datenbasis Sounds of the World‘s Languages (SOWL, P. Ladefoged / UCLA) zur Verfügung. Entsprechend unseres Lehrauftrages wurden mehrfach Besichtigungen unseres Labors durchgeführt, u.a. für Studenten der Medizinischen Akademie Berlin (Sabine Koppetsch). Unser Labor steht auch weiterhin allen Mitarbeitern sowie vielen Studenten zur wissen schaftlichen Arbeit bereit. Mehrmals wurde Feldforschung in verschiedenen Projekten mit den Geräten des Labors unterstützt. Für die Aufzeichnung, Bearbeitung, Auswertung und Wiedergabe insbesondere der akustischen Signale steht eine komplette digitale und analoge Studiotechnikausrüstung mit DAT-Recordern, digitalen Soundkarten (Terratec Phase 26), Kassettendecks (stationär und portabel), analogen Bandmaschinen, Filtern/Equalizern, Verstärkern, Lautsprechern, Schallplatten-und-CD-Abspielgeräten, elektronischer Messtechnik, Signalgeneratoren, Oszilloskop sowie dazugehöriger hochwertiger Mikrofontechnik und digitaler Video-technik für Studio- und Feldaufnahmen zur Verfügung. Videokamera und -recorder dienen nicht nur zur Ergänzung des Angebotes, sondern werden seit mehreren Jahren z. B. für Langzeitstudien mit Kindern im Projekt „Sprach-erwerb“ eingesetzt. Mit den Möglichkeiten unseres Phonetiklabors sind wir gegenüber allen Interessierten für Fragen, Probleme und Experimente offen.

b i b l i o t h e k u n d t e c h n i k

Jörg Dreyer erläutert die Arbeitsweise des Laryngographen zur Messung von Stimm-lippenschwingungen

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

124 z a s

Publikationen, Vorträge und Lehrtätigkeit

Veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten

Benz, AntonOn Relevance Scale Approaches. In: E. P. Waldmüller (ed.): Proceedings of Sinn und

Bedeutung 11, 91 – 105.mit Robert van Rooij: Optimal Assertions and what they Implicate. Topoi 27(1), 63 – 78.

Bittner, DagmarEarly functions of definite determiners and DPs in German first language acquisition.

In: Stark, Elisabeth, Elisabeth Leiss & Werner Abraham (eds.), Nominal determination. Typology, context constraints and historical emergence. Amsterdam/Philadelphia: Benjamins (Studies in Language Companion Series 89), 215 – 240.

Influence of animacy and grammatical role on production and comprehension of intersentential pronouns in German L1-acquisition. ZAS-Papers in Linguistics 48, 103 – 138.

mit Milena Kühnast, Natalia Gagarina, & Insa Gülzow: Acquisition of anaphoric pronouns by German-, Russian- and Bulgarian-speaking children. Proceedings of the 6th Discourse Anaphora and Anaphora Resolution Colloquium (DAARC 2007), Lagos, Portugal, 65 – 69.

Downing, Laura J.Explaining the role of the morphological continuum in Bantu spirantisation. Africana

Linguistica 13, 53 – 78.Focus and prominence in Chichewa, Chitumbuka and Durban Zulu. ZAS Papers in

Linguistics 49, 47 – 65.Review of Igikuria Phonology and Morphology by Jelle Cammenga. JALL 28, 224 – 227.Review of Reduplication: Doubling in Morphology by Sharon Inkelas & Cheryl Zoll.

Lingua 117, 1144 – 1149.mit Lisa Cheng: The prosody and syntax of Zulu relative clauses. In: Kula, Nancy C. & Lutz

Marten (eds.), Bantu in Bloomsbury: Special Issue on Bantu Linguistics. SOAS WPL 15, 51 – 63.

z a s 125

Dvorák, BoštjanSlovenian Clitic Pronouns and what is so special about them. In: M. Snoj & M. L.

Greenberg (eds.): Slovenski jezik / Slovene Linguistic Studies, Ljubljana / Lawrence; Založba ZRC / KU Hall Center for the Humanities, 209 – 233.

mit Ilse Zimmermann: The Slovenian Imperative in Embedded Clauses. In: P. Kosta & L. Schürcks (eds.): Linguistic Investigations into Formal Description of Slavic Languages, Peter Lang, 171 – 184.

Eckardt, RegineAn analysis for inherent focus on wh-phrases. In Proceedings of SuB 11, 2006. Universitat

Pompeu Fabra, Barcelona, 209 – 228.The syntax and pragmatics of embedded yes/no questions. In Kerstin Schwabe & Susanne

Winkler (eds.): On Information Structure, Meaning and Form, Amsterdam: John Benjamins, 447 – 467.

Licensing ‘or’. In: Uli Sauerland & Penka Stateva (eds.): Presupposition and Implicature in Compositional Semantics. Palgrave MacMillan, 34 – 70.

Frey, WernerSome contextual effects of aboutness topics in German. In: A. Späth (ed.): Interfaces and

Interface Conditions. Berlin, New York: Walter de Gruyter, 329 – 348.

Fuchs, Susannemit Jana Brunner & Anke Busler: Temporal and spatial aspects in the realisations of the

voicing contrast in German alveolar and postalveolar fricatives. Advances in Speech Language Pathology 9(1), 34 – 44.

mit Laura Koenig: The sensitivity of intraoral pressure in consonants and consonants clusters to following vowel context in German. Proceedings of the ICPhS Saarbrücken, 641 – 644.

mit Laura Koenig & Ralf Winkler: Weak clicks in German? Proceedings of the ICPhS Saarbrücken, 449 – 452.

mit Bernd Pompino-Marschall & Pascal Perrier: Is there a biological grounding of phono-logy? Determining factors, optimization and communicative usage. Proceedings of the ICPhS Saarbrücken, 219 – 224.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

126 z a s

mit Richard Ridouane & Phil Hoole: Interarticulatory timing in voiceless words: A photo electroglottographic study. Proceedings of the ICPhS Saarbrücken, 2049 – 2052.

mit Richard Ridouane & Phil Hoole: Voiceless schwa vs. nothing: Photoelectroglottographic data. Proceedings of Schwa(s)- VèmesJournées d’Études Linguistiques de Nantes.

mit Chakir Zeroual, Phil Hoole, & John Esling: EMA study of the coronal emphatic and non-emphatic plosive consonants of Moroccan Arabic. Proceedings of the ICPhS Saarbrücken, 397 – 400.

Gärtner, Hans-MartinLow Risk Quantifiers: A Game-Theoretical Approximation to the DP-Restriction on IV2-

Presentationals. In: Aloni, Maria et al. (eds.): Proceedings of the 16th Amsterdam Colloquium 2007. Amsterdam, ILLC, 103 – 108.

Infinitivische Fragen in Nebensatzfunktion. In: Das Forschungsjahr 2005. Jahresbericht der Geisteswissenschaftlichen Zentren Berlin, Nr. 10, 35 – 46.

mit Christian Ebert & Cornelia Endriss: An Information Structural Account of Integrated Verb Second Clauses. Research on Language and Computation 5, 415 – 434.

mit Jens Michaelis: Locality Conditions and the Complexity of Minimalist Grammars: A Preliminary Survey. In: Kepser, Stephan & James Rogers (eds.): Proceedings of the ESSLLI Workshop on Model Theoretic Syntax at 10, Dublin, 89 – 100.

mit Jens Michaelis: Some Remarks on Locality Conditions and Minimalist Grammars. In: Sauerland, Uli & Hans-Martin Gärtner (eds.): Interfaces + Recursion = Language? Chomsky’s Minimalism and the View from Syntax-Semantics, Berlin: Mouton de Gruyter, 161 – 195.

Gagarina, NataliaThe hare hugs the rabbit. He is white ... Who is white? Anaphoric reference in Russian.

ZAS Papers in Linguistics 48, 133 – 149.What happens when adults often use infinitives? In: Gülzow, Insa & Natalia Gagarina

(eds.), Frequency effects in language acquisition. Berlin: de Gruyter. SOLA Series, 205 – 233.mit Insa Gülzow: Noun phrases, pronouns and anaphoric reference in young children

narratives. ZAS Papers in Linguistics 48, 203 – 223.mit Ursula Stephany, Maria Voeikova, Anastasia Christofidou, Gordana Hrzica, Melita

Kovacevi´c, & Marijan Palmovi´c: Strongly inflecting languages: Russian – Croatian – Greek. In: Laaha, Sabine and Steven Gillis (eds.), Emergence of nominal and verbal morphology from a typological perspective. Antwerp Papers in Linguistics, 35 – 46.

mit Sharon Armon-Lotem & Olga Gupol: Developmental variation in the acquisition of L1 Russian verb inflection by monolinguals and bilinguals. In: H. Caunt-Nulton, S. Kulatilake & I-hao Woo (eds.), On-Line Supplement to the Proceedings of BUCLD 31. Somerville, MA: Cascadilla Press, 1 – 11.

z a s 127

Gülzow, Insasiehe Bittner, Dagmar und Gagarina, Natalia

Jäger, GerhardMaximum Entropy Models and Stochastic Optimality Theory. In: Annie Zaenen, Jane

Simpson, Tracy Holloway King, Jane Grimshaw, Joan Maling, and Chris Manning (eds.), Architectures, Rules, and Preferences. Variations on Themes by Joan W. Bresnan, CSLI Publications, Stanford, 467 – 479.

Evolutionary Game Theory and Typology. A Case Study, Language 83(1), 74 – 109.mit Stephan Kepser: Automata, complexity, and Optimality Theory. In: Gerlof Bouma,

Irene Krämer and Joost Zwarts (eds.), Cognitive Foundations of Interpretation, KNAW, Amsterdam, 95 – 110.

Jannedy, Stefaniemit Marc Brunelle: Social Factors in the Perception of Vietnamese Tones. Proceedings of the

16th International Congress of Phonetic Sciences, 1461 – 1464.

Koerner, E. F. Konrad„Introducción: La Historiografía de la Lingüística: Pasado, presente, futuro.“ In: J. Dorta et

al. (eds.), Historiografía lingüística en el ámbito hispánico: Fundamentos epistemológicos y metodológicos. Madrid: Arco / Libros, 15 – 56.

Jezikoslovna historiografija: Metodologija i praksa [Linguistic historio graphy: Methodology and practice]. Zagreb: Tusculanae Editiones.

Krifka, ManfredNegated antonyms: Creating and filling the gap. In: Uli Sauerland & Penka Stateva (eds.),

Presupposition and implicature in compositional semantics, Palgrave Studies in Pragmatics, Language and Cognition, Palgrave Macmillan, 163 – 177.

Basic notions of information structure. In: C. Féry, G. Fanselow & M. Krifka (eds.), Interdisciplinary Studies of Information Structure (ISIS) 6, Potsdam: Universitätsverlag Potsdam, 13 – 56.

Functional similarities between bimanual coordination and topic/comment structure. In: Ishihara, S., Jannedy, S. & Schwarz, A. (eds.), Interdisciplinary Studies on Information Structure (ISIS) 8, Potsdam: Universitätsverlag Potsdam, 39 – 59.

Approximate interpretation of number words: A case for strategic communication. In: Gerlof Bouma, Irene Krämer & Joost Zwarts (eds.), Cognitive foundations of interpretation, Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschapen, Amsterdam, 111 – 126.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

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128 z a s

Kühnast, MilenaProduction and comprehension of intersentential pronominal reference in early child

Bulgarian – an experimental study. ZAS Papers in Linguistics 48, 171 – 202.siehe auch Bittner, Dagmar Lang, Ewald mit Marcela Adamíková: The lexical content of connectors and its interplay with

intonation. In: A. Späth (ed.), Interfaces and Interface Conditions, Berlin-New York: De Gruyter, 199 – 230.

Law, PaulTopicalization in Malagasy, Tagalog and Tsou. In: Kerstin Schwabe & Susanne Winkler

(eds.), On Information structure, Meaning and Form. Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins, 129 – 154.

The syntactic structure of the Malagasy cleft construction. Natural Language and Linguistic Theory 25, 765 – 823.

Maienborn, ClaudiaOn Davidsonian and Kimian states. In: I. Comorovski & K. von Heusinger (eds.),

Existence: Semantics and Syntax. Berlin, Springer, 107 – 130.Das Zustandspassiv: Grammatische Einordnung – Bildungsbeschrän kungen –

Interpretationsspielraum. Zeitschrift für germanistische Linguistik 35, 83 – 115.Regina Pustet, Copulas. Universals in the Categorization of the Lexicon. Oxford

University Press. 2003. Rezensionsartikel; Studies in Language 31/1, 232 – 244.

Meinunger, AndréAbout object ‘es’ in the German ‘Vorfeld’. Linguistic Inquiry 38.3, 553 – 563.Der Dativ im Deutschen – Eine Verständnishilfe für das Phänomen der gespaltenen

Ergativität. Linguistische Berichte 209, 3 – 33.In the Mood of Desire and Hope: Remarks on the verb second phenomenon, the nature of

volitional predicates, ‘Konjunktiv’, and speculations on illocution. In: L. De Saussure et al. (eds.): Tense, Mood and Aspect. Amsterdam: Cahiers Chronos, Rodopi, 155 – 176.

Pape, DanieleLearning Software professionell erstellen – Anleitung eines interaktiven Lernprogramms zur

MP3-Audiokompression, VDM-Verlag: Saarbrücken.

Patin, CédricShingazidja focus hierarchy. Nouveaux Cahiers de linguistique française 28, 147 – 154.mit J. M. Beltzung: Quand le schwa n’est pas là... Schwa et consonnes syllabiques en copte.

Proceedings of Schwa(s)- Vèmes Journées d’Études Linguistiques de Nantes (JEL’2007), 15 – 20.

z a s 129

Pompino-Marschall, Berndsiehe Fuchs, Susanne

Sauerland, UliBeyond Unpluggability. Theoretical Linguistics 33, 231 – 236.German Plural Negatives with Plural-Individual-Level Predicates. Snippets 14, 6 – 7.Flat Binding. In: U. Sauerland & H.-M. Gärtner (eds.), Interfaces + Recursion = Language?

Chomsky’s Minimalism and the View from Syntax-Semantics. Berlin: Mouton de Gruyter, 197 – 254.

Focus Dependency as Structure Sharing. In: E. Puig-Waldmüller (ed.), Proceedings of Sinn und Bedeutung 11. Universitat Pompeu Fabra, Barcelona, Spanien, 510 – 524.

Einträge zu Compositionality, Presupposition und Traces (je 1000 Wörter). In: P.C. Hogan (ed.), The Cambridge Encyclopedia of the Language Sciences. Cambridge, UK: Cambridge University Press.

mit Hans-Martin Gärtner: Preface. In: U. Sauerland & H.-M. Gärtner (eds.), Interfaces + Recursion = Language? Chomsky’s Minimalism and the View from Syntax-Semantics. Berlin: Mouton de Gruyter, v – vi.

mit Mathias Schenner: Shifting Evidentials in Bulgarian. In: E. Puig-Waldmüller (ed.), Proceedings of Sinn und Bedeutung 11. Universitat Pompeu Fabra, Barcelona, Spanien, 495 – 509.

mit Penka Stateva: Scalar vs. Epistemic Vagueness. Proceedings of SALT 17, Cornell University, Ithaca, NY.

mit Penka Stateva: Introduction. In: U. Sauerland & P. Stateva (eds.), Implicature and Presupposition in Compositional Semantics. Houndmills, UK: Palgrave McMillan, 1 – 11.

Schenner, Mathiassiehe Sauerland, Uli

Schwabe, KerstinInterrogative complement clauses. In: K. Schwabe & S. Winkler (eds.), On Information

Structure, Meaning and Form, Amsterdam, John Benjamins, 425 – 446. Old and new propositions. In: A. Späth (ed.), Interface and Interface Conditions. Language,

Context and Cognition. Berlin: Mouton de Gruyter, 97 – 114.mit Susanne Winkler: Introduction to „On Information Structure, Meaning and Form:

Generalizations across languages.“ In: K. Schwabe & S. Winkler (eds.), On Information Structure, Meaning and Form, Amsterdam: John Benjamins, 1 – 32.

Steinkrüger, PatrickLas vías y los resultados variados de la influencia léxica española en Filipinas: Entre el

préstamo y la criollización, In: W. Mihatsch & M. Sokol (eds.), Lenguas en contacto y cambio lingüístico en el Caribe y más allá, Frankfurt a. M.: Peter Lang.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

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130 z a s

Notes on Ternateño (a Philippine Spanish Creole), Journal of Pidgin and Creole Languages 22:2, 367–378.

Stiebels, BarbaraTowards a typology of complement control. In: B. Stiebels (ed.), ZAS Papers in

Linguistics 47, 1 – 80 (inkl. Questionnaire).

Strigin, AnatoliParadigmatic Scale Building in OT: The Case of Strong Verbs in German, Rutgers

Optimality Archive #936.

Veenstra, TonjesVerb Allomorphy in French-related Creoles and the Syntax-Phonology Interface.

Proceedings of NELS 37. Amherst, Mass.: GSLA Publications.

Zygis, MarzenaWhy do we need perceptually based features? Formal Description of Slavic Languages 7,

142 – 144.O szczegolnych cechach audytywnych wibrantow. [Some remarks on special auditive

properties of trills.]. Logopedia 27, 75 – 81.mit Bozena Cetnarowska: Phonetic syllabification and morphological parsability: the

case of prefixed words in Polish. In: J. Arabski (ed.), Challenging tasks for Psycholinguistics in the new century. Katowice: Uniwersytet Sla˛ski, 149 – 163.

mit Jaye Padgett: The Evolution of Sibilants in Polish and Russian. Special volume on Slavic Phonology. Journal of Slavic Linguistics 15.2, 291 – 324.

Herausgebertätigkeit

Bittner, Dagmar mit Natalia Gagarina: Intersentential Pronominal Reference in Child and Adult

Language. ZAS-Papers in Linguistics 48.

Gärtner, Hans-Martinmit Uli Sauerland: Interfaces + Recursion = Language? Chomsky’s Minimalism and the View

from Syntax-Semantics. Berlin: Mouton de Gruyter.

Gagarina, Nataliamit Insa Gülzow: Frequency effects in language acquisition. Berlin: de Gruyter.siehe auch Bittner, Dagmar

z a s 131

Koerner, E. F. KonradEdward Sapir: Critical Assessments of Leading Linguists. 3 vols. London & New York:

Routledge.Historiographia Linguistica. [Zeitschrift].Studies in the History of the Language Sciences. [Monographie-Reihe].Current Issues in Linguistic Theory. [Monographie-Reihe].

Krifka, ManfredTheoretical Linguistics. [Zeitschrift]. mit Caroline Féry: Interdisciplinary Studies of Information Structure 6. Arbeitspapiere des

SFB 632.

Sauerland, Uli mit Penka Stateva: Implicature and Presupposition in Compositional Semantics. Houndmills,

UK: Palgrave McMillan.siehe auch Gärtner, Hans-Martin

Schwabe, Kerstin mit Susanne Winkler: On Information Structure, Meaning and Form, Amsterdam:

John Benjamins.

Stiebels, BarbaraStudies in complement control. ZAS Papers in Linguistics 47.

Dissertationen und Habilitationen (siehe auch Abschnitt 1.1)

Dissertation Geng, Christian A Cross-Linguistic Study on the Phonetics of Dorsal Obstruents. Humboldt Universität

zu Berlin.

Haida, AndreasThe Indefiniteness and Focusing of Wh-Words. Humboldt-Universität zu Berlin.

Pape, DanielMicroprosodic differences in a cross-linguistic vowel comparison of speech production

and speech perception. Humboldt-Universität zu Berlin.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

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Patin, CédricLa tonologie du shingazidja, langue bantu (G44a) de la Grande Comore : nature,

formalisation, interfaces. Université Paris 3.

Vorträge Benz, AntonOptimal Answers and their Implicatures. Semantikzirkel (ZAS), 15. 01. 2007.Preferences and the Implicatures of Answers and Embedded Questions. Workshop on the

Roots of Pragmasemantics, Szklarska Poreba, Polen, 23. 02. 2007Towards a Framework for Bidirectional Optimality Theory in Dynamic Contexts.

Konferenz „Bidirectional Optimality Theory,“ ZAS, Berlin, 05. 05. 2007.Some Remarks on Implicatures in Decision Contexts. 7. Treffen des Semantiknetzwerks,

ZAS, 09. 06. 2007.Language, Games, and Evolution. Workshop „ Language, Games, and Evolution,“

ESSLLI 07, Dublin, 06. 08. 2007.Scalar Implicatures and Implicatures of Irrelevant Answers. 7. Tbilisi Symposium,

02. 10. 2007.On Implicatures in Decision Contexts with Multiple Objectives. Konferenz „Games and

Decisions in Pragmatics,“ ZAS, Berlin, 23. 11. 2007.Ergativity and the Object-Oriented Representation of Verb Meaning. ZAS-Forum

„Computational Paradigms and Language Structure,“ Berlin, 30. 11. 2007.

Bittner, DagmarInfinite contrasts in the acquisition of verb inflection– evidence from normally

developing and SLI children in German, 29. DGfS Jahrestagung, Siegen. 01. 03. 2007.Kasus und Kasuserwerb im Deutschen. Conference on Issues in Comparative Germanic

Morphosyntax, Neapel.mit Natalia Gagarina, Milena Kühnast & Insa Gülzow: Comprehension and production of

anaphoric demonstratives by German, Bulgarian and Russian speaking children, 29. DGfS Jahrestagung, Siegen. 01. 03. 2007.

mit Natalia Gagarina, Insa Gülzow & Milena Kühnast: Anaphoric elements in discourse. Workshop on Information Structure in Adult and Child Language, MPI Nijmegen, 31. 03. 2007.

mit Milena Kühnast: Belebtheit und syntaktische Rolle im Erwerb intersententialer Anaphernresolution, ZAS Berlin.

siehe auch Gagarina, Natalia

z a s 133

Cook, PhilippaGood topic, bad topic – on argument structure and topicality. Workshop „What’s the

Topic,“ Universität Nijmegen, 24. 01. 2007.Contrast and German partial-VP-topicalization involving subjects. Workshop on

Contrast, ZAS Berlin, 04. 05. 2007.

Downing, Laura J.Focus prosody without accent in Chichewa, Zulu and Chitumbuka. Word Accents and

Tones in Sentence Perspective: Gösta Bruce 60th Birthday Symposium, Lund University, 10. 01. 2007.

Optimality Theory and African language phonology. ACAL 38/ALTA 11, University of Florida, 22. – 25. 03. 2007.

On pitch lowering not linked to voicing: the case of Southern Bantu depressors. Workshop on Segments and Tone, Meertens Institut/University of Amsterdam, 07. – 08. 06. 2007.

Focus and prominence in Chichewa, Chitumbuka and Durban Zulu. Workshop on Intonational Phonology: Understudied or Fieldwork Languages. ICPhS 2007 Satellite Meeting, Saarland University, 05. 08. 2007.

African languages and the typology of focus prosody. ALT VII adjacent event, Typology of African languages, Paris, 24. 09. 2007.

Comparative prosody of relative clauses in three Bantu languages. International Bantu conference, Göteborg University, 04. – 06. 10. 2007.

Prosodic phrasing in relative clauses: a comparative look at Zulu, Chichewa and Chitumbuka. Workshop on Prosodic and phonological phrasings in Bantu Languages, ILPGA, Paris, 14. 12. 2007.

mit Lisa Cheng: Phonology and syntax at the left edge in Zulu. Workshop „What’s the TOPIC?,“ Centre for Language Studies, Radboud University Nijmegen, 23. – 24. 01. 2007.

mit Al Mtenje: Chichewa relative clauses. Linguistisches Kolloquium am Seminar für Afrikawissenschaften, Humboldt Universität, Berlin, 26. 06. 2007.

mit Yukiko Morimoto: A new look at verb raising in Bantu object relatives. LFG-07, Stanford, 26. 07. 2007.

mit Al Mtenje: Relative clause types in Chichewa. CALL 37, Leiden University, 27. – 29. 08. 2007.

mit Al Mtenje: The ordering and prosodic phrasing of nominal modifiers in Chichewa. The structure and interpretation of nouns and noun phrases: Bantu, Chinese, Romance, International Net-workshop 1, SOAS London, 29. 11. – 01. 12. 2007.

Dvorák, BoštjanClitic Intonation in Slovenian. A Stress and Strength Analysis. Symposium „Word Accents

and Tones in Sentence Perspective.“ Uni Lund, 10. 01. 2007.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

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134 z a s

Effekte und Ursachen der Sonderstellung der Kopula bei der 3. Person Sg., Workshop „The 3rd Person Exception in Slavic,“ ZAS, 12. 01. 2007.

Kärntner Slowenen zwischen Staat, Nation und Sprache. V. Ostblick-Kongress, Ethnische Minderheiten zwischen Isolation und Kultur vermittlung, Uni Tübingen, 13. 01. 2007.

Linguistic Methods, Work and Role of Friderik Baraga. Quinto Congreso International de Linguistica Misionera, UACSHUM, Merida, 17. 03. 2007.

Loanwords, Structures and Conserving Strategies for Endangered Algonquian Languages. Conference of the Georgetown Linguistics Society 2007, Language and Globalisation, Georgetown, 31. 03. 2007.

Mixed and Creole Languages: Grammatical Complexity and the Case of Michif. 52nd Annual International Linguistic Association, ILA 2007, New York, 01. 04. 2007.

Between Conjunction and Adversativity: The use of ‹pa› in modern Slovenian. 5th Midwest Slavic Conference, OSU Columbus, 13. 04. 2007

Loans and Language Contact: Complex Structures of Algonquian and French Cree. CAFIC-IACS Konferenz, Harbin, 23. 06. 2007.

Michif – the language of the Métis. Tagung „The Métis, An Aboriginal Canadian Nation: An ELT Project for German Secondary Schools.“ Uni Greifswald, 26. 10. 2007.

mit Patrick Steinkrüger: Loans and Language Contact Models in Algonquian and French Cree, ICLK 2007, Seoul, 20. 01. 2007.

mit Patrick Steinkrüger: Dominant Morphology and Language Contact in Algonquian. Workshop on Structure and Constituency of the Languages of the Americas, WSCLA 12, Uni Lethbridge, 30. 04. 2007.

Feldhausen, IngoObviation in Romance: Subjunctive vs. Infinitive. ZAS Berlin, 31. 05. 2007.Zur Prosodie komplexer Strukturen im Katalanischen. Universität Hamburg, 19. 06. 2007.Zur Intonation im Katalanischen. Universität Tübingen, 12. 06. 2007.Prosodic Phrasing in Catalan Dislocation Structures. XXX. Romanistentag, Wien,

23. – 27. 09. 2007.

Frey, WernerEine Anmerkung zur Insel-Sensitivität der Linksversetzung. Universität Frankfurt,

07. 02. 2007.Some observations on the clausal syntax of German and the notion of Contrast.

3rd Workshop on Contrast, ZAS, Berlin, 03. 05. 2007.Zur syntaktischen Kodierung von Kontrast (Emphase) im Deutschen. Universität

Tübingen, 17. 12. 2007.

z a s 135

Fuchs, SusanneOn the influence of vocal tract geometry on articulatory control strategies, acoustics and

their respective variability in vowel production. Demo for the Christian Benoit Award, Interspeech Antwerp (Belgium), 30. 08. 2007.

mit Jana Brunner, Martine Toda & Pascal Perrier: Motor equivalence versus featural enhancement. Conference on „Where do features come from? Phonological primitives from the brain, mouth, and the ear.“ Paris, 04. 10. 2007.

mit Claire Brutel-Vuilmet: Rate effects on aerodynamics of intervocalic stops. ZAS Phonetics & Phonology Workshop, Berlin, 18. 12. 2007.

mit Laura Koenig & Ralf Winkler: Weak clicks in German? ICPhS Saarbrücken, 09. 08. 2007.

mit Jelena Krivokapic & Anke Busler: Prosodische Grenzphänomene in satzinitialer Position. ZAS Berlin, 08. 11. 2007.

mit Martine Toda: Können biologische oder soziophonetische Faktoren die Unterschiede im /s/ zwischen Männern und Frauen erklären? ZAS Berlin, 23. 10. 2007.

mit Martine Toda: Do differences in male versus female /s/ reflect biological factors or sociophonetic ones? GIPSA lab (ICP) Grenoble, 31. 10. 2007.

mit Marzena Zygis: Voicing in affricates from the aerodynamic perspective. ZAS Phonetics & Phonology Workshop, Berlin, 18. 12. 2007.

Gärtner, Hans-MartinSome Concepts and Consequences of Stablerian Minimalist Grammars. Graduierten-

kolleg Leipzig, 10. 01. 2007.On Object-Shift in Icelandic and Partial Iconicity. Workshop on „Object Positions“,

Aarhus, Dänemark, 18. 01. 2007.Remarks on the Syntactic Encoding of Speech Acts and Point of View in the Left

Periphery. (i) Institut für Linguistik und Literaturwissenschaft, Universität Bielefeld, 31. 01. 2007.

(ii) Workshop on „The Roots of Pragmasemantics 7“, Szklarska Poreba, Polen, 24. 02. 2007.(iii) CNRS, Paris, 22. 03. 2007.(iv) Linguistikarbeitstreffen, Thomasberg, Österreich, 30. 06. 2007.Kategorialgrammatische Grundlagen zur Behandlung linearisierungs- und intonations-

abhängiger Skopierungsphänomene. Universität Mainz, 12. 02. 2007.Low Risk Quantifiers: A Game-Theoretical Perspective on Pre-Topics in IV2-

Presentationals. Workshop on „Bidirectional Optimality Theory“, ZAS Berlin, 05. 05. 2007.

A PLG Approach to Pronouns and their Antecedents. GGS, Konstanz, 20. 05. 2007.On the Clause Linking Approach to Malagasy „No“-Marking. Konferenz „Beyond ‘Focus’

and Ergativity: Towards a More Comprehensive View of Austronesian Morphosyntax.“ ZAS Berlin, 15. 09. 2007.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

136 z a s

Some Remarks on Indexical Shift in Slave. International Conference on Quotation and Meaning. Universität Mainz, 19. 10. 2007.

Low Risk Quantifiers: A Game-Theoretical Approximation to the DP-Restriction on IV2-Presentationals. 16th Amsterdam Colloquium, 19. 12. 2007.

mit Beáta Gyuris: Interpreting „Vajon“. International Conference on the Structure of Hungarian, NYU & CUNY, New York, 24. 05. 2007.

mit Andreas Haida: Reflections on Exclamatives: An Initial Survey of Current Approaches. Workshop “La Structure des Types de Phrase“, CNRS, Paris, 17. 11. 2007.

Gagarina, NataliaAnnotation und Analyse von deutschen und russischen Spracherwerbskorpora.

Universität Tübingen, 01. 2007.Comprehending Russian aspectual pairs with Uncle Peter. COST Action 33 Conference,

Berlin, 15. – 17. 02. 2007.Functional and modal elements in child Russian. DGfS Tagung, Siegen, 01. 03. 2007.The development of discourse in language. Staatliche Pädagogische Herzen-Universität,

St. Petersburg (in Russ.). 04. 2007.Die pronominale Referenz bei mono- und bilingualen Deutsch-Russischen Kindern.

Eingeladener Vortrag, SFB Mehrsprachigkeit, Universität Hamburg 06.2007.Deutsch-Englischer Bilingualismus: allgemeine Punkte und praktische Empfehlungen.

Eine Vorlesung für die Erzieher und Eltern des Deutsch-Englisch bilingualer Kindergarten, Berlin, 06. 2007.

Verb categories in a bilingual German-Russian child. 2nd Congress of the Slavic Linguistic Society, Berlin, 22. – 26. 08. 2007.

mit Dagmar Bittner, Milena Kühnast & Insa Gülzow: Acquisition of anaphoric pronouns by German-, Russian-, and Bulgarian-speaking children. 6th Discourse Anaphora and Anaphor Resolution Colloquium. Lagos (Algarve), 29. – 30. 03. 2007.

mit Sigal Uziel-Karl: From protomorphology to morphology, Workshop Pre- and Proto-morphology in language acquisition, Universität Wien, 03. – 07. 02. 2007.

siehe auch Bittner, Dagmar

Geng, ChristianCross-linguistic study of coarticulation patterns in velar and palatal stop realization.

Workshop „Phonology & Phonetics at ZAS 5“, 18. 12. 2007.

Haida, AndreasReconsidering the Indirect Dependency Approach to Wh-Scope Marking, SALT XVII,

University of Connecticut, Storrs. 13. 05. 2007.The Semantics of Successive Cyclic Wh-Movement. 7. Treffen des Semantiknetzwerks,

Berlin. 08. 06. 2007.

z a s 137

Wh-Exclamatives as Self-Answering Questions. CNRS, Paris, 28. 06. 2007.W-Exklamative als selbstbeantwortende Fragen. Studentisches Forum Linguistik,

Universität Münster, 20. 11. 2007.siehe auch Gärtner, Hans-Martin

Jannedy, StefanieAspects of Prosody in Vietnamese. Satellite Workshop Laboratory Phonology:

Understudied or Fieldwork Languages. International Congress of Phonetic Sciences (ICPhS) in Saarbrücken, 06. – 10. 08. 2007.

mit Marc Brunelle: Social & Regional Effects on the Perception of Vietnamese Tones. International Congress of Phonetic Sciences (ICPhS) in Saarbrücken, 06. – 10. 08. 2007.

mit Ines Fiedler: Quantitative Explorations on Ewe Focus Prosody. Satellite Workshop Laboratory Phonology: Understudied or Fieldwork Languages. International Congress of Phonetic Sciences (ICPhS) in Saarbrücken, 06. – 10. 08. 2007.

mit Ines Fiedler: Tone and Intonation in Ewe. Phonetics & Phonology at ZAS. 18. 12. 2007.

Kasimir, ElkeConstructions of the type: the word „steeplechase.“ Semantikzirkel (ZAS), 08. 10. 2007.Metalinguistic quotation, narrow nominal apposition, and cognitive significance.

International Conference on Quotation and Meaning (ICQM), Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, 20. 10. 2007.

Krifka, ManfredPostposed additive particles – Markers of givenness? Workshop on Information Structure

in Child and Adult Language, Max Planck Institute of Psycholinguistics, Nijmegen, 30. 03. 2007.

More on the difference between ‘more than two’ and ‘at least three’. University of California at Santa Cruz, 26. 04. 2007.

Approximation as strategic communication. (i) West Coast Conference on Formal Linguistics (WCCFL), University of California at Berkeley, 28. 04. 2007.

(ii) Institute of Cognitive Science, Universität Osnabrück, 23. 05. 2007.Stressed postposed additive particles as markers of givenness. Dept. of Linguistics,

Stanford University, 01. 05. 2007.Grundbegriffe der Informationsstruktur. LIPP Symposium, Universität München,

22. 06. 2007.Bimanuale Koordination und Topik/Kommentar-Struktur. Berlin Gesture Center,

Museum für Kommunikation, 29. 06. 2007.Masses and countables: Cognitive and linguistic factors. Workshop on the syntax and

semantics of measurement, CASTL, University of Tromsø, 17. 09. 2007.Basic notions of information structure. XXX. Romanistentag, Workshop Fokus und

Hintergrund in den romanischen Sprachen, Universität Wien, 24. 09. 2007.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

138 z a s

Bimanuale Koordination und Topik/Kommentar-Strukturierung. Universität Bielefeld, 12. 12. 2007.

Fünf linguistische Schnittstellen, Universität Bielefeld, 12. 12. 2007.

Kühnast, MilenaAcquisition of null pronouns in a discourse configurational language – an experimental

study. GLOW in Asia IV: Parametric Syntax and Language Acquisition. Hong Kong, 27. – 29. 12. 2007.

siehe auch Bittner, Dagmar und Gagarina, Natalia

Lang, EwaldMeaning transfer in text comprehension. Kolloquium des FB Kognitionswissenschaften

der Univ. Osnabrück, 30. 05. 2007.

Law, PaulThe impersonal construction in Tagalog. The 14th Annual Conference of the

Austronesian Formal Linguistic Association, McGill University, Montréal, Canada. 04. 05. 2007.

The Goal relative clauses in Tagalog. The ‘Beyond Focus and Ergativity’ Workshop, ZAS, Berlin, 13. 09. 2007.

Ludwig, RainerContrast for Two. Sinn und Bedeutung 12, Oslo, 20. 09. 2007.

Maienborn, ClaudiaAd hoc categorization in context: The case of stative passives, International Conference

„Concept Types and Frames in Language, Cognition, and Science,“ Düsseldorf, 20. 08. 2007.

Sprache und Raum: Räumliche Orientierung durch die Brille der Grammatik. Ringvorlesung „Kognitionswissenschaft“ Uni Tübingen, 19. 07. 2007.

Zustandspassiv oder Resultativ? Überlegungen zur Distribution, Interpre tation und Verarbeitung des sog. Zustandspassivs. Universitetet Oslo; SPRIK, 08. 06. 2007.

Meinunger, AndréInformationsstrukturelle Gesetzmäßigkeiten der topologischen Felder im Deutschen (im

Vergleich zu anderen Sprachen), Freie Universität Berlin, 18. 01. 2007.Verbstellung und Präsupposition, Universität Paderborn, 07. 02. 2007.About Verb Second in Germanic and Mood Selection in Romance, XXX. Romanistentag,

Wien. Workshop: Modus und Modalität in romanischen Sprachen, 25. 09. 2007.

z a s 139

mit L. Bartels, J. Heide, A. Lorenz & F. Burchert: Welchen Einfluss haben Stamm- und Ganzwort-Frequenz auf die Verarbeitung von derivierten Verben im Deutschen, (Poster), 1. Herbsttreffen Patholinguistik Potsdam / Griebnitzsee, 24. 11. 2007.

mit J. Heide, A. Lorenz & F. Burchert: Morphological processing of German prefixed verbs and non-words?, 25th European Workshop on Cognitive Neuropsychology, Bressanone, 21. – 26. 01. 2007.

Morimoto, YukikoDOM in Sesotho double object applicatives. Workshop „Case Marking in Bantu and

Romance,“ Stuttgart, 11. 05. 2007.mit Aria Adli: Variation. ZAS-Forum, 06. 12. 2007.siehe auch Laura Downing

Pape, DanielHuman pitch perception: Cross-linguistic similarities and differences for professional

musicians and non-musicians“, ICoMCS, SummerFest 2007, Sydney, Australia.

Patin, CédricAccent Variability and Focus Hierarchy in Shingazidja. 38th Annual Conference on

African Linguistics, University of Florida, Gainesville (Florida), 22. – 24. 03. 2007.Shingazidja Focus Hierarchy. 2nd Symposium «Prosody Discourse Interface», Geneva

(Switzerland), 12. – 14. 09. 2007.The augment in Shingazidja. International Network: The structure and interpretation of

nouns and noun phrases: a comparative study on Bantu, Chinese and Romance, 1st meeting, SOAS (London), 29. 11. – 01. 12. 2007.

mit J. M. Beltzung: A Government Phonology Analysis of Syllabic Consonants in Coptic, 15th Manchester Phonology Meeting. Manchester (UK), 24. – 26. 05. 2007.

mit J. M. Beltzung: Quand le schwa n’est pas là... Schwa et consonnes syllabiques en copte. Schwa(s)- Vèmes Journées d’Études Linguistiques de Nantes (JEL’2007). Nantes (France), June 27. – 28. 06. 2007.

Pohl, EdmundW-Infinitive im Englischen: Synchrone und historische Aspekte. Graduiertentreffen

Frankfurt/ZAS/HU, Berlin, 16. 06. 2007.

Pompino-Marschall, BerndDer sprechende Körper. DGSS-Studenten forum, Jena, 05. 2007.mit Sabine Kowal & Dan O’Connell: Some phonetic notes on emotional expressions:

Laughter, interjections and weeping. Workshop „The Phonetics of Laughter“, Saarbrücken, 08. 2007.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

140 z a s

Sabel, JoachimHerleitung spiegelbildlicher Wortstellungsbeschränkungen im Deutschen (SOV) und

Madagassischen (VOS). Universität zu Köln, 17. 01. 2007Konstituentenabfolgen in Sprachen mit spiegelbildlicher Wortstellung (SOV vs. VOS)

und die Konsequenzen für die Herleitung von Lineari sierung in der Grammatik. Universität Mainz, 09. 02. 2007

The postverbal order of arguments and adjuncts in Austronesian. Conference on Oceanic Languages (COOL 7), Université de la Nouvelle-Caledonie, 04. 07. 2007

Adjunct Extraction in Malagasy. Conference „Beyond Focus and Ergativity“, ZAS, 14. 09. 2007

The double object construction in Malagasy. Conference „Ditransitive Constructions, Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology, Leipzig, 24. 11. 2007

Sauerland, UliFocus and the Semantic Typology of Reciprocals. Reciprocals Cross-Linguistically, Freie

Universität Berlin, 02. 12. 2007.Pseudosloppy Readings in Flat Binding. Colloque de Syntaxe et Sémantique à Paris

(CSSP), École Normale Supérieure, 05. 10. 2007Hardt’s Surprising Sloppy Readings: A flat-binding account. Sinn und Bedeutung 12,

Universität Oslo, 21. 09. 2007.Kommentator für „Wie die Sprache unser Denken beeinflusst–Neue Sichtung eines alten

Themas.“ Öffentliches Symposium anlässlich des Jahres der Geisteswissenschaften 2007, Humboldt Universität zu Berlin, 11. 2007.

Lessons from Over-Informativity. Workshop on Implicatures, Centre for the Study of Mind in Nature, Universität Oslo, Norwegen, 11. 2007.

Deriving the Parenthetical Use of Embedding Verbs. CHLaSC Meeting, University of Manchester, UK, 08. 2007.

Vagueness and Approximation. Tokyo Area Semantics Group, National Institute for Informatics, Tokyo, Japan, 07. 2007.

Dark Structure. Thomasberg Workshop, Thomasberg, Österreich, 07. 2007.Flat Binding. Formal Semantics in Moscow, Moscow State University, Moskau, Russland,

04. 2007.Focus Dependency: A Syntactic Account. Symposium „Fokus, Alternativen und Ver-

gleich“, Universität Tübingen, 03. 2007.mit Friedrich Neubarth: Presupposition and Assertion of ‚auch nur‘. Semantiknetzwerk 7,

Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS), Berlin, 06. 2007.mit Penka Stateva: Scalar vs. Epistemic Vagueness: Evidence from Approximators.

(alternate). Semantics and Linguistic Theory (SALT) 17, University of Connecticut, Storrs, 05. 2007.

z a s 141

mit Jeanette Sakel und Eugenie Stapert: Syntactic and Semantic Embedding. Workshop „Birdsong, Speech, and Language: Converging Mechanisms?“, Universität Utrecht, Utrecht, Niederlande, 04. 2007.

Schenner, MathiasDouble face evidentials in German: Reportative ‘sollen’ and ‘wollen’ in embedded

contexts, Sinn und Bedeutung XII, Oslo, 29. 08. 2007.Evidential Strategies in German. CHLaSC Project Meeting, Manchester, 20. 09.2007.Subordination and perspective shift: Jugde-dependence of epistemic modals and

evidentials. Arbeitstreffen mit GK Frankfurt am Main, Berlin, 15. 06. 2007.mit Fabienne Salfner: Semantic Effects of Focus on Modifiers in Complement Clauses.

LingO II, Oxford, 22. 09. 2007.

Schwabe, KerstinForce and German solitaires, Workshop „Forces in Grammatical Structures“, CNRS Paris,

19. 01. 2007.mit Robert Fittler: Semantische Eigenschaften frageeinbettender Verben. ZAS Berlin,

08. 01. 2007.mit Robert Fittler: Question-embedding predicates in German, (i) GGS, Konstanz, 19. 05. 2007.(ii) Sinn und Bedeutung 12, Oslo, 22. 09. 2007.mit Robert Fittler: Conditions on Qu-embedding predicates in German, Seventh Interna-

tional Tbilisi Symposium on Language, Logic and Computation, Tbilisi, 04. 10. 2007.

Steinkrüger, PatrickSpanisch- u. portugiesischbasierte Kreolsprachen in Asien: typologische Aspekte ihrer

Morphosyntax, Ringvorlesung „Grammatik europäischer Sprachen“, Universität Freiburg i. Br..

Einführung in die romanisch-basierten Kreolsprachen, Vorlesung „Strukturen der romanischen Sprachen“, FU Berlin.

siehe auch Dvorák, Boštjan

Stiebels, BarbaraZur Theorie der Morphemabfolgen, Mainz, 02. 2007.Zur Klassenbildung satzeinbettender Prädikate, IDS Mannheim, 05. 2007.On the linking of sentential arguments, Leipzig, 07. 2007.‘Omniprädikative’ Sprachen und ihre Grammatik, Tübingen, 11. 2007.Nominalizations as sentential arguments, Workshop ‘Nominalizations across languages’,

Stuttgart, 11. 2007.Inhärente Kontrollprädikate und ihre Ereignisstruktur. 7. Ereignis semantik workshop,

Tübingen, 12. 2007.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

142 z a s

Veenstra, TonjesCreoles as beyond the Basic Varieties. Panel at SPCL at LSA Anaheim. 05. 01. 2007.Verb Allomorphy in French-related Creoles. SPCL at LSA Anaheim. 06. 01. 2007.Saamaka. Institut für Niederlandistik, FU Berlin, 01. 2007.Creoles and Evolution. DGfS AG „The role of variation in language evolution“. University

of Siegen, 28. 02. – 02. 03. 2007.Questions on, about and in Creoles: overview and prospects. Department of Linguistics

and Philosophy, University of the West Indies, Mona, Jamaica, 03. 2007.Questions in Creoles. SPCL Meeting, University of Amsterdam, 18. – 21. 06. 2007.Information Structure in Creoles: questions and some answers. JCLC 2, Paris, 01. 06. 2007.

Zygis, MarzenaOn the cross-linguistic dispreference of voiced sibilant affricates. Old World Conference

in Phonology. Rhodes. 01. 2007.Konfligierende Parameter des Markiertheitskonzepts anhand von r-Lauten. HU Berlin,

02. 2007.Phonetische Explikationen der Stimmhaftigkeitstypologie. Humboldt-Universität zu

Berlin, Institut für Slawistik, 06. 2007.Contrast Voicing in Slavic Languages. 2nd Congress of the Slavic Linguistic Society.

Berlin. 08. 2007.Phonetic Grounding of Voicing in Coronals. Poznan Linguistic Meeting. Gniezno, Poland.

09. 2007.Why do we need perceptually based features? Conference „Formal Description of Slavic

Languages“ 7. Universität Leipzig. 11. 2007.siehe auch Fuchs, Susanne

Lehrtätigkeit

Benz, AntonGame Theory and Gricean Pragmatics. Tutorium am SFB 673 „Alignment in Communi-

cation,“ 04. – 05. 04. 2007, Universität Bielefeld.

Bittner, DagmarSprachwandel und die Entwicklung des Gegenwartsdeutschen, HS, WS 07/08, TU Berlin

Downing, Laura J.Typology and Current Phonological Theory, HS, SS 07, HU Berlin

z a s 143

Dvorák, Boštjanan der HU Berlin:Slowenisch III, Ü, WS 06/07Slowenisch V, Ü, WS 06/07Morphologie, GKC, SS 07Slowenisch IV, Ü, SS 07Slowenisch Anfänger, Ü, WS 07/08Slowenisch Übersetzung, Ü, WS 07/08

Feldhausen, IngoGenerative Grammatiktheorien im Überblick: Katalanisch, Spanisch, Französisch.

BA-Aufbau, WS 07/08, Universität Hamburg.

Fuchs, Susanne mit Marzena ZygisPhonetik, Phonologie und Kognition. HS, WS 07/08, HU Berlin

Gärtner, Hans-MartinVergleichende Syntax germanischer Sprachen, VL, SS 07, HU BerlinRededarstellung, S, WS 07/08, HU Berlin

Gagarina, NataliaMorphology and Syntax in First Language Acquisition, S, WS 06/07, HU-Berlin

Haida, AndreasModelle grammatischer Beschreibung, Blockseminar für Erasmus studenten, WS 07/08,

HU Berlin

Krifka, Manfredan der HU Berlin:Dimensionen grammatischer Variation. VL, WS 2007 Linguistische Pragmatik (with Uli Sauerland). VL, WS 2007 Texte: Typen und Strukturen. VL, WS 2007 Austronesische Sprachen. HS, WS 2007 Textkohärenz und Textbedeutung. GK, WS 2007 Semantik. GK, SS 2007 Tempus, Modalität, Kontextabhängigkeit. HS, SS 2007 Sprechakte und Satztypen. HS, SS 2007 Tok Pisin, die Verkehrssprache Melanesiens. HS, SS 2007

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

z e n t r u m f ü r a l l g e m e i n e s p r a c h w i s s e n s c h a f t

144 z a s

Lang, Ewaldan der HU Berlin:Einführung in die Semantik, GK, SS 07Grammatik der nominalen Elemente, HS, SS 07Deutsch – typologisch, VL, SS 07Syntax, Semantik & Pragmatik der Negation, VL + UE, WS 07/08Zahlwortsysteme und Semantik der Zahlwörter, HS, WS 07/08Linguistische Analyse literarischer Texte, SE, WS 07/08

Meinunger, André:Zur Syntax der linken Peripherie im Deutschen, Leipzig, WS 06/07Einführung in die Linguistik, Medizinische Akademie (IB)Zahlen, Reime, Namen – sprachliche Phänomene am Rande der Grammatik, HS, SS 2007,

Uni LeipzigKonstruktionen der deutschen Umgangsprache, HS, WS 2007/08, HU Berlin

Pape, DanielSprachsignalanalyse, Kommunikationstechnik Labor, HS, Fachbereich

Audiokommunikation, WS 07/08, TU Berlin.

Pompino-Marschall, Berndan der HU Berlin:Vokalsysteme – Typologie und Variation, VL, SS 07Phonetik, Phonologie und Graphematik des Deutschen, SE, SS 07Experimentalphonetisches Kolloquium, CO, SS 07Hilfsmittel, TUE, SS 07Physiologie des Sprechapparates und phonetische Messmethoden, VL, WS 07/08Sprechmotorik, SE, WS 07/08Signalphonetische Analyse und Perzeptionsexperimente mit Praat, UE, WS 07/08Lautliche Opposition und Merkmalsysteme, VL, WS 07/08Experimentalphonetisches Arbeiten mit Praat, UE, WS 07/08Hilfsmittel I & II, TUE, WS 07/08

Sauerland, UliLanguages of the World, PS (Kompaktseminar), SS 07, Universität TübingenKongruenz, PS/HS, SS 07, HU BerlinIntroduction to Pragmatics, Eastern European Summerschool in Generative Grammar,

Brno, Tschechische RepublikThe Semantics of Embedded Clauses, Eastern European Summerschool in Generative

Grammar, Brno, Tschechische Republikmit Manfred Krifka: Linguistische Pragmatik, VL, WS 2007/08, HU Berlin

z a s 145

Schwabe, Kerstinan der HU-Berlin:Übungen zur Deutschen Grammatik, BA, WS 06/07Syntax and Semantics of English Questions, BA, WS 06/07Selektion von Fragesatzkomplementen, MA, WS 07/08Semantics: the description of meaning, BA, WS 07/08

Steinkrüger, Patrick Oliveran der FU Berlin:Iberoromanische Sprachen im Kontakt I, PS, SS 07Einführung in die Linguistik für Iberoromanisten, GK, WS 07/08Iberoromanische Sprachen im Kontakt II, PS, WS 07/08

Stiebels, BarbaraVerbklassen, HS, SS 07, Uni Potsdammit Anke Lüdeling: Korpora in schlecht dokumentierten Sprachen S, SS 07, HU BerlinMorphosyntax der Mayasprachen, HS, WS 07/08, U PotsdamTypologie der lexikalischen Kategorien, HS, WS 07/08, HU Berlin

Zygis, MarzenaExperimentelle Phonetik, HS, SS 07, Universität Szczecinsiehe auch Fuchs, Susanne

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

148 z f l

Professor Dr. Dr. h. c. Sigrid WeigelDirektorin des Zentrums für Literatur- und KulturforschungProfessorin an der Technischen Universität Berlin

Schützenstraße 18, 10117 BerlinTelefon: +49 (0)30 20192 173Telefax: +49 (0)30 20192 154e-mail: [email protected]: http://www.zfl-berlin.org

z f l 149

Forschungsprofil und Mitarbeiter

Forschungsprogramm Arbeitsschwerpunkte und KooperationenMitarbeiter

Die Wissenschaftler des ZfL kommen aus den Literaturwissenschaften (Komparatistik, Germanistik, Romanistik, Slawistik, Arabistik, Turkologie), der Philosophie, der Kultur- und Islamwissenschaft sowie der Kunst-, Religions- und Wissenschaftsgeschichte.

Mitarbeiter

dir e kto r in Prof. Dr. Dr. h. c. Sigrid Weigel

w isse nsc h aft liche mita rbeit erinnen und mitarbeiter Dr. des. Zaal Andronikashvili Dr. des. Janis Augsburger Dr. sc. Karlheinz Barck Dr. Sabine Berthold Dr. Peter Berz (ab 1. 10. 2007) Dr. Petra Boden Dr. Kai Bremer (bis 31. 8. 2007) Prof. Dr. Oksana Bulgakowa Seumas Coutts (ab 1. 10. 2007) Sasha Dehghani Dr. Justus Fetscher Dr. Sabine Flach PD Dr. Michael Heß (beurlaubt ab 1. 10. 2007) Silvia Horsch Dr. des. Miranda Jakiša (HU Berlin) Dr. des. Esther Kilchmann (ab 1. 4. 2007)

f o r s c h u n g s p r o f i l u n d m i t a r b e i t e r

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

150 z f l

Christian Luckscheiter Dr. Dorit Müller PD Dr. Ernst Müller Dr. Inge Münz-Koenen Dr. Dirk Naguschewski Dr. Christina Pareigis Dr. Ohad Parnes (1. 1. – 31. 3. 2007 und ab 1. 7. 2007) Dr. Tatjana Petzer Dr. des. Andreas Pflitsch Helen Przibilla Dr. Falko Schmieder (beurlaubt ab 1. 10. 2007) Dr. Jörg Schulte (16. 4. – 16. 7. 2007 und 1. 10. – 30. 11. 2007) Katrin Solhdju PD Dr. Robert Stockhammer (beurlaubt ab 1. 10. 2007) PD Dr. Elisabeth Strowick Dr. Franziska Thun-Hohenstein Dr. Vahé Tachjian Dr. Martin Treml Dr. Ulrike Vedder Asst. Prof. Dr. Martin Vialon Dr. Margarete Vöhringer Dr. Daniel Weidner Dr. Stefan Willer (ab 1. 3. 2007) Dr. Uwe Wirth (bis 31. 3. 2007)

w isse nsc h af tlich-technis che u nd s ekretariatsmitarbeiterinnen Marietta Damm Susanne Hetzer Aleksandra Jovic (Systemadministratorin) Heidemarie Keller Jutta Müller Jana Wolf Sabine Zimmermann (ab 1. 10. 2007)

Karlheinz Barck

Dirk NaguschewskiSigrid Weigel

z f l 151

b ib lioth e k Halina Hackert-Lemke Ruth Hübner Jana Lubasch

stipe ndiat Thorsten Palzhoff

stude ntisc he hilfs krä fte Sultan Acikgüloglu Sarah Affenzeller Nicolai Goetz Anna Jouravel Tanja Kunz Sonja Mählmann Romy Marschall Charlotte Menin Tobias Retz Verena Schermer Alexander Schwieren Lisa Thaler Philipp Weber

e x te r ne pr oj ektleiter (dfg-proj ekt e)Prof. Dr. Angelika Neuwirth (FU Berlin)Prof. Dr. Wolfgang Schäffner (Facultad de Arquitectura, Diseño y Urbanismo, Buenos Aires)Dr. med. Dr. phil. Yvonne Wübben (FU Berlin)

f o r s c h u n g s p r o f i l u n d m i t a r b e i t e r

Erik PorathUlrike Vedder

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

152 z f l

w isse nsc h af tlicher beirat Prof. Dr. Dan Diner (Simon-Dubnow-Institut, Leipzig) Prof. Dr. Jürgen Fohrmann (Germanistisches Seminar, Universität Bonn) Prof. Dr. Winfried Menninghaus (Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, FU Berlin) Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin) Prof. Dr. Monika Wagner (Kunstgeschichtliches Seminar, Universität Hamburg) Prof. Dr. Samuel Weber (Paris Program der University of California, Los Angeles) Prof. Dr. Horst Wenzel (Institut für deutsche Literatur, HU Berlin)

Martin TremlAngelika NeuwirthDaniel Weidner

f o r s c h u n g s p r o j e k t e

z f l 153

Forschungsprojekte

Topographie pluraler Kulturen Europas in Rücksicht auf die ,Verschiebung Europas nach Osten‘

pr o je ktle itu ng Sigrid Weigel (ZfL)

spr e c h e r Martin Treml (ZfL)

Teilprojekte

1. Berlin und der Osten. Konzepte und Bilder des Ostens an einem Umschlagplatz europäischer Modernisierung

le itung Stephan Braese Sigrid Weigel

mitar b e ite rin Esther Kilchmann (ab Apr. 2007)

2. Beirut und der Westen. Perspektiven exterritorialer Europäisierung

le itung Angelika Neuwirthmitar b e ite r Andreas Pflitsch

Topographie pluraler Kulturen Europas in Rücksicht auf die ‘Verschiebung Europas nach Osten’

gefördert durch:

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

154 z f l

3. Istanbul. Vom osmanischen Imperium zur türkischen Nation: Probleme der Europäisierung und Modernisierung

le itung Kader Konuk Elke Hartmann

mitar b e ite r Vahé Tachjian

4. Vilnius /Litauen: Überdeterminierter Raum zwischen Besatzung und nationalem Gedächtnis

le itung Magdalena Marszałekmitar b e ite r in Janis Augsburger

5. Logiken der Freund- und Feindschaft in der Literatur des ,Balkan‘

le itung Sylvia Sassemitar b e ite r in Miranda Jakiša (HU Berlin)

6. Das jüdische Odessa. Text und Territorium, Modernisierung in der Diaspora

le itung Daniel Weidner Martin Treml

Miranda Jakiša

Franziska Thun-HohensteinZaal Andronikashvili

f o r s c h u n g s p r o j e k t e

z f l 155

mitar b e ite r Jörg Schulte (16. 4. – 16. 7. 2007 und 1. 10. – 30. 11. 2007)

7. Georgien als Grenzraum und kulturelles Palimpsest

le itung Franziska Thun-Hohensteinmitar b e ite r Zaal Andronikashvili

Forschungsschwerpunkt IEuropäische Literatur- und Kulturgeschichte

ve r ant wo rtlich Martin Treml

w ta Jana Wolf

stipe ndiat Thorsten Palzhoff

Projekt 1(Dis-)Figuration der Schrift. Bibelphilologie und Literaturwissenschaft in der Neuzeit

gefördert von der DFG

pr o je ktle iter Daniel Weidner

mitar b e ite r Kai Bremer (bis 31. 8. 2007)

Daniel Weidner

Martin Treml

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

156 z f l

Projekt 3Intensität. Wirkungskonzepte in religiösen und ästhetischen Diskursender Moderne

gefördert von der DFG

pr o je ktle ite r in Franziska Thun-Hohenstein

mitar b e ite r in Tatjana Petzer

Projekt 4Figurationen des Märtyrers in nahöstlicher und europäischer Literatur

gefördert von der DFG

pr o je ktle ite r in Angelika Neuwirth (FU Berlin)

mitar b e ite r Sabine Berthold Sasha Dehghani Michael Heß (beurlaubt ab 1. 10. 2007) Silvia Horsch Helen Przibilla

ber atung Martin Treml

Sigrid WeigelSasha Dehghani

f o r s c h u n g s p r o j e k t e

z f l 157

Projekt 6Der Umbau hinter der Restauration. Eine Medienarchäologie der Nachkriegszeit

gefördert von der DFG

pr o je ktle iterin Inge Münz-Koenen

mitar b e ite r Oksana Bulgakowa Justus Fetscher

Forschungsschwerpunkt IIIGrundlagen der Literaturforschung / Literaturwissenschaft als Grundlagen-forschung

Projekt 7Figuren des Wissens. Begriffsgeschichte nach dem cultural turn

gefördert von der DFG

pr o je ktle iter Ernst Müller

mitar b e ite r Falko Schmieder

Projekt 8Erich Auerbach. Edition und Monographie

gefördert von der DFG

pr o je ktle iter Martin Vialon

Falk0 SchmiederErik Porath

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

158 z f l

Projekt 10Elemente zu einer kulturwissenschaftlichen Geschichte grammatischer Theorien

gefördert von der DFG

pr o je ktle ite rRobert Stockhammer (beurlaubt ab 1. 10. 2007)

ArbeitsgruppePhilologie als Kulturwissenschaft

mitg lie de r Kai Bremer, Karlheinz Barck, Ernst Müller, Dirk Naguschewski, Robert Stockhammer, Daniel Weidner, Sigrid Weigel, Stefan Willer

Arbeitsstelle Susan Taubes Archiv e.V.

le itung Sigrid Weigel

mitar b e ite r in Christina Pareigis

Forschungsschwerpunkt IIKulturgeschichte des Wissens

ver ant wo rtlich Stefan Willer

w ta Marietta Damm

Robert Stockhammer

Christina Pareigis

f o r s c h u n g s p r o j e k t e

z f l 159

Projekt 12Anästhesie und Literatur. Diskursive und literarische Zonen des Ausfalls in der Kognition, 1800 – 1900

gefördert von der DFG

e x te r ne pr oj ektleiterin Cornelia Wild (LMU München)

mitar b e ite rin Elisabeth Strowick Katrin Solhdju

Projekt 13Reflex und Kognition. Zur Konfiguration der Neurosciences

gefördert von der DFG

pr o je ktle iterin Yvonne Wübben (FU Berlin)

mitar b e ite rin Margarete Vöhringer

Projekt 14Populäres Wissen im Medienwandel. Verbreitung naturwissenschaftlichen Wissens in Publizistik und nichtfiktionalem Film (1850 – 1950)

gefördert von der DFG

pr o je ktle iterin Dorit Müller

Katrin Solhdju

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Projekt 15Popularisierung literaturgeschichtlichen Wissens 1850 – 1930

gefördert von der DFG

pr o je ktle ite r in Petra Boden

ProjektErbe – Erbschaft – Vererbung. Überlieferungskonzepte zwischen Natur und Kultur im historischen Wandel

gefördert von der VolkswagenStiftung

pr o je ktle ite r Sigrid Weigel (ZfL) Bernhard Jussen (Universität Bielefeld)

mitar b e ite r Karin Gottschalk (Universität Bielefeld) Urban Kressin (Universität Bielefeld)

Ohad Parnes (ZfL) Ulrike Vedder (ZfL) Stefan Willer (ZfL)

stude ntisc h e H ilfs kra ft Alexander Schwieren Tobias Retz

Projekt Vitalität – élan vital – Lebendigkeit

pr o je ktle ite r innen Christine Blättler, Sabine Flach

z f l 161

Veranstaltungen und Gäste

Jahresthema 2007Märtyrer. Schlüssel zum Verhältnis der Religionen und Kulturen

Allenthalben ist eine Renaissance der Religionen in der Politik und Kultur zu verzeichnen – auch in solchen modernen Gesellschaften, die sich noch vor kurzem als weitgehend säku lar betrachtet haben. In diesem Zusammenhang stellt die Wiederkehr des Märtyrer-modells eine besonders beunruhigende Komponente dar. Mit den Selbstmordattentätern, die sich als Märtyrer verstehen und auch von ihren Gemeinschaften als solche verehrt werden, ist eine Figur auf den Schauplatz der Geschichte zurückgekehrt, von der das sä-kularisierte Europa annahm, dass sie längst vergangenen Zeiten angehört. Bei aller Fremd-heit der Bilder, die durch die Medien von den internationalen Kampfschauplätzen über-mittelt werden, gibt es stets auch Wiedererkennungsmomente: aufgrund der vielen religiösen Symbole, in denen nicht selten Zeichen der christlichen Ikonographie auf-tauchen, und aufgrund der Chiffren aus Pop- und Massenkultur, derer sich die Propaganda der Selbstmordattentate und die Verehrung ihrer Akteure bedient. Durch diese Bilder wird deutlich, dass hier auch Momente aus der europäischen Tradition im Spiele sind. Sie erinnern an bekannte Mythen und Deutungen aus der Geschichte der kollektiven Verar-beitung von Toten aus Kriegen, Gewaltherrschaft und Katastrophen. Die Beschäftigung mit der vielfältigen Tradition von Märtyrern in der Kultur geschichte erhellt nicht nur religiöse Zusammenhänge politischer Gewalt, sondern auch die Verbin-dungen und die Differenzen zwischen den drei monotheistischen Religionen. Denn die Verehrung von Märtyrern spielt sowohl in christlichen und islamischen als auch in jü-dischen Kulturen eine zentrale Rolle. Zugleich schärft der Blick auf die Kontinuität und den Wandel von Märtyrermotiven die Sensibilität für die vergessenen, gleichwohl aber fortwirkenden Prägungen auch der Moderne durch Muster, die der Verknüpfung von Opfer und Verehrung, von Passion und Pathos entstammen. Die theologische Figur des Märtyrers (von griechisch martyr, ‚Zeuge‘), dessen Ent-stehung mit einer semantischen Umdeutung des Zeugen in den Blutzeugen einhergegan-gen ist, verbindet das Opfer des eigenen Lebens – sei es durch Selbsttötung oder Inkauf-nahme des eigenen Todes – mit einem Bekenntnis: sei es zur Wahrheit oder Tugend, zum Glauben oder zu den Religionsgesetzen. Damit wird das physische Sterben zur Manifesta-

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

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162 z f l

tion eines metaphysischen Sinns. Als nach einer Geschichte mythischer, antiker und juda-ischer Vorformen die Passion Christi zum zentralen Bezugspunkt einer emphatischen Märtyrerkultur geworden war, hat diese sich seither mehrheitlich in Formen und Variati-onen einer Imitation der Passion, der Nachahmung eines heiligen Martyriums, weiter entwickelt: als Genealogie, in der sich Vorbild und Nachahmung ablösen – und als Kette der Leiden und Leidenschaften. Davon ausgehend hat sich in der Geschichte von Säkula-risierung und Modernisierung die Bedeutung des ‚Märtyrers‘ auch in nicht genuin religi-öse Felder ausgeweitet: als Figur eines heroischen, geheiligten oder idealisierten Sterbens für einen höheren Wert, für die Interessen oder Ideale einer Gemeinschaft, Nation oder Idee. Die Gestalt des heiligen Kriegers oder Gotteskrieger, sei es in Gestalt des christlichen Kreuzritters, des islamischen Schlachtfeldmärtyrers oder des zeitgenössischen Selbst-mordattentäters, hat sich dabei auf den Schauplätzen der Politik als besonders wirksam erwiesen. Dagegen ist die mystische Umformung des Martyriums in eine sublime Form gesteigerter sinnlicher Offenbarung, wie sie in der mittelalterlichen Mystik ausgebildet wurde, zu einer Vorlage ästhetischer Programme – auch und gerade – in der Moderne ge-worden. Die Strukturen und Elemente der Märtyrertradition sind somit zum einen geeignet, die verborgenen religionsgeschichtlichen Grundlagen der Moderne sichtbar zu machen; zum anderen erhellen sie grundlegende Motive (nicht nur) der europäischen Kulturge-schichte. Das Deutungsmuster des Märtyrers kommt immer dann zum Einsatz, wenn es darum geht, radikale Umdeutungen vorzunehmen: Opfer in Helden zu verwandeln, Ohn-macht in Macht, Schmerz in Lust, Leiden in Leidenschaft, Askese in mystische Ekstase – und den (realen) Tod in ein (imaginäres) ewiges Leben. Insofern verkörpert der Märtyrer, einem Revenant gleich, die Formensprache der abendländischen Imaginations- und Bild-geschichte seit der Antike.

Das ZfL hat sich 2007 in einer Vielzahl von Unternehmungen dem Thema „Märtyrer“ ge-widmet. Bereits seit 2005 wird das Thema im Projekt „Figurationen des Märtyrers in nah-öst licher und europäischer Literatur“ unter Beteiligung von Vertretern der Religions wis-senschaft, Literaturwissenschaft, Arabistik, Judaistik, Turkologie und Islam wissenschaft erforscht; im März richtete das Projekt eine Arbeitstagung zu methodischen Zugängen und historischen Konstellationen von Märtyrer-Figuren aus. Unter dem Titel „Geschichte und Gegenwart von Märtyrern in verschiedenen Religionskulturen“ widmete sich die

Sigrid WeigelMichail RyklinSonja ZekriThomas HauschildThomas Scheffler

z f l 163

Jahres tagung des ZfL vom 25. – 27. Oktober dem Thema; zusätzlich organisierte das ZfL ein vom BMBF unterstütztes Kulturprogramm. Neben der Herbst-Nummer der Zeitschrift Trajekte (Heft 15, 2007) mit dem Titel „Pathos, Bilder, Religion. Zur Kritik der Gewalt“ ist ein umfangreicher Band mit Märtyrer-Porträts erschienen, an denen religions- und kul-turgeschichtlichen Kontexte, Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Aus-prägungen der Figur des Märtyrers anschaulich gemacht werden. Nicht zuletzt disku-tierte das ZfL am 25. November 2007 – als im Rahmen der Initiative „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichneter Ort – mit Bildvorträgen und einer Podiumsdiskussion die Aktua-lität und Tradition eines speziellen, überaus brisanten Märtyrer-Typs: „Selbstmordatten-täter: Bilder und Deutungsmuster“.

Arbeitstagung des Projekts „Figurationen des Märtyrers in nahöstlichen und europäischen Literaturen“Märtyrer-Figuren. Methodische Zugänge und historische Konstellationen 1. – 3. März 2007

1. Opfer und Schrift: Ursprünge und Begründungen des ‚Märtyrers‘ Angelika Neuwirth: Der Koran als ‚Quelle‘ für Märtyrerkonzepte Michael Heß: Hiob und die Ursprünge des MärtyrertumsMichael Bongardt: Das Lebensopfer als Streitpunkt christlicher Tradition und TheologieHartmut Ludwig: Wandlungen des christlichen Märtyrerbegriffs im 20. JahrhundertSigrid Weigel: Methodische Zugänge zur Märtyrer-Figur – Zum Verhältnis von

Religionsgeschichte, Anthropologie und politischer Theologie

2. Schauplätze der Märtyrer Silvia Horsch: Das Schlachtfeld als Ort des MartyriumsAvinoam Shalem: Das ‚Heilig-Blut‘ Osman ibn Affan in der Großen Moschee in CórdobaGottfried Reeg: Qiddush ha-Shem als Verherrlichung Gottes in der ÖffentlichkeitDoreet LeVitte Harten: Opferkonzeptionen in der israelischen Kunst

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

Preisverleihung„365 Orte im Land der Ideen“

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164 z f l

3. (Um-) Deutungen der Überlieferung Martin Treml: Märtyrerfigurationen der (Spät-)AntikeKatharina Waldner: Kulturgeschichte des frühchristlichen MärtyrertumsThomas Frank: Mittelalterliches Martyrium zwischen Christen und Juden: Das Beispiel

des Werner von BacharachDaniel Weidner: Gespielte Zeugen. Schauspieler-Märtyrer im Barocktheater

4. Märtyrer und Souverän im Barock Karin Gludovatz: Das Blut der Heiligen. Caravaggios Transformation des Martyriums in

FarbePeter-André Alt: Die Königin als Märtyrerin. Theatralität und Frauenopfer im barocken

TrauerspielSabine Berthold: Schauplätze des Ostens: Orientalismen im barocken Trauerspiel

5. Die Wiederkehr des Märtyrers in der Moderne Helen Przibilla: Das Motiv des Selbstopfers im ZionismusKai Bremer: Märtyrer des Sozialismus? Zu Brechts „Die Maßnahme“ und Müllers „Mauser“Sasha Dehghani: Tahirih – Eine Märtyrerin der EmanzipationThomas Scheffler: Der Knabe, der König und die Menschen im Feuergraben: Wege und

Wandlungen einer islamischen Märtyrergeschichte

Jahrestagung des ZfLGeschichte und Gegenwart von Märtyrern in verschiedenen (Religions-)Kulturen 25. – 27. Oktober 2007, ZfL Berlin

Märtyrer auf aktuellen SchauplätzenAngelika Neuwirth (Berlin): Zur Ambivalenz des Märtyrertums: Libanesische ReflektionenHans G. Kippenberg (Bremen/Erfurt): Islamische Märtyreroperationen und ihre Botschaft

Abendvortrag Georges Didi-Huberman (Paris): The Martyr, between Pathos and Power

Georges Didi-Huberman

Hans G. Kippenberg

Burkhardt Wolf

z f l 165

Antike Ursprünge – Die Formierung der MärtyrerfigurSteven Bowman (New York): Greek/Jewish Models of Martyrdom and HeroismJan Willem van Henten (Amsterdam): Jewish Martyrdom and Jesus‘ DeathMarco Formisano (Berlin): Perpetua’s Passion for Literature

Der Märtyrer als Held der Religionsgeschichte Thomas Scheffler (Berlin/Kopenhagen): Heldentod und Weltentsagung im Bild Imam Alis

in der Zwölfer-Schia Ra’anan Boustan (Los Angeles): Transgenerational Sin and Vicarious Atonement in

Rabbinic Martyrology? The Contested Reception of the Story of the Ten Martyrs in Medieval Midrash

Martin Treml (ZfL): Rom – Topographie und Theater der MärtyrerDaniel Weidner (ZfL): Sagen, Glauben, Zeigen. Politik der Repräsentation in

Martyriologien der Reformation

Torturen und PassionenSilke Tammen (Gießen): Körper – Schnitt – Bild: Martyriumsdarstellungen auf Kopf- und

BüstenreliquiarenFriederike Pannewick (Marburg): Pathos und Passion. Ästhetische Grenzfiguren in der

arabischen DichtungBurkhardt Wolf (Berlin): Souveränität im Schmerz: Die Tortur des MartyriumsNiklaus Largier (Berkeley): Athleten des Leidens: Die Autorität der Gewalt und die

Verkörperung des Martyriums

Opfer und Heroismus in der ModerneAbraham Gross (Beer Sheva): Martyrdom: Cultural Norms and IndividualityFranziska Thun-Hohenstein (ZfL): Pavlik Morozov – ein sowjetischer „Helden-Pionier“Ulrike Brunotte (Wien): Kulte des Todes – Enthusiasmus des Sterbens: Opfer, Krieg und

Männlichkeit um 1900 Yael S. Feldman (New York): Martyr, Sacrifice, Victim: Conflicting Models of Heroism in

Zionist Discourse and Hebrew LiteratureVivian Liska (Antwerpen): Martyrium als interreligiöses Skandalon in jüdischen

Schriften der Moderne

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

Sigrid WeigelVivian Liska

Angelika NeuwirthRa’anan Boustan

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

166 z f l

Kulturprogramm zum Jahresthema des ZfLMärtyrer. Schlüssel zum Verhältnis der Religionen und Kulturen 30. Oktober – 25. November 2007Programmkonzeption: Sabine Berthold, Sabine Flach, Dirk Naguschewski, Christina Pareigis, Martin Treml, Sigrid Weigel

Das ZfL beteiligte sich mit seinem Programm zum Jahresthema „Märtyrer. Schlüssel zum Verhältnis der Religionen und Kulturen“ am „Wissenschaftsjahr 2007. Die Geistes-wissenschaften. ABC der Menschheit.“ Das Programm wurde ermöglicht durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Märtyrer und Abgefallene. Eine Kulturgeschichte des Martyriums in Bildern Führung durch die Gemäldegalerie Berlin, 21. Oktober 2007Florian Schneider (Berliner Gemäldegalerie), Thomas R. Hoffmann (Akademie der

Staatlichen Museen zu Berlin)

„In des Todes kalten Armen kann das Leben erst erwarmen“ – Märtyrer in der Literatur

Lesung mit Musik, Museum für Kommunikation Berlin, 30. Oktober 2007Künstlerische Leitung/Textauswahl: Christina Pareigis, Sylvie RühlVortragende: Helga Lehner, Bernd Ludwig, Sylvie RühlMusik: Hannes Zerbe

Selbstmordattentäter: Bilder und Deutungsmuster Sonntag, 25. Oktober 2007, Akademie der KünsteBilder von Märtyrern in der KulturgeschichteBildervortrag von Sigrid Weigel (ZfL) und anderen

Selbstmordattentäter in Filmen und VideosSilvia Horsch (ZfL): Ritter, Schwert und Kreuzzug. Politische Theologie und mediale

Strategien in den Märtyrervideos der al-QaidaLiza Franke (Leipzig): „Märtyrerinnen im palästinensischen Widerstand“Friederike Pannewick (Berlin/Oslo): Choreographie des inszenierten Märtyrertums im

Nahostkonflikt

Lesung im Museum für Kommunikation

z f l 167

Selbstmordattentäter: Politik und ReligionPodiumsdiskussion mit Thomas Hauschild (Ethnologe, Tübingen), Thomas Scheffler

(Politologe, Berlin/Kopenhagen), Michail Ryklin (Philosoph, Moskau), Sigrid Weigel (Kulturwissenschaftlerin, Berlin)

Moderation: Sonja Zekri (Süddeutsche Zeitung)

Preisverleihung ans ZfL: „Ausgewählter Ort 2007“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe„365 Orte im Land der Ideen“, Initiative „Deutschland – Land der Ideen“/Deutsche Bank

Veröffentlichung

Sigrid Weigel (Hg.): Märtyrer-Porträts. Von Opfertod, Blutzeugen und Heiligen Kriegern. München: Fink Verlag 2007, 319 S.

InhaltSigrid Weigel: Schauplätze, Figuren, Umformungen. Zu Kontinuitäten und

Unterscheidungen von Märtyrerkulturen

1. Präfigurationen und UrszenenStefan Willer: Alkestis – das (Selbst-)Opfer der LiteraturSigrid Weigel: Lucretia – Exemplum, Gründungsopfer und BlutzeugnisErnst Müller: Schierlingsbecher und Kreuz – der christianisierte SokratesPhilippe Mesnard: Die Passion der Perpetua – frühchristliche Zeugnisse und die Lücken

der ÜberlieferungMichael Reinhard Heß: Der Teufel als Märtyrer – das Böse und das HeiligeSigrid Weigel: Emilia Galotti – Opfer, Säkularisierung und tragisches Subjekt

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

Podiumsdiskussion„Selbstmordattentäter“

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

168 z f l

2. Agon, Forum, Rituale – Der Schauplatz des MartyriumsMartin Treml: Märtyrer im Judentum – Figurationen großen SterbensCornelia Wild: Corona aeternitatis – der Wettstreit des MärtyrersDaniel Weidner: Der heilige Genesius – der Schauspieler als Märtyrer, der Märtyrer als

SchauspielerAngelika Neuwirth: AI Husain – Stiftungsfigur der SchiaNikiaus Largier: Die magna spectacula der FlagellantenRenate Lachmann: Narren in Christo – göttliche Maske der Torheit

3. Heilige KriegerMartin Treml: Kreuzzug und heiliger Krieg – sakrale Gewalt im ChristentumGiorgi Maisuradze: Der heilige Georg – ein Held christlicher politischer TheologieSilvia Horsch: Der ‚Märtyrer auf dem Schlachtfeld‘ – Urszenen des sunnitischen IslamsHeike Behrend: Die Gilde der Ugandischen Märtyrer – Kreuzzugspraktiken im

postkolonialen AfrikaAndreas Pflitsch: Kommando Holger Meins – zur Serienstruktur der RAF-AktionenFriederike Pannewick: Wafa Idris – eine Selbstmordattentäterin zwischen Nationalheldin

und Heiliger

4. Sakrale Topographien und Lieux de MémoireChristina Pareigis: Wenn Gott weint – Yitzhak Katzenelsons dos lid vegn radziner und die

Begründung von Kiddusch ha-SchemKarlheinz Barck und Martin Treml: Santiago de Compostela, die Frontera und der

hl. Jakobus – Pilgerreise und GeopolitikTatjana Petzer: Der Kosovo-Mythos – oder die ,Rettung des Abendlandes‘ auf dem

AmselfeldSabine Berthold: Die Schlacht bei Wittstock – ein Schauplatz des Martyriums im

Dreißigjährigen KriegMichael Reinhard Heß: Der islamische Märtyrerfriedhof in Berlin – Jenseits von TempelhofMichael Reinhard Heß: Das Hotel Madimak in Sivas – Kampf um einen Gedenkort der

AlevitenAngelika Neuwirth: Das ,Darih‘ des Rafiq al-Hariri in Beirut – Memoria und Heldenkult

Martin Treml

Friederike Pannewick

z f l 169

5. Die Kunst des Märtyrers – PathosformelnSabine Flach: Schauplatz von Martern und politischer Provokation – der kultische Körper

der Performance-KunstGeorges Didi-Huberman: Der heilige Georg – die Umformung des menschlichen Fleisches

in ein Bild Karin Gludovatz: Caravaggios Enthauptung des Johannes – der Täufer als Märtyrer,

der Maler als OrdensritterHans Belting: Der Kult Sebastians – ein christlicher Märtyrer als Kunst-Werk der

RenaissanceKarlheinz Barck und Klaudia Ruschkowski: Pier Paolo Pasolini – ,Märtyrer-Regisseur aus

eigener Entscheidung‘Sigrid Weigel: Pietà und Mater dolorosa – Trauer, (Selbst-)Mitleid und die

Universalisierung der OpferMonika Wagner: Marina Abramovic: Balcan Baroque – das Zeugnis der Knochen und die

Sorge um die Opfer

6. Liebes-Opfer und der Eros der MärtyrerinRomy Marschall und Sigrid Weigel: Gottesliebe, Visionen, süße Pein – die imaginierten

Martyrien der MystikerinnenMartin Treml: Das mehrfache Nachleben der hl. Cäcilie – Vollkommenheit, Aufbegehren,

rettender UntergangChristine Blättler: Claire Démar – Heroine der Moderne und Opfer des Saint-SimonismusUlrike Vedder: Charlotte Stieglitz’ Sterben für die Literatur – eine ,Culturtragödie‘Dirk Naguschewski: Lars von Triers Breaking the Waves – heiliges Opfer und Kino-Lust

7. TodesartenErik Porath: Schmerz, Macht und Liebe – das Selbstopfer in der Sicht Sigmund FreudsMichael Reinhard Heß: Häutungen – der Marsyas-Mythos und seine FolgenMiranda Jakiša: ,Orientalische Pfählung‘ – das balkanische BauopferYoko Tawada: Kamikaze und Harakiri – Wiedergänger der SamuraiElisabeth Strowick: Kafkas Hungerkünstler – ein Märtyrer ,in ganz anderem Sinn‘Thomas Macho: Simone Weils Askese – Leere und EkstaseChristian Luckscheiter: Jan Palach, Prag 1969 – Selbstverbrennung als politische

Manifestation

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

170 z f l

8. Opfer des Wissens und des FortschrittsIsabelle Stengers und Bernadette Bensaude-Vincent: Märtyrer der WissenschaftThomas Meyer: Giordano Bruno, der Häretiker – Überbietung des Dogmas durch ,wahre

Lehre‘Ernst Müller: Sören Kierkegaards Einzelner – oder der ,Märtyrer des Gespötts‘Erik Porath: Friedrich Nietzsche und die Marter als Mnemotechnik – kritische

Martyrologie im Zeichen der ,Umwerthung aller Werthe‘Zaal Andronikashvili: Ilia Tschawtschawadse – die Vaterlandsreligion georgischer DichterOhad Parnes: Semmelweis und Kammerer – ,verkannte Helden‘ des wissenschaftlichen

FortschrittsKatrin Solhdju und Margarete Vöhringer: Aleksandr Bogdanovs Bluttransfusionen – das

Opfer des SelbstexperimentsDorit Müller: Der Opfertod des Aviatikers – Himmelsstürmer und Heros der Technik

9. Kollektive und ihre OpferJanis Augsburger: Märtyrertum und sozialer Masochismus – Theodor Reiks

Masochismustheorie Sasha Dehghani: Tahiris Kreuz mit dem Schleier – Babi-Religion und FrauenemanzipationHelen Przibilla: Der Tod des Josef Trumpeldor – zionistische Märtyrer und Kiddusch

ha-aretzFranziska Thun-Hohenstein: Pavlik Morozov – sowjetischer ,Helden-Pionier‘Falko Schmieder: Ostrovskij und der sozialistische Märtyrerheld – Arbeit als Ideal und

OpferMichail Ryklin: Varlam Šalamovs Erzählungen aus dem GULAG – das Martyrium des

nackten LebensKai Bremer: Vom ,Propagandawert der Meinhof‘ – oder: Warum Gudrun Ensslin keine

Pop-Ikone wurdeSilvia Horsch: Muhammad al-Durrah – die Generation der zweiten Intifada

Michail Ryklin

Silvia Horsch

z f l 171

Workshops und Tagungen des ZfL

Die Stimme in der Medienkultur der Nachkriegszeit – Workshop für Inge Münz-Koenen 26. – 27. Januar 2007

Justus Fetscher (ZfL): Einführung

Moderne StimmenKarl Ludwig Pfeiffer (Siegen/Bremen): Stimmen – Farinelli, Proust, FarinelliNils Plath (Osnabrück): „So was Stimmen nennen! Warum eigentlich, sobald man weiß,

daß es nicht stimmt.“ Skizzen zur Autorität der Stimme nach Unterstreichungen von T. W. Adorno bei Samuel Beckett

Literarische EchosHelmut Peitsch (Potsdam): Die Stimme der Toten. Publikationen der Briefe hingerichteter

WiderstandskämpferFrançoise Lartillot (Metz): Stimmbruch in der Lyrik nach 1945. Töne der frühen Friederike

Mayröcker

VokalpolitikWolfgang Beilenhoff (Bochum/Köln): Hörgewohnheiten. Zu Michail Romms

„Der gewöhnliche Faschismus“Oksana Bulgakowa (ZfL): Tonbremsspuren. Film-Stimmen der 1950er Jahre (Marlon

Brando und Innokentij Smoktunovskij)

MittebestimmungGerd Rienäcker (HU Berlin): „Was man noch nicht sagen kann, kann man vielleicht schon

singen“. Über das Sagen, Sprechen und Singen, die Bedeutungshaftigkeit des Koloratur gesangs und Dessaus Lanzelot

Marianne Streisand (FH Osnabrück): Bild und Ton beim späten Brecht

w o r k s h o p s u n d t a g u n g e n

Inge Münz-Koenen

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

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UntertöneAlexander Honold (Basel): Rieseln und Rauschen. Die Stimmen des WassersJustus Fetscher (ZfL): Verschiedene Stimmen. Die Sprache des Jenseits im Hörspiel der

1950er Jahre

Abschlussdiskussion

Begriffsgeschichte der Naturwissenschaften – die historische Dimension naturwissenschaftlicher Konzepte 09. – 10. Februar 2007 Veranstaltung des Projektes „Figuren des Wissens. Begriffsgeschichte nach dem ‚cultural turn‘“

Sigrid Weigel (ZfL): Begrüßung und EröffnungHans-Jörg Rheinberger (MPIWG): Einführung

Begriffsgeschichtliche ExempelErich Kleinschmidt (Köln): Schwelle, Grad, Intensität: Zur methodologischen Tauschbasis

funktionaler Denkfiguren zwischen Natur- und Geisteswissenschaften im 18. Jahrhundert

Falko Schmieder (ZfL): Projektion als Figur des WissensMargarete Vöhringer/Yvonne Wübben (ZfL): Reflex – Begriff und Experiment

Begriffsgeschichte in der WissenschaftsgeschichteHenning Schmidgen (MPIWG): Canguilhem und die Geschichte wissenschaftlicher

BegriffePhilipp Sarasin (ETH Zürich): Die Sprache des Fehlers. Foucault liest Canguilhem

(und Darwin)Olaf Breidbach (Jena): Begriff und Praxis am Beispiel der Elektrizitätslehre um 1800Winfried Thielmann (München): Begrifflich angeleitete Natursimulation im

physikalischen Experiment von Galilei bis Hertz. Zur historischen Rekonstruktion physikalischer Grundbegriffe

z f l 173

Methoden begriffsgeschichtlicher Forschung und Darstellung Andreas Bartels (Bonn): Die Konstruktion semantischer Kontinuität in

naturwissenschaftlicher BegriffsbildungErnst Müller (ZfL): Erzählmuster wissenschaftlicher Begriffe in begriffsgeschichtlichen

LexikaCarsten Dutt (Marbach): Funktionen der Begriffsgeschichte

Metaphorologie Christian Strub (Hildesheim): ‚Von‘ der Großen Kette der Wesen ‚zum‘ Faden der

Familienähnlichkeit? Überlegungen zur Identität von TraditionsgehaltenChristina Brandt (MPIWG): Metapher und Experiment. Zur Geschichte der

MolekularbiologieDieter Teichert (Konstanz): Haben naturwissenschaftliche Begriffe eine Geschichte?

Anmerkungen zum Zusammenhang von Metaphorologie und Begriffsgeschichte bei H. Blumenberg

Stefan Willer (ZfL): Erbe – Übertragung – Metapher

Ultravision. ZumWissenschaftsverständnis der künstlerischen Avantgarden, 1910 – 1930 29. – 31. März 2007 Konzeption und Organisation: Sabine Flach und Margarete Vöhringer

Hören + Sehen I Margareta Tillberg (MPIWG Berlin): 360° Extended Vision. M. Matiushin’s Perception

Experiments in 1920s LeningradJulia Kursell (MPIWG Berlin): Virtuoses Spiel. Zu N. A. Bernsteins Psychophysiologie des

Klaviers

Hören + Sehen II Lars Blunck (Institut für Kunstgeschichte, TU Berlin): ,Points de vue‘ – Überlegungen zu

Marcel Duchamps PräzisionsoptikOtniel Dror (Hebrew University of Jerusalem): Technologies of the Blush and the

Visualization of Emotions

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Margarete Vöhringer

Oksana Bulgakowa

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

174 z f l

Dynamisches Sehen Margarete Vöhringer (ZfL): Auto-Lenkrad und Kino-Wahrheit – Dziga Vertov im Kontext

der ArbeitswissenschaftenOksana Bulgakova (ZfL): Bewegung Sprache Film: Über die Zusammenarbeit von Sergej

Eisenstein und Alexander Luria

Synästhesie Birgit Schneider (Helmholtz Zentrum für Kulturtechnik, HU Berlin): Interferenz der Sinne.

Ton-Bild-Experimente in Kunst und Technik um 1925Cornelius Borck (McGill University, Montreal): Sinnesmontage. Zu Raoul Hausmanns

Prothesenvision

Intuition Karin Leonhard (Institut für Kunstgeschichte, KU Eichstätt-Ingolstadt): Klima-Räume:

Kandinsky und die BiometeorologieOhad Parnes (ZfL): The Invention of Intuition 1900 – 1930

Abendvortrag Linda Dalrymple-Henderson (University of Texas, Austin): Objects of ‚Ultravision‘:

The Fourth Dimension and the Ether of Space as the Meta-Realities of Modernism

Optisch Unbewusstes Alexandre Métraux (Universität Zürich/Otto-Selz-Institut der Universität Mannheim) –

Teil 1Sabine Flach (ZfL) – Teil 2: „Damit die alte Vorstellung vom Maler schwindet und an

dessen Stelle der Maler als Wissenschaftler tritt“. Kasimir Malevich und die Wahrnehmungswissenschaft seiner Zeit

Telepathie/Gedankenexperimente Ute Holl (Institut für deutsche Literatur, HU Berlin): Eine Lehre von den Reflexen als

politische Topologie. Zu Vladimir von Bechterevs objektiver PsychologieVladimir Velminski (Helmholtz Zentrum für Kulturtechnik, HU Berlin): Die Macht der

Gedanken. Interferenzen zwischen Literatur und TelepathieKarlheinz Barck (ZfL): Abschlusskommentar

Margarete Tillberg

Alexandre Métraux

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Suchbefehle: Analog/Digital 27. April 2007Organisiert von Uwe Wirth in Kooperation mit Moritz Baßler

Moritz Baßler (Universität Münster) und Uwe Wirth (ZfL): Einführung ins Thema Suchbefehle analog/digital

Fotis Jannidis (TU Darmstadt): Vom String zum Begriff und retour. „Was können wir wissen?“ und der digitale Text

Daniel Weidner (ZfL): Analoge und digitale Suchstrategien in der BibelJustus Fetscher (ZfL): Registerstärke. Sinn und Unsinn des Suchens in RegisternFalko Schmieder (ZfL): Zur Bedeutung des Computers für die BegriffsgeschichteGerald Wildgruber (Humboldt-Universität Berlin): Google-SucheMartin Butler, Marc Roessler, Andreas Wagner (Universität Duisburg-Essen), Rainer

Karczewski (Uni Münster): Grundlagen und Perspektiven einer Kultur wissenschaft-lichen Arbeits- und Lern-Umgebung (KuWALU): Vorüberlegungen aus literatur-wissen schaft licher und computerlinguistischer Sicht

Wolfgang Ernst (HU Berlin): Suchbefehle im digitalen Wissensraum

Konjektur und Krux. Eine Tagung zur Methodik der Philologie am ZfL13. – 14. Juli 2007Konzeption und Organisation: Kai Bremer und Uwe Wirth

Kai Bremer (ZfL), Uwe Wirth (Gießen): Konjektur und Krux. Theoretische und methodische Voraussetzungen

Robert Stockhammer (ZfL): Konjektur und Korrektur. Zum Umgang mit AnomalienUrsula Kocher (Berlin): Crux und frühe Textkritik. Überlegungen zu Denkfiguren am

Beginn der Editionswissenschaft

Perspektiven. Diskussion moderiert von Almuth Grésillon (Paris)

Stephan Kammer (Frankfurt a. M.): Kühne Konjekturen. Hardouin, Bentley, BodmerDaniel Weidner (ZfL): „den Text auseinander werfen“ – das Comma Johanneum und die

hartnäckigen Konjekturen im Neuen Testament

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z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

176 z f l

Martin Schubert (Berlin): Das Kreuz mit der Krux. Altgermanistische Editionspraxis seit Lachmann

Marcel Lepper (Marbach): Hierarchisierung, Enthierarchisierung. Zur Ebene der Konjektur, zur Ebene der Krux

Stefan Willer (ZfL): Kreuzwege des Philologen – Über die Möglichkeit und Unmöglichkeit philologischer Experimenta crucis

Irmgard Wirtz (Bern): Editorische Prozeduren um Kafkas ProzessAnne Bohnenkamp-Renken (Frankfurt a. M.): Bericht aus dem Archiv

Wissenspopularisierungen im medialen Wandel seit 1850 23. – 24. November 2007 Konzeption und Organisation: Petra Boden und Dorit Müller

Theoretische und methodische VoraussetzungenCarsten Kretschmann (Stuttgart): Wissenspopularisierung: Verfahren und

BeschreibungsmodelleDorit Müller (ZfL): Formatierungen und Transformationen populären Wissens im

MedienwandelArlena Jung (Bielefeld): Effekte medialer Dauerbeobachtung von Wissenschaft zwischen

Akzeptanz und Glaubwürdigkeitsverlust

Formate populären WissensHedwig Pompe (Bonn): So Vieles, so schön: Bildstrategien auf Zeitungs- und

ZeitschriftentitelnAngela Schwarz (Siegen): Vom Maschinenpark zum Futurama: Popularisierung von

Wissenschaft und Technik auf Weltausstellungen (ca. 1890 – 1940)Jens Ruchatz (Erlangen): Vorträge sind Silber, Dias sind Gold. Medienkonkurrenz im

ProjektionsvortragRamon Reichert (Linz): Die Herstellung des gelehrigen BlicksBarbara Wurm (Wien): Buchstabentänze, Fieberkurven, Mikrobenwelten: Animiertes

Wissen im frühen sowjetischen Kulturfilm

z f l 177

Wissensbestände – WissenskulturenStefanie Samida (Tübingen): Heinrich Schliemann und die deutsche Presse:

Medialisierung, Popularisierung, InszenierungNicolai Hannig (Bochum): Verwissenschaftlichung, Aufarbeitung und Demokratisierung.

Die Popularisierung des Religiösen im medialen Wandel der frühen BundesrepublikManuela Günter (Köln): Popularisierung literarischen Wissens: Zum Verhältnis von

Autorenporträt und der Etablierung der Universitätsgermanistik im 19. Jahrhundert Sigrid Nieberle (Greifswald): Philologie auf der Leinwand? Helden der Literaturgeschichte

im Kino der Weimarer RepublikThomas Wegmann (Berlin): Kosmetik und Hygiene: Zur Evidenz bakteriologischen

Wissens in der Reklame um 1900

Bild- und Textordnungen im religionskulturellen Vergleich 6. – 8. Dezember 2007 Symposium des Projekts „Topographie pluraler Kulturen Europas in Rücksicht auf die ‘Verschiebung Europas nach Osten’“

I. Schrift – Bild – Kult im ReligionsvergleichMartin Treml (ZfL): Bild, Schrift, Sakrament – Darstellen und Ordnen in den ReligionenAngelika Neuwirth (FU Berlin): Schrift und Körper – Überlegungen zum koranischen

MonotheismusCornelia Vismann (MPIRG Frankfurt/M.): Byzanz und die genealogische Ordnung des

Textes

II. Gottesbilder, Bilderverbot und Bilderkult Glenn Peers (University of Texas, Austin): Portraits by God in Byzantium and IslamAlmir Ibric (Wien): Das Bilderverbot des Islam im DigitalzeitalterAlex Stock (Universität Köln): Trinität am politischen Horizont. Zu Tizians La Gloria und

Andrej Rubljews Svjataja Troica

III. Die Bilder EuropasElke Werner (FU Berlin): Die Figur der Europa. Zu Funktion und Bedeutung eines

Bildmotivs im Zeitalter der Konfessionalisierung

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Sigrid Weigel (ZfL): Karikaturen im Streit der Kulturen

Öffentlicher VortragHans Belting (HdK Karlsruhe): Zwei Medien der Religion: Westliche Bild- und islamische

Schriftkultur

IV. Buch, Text, LiteraturAndrea Polaschegg (HU Berlin): Literarisches Bibelwissen zwischen Topos, Bild und Text

am Beispiel Maria MagdalenasGeorg Witte (FU Berlin): Schriftbildlichkeit in Russland. Eine literarische

EmanzipationsgeschichteAndreas Pflitsch (ZfL): Aladin und der Koran. Zur Frage, warum und was Araber

aufschreibenRichard van Leeuwen (University of Amsterdam): The Thousand and One Nights and the

European TraditionJurij Murasov (Universität Konstanz): Sprache, Schrift und Schuld in der jugoslawischen/

bosnischen Literatur. Zu Ivo Andrics Erzählung „Der verdammte Hof“Torben Philipp (HU Berlin): Sakrale und dämonisierte Medienbilder. Konturen einer

Poetik des Visuellen bei F. M. Dostoevskij

V. Medien und Öffentlichkeit Zaal Andronikashvili (ZfL): Denkmäler im säkularisierten Öffentlichkeitsraum (Georgien)Elke Hartmann (FU Berlin): Bildlichkeit, öffentliche Meinung, fotografische Propaganda

z f l 179

Workshops und Tagungen in Kooperation

Namen. Benennung, Verehrung, Wirkung (1850 –1930)4. – 5. Mai 2007, ZfL

Workshop des Projekts Intensität. „Wirkungskonzepte in religiösen und ästhetischen Diskursen der Moderne“

Konzeption und Organisation: Tatjana Petzer (ZfL), Sylvia Sasse (HU Berlin), Franziska Thun-Hohenstein (ZfL), Sandro Zanetti (Basel)

in Kooperation mit dem Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin

ReligionMartin Treml (ZfL): Magie, Kraft und Verbot des Namens in den ReligionenStefan Willer (ZfL): Wuchernde Abstraktion. Hermann Usener und Ernst Cassirer über

GötternamenMichael Hagemeister (Basel): Imjaslavie – imjadejstvie: Namensmystik und Namensmagie

in Russland (1900 –1930)Thomáš Glanc (Prag/Moskau): Name – Sprache – Licht. Die russische Namensverehrung

im Kontext der ‚westeuropäischen‘ Linguistik

Namen-GebenThomas Schestag (Evanston): „Das Kind beim (rechten) Namen nennen“: … Homer …

Goethe … Joyce …Elisabeth Strowick (ZfL): „Sprödes Material“. Zum Namen bei Freud

PsychophysikErik Porath (ZfL): Zu Magie, Rhetorik und Psychophysik des Namens in der Psychoanalyse

Sigmund FreudsTatjana Petzer (ZfL): Aleksej und Pavel. Zur psychophysischen Wirksamkeit von Namen

bei Pavel Aleksandrovic Florenskij

PolitikFranziska Thun-Hohenstein (ZfL): Andrej Platonovs Poetik des Namens und der sowjetische

NamenskultSandro Zanetti (Basel): 1919. Margarete Susman und die Politik des Namens

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„Allein die Träume sind vollkommen wirklich“ (Baudelaire). Alexander von Zemlinsky und die Moderne31. Mai – 3. Juni 2007, Deutsche Oper BerlinInterdisziplinäres Symposion der Deutschen Oper Berlin in Zusammenarbeit mit dem Alexander-Zemlinsky-Fonds bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, The Opera Quarterly und dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin

David J. Levin (University of Chicago): „Träumen und Spielen“? Funktionen der Fantasie in Zemlinskys Traumgörge

Sigrid Weigel (ZfL): Die Oper, ein Traum. Das Nachleben des Pathos in der Moderne

„Ich bin friedlos …“. Alexander von Zemlinsky Dokumentarfilm von Peter Dannenberg, NDR 1986 mit Einführung durch den Autor

Der Traumgörge. Einführung in die Vorstellung: Bettina Auer (Dramaturgin) Traum und politisches Handeln. Ein modernes Märchen aus dem Geist der Romantik –

Statement und Gespräch – Gabriele Brandstetter (Institut für Theaterwissenschaft, Berlin), Joachim Schloemer (Regisseur)

Michel van der Aa: Konzert-Lecture

Antony Beaumont (Dirigent, Bremen): Görge: Wo er herkommt – Wo er hingeht. Aspekte der Traumgörge-Partitur

Horst Weber (Folkwang-Hochschule, Essen): Die Figur des Doppelgängers in Zemlinskys Opern

Peter Gülke (Dirigent, Musikschriftsteller, Berlin): Symphonische Dichtung als imaginäre Oper: „Die Seejungfrau“

Richard Klein (Herausgeber Musik & Ästhetik): Die Modernität des Zurückgebliebenen. Marginalien zu Alexander Zemlinskys Musiktheater

Ingeborg HarmsDavid LevinSigrid Weigel

z f l 181

Die Sinne und die Oper. Zum Verhältnis von Bild, Musik und Sprache Podiumsdiskussion mit Peter Gülke (Dirigent und Musikschriftsteller), Joachim Schloemer

(Regisseur), Katharina Hacker (Schriftstellerin) und Jacques Lacombe (Dirigent), Moderation Corina Caduff (Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich)

Michael Schredl (Schlaflabor, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim): Nur geträumt!? – Wissenschaftliches zum Thema Traum

Hermann Danuser (Musikwissenschaftliches Seminar, HU Berlin ): Das Erotisch-Imaginäre in Zemlinskys Lyrischer Sinfonie

Thomas Macho (Kulturwissenschaftliches Seminar, HU Berlin): Zur Lage der Religion in der Moderne am Beispiel von Zemlinskys „Traumgörge“

Michael P. Steinberg (Cogut Center for the Humanities, Brown University): Die Politik des Träumens

Ryan Minor (Music History and Theory, SUNY Stony Brook): Zemlinsky and the CollectiveDaniel Albright (Harvard University): Zemlinsky: Dreaming in Music, Dreaming beyond

Music

Das Lager als menschliche Grenzerfahrung. Varlam Šalamov (1907 –1982) zum Gedenken 3. – 5. Juli 2007, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, BerlinVeranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin und der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Eröffnung und BegrüßungRita Süssmuth (Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde – DGO Berlin)Doris Liebermann (Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

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Thomas Macho

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Lesung mit musikalischer UmrahmungDurch den Schnee. Erzählungen aus Kolyma, Band 1. Buchvorstellung und Lesung aus dem

1. Band der deutschen Šalamov-Werkausgabe mit Andreas Schmidt-SchallerJascha Nemtsov (Klavier) spielt Kompositionen von Mieczysław Weinberg (1919 –1996)Einführung: Andreas Rötzer (Matthes & Seitz Berlin)

Gründe und Abgründe des LagersManfred Sapper (Redaktion OSTEUROPA Berlin): Präsentation des Themenheftes

OSTEUROPA 6 /2007: Das Lager schreiben. Varlam Šalamov und die Aufarbeitung des Gulag

Das Lager deuten. Orte und Funktionen in der SowjetunionNicolas Werth (Centre national de la recherche scientifique – CNRS Paris), Irina

Šcerbakova (MEMORIAL Moskau), Klaus Gestwa (Universität Tübingen)Moderation: Manfred Sapper (Redaktion OSTEUROPA)

Das Lager vergleichen. Orte und Ordnungen des TerrorsEgbert Jahn (Universität Mannheim), Irina Flige (MEMORIAL St. Petersburg), Sybille

Steinbacher (Friedrich-Schiller-Universität Jena), Estela Schindel (FU Berlin), Harry Wu (Laogai Research Foundation Washington)

Moderation: Volker Weichsel (Redaktion OSTEUROPA)

Das Lager schreibenSigrid Weigel (ZfL), Stephan Braese (TU Berlin), Aurélia Kalisky (Association Internationale

de Recherche sur les Crimes contre l’humanité et les Génocides Paris/Berlin), Franziska Thun-Hohenstein (ZfL)

Das Lager übersetzenPodiumsgespräch mit Luba Jurgenson (Übersetzerin, Paris) und Gabriele Leupold

(Übersetzerin, Berlin)Dokumentarfilmvorführung: Neskol’ko moich žiznej (Meine verschiedenen Leben)

(Sowjetunion 1990, 50 min, mit dt. Übersetzung)Konzert „Musik aus Gulag und KZ“ (Pianist: Jascha Nemtsov)Kompositionen von Gideon Klein, Viktor Ullmann, Aleksandr Veprik und Vsevolod

Zaderackij, im exploratorium berlin (Sarotti-Höfe)

z f l 183

Erich Auerbach: Philologie – Geschichte – Verstehen14. – 15. Dezember 2007, Deutsches Generalkonsulat IstanbulVeranstalter: Claudia Hahn-Rabe (Goethe-Institut Istanbul) und Martin Vialon (ZfL/Yeditepe University Istanbul)

Begrüßung: Matthias von Kummer (Deutscher Generalkonsul, Istanbul), Claudia Hahn-Raabe (Leitung des Goethe-Instituts, Istanbul)

Einführung: Martin Vialon (ZfL/Yeditepe University, Istanbul)

Karlheinz Barck/Martin Treml/Kader Konuk: Auerbach neu lesen: Von den Berliner Jahren zum Istanbuler Exil

Hans-Jörg Neuschäfer: Zurück auf den Teppich. Für eine Philologie der AnschaulichkeitSüheyla Artemel: Stilistik und literarische Kritik bei Erich Auerbach, Leo Spitzer und

Traugott FuchsLudmila Ilinikh: Auerbachs Flügel: Romantische KlaviermusikMatthias Bormuth: Ambivalenz der Freiheit: Erich Auerbach als Theoretiker der ModerneCaroline Marburger: Alexander von Rüstow und Erich Auerbach: Vereinzelung und

Standardisierung im Prozess der SäkularisierungLeopoldo Waizbort: Solidaritätskreis in Istanbul: Erich Auerbach und Hellmut Ritter?Martin Elsky/Martin Vialon: Scholarship in Times of Extremes/Reflexionen zum Exil –

Lesung von Auerbach-Briefen in englischer und deutscher SpracheJane O. Newman: Figuren der Romanistik: Auerbach/Krauss, Pascal/CorneilleJan Müller: „Mimesis“ als „werktätiger Lebensvollzug“. Bemerkungen zum

systematischen Verhältnis der Literaturtheorie Erich Auerbachs zur „Göttinger Lebenshermeneutik“ Georg Mischs und Josef Königs

Turker Armaner: Auerbach und HegelMediha Göbenli: Gegen die Enthistorisierung der Literaturwissenschaft: Erich Auerbachs

„Philologie der Weltliteratur“Giacomo Saban: Souvenirs zu Erich Auerbach, seiner Familie und zum Judentum in

IstanbulRifat Bali: Juden in Istanbul. Die Geschichte von 12 schwierigen Jahren: 1933 – 1945Martin Elsky: Erich Auerbach: Nationalität, Identität, Religion: Figurale Deutung,

Judentum und ein Blick zurück auf die deutsch-liberale Bibelhermeneutik

w o r k s h o p s u n d t a g u n g e n

Martin Treml

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Martin Vialon: Verborgenes und offenes Judentum bei Erich AuerbachOksana Batalowa: Choreographische Darbietung nach der Filmmusik von „Schindlers

Liste“

Foren

Zwischenräume Arbeitsgespräche mit Wissenschaftlern des Hermann-von-Helmholtz-Zentrums für

Kulturtechnik (HZK), des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG), Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) und der Freien Universität Berlin (FU).

Zwischenräume 12: Fixe Ideen – Zur Beharrlichkeit von Fiktionen 26. Januar 2007, Humboldt-Universität Berlin Organisation und Leitung: Philipp von Hilgers (MPIWG), Ana Ofak (HZK),

Jutta Müller-Tamm (FU), Uwe Wirth (ZfL)

Martin Hense, Jutta Müller-Tamm (FU): Seelenwanderung. Zur Konjunktur eines Konzept im 18. Jahrhundert

Erik Porath (ZfL): Zwischen Fixierung und Ideenflucht. Assoziationismus, Übertragung und Wiederkehr in der Freudschen Psychoanalyse

Philipp von Hilgers (MPIWG): Black box. Das Reale des „Schwarzgeräts“ in Pynchons Weltkriegsepos und das Fiktive des Grundmodells der Systemtheorie

Zwischenräume 13: Wissenschaftsfiktionen III: Zeitsprünge. Temporale Überschreitungen in den Wissenschaften

15. Juni 2007, FU Berlin, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie Organisation und Leitung: Philipp von Hilgers (MPIWG), Ana Ofak (HZK),

Katrin Solhdju (ZfL), Jutta Müller-Tamm (FU), Barbara Wildenhahn (FU)Hyo Yoon Kang: Die Erfindung in der fiktiven Zeit des PatentrechtsChristian Kassung: Die Zukunft des WissensGloria Meynen: 1 * die Welt im Plural, bitte

z f l 185

Veranstaltung des Fördervereins

Literarische SoireeNeugier und Zuneigung Eine Veranstaltung der Freunde und Förderer des ZfL28. Januar 2007, Remise des vorm. Stammhauses der Mendelssohn-Bank in der Berliner Jägerstraße

Hanns Zischler und Sibylle Lewitscharoff: Filminterview mit Joseph Brodsky Aris Fioretos und Sigrid Weigel: Lesung aus der unveröffentlichten Korrespondenz

zwischen Ingeborg Bachmann und Wolfgang Hildesheimer Reiner Speck (Präsident der deutschen Marcel Proust-Gesellschaft): Über Zuneigung zu

und in den Büchern von Marcel Proust Moderation: Aris Fioretos und Hanns Zischler

Mittwochsvorträge

Wolfgang Böhler (Mainz) Informationstechnik und Geisteswissenschaften 14. 2. 2007

Richard Weisberg (New York)The Good Code. On the Risks of Programmatic Destabilization of Textual Meanings9. 5. 2007

Renate Lachmann (Konstanz)Die Funktion der Triaden bei der Wissensrepräsentation 6. 6. 2007

Georges Didi-Huberman (Paris)Images of Lament, Lamentable Images29. 6. 2007

Carlo Ginzburg (Pisa)Fear, Reverence, Terror. Reading Hobbes Today11. 7. 2007

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Hanns ZischlerAris Fioretos

Wolfgang BöhlerSigrid Weigel

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Peter Uwe Hohendahl (New York)Esoterische Botschaften: Carl Schmitt und Leo Strauss in der politischen Diskussion Nordamerikas17. 10. 2007

James Vaupel (Rostock)The New Demography and Emerging Research Issues14. 11. 2007

Samuel Weber (Chicago/Paris)Protection and Projection. Toward a Politic of Singularities29. 11. 2007

Philipp Sarasin (Zürich)Foucault liest Darwin. Fragen an eine heimliche Referenz12. 12. 2007

Buchvorstellung

Präsentation der Reihe LiteraturForschung im Kulturverlag Kadmos „Erich Auerbach und die Literaturen der Welt“

13. Oktober 2007Sigrid Weigel: Vorstellung der Reihe LiteraturForschungKarlheinz Barck: Erich Auerbachs Stimme

Eine Collage zu den Literaturen der Welt mit Karlheinz Barck, Robert Stockhammer, Franziska Thun-Hohenstein, Martin Treml, Stefan Willer und der Stimme von Erich Auerbach

Karlheinz BarckStefan WillerFranziska Thun-HohensteinRobert HockhammerMartin Treml

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Gastwissenschaftler

Moritz Baßler (Münster)Philippe Despoix (Montréal)Georges Didi-Huberman (Paris)Carsten Dutt (Marbach a. N./Heidelberg)Maria Cristina Franco Ferraz (Rio de Janeiro) Carlo Ginzburg (Pisa)Michael Hagner (Zürich)Renate Lachmann (Konstanz)David J. Levin (Chicago)Nitzan Lebovic (Tel Aviv)Vivian Liska (Antwerpen) Thomas Meyer (Tel Aviv /München)Henning Schmidgen (Berlin)Hans-Peter Schmidt (Sion, Schweiz) Christian Strub (Hildesheim)Shaden M. Tageldin (Minneapolis)Samuel Weber (Chicago)Claudia Wedepohl (London)Stefan Weidner (Köln)Richard Weisberg (New York)

w o r k s h o p s u n d t a g u n g e n

David J. Levin

Carlo Ginzburg

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Publikationen, Vorträge und Lehrtätigkeiten der Mitarbeiter

Publikationen des ZfL

Zeitschrift Trajekte

Trajekte. Zeitschrift des Zentrums für LiteraturforschungJg. 7 (2007) Nr. 14 [Kurztitel Trajekte 14]

InhaltJahresthema des ZfL: MärtyrerDie Aura des Nutzens. Standpunkt zur Debatte über die zwei Kulturen (Sigrid Weigel)Erbe, Erbschaft, Vererbung. Überlieferungskonzepte zwischen Natur und Kultur

(Sigrid Weigel)Zwischen Leben und Tod. Die Verschollenen und ihre Hinterbliebenen im Spätmittelalter

(Christina Deutsch)Bildpolitik des Erbens. Die Effigies im englischen Funeralzeremoniell (Kristin Marek)Logiken des Erbens und Vererbens (Ulrike Vedder)Die Topographie der Vererbung. Epigenetische Landschaften bei Waddington und Piper

(Ohad Parnes)Demographischer Wandel. Kulturwissenschaftliche Perspektiven zu einer gegen-

wärtigen Debatte (Ohad Parnes/Ulrike Vedder/Sigrid Weigel/Stefan Willer)Generationengerechtigkeit (Martin Kohli)Erbrecht und Demographiedebatte. Rückkoppelungen gesellschaftlicher und

wirtschaftlicher Entwicklungen (Peter Breitschmid)Die Lebenszeit (Brüder Grimm) Topographie pluraler Kulturen Europas in Rücksicht auf die ‚Verschiebung Europas nach

Osten‘ (Andreas Pflitsch)

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t d e r m i t a r b e i t e r

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Trajekte. Zeitschrift des Zentrums für LiteraturforschungJg. 8 (2007) Nr. 15, [Kurztitel Trajekte 15]

Inhalt„Creation is always violent“. Susan Taubes an Jacob Taubes, Zürich, 4. April 1952

(Christina Pareigis)Caravaggios Enthauptung des Johannes. Der Täufer als Märtyrer, der Maler als Ordens-

ritter (Karin Gludovatz)Die „persische Jeanne d’Arc“. Zum Nachleben einer Märtyrerin (Sasha Dehghani)Märtyrer. Schlüssel zum Verhältnis der Religionen und KulturenKlagebilder, beklagenswerte Bilder? (Georges Didi-Huberman)Hören, Schreien, Herrschen. Zur Lektüre biblischer Urszenen (Daniel Weidner)Bildordnungen als Gegenstand kultureller Verhandlungen. Bemerkungen zum Bilder-

verbot in Literatur und Religion (Miranda Jakiša/Martin Treml)Warburgs Denkraum (Sabine Flach/Martin Treml/Pablo Schneider)

Preprints

Preprint Nr. 3 (Juli 2007)Topographie pluraler Kulturen Europas in Rücksicht auf die ,Verschiebung Europas nach

Osten‘ (Forschungsprojekt im Rahmen der geisteswissenschaftlichen Förderinitiative des BMBF ,Geisteswissenschaften im gesellschaftlichen Dialog‘)

Preprint Nr. 4 (Oktober 2007)Generationen in der Erbengesellschaft – Ein Deutungsmuster soziokulturellen Wandels.

Kultur-, sozial- und rechtswissenschaftliche Untersuchungen zur aktuellen Debatte um Demographie, intergenerationellen Transfer und Nachhaltigkeit (Forschungs-projekt, gefördert durch die VolkswagenStiftung im Rahmen des Programms ,Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften‘)

z e n t r u m f ü r l i t e r a t u r - u n d k u l t u r f o r s c h u n g

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Buchreihe Trajekte Martin Treml/Daniel Weidner (Hg.): Nachleben der Religionen. Kulturwissenschaftliche

Untersuchungen zur Dialektik der Säkularisierung. München: Fink 2007, 280 S.Robert Stockhammer: Kartierung der Erde. Macht und Lust in Karten und Literatur.

München: Fink 2007, 233 S., mit Abb. (außerhalb der Reihe erschienen).Sigrid Weigel (Hg.): Märtyrer-Porträts. Von Opfertod, Blutzeugen und Heiligen Kriegern.

München: Fink 2007, 319 S., mit Abb., außerhalb der Reihe erschienen (Kurztitel: Märtyrer-Porträts).

Buchreihe LiteraturForschung

Karlheinz Barck, Martin Treml (Hg.): Erich Auerbach. Geschichte und Aktualität eines europäischen Philologen. Berlin: Kadmos 2007, 512 S. (Bd. 2)

Susan Arndt, Dirk Naguschewski und Robert Stockhammer (Hg.): Exophonie. Anders-Sprachigkeit (in) der Literatur. Berlin: Kadmos 2007, 302 S. (Bd. 3)

Jens Ruchatz, Stefan Willer und Nicolas Pethes (Hg.): Das Beispiel. Epistemologie des Exemplarischen. Berlin: Kadmos 2007, 408 S. (Bd. 4)

Franziska Thun-Hohenstein: Gebrochene Linien. Autobiographisches Schreiben und Lagerzivilisation. Berlin: Kadmos 2007, 292 S. (Bd. 5)

Michael Franz, Wolfgang Schäffner, Bernhard Siegert, Robert Stockhammer (Hg.): Electric Laokoon. Zeichen und Medien, von der Lochkarte zur Grammatologie. Berlin: Akademie Verlag 2007, 354 S., mit Abb.

Weitere Veröffentlichungen

Albrecht Koschorke, Susanne Lüdemann, Thomas Frank, Ethel Matala de Mazza: Der fiktive Staat. Konstruktionen des politischen Körpers in der Geschichte Europas. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 2007, 414 S.

Ohad Parnes, Ulrike Vedder, Stefan Willer: Das Konzept der Generation. Eine Wissenschafts- und Kulturgeschichte. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008, 385 S.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e u n d l e h r t ä t i g k e i t d e r m i t a r b e i t e r

z f l 191

Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in den Publikationen des ZfL werden mit Kurztitel (s. o.) nachgewiesen.

Andronikashvili, ZaalHerrlichkeit der Ohnmacht. Das martyrologische Paradigma der georgischen politischen

Theologie (russisch). In: AbImperio 4, 2007, S. 1 – 34.Georgien 1990 – Ein Philologem der Unabhängigkeit [russisch]. In: Novoe Literaturnoe

Obozrenie 83, 1, 2007, S. 122 – 137.Ilia Tschawtschawadse – Die Vaterlandsreligion georgischer Dichter. In: Märtyrer-

Porträts, S. 248 – 251.Geburt des Vaterlandes aus dem Geiste der Literatur. Sprachreform als das säkulare

Projekt. In: Ilia Tschawtschawadse 170. Festschrift. Hg. Irma Ratiani. Tbilissi: Schota Rustaweli Institut für georgische Literatur 2007, S. 157 – 173.

Augsburger, JanisMärtyrertum und sozialer Masochismus: Theodor Reiks Masochismustheorie.

In: Märtyrer-Porträts, S. 267 – 269.

Barck, KarlheinzHg. mit Martin Treml: Erich Auerbach. Geschichte und Aktualität eines europäischen Philologen.

Berlin: Kadmos 2007.Estrategias de escritura bajo el Nazismo. In: Cine y Totalitarismo. Hg. Lisa Block de Behar,

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(mit Miranda Jakiša) Bildordnungen als Gegenstand kultureller Verhandlungen. Bemerkungen zum Bilderverbot in Literatur und Religion. In: Trajekte 15, S. 42 – 46.

(mit Sabine Flach, Pablo Schneider) Warburgs Denkraum In: Trajekte 15, S. 47 – 51.Positionen der Dekadenz, Heiner Müller, Quartett (Programmheft), Salzburg: Salzburger

Festspiele 2007, S. 24 – 29.Märtyrer im Judentum – Figurationen großen Sterbens. In: Märtyrer-Porträts, S. 65 – 69.Kreuzzug und heiliger Krieg – sakrale Gewalt im Christentum. In: Märtyrer-Porträts,

S. 89 – 93.Santiago de Compostela, die Frontera und der hl. Jakobus – Pilgerreise und Geopolitik.

In: Märtyrer-Porträts, S. 123 – 126.

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z f l 201

Das mehrfache Nachleben der hl. Cäcilie – Vollkommenheit, Aufbegehren, rettender Untergang. In: Märtyrer-Porträts, S. 187 – 190.

(mit Michael Heß) Die Figur des Märtyrers und die Kulturwissenschaft. In: Forschungsjahr 2005. Hg. Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin, 2007, S. 21 – 34.

„Just als Erzjude …“ Nachwort zu: Jacob Taubes, Abendländische Eschatologie. Berlin: Matthes & Seitz 2007, S. 273 – 287.

Vedder, Ulrike Logiken des Erbens und Vererbens. In: Trajekte 14, S. 22 – 25.(mit Ohad Parnes, Sigrid Weigel, Stefan Willer) Demographischer Wandel. Kultur-

wissenschaftliche Perspektiven einer gegenwärtigen Debatte. In: Trajekte 14, S. 32 – 35.Gegenwart und Wiederkehr der Toten: Sterben, Erben, Musealisieren vor und nach der

Moderne. In: Zeitschrift für Germanistik 17, 2, 2007, S. 389 – 397.Continuity and Death. Literature and the Law of Succession in the Nineteenth Century.

In: Heredity Produced. At the Crossroads of Biology, Politics, and Culture, 1500 – 1870. Hg. Staffan Müller-Wille, Hans-Jörg Rheinberger. Cambridge/London: MIT Press 2007, S. 85 – 101.

Charlotte Stieglitz’ Sterben für die Literatur – eine „Culturtragödie“. In: Märtyrer-Porträts, S. 195 – 199.

Der Fluch und seine andere Gesetzlichkeit. In: Faszination des Illegitimen. Alterität in Konstruktionen von Genealogie, Herkunft und Ursprünglichkeit. Hg. Constanze Gestrich, Thomas Mohnike. Würzburg: Ergon 2007, S. 161 – 175.

Artikel „Abstrakte Dichtung“, „Elementare Dichtung“. In: Metzler Lexikon Literatur. Hg. Dieter Burdorf, Christoph Fasbender, Burkhard Moennighoff, Stuttgart, Weimar: Metzler 32007, S. 3 – 4, S. 184.

Vöhringer, MargareteAvantgarde und Psychotechnik. Wissenschaft, Kunst und Technik der Wahrnehmungs experimente

in der frühen Sowjetunion, Göttingen: Wallstein 2007.Hundetechnologien im Kino. In: Politische Zoologie. Hg. Anne von der Heiden, Joseph Vogl.

Berlin: Diaphanes 2007, S. 343 – 354.(mit Katrin Solhdju) Aleksandr Bogdanovs Bluttransfusionen – das Opfer des Selbst-

experiments. In: Märtyrer-Porträts, S. 257 – 260.Rez.: Richard Pare, Verlorene Avantgarde, München: Schirmer/Mosel 2007.

In: FAZ, 6.7.2007.

Weidner, DanielHg. mit Martin Treml: Nachleben der Religionen. Kulturwissenschaftliche Untersuchungen zur

Dialektik der Säkularisierung. München: Fink 2007, darin: Güter und Götterum 1900 – Kulturwissenschaft und ‚Werte‘ zwischen Ökonomie und Religion, S. 55 – 72.

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Glauben und Lesen. Neuere Literatur aus dem Grenzbereich von Theologie und Literatur. In: Weimarer Beiträge 53, 1, 2007, S. 129 – 140.

Noch einmal: Hermeneutik und Kritik. Schleiermacher und die Bibel. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 81, 1, 2007, S. 21 – 46.

Urtext und Erfahrung: Textmodelle in der Bibelkritik. In: Editio (Sonderheft Nr. 27 Ästhetische Erfahrung und Edition. Hg. R. Falk, G. Mattenklott), 2007, S. 17 – 46.

Kants Säkularisierung der Philosophie, die politische Theologie der bürgerlichen Gesellschaft und die Kritik der Bibel. In: Zeitschrift für Religions- und Geistes-geschichte 59, 2, 2007, S. 97 – 120.

Rhetoriken, Sprechakte, Fiktionen. Michel de Certeau und die Literaturwissenschaft. In: Michel de Certeau: Geschichte – Kultur – Religion. Hg. Marian Füssel. Konstanz: UVK 2007, S. 259 – 289.

Lesen, Schreiben, Denken: Herders ‚Leben Jesu‘. In: Der frühe und der späte Herder. Kontinuität und/oder Korrektur. Hg. Sabine Groß, Gerhard Sauder. Heidelberg: Synchron 2007, S. 185 – 197.

Frevelhafter Doppelgänger und sprachbildende Kraft: Zur Wiederkehr der Anders-sprachigkeit in Schleiermachers Hermeneutik. In: Exophonie. Anderssprachigkeit (in) der Literatur. Hg. Susan Arndt, Dirk Naguschewski, Robert Stockhammer. Berlin: Kadmos 2007, S. 229 – 247.

Zur Epistemologie der Stelle in der Bibelexegese. In: Das Beispiel. Epistemologie des Exemplarischen. Hg. Nico Pethes, Jens Ruchatz, Stefan Willer. Berlin: Kadmos 2007, S. 83 – 99.

Rez.: Louis Marin, Das Bild ist der König. Zürich: Diaphanes 2005. Auf: www.literaturkritik.de,

12/2007.Rez.: Shimon Bar-Efrat, Wie die Bibel erzählt, Gütersloh: Güterloher Verlagshaus 2006.

Auf: IASL-online, 2007, www.iaslonline.de/index.php?vorgang_id=1653.

Rez.: Jonathan Sheehan, The enlightenment Bible, Princeton – Oxford: Princeton UP 2005. Auf: IASL-online, 2007, www.iaslonline.de/index.php?vorgang_id=1654.

Weigel, Sigrid(Hg.) Märtyrer-Porträts. Von Opfertod, Blutzeugen und Heiligen Kriegern. München: Fink

2007. Die Vermessung der Engel. Bilder an Schnittpunkten von Poesie, Kunst und Natur-

wissenschaft in der Dialektik der Säkularisierung. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte 2, 2007, S. 237 – 262.

Erbe, Erbschaft, Vererbung: Überlieferungskonzepte zwischen Natur und Kultur. In: Trajekte 14, S. 7 – 11.

The measurement of angels. Images of pure mind as a matter of science in 19th century. In: European Review 15.3, 2007, S. 297 – 320.

Homo dolens. Der Schmerz als bedeutungsgebendes Vermögen. In: Schmerz. Kunst und Wissenschaft. Hg. Eugen Blume u. a. Berlin: DuMont 2007, S. 281 – 288.

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„Welch ein Drama ist die Passion“. Heines Faszinationsgeschichte der Passion. In: Übergänge zwischen Künsten und Kulturen. Internationaler Kongress zum 150. Todesjahr von Heinrich Heine und Robert Schumann. Hg. Henriette Herwig u. a. Stuttgart, Weimar: Metzler 2007, S. 701 – 717.

Entgeltung durch Geld. Zum Nachleben vormoderner Tauschbegriffe in der Entschädi-gungspolitik. In: Nachleben der Religionen. Kulturwissenschaftliche Untersuchungen zur Dialektik der Säkularisierung. Hg. Martin Treml, Daniel Weidner. München: Fink 2007, S. 237 – 253.

Das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung. Interview. Homepage des Goethe-Instituts. Auf: www.goethe.de/wis/fut/de2592951.htm, 2007.

Willer, Stefan Hg. mit Nicolas Pethes, Jens Ruchatz. Das Beispiel. Epistemologie des Exemplarischen.

Berlin: Kadmos 2007, darin: (mit Jens Ruchatz und Nicolas Pethes) Zur Systematik des Beispiels, S. 7 – 59.

Hg. mit Caroline Welsh: „Interesse für bedingtes Wissen“. Wechselbeziehungen zwischen den Wissenskulturen. München: Fink 2007, darin: (mit Caroline Welsh) Einleitung, S. 9 – 18.

Selbstübersetzungen. Georges-Arthur Goldschmidts Anderssprachigkeit. In: Exophonie. Anders-Sprachigkeit (in) der Literatur. Hg. Susan Arndt, Dirk Naguschewski, Robert Stockhammer. Berlin: Kadmos 2007, S. 264 – 281.

Sui generis. Heredity and Heritage of Genius at the Turn of the 18th Century. In: Heredity Produced. At the Crossroads of Biology, Politics and Culture, 1500 to 1870. A Cultural History of Heredity, Vol I. Hg. Staffan Müller-Wille, Hans-Jörg Rheinberger. Cambridge: MIT Press 2007, S. 419 – 440.

Welt-Erbe. Zum aktuellen Verhältnis von Globalität und kulturellem Kanon. In: Akten des XI. Internationalen Germanistenkongresses Paris 2005: „Germanistik im Konflikt der Kulturen“, Bd. 8, Universal-, Global- und Nationalkulturen. Hg. Jean-Marie Valentin. Bern u. a.: Lang 2007, S. 125 – 126.

Zanetti, Sandro„Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken“. Zur Wiederkehr des Schreibens

im Geschriebenen – Von der Tontafel zur Harddisk. In: Neue Zürcher Zeitung, 19.10.2007, S. 65.

Mohn und Gedächtnis. Weiter(ge)denken nach Paul Celan und Jacques Derrida. In: Mnema – Derrida zum Andenken. Hg. Hans-Joachim Lenger, Georg Christoph Tholen. Bielefeld: Transcript 2007, S. 171 – 186.

Rez.: Steffen Martus, Werkpolitik. Zur Literaturgeschichte kritischer Kommunikation vom 17. bis ins 20. Jahrhundert, mit Studien zu Klopstock, Tieck, Goethe und George. In: Zeitschrift für Germanistik N.F. XVII, 3/2007, S. 735 – 738.

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Vorträge

Andronikashvili, ZaalThe Neglected Orient, The Caucasus. Directions and Disciplins, University of Chicago,

19. 5. 2007Georgia as a Cultural Palimpsest, Berliner Seminar, Wissenschaftskolleg zu Berlin,

13. 6. 2007

Augsburger, Janis(mit Silvia Mazzini) Libido und Todestriebe, Figuren der Gewalt, Abschlusstagung des

GK Codierung von Gewalt im medialen Wandel, HU Berlin, 28. 4. 2007Poetical Fluidization and Intellectual Ecclecticism in Bruno Schulz‘ Work, Konferenz

The World of Bruno Schulz – Bruno Schulz and the World: Influences, Similarities, Reception, Katolieke Universiteit Leuven, 26. 5. 2007

Barck, KarlheinzErich Auerbach und der Surrealismus. Tagung „Erich Auerbach heute“, City University of

New York, 16. 9. 2007

Bremer, KaiDie Rezeption der niederländischen Hohelied-Kontroverse in Deutschland, Deutsch-

Niederländische Kulturbeziehungen, FU Berlin, 10. 5. 2007Doctrina als literaturwissenschaftliche Kategorie? Sacra Doctrina, MPI für Geschichte,

Göttingen, 28. 6. 2007

Coutts, Seumas RaibéartRemote Transgression of the Digital Image, MegaPixel, UAS Bielefeld, 9. 11. 2007Media History Trajectories, Kunsthochschule Weißensee, 12. – 14. 12. 2007

Dehghani, SashaAscension as a Mystical and Philosophical Path, Workshop mit Friedrich Wilhelm Graf:

Stories of Ascension: Mattan Torah, Pentecost, Miraj al-Nabi, Wissenschaftskolleg zu Berlin, 23. 5. 2007

Das christliche Europa zwischen Aufnahmen und Ablehnung – Zu Dantes Islambild in der Göttlichen Komödie, Gastvortrag, Universität Potsdam, Lehrstuhl für Religionswissenschaften/LER, 24. 5. 2007

Die triadische Kosmologie der Basmala – Reflektionen zu Mulla Sadras Sure al-Ikhlas, 30. Deutscher Orientalistentag, Universität Freiburg, Freiburg/Br., 27. 9. 2007

Socrates in the Abrahamic Traditions: The Victory of Jerusalem over Athens, Gastvortrag, Hebrew University of Jerusalem, Chair of Baha‘i Studies, 8. 11. 2007

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Tahirih in Geschichte und Literatur, Jahrestagung der Gesellschaft für Baha’i Studien für das Deutschsprachige Europa, Gesellschaft für Baha’i Studien – Frankfurt/Langenhain, 10. 11. 2007

Das schiitische Gründungsereignis vom Martyrium Husayns und seine Folgen, Selbst- mordattentate: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen, politische Ziele, religiöse Deutungen, Katholische Akademie „Die Wolfsburg“ & Konrad Adenauer Stiftung, Mühlheim a. d. R., 24. 11. 2007

The Martyrdom of Husayn – On the Interaction of Shiite Islam with Mysticism and Politics, Workshop mit Peter Chelkowski: „Taziyeh on the Move“, Wissenschafts-kolleg zu Berlin, 29. 11. 2007

Fetscher, Justus Schrift verkehrt – Über Kleists Briefwerk, Gastvortrag, Universität Zürich, Seminar für

Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, 25. 4. 2007Übertragungswege. Zum medialen Echoraum von F. C. Delius’ Der Sonntag, an dem ich

Weltmeister wurde, Gastvortrag, Universität Jena, Hochschuldozentur Medien wissen-schaft, 4. 7. 2007

Zeitort 1959. Theodor W. Adorno, Helmuth Plessner und Hannah Arendt über Vergan-genheitsbewältigung. Workshop „Unbewältigte Vergangenheit? Faschismus und Krieg in Literatur und Film um 1960. Zum Gedenken an Simone Barck“, Universität Potsdam, Institut für Germanistik; Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam, 24. 11. 2007

Gilgamesch/Mafarka. Reflexionen zum Archaisch-Epischen in Marinettis Roman. Kolloquium: „Körper in Bewegung: Impulse und Modelle der italienischen Avantgarde“, Universität Siegen, DFG-Projekt Macht- und Körperinszenierungen: Modelle und Impulse der italienischen Avantgarde, 3. 12. 2007

Flach, SabineKritische Kunstgeschichte! Kritische Bildwissenschaft, Tagung: Lösen Bilder Probleme?

Neue Aufgaben einer Kritischen Kunstgeschichte, Ulmer Verein, 12./13. 1. 2007Der Avantgardekünstler als Wissenschaftler. Abstraktion in den Laborarbeiten von

Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch und Michail Matjuschin, Gastvortrag, Universität München, 6. 2. 2007

Konsequenz oder: Kann man anders Denken, als man denkt? Internat. Tagung „Konsequenz“, Universität Bern, 12. – 14.2.2007

Realfiktionen. Überlegungen zu den Versuchsanordnungen von Olafur Eliasson, Vortrag an der Staatsoper Berlin, Inszenierung der Phaedra, Staatsoper Berlin, 8. 9. 2007

Scientifique de Recherche Paranaturaliste. Leben im digitalen Raum – Anmerkungen zu den Arbeiten von Louis Bec, Megapixel – Die Mobilisierung der Bilder, Fachhochschule Bielefeld, 8. – 10. 11. 2007

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Horsch, SylviaDas Bilderverbot im Islam, Tagung: „Ich sehe dich in tausend Bildern …“ Theorie und

Praxis des Bilderverbots, Berliner Bibelwochen, Evangelische Akademie zu Berlin, 25. 10. 2007

Jakiša, MirandaBosnientexte, Vortragsreihe WISSENSCHAFTLiteratur des Instituts für Slawistik:

‚Geopoetik – Literatur als Topographie‘, HU Berlin, 17. 1. 2007The Balkans as Threshold, Europa im Nahen Osten – der Nahe Osten in Europa,

Wissenschaftskolleg Berlin, 13. 6. 2007Freund- und Feindschaft in der Balkanliteratur, Kolloquium Südosteuropaforschung,

FU Berlin, 13. 7. 2007Homo balkanicus – alter und ego des Europäers?, Tagung „Der Europäer – ein Konstrukt.

Wissensbestände und Diskurse“, HU Berlin, 8. 9. 2007

Kilchmann, Esther Die Ostgrenze. Figurationen einer europäischen Faszination. Vortrag auf der Konferenz:

Faszination, HU Berlin, 30. 11. 2007

Müller, ErnstFigur statt Metapher? Überlegungen zu einer anderen semantischen Repräsentations-

form, Einsteinforum zum Thema: In übertragenem Sinne? Metaphern (in) der Philosophie, Einsteinforum Potsdam, 13. 7. 2007

Naguschewski, DirkÜbersetzung und Dialog. Podiumsdiskussion zum Candide-Preis 2007 für André Kubiczek,

Schloß Genshagen, 15. 11. 2007(mit Sabine Schrader) Die Ordnung der Blicke – Gender-Konstruktionen bei Merzak

Allouache. Ringvorlesung „Genderperspektiven in Nordafrika: Literatur, Film und Gesellschaft“, TU Berlin/HU Berlin, 1. 2. 2007

Parnes, OhadRobert Roessle and the ‚pathology of the family‘ – a new perspective on genetics and

heredity in Nazi Germany, Establishing Medical Genetics: Programs, Practices, Political Contexts, ca. 1910 – 1960, Institut für Geschichte der Medizin, Universität Gießen, 28. – 30. Juni 2007.

From transmission to plasticity: the changing concept of heredity since the middle of the twentieth century. The International Society for History, Philosophy, and Social Studies of Biology (ISHPSSB), Exeter, 24 – 29. Juli 2007.

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Epigenetic Genealogies, Genealogische Praktiken: Transdisziplinäre Kartographie eines Denkstils; Conference on the Practices of Genealogy, HU Berlin, 13. – 15. Dezember 2007.

Petzer, TatjanaORIENT => OCCIDENT: Topographien der Balkanisierung, Symposium des Wissen-

schaftlichen Beirats der SOG „Wie europäisch ist der Balkan? Wie balkanisch ist Europa?“, Universität Duisburg-Essen/SOG, 16. 2. 2007

Topographien der Balkanisierung, Kolloquium am Lehrstuhl für Ost- und Südosteuropäische Geschichte, GWZ/Uni Leipzig, 27. 11. 2007

Homo balkanicus. Antieuropäische Diskurse in der „jugoslawischen Avantgarde“, Gastvortrag, MLU/Zweigstelle SOG Halle, 28. 11. 2007

Pareigis, ChristinaGlasperlenhebräisch. Das Fremd-Wort in den Schriften Klara Blums und Gertrud Kolmars,

German-Jewish Women Writers 1900 – 1938, University of London, 17. 5. 2007

Pflitsch, AndreasLiterature and Migration. The Beginnings of Modern Arabic Literature Between Beirut,

Poltova, New York and Cairo, Workshop „Migration and Urban Institutions in the Late Ottoman Reform Period, 1850 – 1920“, Zentrum Moderner Orient, Berlin, 11. 5. 2007

Zweierlei Barbaren? Der russische Osten und der arabische Orient von Westen aus gesehen, Symposium „Die Wahrnehmung des Anderen in Deutschland und der arabischen Welt“, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 15. 6. 2007

‚The Importance of Being Earnest‘. Anmerkungen zu einem Buch gewordenen Missver-ständnis zwischen Joachim Helfer und Rašîd ad-Da’îf, Symposium „Humor in der arabischen Kultur“, FU Berlin, 7. 7. 2007

Die Übertriebenheiten, wozu die Theater des großen und weitläufigen Paris genötigt werden …’ Anmerkungen zu einer Gattung auf Wanderung, 30. Deutscher Orienta-listentag der DMG „Welche Vergangenheit, welche Zukunft? Orientalistik im 21. Jahrhundert“, Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg i. Br., 25. 9. 2007

Tâhâ Husain in Paris, 30. Deutscher Orientalistentag der DMG „Welche Vergangenheit, welche Zukunft? Orientalistik im 21. Jahrhundert“, Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg i. Br., 25. 9. 2007

‚Ein eher komisches Sammelsurium von Vor- und Fehlurteilen‘? Zum postironischen Schreiben bei Rašîd ad-Da’îf, 30. Deutscher Orientalistentag der DMG „Welche Vergangenheit, welche Zukunft? Orientalistik im 21. Jahrhundert“, Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg i. Br., 28. 9. 2007

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Fiktive Migration und migrierende Fiktion. Zu den Lebensgeschichten von Emine, Leyla und Gül, Workshop „Literatur, Kultur und Migration“, im Rahmen der Tübinger Poetik-Dozentur von Feridun Zaimoglu und Ilija Trojanow, Eberhardt-Karls-Universität Tübingen, Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“‚ der Universität Konstanz, 18. 11. 2007

Schmieder, FalkoAls der Krieg zu Ende war: Brechts Antigone-Vorspiel, Symposion: „Berlin im Kopf“.

Arbeit am Berlin-Mythos der Moderne. Exil und innere Emigration 1933 – 1945, Akademie der Künste Berlin, 27. 10. 2007

Digital data processing and History of Concepts, Workshop: Wikifying Research. Towards collaborative content management of interpretations, hypotheses, and theories, Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie Leipzig, 26. 6. 2007

Schnittkulturen. Zur Denkfigur der Pfropfung, Tagung: Pfropfen, Impfen, Transplantieren, L’arc Romanmôtier, 11. 8. 2007

Solhdju, KatrinZeitformen der Krankheit. Reflexionen im Anschluss an Ludwik Fleck, Zählen,

Speichern, Takten, Helmholtz Zentrum für Kulturtechnik, HU Berlin, 1. 2. 2007

Stockhammer, RobertDie gebrochene Sprache der Weltliteratur, Berufungsvortrag, LMU München, 2. 2. 2007Georges Perecs Lust am gekerbten Raum, Tagung Metropolen im Maßstab, Literatur-

forum Berlin, 17. 3. 2007Ambiguities between grammar, rhetoric and dialectic. The trivium as „a set of unresolved

tensions“, Workshop „Ambiguity and Disambiguation“, ICLA Jahrestagung, Rio de Janeiro, 30. 7. 2007

Das Meer schreiben: Die Entstehung der Ozeanographie in Wissenschaft und Roman, Symposium Grenzflächen des Meeres, Paraflows Festival Wien, 15. 9. 2007

Zur Konjunktur der Landvermesser in der Gegenwartsliteratur, Tagung Literarische Entdeckungsreisen in deutschsprachigen Erzähltexten der Gegenwart, Literaturhaus Basel, 2. 11. 2007

Entkopplung von Wort und Gefühl – Alexithymie „und“ Literatur, Berufungsvortrag, TU Berlin, 3. 11. 2007

Das Schon-Übersetzte. Auch eine Theorie der Weltliteratur, Symposium des Promotions-kollegs „Formations of the Global: Globalisierung aus kulturwissenschaft licher Perspektive“, Universität Mannheim, 15. 12. 2007

Strowick, Elisabeth „Nachkommenschaften.“ Stifter’s Series, Bewerbungsvortrag, Johns Hopkins University,

Baltimore, 15. 2. 2007

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Kafkas Experimentalanordnungen, Konferenz „Experiment und Literatur – Themen, Methoden, Theorien“, ETH Zürich, 29. 6. 2007

Anti-Autobiography and Modern Disciplinary Power in Thomas Bernhard, Bewerbungs-vortrag, Cambridge University, Cambridge UK, 2. 3. 2007

Verdacht. Zeichen der Moderne, Konferenz „Literatur und Wissen“, Universität Hamburg, 5. 10. 2007

Epistemologie des Verdachts, Kolloquium „Philosophie und Geschichte des Wissens“, Universität Zürich/ETH, Zentrum „Geschichte des Wissens“, 27. 9. 2007

Ausdrucksbewegungen. Zum Verhältnis von Poesie und Naturkunde bei Durs Grünbein, Ian McEwan und Charles Darwin, Bewerbungsvortrag, TU Berlin, 3. 11. 2007

Thun-Hohenstein, FranziskaDie Lebenserfahrungen, Lebenseinsichten und literarischen Zeugnisse Daniil Granins

(Gespräch mit dem Schriftsteller aus St. Petersburg), Deutsche und Russen – eine wechselvolle Beziehung, Tagung der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Lutherstadt Wittenberg, 2. – 4. 2. 2007

Das Lager in der Gegenwart erzählen. Varlam Šalamovs „Erzählungen aus Kolyma“ im Kontext europäischer Diskussionen über literarische Zeugenschaft, Internationale Tagung zum 100. Geburtstag Varlam Šalamovs, Moskau (Russland), Moskauer Menschenrechtsorganisation „Memorial“, Stiftungsbibliothek „Russisches Ausland“ 18./19. 6. 2007

Der andere Gulag-Erzähler: Varlam Schalamow als Gegenbild Alexander Solschenizyns. F. T.-H. im Gespräch mit Michail Ryklin (Moskau) und dem Spiegel-Redakteur Rainer Traub über Schalamows „Erzählungen aus Kolyma“, Frankfurter Buchmesse, Verlag Matthes & Seitz Berlin, Spiegel-Stand auf der Frankfurter Buchmesse 2007, 12. 10. 2007

Überleben in der „Lagerzivilisation“. Varlam Šalamov, Vortrag im Rahmen des Seminars „Überleben. Zur Geschichte eines kulturellen Deutungsmusters“ (F. Schmieder), FU Berlin, Inst. f. Kommunikationsgeschichte u. angewandte Kulturwissenschaften, 7. 11. 2007

Treml, Martin Mysticism as Utopia: Martin Buber’s Contribution to the Jewish Renaissance 1900 – 1916,

German-Jewish Utopias, Minerva Institute for German History, Tel Aviv, Mai 2007Auerbach’s readings and the Warburg Institute: Jewish legacies in the fields of

Kultur wissenschaft, Reappraising Auerbach’s Contexts: A Conference on the 50th Anniversary of Erich Auerbach’s Death, Graduate Center, City University of New York, November 2007

Erich Auerbach neu lesen: Von den Berliner Jahren zum Istanbuler Exil – Das Bild Auerbachs und Georges als eines des deutschen Judentums, Erich Auerbach: Philologie – Geschichte – Verstehen, Yeditepe University Istanbul/ZfL Berlin, Dezember 2007

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Vedder, UlrikeErinnerung oder Fiktion? Der neue Familienroman, Tagung „Täter als Opfer?

Deutschsprachige Literatur zu Krieg und Vertreibung im 20. Jahrhundert“, Universität Hamburg, 19. 5. 2007

Genealogische Störfälle und das Nachleben der Toten in Kleists „Findling“, Universität Mainz, 26. 7. 2007

Das Testament. Zur Begriffs-, Rechts- und Literaturgeschichte einer Übertragungsfigur, XXX. Internationaler Romanistentag, Universität Wien, 25.9.2007

Generationen und Genealogien. Literarische Deutungsmuster und aktuelle Konzepte, Kolloquium „Postfeminismus und Literaturwissenschaft“, Universität Hamburg, 22. 11. 2007

Vöhringer, MargareteAvantgarde und Psychotechnik, Meinecke Institut, FU Berlin, Januar 2007Haller‘s decapitations, Twelfth International Congress on the Enlightenment,

Montpellier, Juli 2007No Fear in the Laboratory. Art and Science in the Early Soviet Union, Tagung Dealing

with Fear, Schloss Solitude Stuttgart, Oktober 2007Experimentelle Psychologie in der Praxis: Nicolaj Ladovskijs Psychotechnische

Architektur, Symposium: Elektrifizierung der Gehirne, Riesa Efau – Forum Kunst und Gesellschaft Dresden, Oktober 2007

„Space, not Stones“. Nikolai Ladovskijs Psychotechnical Laboratory for Architecture, Re-Place: Second International Conference on the Histories of Media, Art, Science and Technology, Berlin, November 2007

Erziehung, Arbeitswissenschaft und Eugenik in der frühen Sowjetunion, Ringvorlesung, Universität Zürich, November 2007

Avantgarde und Psychotechnik, Lesung, ACC Galerie und Bauhaus Universität Weimar, November 2007

Weidner, DanielVon der Literaturgeschichte zur Literaturwissenschaft. Die neueren Philologien und die

Bibel, Die Bibel im Horizont der Kulturwissenschaften – zur Erinnerung an Hermann Gunkel, Universität Gießen, Juni 2007

Zweierlei Orte der Erinnerung. Mnemotische Poetik in Uwe Johnsons Jahrestage, Natur – Kultur. Germanistentag 2007, Universität Marburg, September 2007

Weigel, SigridErbe, Erbschaft, Vererbung: Überlieferungskonzepte zwischen Natur und Kultur. Vortrag,

Veranstaltung „Herausforderung Tradition“ in der Reihe „Pro Geisteswissenschaften“, Hannover, Plenarsaal des Niedersächsischen Landtages, 23. 1. 2007

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Die Vermessung der Engel. Kunst und Wissenschaft in der Dialektik der Säkularisierung, Vortrag, Eröffnung des Zentrums für Kulturwissenschaften der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn, 29. 1. 2007

The concept of generation: historical and theoretical perspectives. Vortragsreihe „History of Medicine“, Dept. of History and Philosophy of Science, University of Cambridge, England, 27. 2. 2007

Generation – Zur Theorie und Geschichte eines Konzepts. Vortrag beim Graduierten-kolleg „Generationsverhältnisse in Antike und Mittelalter“, Universität Bamberg, 17. 4. 2007

Pluralizing the Origins. Reconceptualizing Europe from the East. European Science Foundation-Conference „Literature for Europe. European Identities and European Literature in a Globalizing World“, Vadstena (Schweden) 12. 5. 2007

The Measurement of Angels. Arts and Sciences in the Dialectics of Secularization. Faculteit de Letteren, Universiteit Leuven, Vortrag anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde, 15. 5. 2007

Die Oper, ein Traum. Das Nachleben des Pathos in der Moderne. Symposium “Alexander von Zemlinsky und die Moderne”, Deutsche Oper Berlin, 31. 5. 2007

The Center for Literary and Cultural Research within a European Framework. Workshop der Academia Europaea und der BBAW „Harnessing European Diversity – A new Paradigm for the Humanities?“, BBAW, 12. 6. 2007

Blutzeugnis und Schriftzeugnis. Die Passio der Perpetua als Übergangsfigur. Symposium „Perpetua’s Passion“, HU Berlin, 11. 7. 2007

Topographie pluraler Kulturen Europas in Rücksicht auf die ‚Verschiebung Europas nach Osten‘, Kurzvortrag bei der Veranstaltung „Wie gut kennen wir Europa? Gegenwart und Geschichte einer pluralen Kultur“ im Rahmen der Reihe „Geisteswissenschaften im Dialog“, Berlin und Bonn, 18 .7. und 15. 11. 2007

Verborgene Briefe und „gemischte Verhältnisse“ – Hinterlassenschaften und Korres-pondenzen im Nachkriegsdeutschland. Reihe „Verborgene Gedächtnisse“, Simon-Dubnow-Institut Leipzig, 19. 7. 2007

Das Opfer der Schönheit. Goethes Wahlverwandtschaften, gelesen mit Benjamin, Interdisziplinäre Tagung „Der Zauber der Venus – der Reiz des Adonis“, Seminar für Filmwissenschaften, Universität Mainz, 26. 7. 2007

Podiumsgespräch zum Thema „Ohnmacht. Auftrag. Mord. Zu Cassandra/Elektra“, Deutsche Oper Berlin. 20. 10. 2007

Perspektiven der Kulturnation im Prozess der Europäisierung. Vortrag bei den 35. Römer-gesprächen im Schauspielhaus Frankfurt/M. „Die Berliner Republik. Eine Betriebs-besichtigung“, 17. 11. 2007

Märtyrer und Souverän. Walter Benjamins Kritik der Gewalt und seine Thesen zum ‚bloßen Lebens‘. Goethe-Institut Madrid, 20.11.2007

Podiumsgespräch „Wahnsinn und Gesellschaft. Zu Donizettis Lucia di Lammermoor“, Deutsche Oper Berlin, 29. 11. 2007

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Willer, StefanLiteratur- und Kulturforschung: Qualifikation, Kompetenz, Arbeitsweise, Gastvorlesung

bei der Veranstaltung „Berufsfelder für Geistes- und Sozialwissenschaftler/-innen“, (Vortragsreihe der Philosophischen Fakultäten), HU Berlin, SoSe 2007

Experimentum crucis: Bacon, Goethe, Adorno, Experiment und Literatur, ETH Zürich, 29. 6. 2007

World, Culture, Heritage: The Concept of Intergenerational Transmission in Global Cultural Policy, Gastvortrag, Instituto de Investigaciones Filosóficas, Universidad Nacional Autónoma de México, D.F., 14. 11. 2007

Zanetti, SandroAbschreiben, anfangen zu entwerfen. Paul Celans „Entwurf einer Landschaft“,

Universität Bielefeld, 30. 1. 2007Préparatifs de l’écriture: Hölderlin, Studientag Scènes et mises en scènes de l’écriture:

perspectives de recherche, Institut des Textes et Manuscrits Modernes (ITEM) Paris, 10. 3. 2007

Hölderlin. Vorläufiges Schreiben, Workshop Schreiben am Rand, Lana (Südtirol), 13. 4. 2007

Schreiben und altern, Gastvortrag, Universität Hildesheim, 9. 5. 2007Das unbeschriebene Blatt, Gastvortrag, Universität Hildesheim, 12. 6. 2007Leere Seiten – und wie sie (nicht) gefüllt werden: Goethe, Mallarmé, Celan, Hughes, Jandl,

Workshop La page blanche, LMU München, 14. 6. 2007Vor und nach dem Einfall, Kulturtage 2007, Lana (Südtirol), 30. 8. 2007Schrift vor Text. Von Lichtenberg bis Jandl, HU Berlin, 25. 10. 2007Momentaufnahmen. Unterwegs mit der Polaroid-Kamera, Tagung Portable Media,

Universität Dortmund, 23. 11. 2007 Demokratisierung der Konjektur. (Material-)Dokumentation versus (Text-)Konstitution,

Workshop Textgenese zwischen Konjektur und Krux, Schweizerisches Literaturarchiv (SLA) Bern, 1. 12. 2007

Lehrveranstaltungen

Andronikashvili, ZaalRussischer Orientalismus, HS, Institut für Slawistik, HU Berlin, WS 2007/08.

Augsburger, JanisÄsthetik der Grausamkeit. St. I. Witkiewicz und Bruno Schulz, HS, Institut für Slawistik,

HU Berlin, WS 2006/07.Vilnius und Litauen in der polnischen Literatur und Publizistik der Zwischenkriegszeit,

HS, Institut für Slawistik, HU Berlin, SoSe 2007.

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z f l 213

Ethik und Ästhetik – Aspekte in der Literatur, PS, Seminar für Ästhetik, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaft, HU Berlin, WS 2007/08.

Bremer, KaiDrama und Theater in der Frühen Neuzeit, PS, Institut für Germanistik, HU Berlin, WS

2006/07.Das Bibeldrama, HS, Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft, FU Berlin,

SoSe 2007.Einführung in die Literaturwissenschaft, PS, Institut für Germanistik, JLU Gießen, WS

2007/08.Kulturwissenschaftliche Dramenanalysen, PS, Institut für Germanistik, JLU Gießen, WS

2007/08.

Flach, SabineAvantgardekünstler als Wissenschaftler, HS, Kunstgeschichtliches Seminar, TU Berlin,

WS 2006/07.„Mapping the studio“. Künstlerräume zwischen Atelier und Labor, HS,

Kunstgeschichtliches Seminar, TU Berlin, SoSe 2007.„Say it isn’t so!“ Emotion und Affekt in der Gegenwartskunst, HS, Kunstgeschichtliches

Seminar, TU Berlin, WS 2007/08.

Heß, Michael ReinhardSatanische Verse in der türkischen Literatur, HS, Turkologie, FU Berlin, WS 2006/07Der alevitische Weg, HS, Turkologie, FU Berlin, SoSe 2007.Wendepunkt Canakkale, HS, Turkologie und Zentralasienkunde, Universität Göttingen,

WS 2007/08.Moderne türkische Literatur des 20. Jahrhunderts, HS, Turkologie und

Zentralasienkunde, Universität Göttingen, WS 2007/08.Tatarisch I, Ü, Turkologie und Zentralasienkunde, Universität Göttingen, WS 2007/08.Das alevitische Rätsel, V+Ü, Turkologie und Zentralasienkunde, Universität Göttingen,

WS 2007/08.

Jakiša, MirandaMeša Selimovi´c – die Stimme aus dem Off, PS/HS, Institut für Slawistik, HU Berlin,

WS 2006/07.Rhetorische Textanalyse für Slawisten, BA, Institut für Slawistik, HU Berlin, SoSe 2007.Logiken der Freund- und Feindschaft in der Literatur des Balkans, HS, Institut für

Slawistik, HU Berlin, WS 2007/08.

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214 z f l

Kilchmann, EstherInnenräume. Die Literatur des Biedermeier, PS, Literaturwissenschaft, TU Berlin,

WS 2007/08.

Müller, DoritInszenierungen des Wissenschaftlers in Literatur und Film, SE, Institut für deutsche

Literatur, HU Berlin, SoSe 2007.

Müller, ErnstLessing. Aufklärung und Geschichtsphilosophie, HS, Philosophie, HU Berlin,

WS 2006/07Blumenbergs Metaphorologie, HS, Philosophie, HU Berlin, WS 2007/08.

Parnes, OhadChronische Erkrankungen im 19. und 20. Jahrhundert: Historische und ethische

Dimensionen, Justus-Liebig Universität, Gießen, WS 2007/08.

Petzer, TatjanaNarren um Christi Willen. Wahnsinn und Heiligkeit in der russischen Literatur, SE,

Institut für Slawistik, HU Berlin, WS 2006/07.Balkanisierung. Ästhetische und kulturpolitische Programme der Demarkation, SE,

Institut für Slawistik, HU Berlin, SoSe 2007.Technik und Glaube, HS, Institut für Slawistik, HU Berlin, WS 2007/08.

Pareigis, ChristinaDie russisch-jüdische Moderne (II) (Gestaltung einiger Sitzungen als CoReferentin;

Seminarleitung: Franziska Thun-Hohenstein), HS, Institut für Slawistik, HU Berlin, WS 2006/07.

Pflitsch, AndreasZwischen Moderne und Postmoderne. Zur Geschichte der modernen arabischen Literatur

III: 1980 – 2005, PS, Seminar für Semitistik und Arabistik, FU Berlin, WS 2006/07Ägypten und Europa. Tâhâ Husain und sein Buch über die Zukunft der Kultur in Ägypten

(1938), PS, Seminar für Semitistik und Arabistik, FU Berlin, SoSe 2007.

Schmieder, FalkoZur Aktualität von Walter Benjamins Begriff der Geschichte, HS, Institut für Kommuni-

kationsgeschichte und angewandte Kulturwissenschaften, FU Berlin, WS 2006/07.Marx im Zeitalter der Globalisierung, HS, Kulturwissenschaftliches Institut, Europa-

Universität Viadrina, Frankfurt/Oder, WS 2006/07.

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z f l 215

Religion und Moderne, HS, Institut für Kommunikationsgeschichte und angewandte Kulturwissenschaften (IKK), FU Berlin, SoSe 2007.

Einführung in die Medientheorie, Ü/S IKK, FU Berlin, WS 2007/08.Ansichten der Kulturwissenschaft, Ü/S, IKK, FU Berlin, WS 2007/08.Überleben: Zur Geschichte eines kulturellen Deutungsmusters, HS, IKK, FU Berlin,

WS 2007/08.Allegorien der kulturellen Kommunikation, HS, IKK, FU Berlin, WS 2007/08.

Stockhammer, RobertLiteratur und Wissen, V, Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende

Literaturwissenschaft, FU Berlin, WS 2006/07.Bildlichkeit in der Lyrik, PS, Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende

Literaturwissenschaft, FU Berlin, WS 2006/07.Literatur und Wissen, V, Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissen-

schaft, LMU München, WS 2007/08.Einführung in die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, PS I, Institut für

Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, LMU München, WS 2007/08.Formationen des Literarischen in der Globalisierung, HS, Institut für Allgemeine und

Vergleichende Literaturwissenschaft, LMU München, WS 2007/08.

Strowick, ElisabethDer deutsche Bildungsroman, HS, Deutsches Seminar, Universität Basel, WS 2006/07.Empfindung und Literatur (1740 – 1780), PS, Deutsches Seminar, Universität Basel, SoSe

2007.Der ‚Möglichkeitssinn‘ der Literatur, HS, Deutsches Seminar, Universität Basel,

WS 2007/08.

Thun-Hohenstein, FranziskaDie russisch-jüdische Moderne (II), HS, Insitut für Slawistik, HU Berlin, WS 2006/07.Den GULAG schreiben. Varlam Šalamovs Poetik der Unerbittlichkeit, HS, Institut für

Slawistik, HU Berlin, SoSe 2007.

Treml, Martin Außerchristliche Weltreligionen I: Judentum und Islam, PS, Studiengang Religions-

pädagogik/Gemeindepädagogik, Evangelische Fachhochschule Berlin, WS 2006/07.

Vöhringer, MargareteGeschichte des Reflexes in Russland, HS, Institut für Slawistik, HU Berlin, WS 2007/08.

Weidner, DanielBibeldrama, HS, Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literatur-

wissenschaft, FU Berlin, SoSe 2007.

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Einführung in modernes Erzählen: Uwe Johnson, PS, Grundkurs, Institut für deutsche Philologie, HU Berlin, WS 2006/07.

Willer, StefanWhat is World Heritage?, Seminario del Posgrado (Blockseminar), Instituto de

Investigaciones Filosóficas, Universidad Nacional Autónoma de México, WS 2007/08.Epigenesis and Epigenetics: Scientific Knowledge, Concepts, and Words, Seminario del

Posgrado (Blockseminar), Facultad de Ciencias, Universidad Nacional Autónoma de México, WS 2007/08.

Zanetti, SandroSpätwerke: Avantgardismus der Greise?, HS, Deutsches Seminar, Universität Basel,

WS 2006/07.Improvisation. Texte und Theorien zum Unvorhersehbaren (mit Sylvia Sasse), HS,

Institut für Slawistik/für Deutsche Sprache und Literatur, HU Berlin, SoSe 2007.

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Prof. Dr. Ulrike FreitagDirektorin des Zentrums Moderner OrientProfessorin an der Freien Universität Berlin

Kirchweg 33, 14129 BerlinTelefon: +49 (0)30. 80 307 0Telefax: +49 (0)30. 80 307 210e-mail: [email protected]: http://www.zmo.de

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Forschungsprofil und Mitarbeiter

2007 war zum einen das letzte Jahr des DFG-Programms Bewegung und Einrichtung. Trans-lokalität in Geschichte und Gegenwart des modernen Vorderen Orients, Asiens und Afrikas, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) während zweier Förderperioden (2004 – 2005, 2006 – 2007) finanzierte. Gleichzeitig wurde das Anschlussprogramm, das unter dem Titel Muslimische Welten – Welt des Islam? steht und dessen Finanzierung vom Bundesministe-rium für Bildung und Forschung (BMBF) übernommen wurde, vorbereitet. Damit einher gingen intensive Verhandlungen über die organisatorische und finanzielle Gestaltung der künftigen Arbeit, die im Laufe des Jahres konkrete Formen annahm und in einer För-derungszusage des Ministeriums für den Zeitraum 2008 bis 2013 mündete.

Forschungsprogramm und Wissenschaftliche Projekte

Im Rahmen des Forschungsprogramms Bewegung und Einrichtung wurden am Zentrum im Jahr 2007 insgesamt 12 Projekte mit 23 Teilprojekten bearbeitet. Davon konnte ein Großteil während bzw. zum Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die restlichen For-schungsarbeiten werden innerhalb des 1. Halbjahres 2008 zu Ende gebracht, wobei diese Verschiebung teilweise mit der Wegberufung einer Reihe erfahrener Kollegen zusam-menhängt (vgl. Personalia). Innerhalb der gemeinsamen Arbeit am Zentrum, die neben den regelmäßigen Projekt-versammlungen, dem Kolloquium, und der Arbeit in den Projektgruppen vor allem im Rahmen einer zweitägigen Klausur stattfand, lag der Fokus weiterhin auf dem verbin-denden Oberthema „Translokalität“, dem sich die Fragestellungen im Hinblick auf unter-schiedliche Schwerpunkte und Betrachtungsweisen näherten. Die Forschungsarbeiten beschäftigten sich mit diversen Prozessen von Konstituierung („Einrichtung“) bzw. Wand-lung von Ordnungen normativer, institutioneller und kognitiver Art. Diese drei Bereiche, bereits im letztjährigen Jahresbericht ausführlich dargestellt, bildeten auch im letzten Jahr die differenzierenden Begriffskategorien, innerhalb derer sich die Mitarbeiter/innen mit Fragen zu Migration, Krieg, Verwaltungsreformen, Jugendkultur, islamische Mission, Rechts kultur, Zeitkonzeptionen etc. beschäftigten.

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Neben dem Abschluss der Einzelprojekte (s. Berichte zu den Forschungsprojekten) be-stand ein erheblicher Teil der gemeinsamen Arbeit 2007 darin, diese konzeptionellen Überlegungen fortzuführen, in geeigneter Weise einer breiteren akademischen Öffent-lichkeit vorzustellen und hieraus Publikationen zu entwickeln. Verschiedene 2007 durch-geführte Tagungen und Workshops stießen auf breites wissenschaftliches Interesse und die Beiträge werden derzeit zur Veröffentlichung vorbereitet. Auch die Bearbeitung des Bandes zur 2006 am ZMO stattgefundenen Konferenz zu Translokalität („Translocality: challenging the local–global dichotomy“), der im Winter 2008 bei Brill erscheinen wird, dient diesem Ziel, ebenso wie die Arbeit an weiteren Manuskripten, die das Konzept von Translokalität oder Einzelaspekte der inhaltlichen Arbeit zusammenfassen. Die 14-täglichen Projektversammlungen aller wissenschaftlicher Mitarbeiter/innen bilden ein zentrales und wichtiges Forum des Austausches im Zentrum, in dem nicht nur Fragen zu den konkreten Einzelforschungen sondern auch theoretische Überbauten zur Diskussion stehen. Auch die im Zusammenhang mit dem Aufenthalt deutscher und aus-ländischer Gastwissenschaftler/innen stattfindenden Arbeitsgespräche bieten eine span-nende und interessante Plattform, in der andere Betrachtungsweisen und Ansätze die Arbeit am ZMO inspirieren und befördern. Im Jahr 2007 fanden elf Gesprächsrunden mit Kolleg/innen statt, die sich als Gäste am ZMO aufhielten bzw. als Gäste anderer Instituti-onen das ZMO zum wissenschaftlichen Austausch besuchten (s. unter Punkt Arbeits-gespräche). Gelegenheit zum intensiven wissenschaftlichen Austausch mit Forscher/innen aus dem In- und Ausland bietet auch das ZMO-Kolloquium, das sich als Vortragsreihe mit unterschiedlicher Themensetzung am letzten Donnerstag im Monat etabliert hat. Hier wird neben dem wissenschaftlich gebildeten Publikum auch die interessierte Öffentlich-keit angesprochen, wobei jeweils ein Halbjahr einem inhaltlichen Schwerpunkt folgt, während das andere eher die Vielfalt der Forschung am Zentrum zur Geltung bringen möchte. Dies war der Fall in den ersten Monaten des Jahres 2007. Prof. Brigitte Reinwald (Universität Hannover) eröffnete das Kolloquium 2007 mit dem Jahresvortrag der Gesell-schaft zur Förderung des Zentrums Moderner Orient e. V. zu Ehren des 2003 verstorbenen ZMO-Mitarbeiters Prof. Dr. Gerhard Höpp. In ihrem Vortrag zu „Itineraries and narratives of West African combatants in the Second World War“ knüpfte sie an Prof. Höpps For-schungen über nichteuropäische Weltkriegsteilnehmer an. Dr. Katharina Schramm (Graduate School Asia and Africa in World Reference Systems, Halle) sprach in dieser Vor-

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lesungsreihe über die Konstruktion von Geschichte in Ghana anhand verschiedener Landmarken zum Sklavenhandel. In einer Kooperationsveranstaltung mit dem SFB 640 sprach Prof. Talal Asad (City University, New York) über „Law, ethics and religion in the story of Egyptian modernization“. Zwischen April und November widmete sich das ZMO-Kolloquium dem Thema Ways of Thinking the World in Africa and Asia in einer Vortragreihe, die konzeptionell in Koope-ration zwischen Dr. Kai Kresse und PD Dr. Jens Heise (Philosoph und Japanologe, Hum-boldt-Universität zu Berlin) vorbereitet wurde. Das zentrale Thema war, von verschie-denen regionalen und disziplinären Ansätzen her zu verfolgen, wie von Asien und Afrika aus „die Welt“ gedacht und intellektuell verhandelt wird. Es ging somit auch um jeweils empirisch fundierte und regional kontextualisierte Erweiterungen eines vorwiegend euro zentrisch geprägten Blickes auf „Welt“ und „Menschheit“. Als Anbindungspunkte hierfür dienten den Rednern z. B. religiöse Konzepte und Debatten, die sprachliche For-mung von Weltsichten, die historische und geographische Dokumentation intellektuel-ler Traditionen sowie die Diskussion regional geformter, aber doch universal ausgerich-teter ethischer Diskurse. Dr. Jens Heise eröffnete am 26. April die Reihe mit einem an Wilhelm von Humboldt orientierten Vortrag zum Thema „Sprachansichten – Weltan-sichten: Zur ‚philosophischen Grammatik‘ des Japanischen“. Es folgten die Vorträge der Religionswissenschaftler Prof. Muhammad Qasim Zaman (Princeton), der zu „Ijtihad (in-dependent reasoning) and legal change in modern Islam: the discourses of the Sunni ulama“ referierte und Prof. Muhammad S. Umar (Wissenschaftskolleg), der zum Thema „Islamic discourses on European visitors to West Africa in the mid-nineteenth century“ sprach. Dann reflektierte der Philosoph Prof. Elmar Holenstein (Tokyo/Zürich) über die Entstehungs geschichte und die konzeptionellen Schwierigkeiten eines von ihm erarbei-teten Philosophie-Atlasses. Schließlich wurden in zwei faszinierenden auf Afrika bezoge-nen Vorträgen die politischen Dimensionen epistemologischer Kategorien in unter-schiedlichen sozialen Kontexten kritisch diskutiert, einerseits unter ethnographischen Gesichtspunkten auf die Transformation von Initiationsritualen hin, andererseits mit Blick auf akademische Diskussionen unter afrikanischen Philosophen, die sich differen-ziert und produktiv mit Eurozentrismus und Globalisierung auseinandersetzten. Ersteres unternahm die Anthropologin Prof. Henrietta Moore (London) mit einem Vortrag zu „Knowledge and ethics: perspectives from Africa“, letzteres der kenianische Philosoph Prof. D. A. Masolo (Louisville) mit seinem Vortrag „Loosening the defense: how Africa

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PD Dr. Jens Heise Prof. Qasim Zaman

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responds to the global condition“. Den letzten Vortrag in der Reihe hielt die Philosophin und Kulturwissenschaftlerin PD Dr. Iris Daermann (Lüneburg), die „Kulturtheoretische Implikationen der Gaben- und Medientheorie von Marcel Mauss“ diskutierte. Den Abschluss des Jahres bildete am 12. Dezember Prof. Roman Loimeiers Vortrag in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er sprach zu „Möglich-keiten und Grenzen des Vergleichs religiöser Reformbewegung im sub-saharischen Afrika“ und verabschiedete sich mit diesem Vortrag auch vom ZMO. Nach den intensiven Vor- und Nachbereitungen der großen erfolgreichen Translokali-tätskonferenz zum zehnjährigen Bestehen des ZMO im September 2006, gab es auch im Jahr 2007 wieder eine Reihe von interessanten Tagungen, Workshops und Konferenzen, die am bzw. unter Mithilfe des ZMO stattfanden. Besonders hervorzuheben sind die am ZMO von den Mitarbeiter/innen organisierten internationalen Workshops und Konfe-renzen Migration and Urban Institutions in the Late Ottoman Reform Period (Freitag, Fuhr-mann, Lafi, Riedler, 10. – 12. Mai 2007), Shifting the Meaning: Time, Space, Connectivity and its Challenges in the Western Indian Ocean (Kresse, Mwakimako, Loimeier, 21. – 23. Mai 2007), The World in World Wars. Experiences, Perceptions and Perspectives from the South (Ahuja, Bromber, Lange, Liebau, 7. – 9. Juni 2007) sowie Neo-Hanbalism Re-considered: The Impact of Ibn Taymiyya and Ibn Qayyim al-Jawziyya (Krawietz, Rogler, 23. – 25. Oktober 2007). Der den historischen und sozialen Vernetzungen im westlichen Indischen Ozean ge-widmete Workshop Shifting the Meaning knüpfte an neuere Forschungen und Diskussi-onen zu translokalen Verbindungen und interner Vielfalt littoraler (und v. a. musli-mischer) Gesellschaften im westlichen Indischen Ozean an. Hier wurde mit Blick auf je unterschiedlich ethnisch und religiös definierte Gruppen und Individuen, die interne Vermittlung und Gestaltung sozialer Spannungen und Gegensätze beschrieben, analy-siert und komparativ diskutiert. Die Beiträge einer hochkarätigen internationalen Gruppe von Forschern unterschiedlicher Generationen und disziplinärer Ausrichtung wurden hierbei von den eingeladenen Professoren Abdul Sheriff (Zanzibar), Mohamed Bakari (Istanbul), David Parkin (Oxford), Muhammad Qasim Zaman (Princeton) und Ulrike Frei-tag (ZMO) diskutiert. Einen ganz besonders lebhaften und lebensgeschichtlich unterfüt-terten Beitrag leisteten die Vorträge, Erinnerungen und Diskussionen einiger herausra-gender islamischer Gelehrter aus Ostafrika, zu denen der kenianische Chief Kadhi Hamad Muhammad Kasim Mazrui gehörte.

Dr. Kai KresseProf. D. A. Masolo

Prof. Roman Loimeier

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Die europäische Geschichtsschreibung hat die beiden großen Kriege des 20. Jahrhun-derts bereits weit reichend und intensiv beforscht. Trotz des explizit globalen Rahmens wurden die Erfahrungen und Wahrnehmungen aus Asien und Afrika bisher nur am Rande berücksichtigt. Die Konferenz The World in World Wars stellte die Diskussion die-ser Perspektiven, Erinnerungen, Repräsentationen und Diskurse in den Mittelpunkt. Die anwesenden Wissenschaftler/innen internationaler Provenienz präsentierten und disku-tierten die Beiträge entlang dreier thematischer Achsen (Alltagserfahrungen, Repräsenta-tionen und Reaktionen auf die Kriege, soziale und politische Folgen) und machten deut-lich, dass die nichteuropäischen Kriegserfahrungen innerhalb der wissenschaftlichen Forschung nicht vernachlässigt werden dürfen. Wie schwierig es auch weiterhin bleibt, europäische und außereuropäische Weltkriegshistoriker zusammenzubringen, zeigte sich daran, dass trotz vielfacher Einladungen keine Europahistoriker die Konferenz be-suchten. Vom 23. – 25. Oktober 2007 fand am ZMO der von Birgit Krawietz und Lutz Rogler or-ganisierte Workshop Neo-Hanbalism Reconsidered: The Impact of Ibn Taymiyya and Ibn Qayyim al-Jawziyya statt, an dem ausgewählte internationale sowie deutsche Interes-senten teilnahmen. Die zweieinhalbtägige Konferenz wandte sich sowohl Aspekten vor-moderner islamischer Geistesgeschichte als auch der modernen Rezeption des Theologen und Rechtsgelehrten Ibn Taymiyya (gest. 1328) zu und bemühte sich um eine eigenstän-dige Würdigung des zu Unrecht als dessen ewiger „Schüler“ apostrophierten Schariats-gelehrten Ibn Qayyim al-Jawziyya. Die Keynote Lecture wurde von Yahya Michot (Ox-ford) gehalten. Zwei Teilnehmer befassten sich mit der Rezeption von Ibn Taymiyya bzw. Ibn al-Qayyim in Indonesien. Auch weitere Beiträge trugen zu einer differenzierten Wür-digung beider Autoren bei, jenseits des Generalverdachtes von Proto-Fundamentalismus, der diesen hanbalitischen Gelehrten oft entgegengebracht wird. Ein Tagungsband befin-det sich in Vorbereitung. Vom 11. bis 14. Juli 2007 fand die AEGIS-Konferenz (Africa-Europe Group for Inter-disciplinary Studies) in Leiden statt. Sie widmete sich in diesem Jahr dem Thema African Alternatives: Initiative and Creativity Beyond Current Constraints. Auch hier beteiligten sich viele Kolleg/innen mit Vorträgen in verschiedener Veranstaltungen. Dr. Roman Loimeier leitete beispielsweise zusammen mit Dr. Benjamin Soares (Leiden) ein Panel zu New Modes of Sociality in Muslim Africa, in dem u. a. auch Dr. Kai Kresse einen Vortrag hielt.

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Die Projektgruppe zu osmanischen Hafenstädten initiierte ein Panel auf der Tagung der Middle East Studies Association (MESA), die vom 16. bis 21. November 2007 in Montreal tagte und auf dem alle Projektteilnehmer ihre aktuellen Forschungen vorstellten. Im September führten das ZMO und die Konrad-Adenauer-Stiftung Berlin eine sehr gut besuchte internationale Fachtagung zu Islam und Rechtsstaat – Zwischen Scharia und Säkularisierung (Konzept: PD Dr. Birgit Krawietz, ZMO) durch. Neben der Türkei trennt auch das moderne Indonesien als die weltweit größte muslimische Nation schon von sei-ner Verfassung her zwischen der Religion des Islams und der staatlichen Ordnung, was den Blick der Konferenz dezidiert – wenn auch nicht ausschließlich – auf Südostasien richtete. Zu den renommierten Referent/innen gehörten die Soziologin Prof. Dr. Norani Othman von der Universität Kebangsaan (Malaysia) und der Politikwissenschaftler und Experte für islamisches Recht Prof. Dr. Masykuri Abdillah von der Universität Jakarta (In-donesien). Die Vorträge wurden in einem Tagungsband veröffentlicht, der Anfang 2008 auf Englisch wie auch auf Deutsch erscheint. Von 24. bis 28. September 2007 fand der 30. Orientalistentag in Freiburg/Breisgau statt. Das ZMO war mit einer stattlichen Anzahl von Forschungskolleg/innen vertreten, die sich an verschiedenen Diskussionsforen beteiligten. So leiteten Bettina Dennerlein und Roman Loimeier ein Panel zum Thema Reform in der islamischen Welt – Konzepte und deren Aneignung, in dem auch u. a. Margrit Pernau und Lutz Rogler Vorträge hielten. Britta Frede beschäftigte sich in ihrer Präsentation mit Frauen, die Anfang des 20. Jahrhundert durch die Sahara reisten und Dalia Nadi referierte zu „Chinas wachsendem Einfluss in Algerien“. Nora Lafi hielt einen Vortrag über „Ottoman urban microcosms: A reflection on the vari-ous scales of the relationship between the individual and the city” und Bettina Denner-lein und Ulrike Freitag diskutierten in einer Podiumsdiskussion über das Thema „Islam-wissenschaft: Woher – Wohin?“ Da die Würdigung der vielfältigen weiteren, von Mitarbeiter/innen organisierten Ver-anstaltungen den Rahmen sprengen würde, sei hier auf die Liste aller Konferenzen des Jahres im Teil „Veranstaltung und Gäste“ verwiesen. Die Details der vielen Einzelveran-staltungen zu unterschiedlichen wissenschaftlichen Themen kann in der Rubrik der Vor-tragsveranstaltungen detailliert verfolgt werden. Das Zentrum Moderner Orient sieht sich dem Anspruch verpflichtet, nicht nur über bestimmte Regionen zu forschen, sondern dies gemeinsam mit Wissenschaftler/innen aus den Regionen zu tun. Insofern finden alle Projekte in enger Vernetzung mit den un-

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terschiedlichsten Institutionen (Universitäten, außeruniversitäre Einrichtungen, Organi-sationen verschiedener Art) statt – diese Zusammenarbeit hier im Einzelnen zu doku-mentieren, würde den Rahmen eines Jahresberichts ebenfalls übersteigen. Allerdings geben die Gastwissenschaftler und die Teilnehmer an Konferenzen (s. Punkt Veranstal-tungen und Workshops) einen Eindruck von dem breit gefächerten Beziehungsgeflecht des Zentrums. Formell engere Zusammenarbeit verbindet das ZMO mit dem Institute for the Study of Islam in the Modern World (ISIM, Leiden) und dem Institut d’Etudes de l’Islam et des Sociétés du Monde Musulman (IISMM) an der EHESS, Paris. Mit beiden Institutionen be-stehen bereits bewährte Kooperationsbeziehungen bei der Durchführung von Tagungen. Mit ihnen sowie mit der Casa Àrabe, Madrid und der Universität Venedig fand im Septem-ber 2007 ein Koordinationstreffen statt, um die künftige Zusammenarbeit gerade auf euro-päischer Ebene genauer zu besprechen. Ferner vereinbarten die beteiligten Institutionen, sich über Gästeeinladungen rechtzeitig zu informieren sowie ihre jeweiligen Summer-schools für Angehörige der anderen Institutionen zu öffnen. Im Rahmen der Berlin Graduate School: Muslim Cultures and Societies stellte das ZMO eine Vielzahl an internationalen Kontakten für formelle Kooperationsabkommen zur Verfügung. Dabei ist die Zusammenarbeit des ZMO mit diesen Partnern, seien sie in Afrika und Asien, seien sie in Europa und den USA angesiedelt, meistens nicht durch Abkom-men institutionalisiert, sondern beruht auf langjährigen engen Kontakten.Ein Zeichen für die internationale Verflechtung des Zentrums war die Anwesenheit nicht nur einer Alexander von Humboldt-Stipendiatin, sondern auch der Besuch von Stipen-diat/innen des DAAD, des KAAD sowie der Türkischen Akademie der Wissenschaften. Die zunehmende Zahl an Nachfragen von ausländischen Wissenschaftler/innen, die mit eigenen Mitteln eine Zeit am ZMO verbringen wollen, ist ein weiteres Indiz für die wach-sende internationale Bekanntheit der Institution. Dazu trägt auch die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut sowie dem Referat Islamdialog im Auswärtigen Amt bei. Das neue Forschungsprogramm „Muslimische Welten – Welt des Islams. Entwürfe, Praktiken und Krisen des Globalen“ (2008 – 2013) wurde gemeinsam von Mitarbeitern des ZMO entwickelt und baut damit organisch auf den bisherigen Forschungen auf. Es untersucht ein breites Spektrum historischer wie gegenwärtiger Dynamiken innerhalb und zwischen muslimisch geprägten Gesellschaften seit dem 18. Jahrhundert sowie ihre Verbindungen nach Europa. Die breite Zusammenarbeit von Historikern, Islamwissen-

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schaftlern, Ethnologen, Politologen, Psychologen, Ökonomen und anderen Fachvertre-tern am Zentrum überschreitet auch hierbei die gängigen Grenzen der Regional- und Fachwissenschaften und führt zu einer internen Vernetzung von Forschungsperspekti-ven, die in dieser Art wohl einzigartig ist. Besonderen Nachdruck legen die Wissenschaft-ler/innen auf kooperative und interdisziplinäre Grundlagenforschung, die auf intensiven Archiv- und Feldforschungen sowie der Kenntnis einer Vielzahl regionaler Sprachen be-ruht. Diese empirische Arbeit bildet das methodische Rückgrat der einzelnen Forschungs-vorhaben, deren Ergebnisse jedoch über die Einbindung der Mitarbeiter/innen in ver-schiedene theoretisch orientierte Arbeitsgruppen am Zentrum ebenso wie in disziplinär verortete Fachverbände immer wieder an größere Diskussionszusammenhänge rückge-bunden und kritisch hinterfragt werden. Die im Laufe des Jahres 2007 infolge einer internationalen Ausschreibung ausgewähl-ten Teilprojekte erforschen grundlegende und, wie besonders in jüngster Zeit deutlich geworden ist, für das Verständnis der Gegenwart notwendige Bereiche der außereuropä-ischen Moderne.

Assoziierte Programme und Projekte Die assoziierten Projekte, die im Jahr 2006 am ZMO begonnen hatten, liefen auch im ver-gangenen Jahr weiter. Dazu gehört das vom BMBF geförderte Verbundprojekt Muslime in Europa und ihre Herkunftsgesellschaften in Asien und Afrika, das sich mit Fragen gelebter Re-ligiosität, ihrer Vielfalt und den Folgen in unterschiedlichen Kontexten beschäftigt (s. im Berichtsteil Assoziierte Projekte) Im Projekt Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel. Interkulturelle und intertempo-räre Vergleiche des SFB 640 gab es Veränderungen, da Bettina Dennerlein ab 1. April des Jahres eine Professur an der Universität Hamburg aufnahm (s. Personelle Veränderungen). Im Teilprojekt Vergeben und vergessen? Eine vergleichende Studie zur Erinnerungsarbeit ehe-maliger politischer Häftlinge in Marokko und im Irak, das von Prof. Ulrike Freitag und Dr. Sonja Hegasy geleitet wird, arbeiten nun die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Sophie Wagenhofer (ab 1. April) und Dr. Andrea Fischer-Tahir (ab 1. Mai). Nach der erfolg-reichen Begehung des SFB 640 im Februar 2008 besteht die begründete Hoffnung auf eine Fortführung dieser Projekte für weitere vier Jahre.

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Das ZMO beteiligt sich an dem Kooperationsprojekt Europa im Nahen Osten– der Nahe Osten in Europa (EUME) zwischen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissen-schaften, der Fritz Thyssen Stiftung und des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Darin leiten Dr. Nora Lafi und Prof. Ulrike Freitag das Forschungsfeld Städtevergleich: Kosmopolitismus im Mittelmeerraum und den angrenzenden Regionen, welches eng mit dem ZMO-Projekt M igration und städtische Institutionen in der spätosmanischen Reformperiode kooperiert. 2007 konnten im Rahmen dieses Programms eine Reihe ausländischer Postdoktoranden am ZMO forschen. Während Dr. Zerrin Özlem Biner, Dr. Dana Sajdi, Dr. Magdi Guirgis und Dr. Zafer Yenal im Juli 2007 ihre Forschungsarbeiten am ZMO beendeten, konnten ab Ok-tober 2007 drei neue Kolleg/innen begrüßt werden: Dr. Gergana Georgieva von der Bulga-rischen Akademie der Wissenschaften, die zum Thema Who made what? Who controlled whom? The stratification of Sofia’s urban governance in the late eighteenth and early nineteenth centuries forscht, Dr. Marc Aymes, Postdoktorand an der EHESS, der zu Provincial worlds: administration, sociabilities and languages in the late Ottoman empire arbeitet und Dr. Moham-med Sabri al-Dali von der Helwan Universität Kairo, der The image of the European in Egyp-tian historical sources. The Englishman and the Frenchman from the late eighteenth to the early twentieth centuries untersucht. Im Rahmen der Kooperation von EUME und ZMO fanden unter der Leitung von Nora Lafi und Ulrike Freitag 14-tägliche Gastvorträge von Wissenschaftlern aus Europa, dem Mittelmeerraum und Nordamerika statt. Diese dienen der vielseitigen Diskussion von Konzepten und Forschungen, die für die Arbeit des Projektes und der osmanischen Stadt-geschichte allgemein von hoher Bedeutung sind. Während 2006/7 der Schwerpunkt des Seminars auf der Evolution der städtischen Institutionen und ihrem Einfluss auf soziale Phänomene lag, wird im laufenden akademischen Jahr 2007/8 Kosmopolitismus als histo-risches Phänomen und als Forschungsbegriff thematisiert. Das Seminar hat sich als Berli-ner Anlaufpunkt für Historiker mit Interesse an osmanischen urbanen Themen etabliert. Gleichzeitig bildete sich durch die Gastwissenschaftler und die Vortragenden ein interna-tionales Netzwerk, in dem Berlin als Ort innovativer stadtgeschichtlicher Forschung zum osmanischen Reich wahrgenommen wird. Die Vorträge des ersten Jahres des Seminars werden voraussichtlich 2008 in einem von Nora Lafi und Ulrike Freitag editierten Themen-band erscheinen. Im Rahmen des EUME-Projektes entstand auch ein gemeinsames Film-programm in Kooperation mit der TU Berlin zu Großstadtkultur im Film. Arabisch und isla-misch geprägte Welt.

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Informationen zu weiteren assoziierten Wissenschaftler/innen am Zentrum finden sich im Abschnitt zu personellen Veränderungen.

Gesellschaft zur Förderung des Zentrums Moderner Orient e. V.

Seit einem Jahr gibt es die Gesellschaft zur Förderung des ZMO e. V. Die Idee, einen Verein der Freunde und Förderer des ZMO zu gründen, entstand im Zusammenhang mit dem zehnjährigen Bestehen des Zentrums Moderner Orient 2006. Ziel eines solchen Vereins sollte es sein, das Zentrum beim Übergang zu neuen institutionellen Formen und For-schungsschwerpunkten zu unterstützen und in seiner wissenschaftlichen Arbeit zu be-gleiten. Unserem Aufruf an ehemalige Direktoren, Beiratsmitglieder, wissenschaftliche und technische Mitarbeiter, Gastwissenschaftler und studentische Hilfskräfte folgten 17 Personen, die mit dem ZMO langjährig verbunden sind. Sie sind die Gründungsmitglieder der Gesellschaft zur Förderung des ZMO e. V., die am 26. Januar 2007 in den Räumen des ZMO ihre Satzung beschloss. Unmittelbar an die Gründungsversammlung schloss sich die erste Jahresvorlesung des ZMO an, die von einigen Vereinsgründern gemeinsam mit der Leitung des ZMO vor-bereitet wurde. In diesem Jahr war die Vorlesung der Erinnerung an den Islamwissen-schaftler und Orientalisten Gerhard Höpp (1942 – 2003), der am 4. Februar 2007 seinen 65. Geburtstag begangen hätte, gewidmet. Gerhard Höpp prägte die inhaltliche Entwick-lung des ZMO, aber auch den unverwechselbaren Arbeitsstil und Kooperationsgeist am Institut maßgeblich mit. Die Präzision sowie die Einfühlsamkeit, mit der Gerhard Höpp forschte, brachten ihm nicht nur internationales Ansehen, sondern machten ihn unter seinen Kollegen und insbesondere für junge Wissenschaftler zu einem Vorbild. Prof. Brigitte Reinwald, die am Zentrum Moderner Orient lange mit Gerhard Höpp zusammen-gearbeitet hat, sprach zum Thema „Itinerarien und Narrative afrikanischer und asia-tischer Kombattanten in europäischen Kriegen (1914 – 1945)“ (s. Forschungsprogramm und Wissenschaftliche Projekte). Der Verein nutzt verschiedene Möglichkeiten, um sich in der Öffentlichkeit zu prä-sentieren, die Ziele vorzustellen und neue Mitglieder zu gewinnen. Dazu gehören Veran-staltungen des ZMO wie der Tag der offenen Tür. In Vorbereitung dieses Anlasses wurde im Juli 2007 ein Informationsblatt gestaltet. Eine Vereinswebsite der Gesellschaft zur Förde-

Prof. Dr. Dietmar Rothermund

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rung des ZMO e. V. ist derzeit im Aufbau (http://www.zmo.de/wirueberuns/ index.html). Im jährlich zweimal erscheinenden Bulletin des ZMO wurde eine Rubrik „Gesellschaft zur Förderung des ZMO“ eingerichtet, in der über die Arbeit der Gesellschaft berichtet wird. Bisher wurde zur Gründung und zu den Zielen des Vereins informiert sowie der Vereinsvorsitzende, Prof. Dietmar Rothermund vorgestellt. Abgesehen von den genannten Aktivitäten auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit, konnten im Laufe des Jahres weitere neue Mitglieder gewonnen werden. An dieser Stelle möchte der Verein sich bei den Kollegen des ZMO, vor allem bei Silke Nagel, Svenja Becherer, Michael Schutz und Michael Wamposzyc für ihre organisato-rische, post- und medientechnische Unterstützung bedanken. Im Ausblick auf die weitere Arbeit liegt der Fokus darauf, die Gesellschaft zur Förde-rung des ZMO zu einem aktiven Begleiter des ZMO werden zu lassen, in dem anspre-chende und sinnvolle Aktivitäten ins Leben gerufen und neue Mitglieder für den Verein gewonnen werden können. Wichtig ist dabei, über die Grenzen des deutschsprachigen Raumes hinausgehen und den Verein zu einer internationalen Gemeinschaft werden las-sen – wie es dem Charakter des ZMO entspricht.

Dienstleistungen für Wissenschaft und Öffentlichkeit

2007 gehörte das ZMO zu den „Ausgewählten Orten im Land der Ideen“. Dieser Titel wird von einer Initiative der Bundesregierung und des Bundesverbandes der Deutschen Indus-trie (BDI) vergeben. Aus diesem Anlass präsentierte Prof. Richard Münchmeier (FU Berlin) die ZMO-Studien 22 „Changing values among youth“, die aus einer gemeinsamen Tagung mit dem Goethe-Institut Kairo/Alexandria hervorgingen. Wissenschaftliche Stu-dien zur Jugend in der arabischen Welt sind bisher selten. Der Sammelband stellt einzelne Ansätze zur Jugendforschung aus Marokko, Ägypten, Palästina, Irak, Syrien und Deutsch-land vor. Prof. Münchmeier, Herausgeber der 12. Shell-Jugendstudie, führte in den gut be-suchten Abend ein. Enzio Wetzel, Bereichsleiter Kultur & Gesellschaft (GI München), stellte die Jugendaktivitäten des GI vor. Dr. Katharina Lange vom ZMO präsentierte an-schließend Ergebnisse aus ihrer Forschung zu Geschlechterrollen, Arbeit und Flirt unter Jugendlichen in einem syrischen Dorf vor.

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2007 war auch das „Jahr der Geisteswissenschaften“. Beide Schwerpunkte waren eine gute Möglichkeit, zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit für die Aktivitäten des ZMO zu gewinnen. Dabei erwies sich u. a. die enge Zusammenarbeit mit der Berlin-Branden-burgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) im Zusammenhang mit ihrem Jahres-thema 2007 Europa im Nahen Osten – der Nahe Osten in Europa als eine wirksame Möglichkeit, auch neue Publikumsgruppen zu erreichen. Im Rahmen des Salons Sophie Charlotte 2007 der BBAW führte Achim von Oppen in Bildern und Worten zu wichtigen Stätten des Ori-ents in Berlin und Brandenburg. Das Publikum dieser Veranstaltung zeigte sich sehr inte-ressiert an Verflechtungen zwischen der Geschichte Berlin-Brandenburgs, Afrikas und Asiens. Viele Besucher äußerten sich positiv über diese Gelegenheit, den „Orient“ als un-erwartet nah und als Teil der eigenen Geschichte erfahren zu können. Das BMBF-geförderte Verbundprojekt Muslime in Europa eröffnete das neue Programm Anfang des Jahres feierlich in der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissen-schaften. Vertreter aus Politik, Wissenschaft und muslimischen Verbänden diskutierten hier die Frage, welchen Raum die Religion im öffentlichen Leben der Muslime in Deutsch-land einnehmen kann und soll. Der Sprecher des Verbundprojektes, PD Dr. Dietrich Reetz, diskutierte mit Berlins Innensenator Dr. Ehrhart Körting, Omid Nouripour (Bündnis 90/Die Grünen), Burhan Kesici (Vizepräsident der Islamischen Föderation Berlin), Dr. Nadeem Elyas (ehemaliger Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland) sowie Prof. Dr. Werner Schiffauer (Kulturanthropologe, Universität Frankfurt/Oder). Malte Fuhrmann (ZMO) hielt in einer Kooperationsveranstaltung mit der BBAW einen Vortrag über „Deutsche und österreichische Arbeiter in der Türkei und auf dem Balkan vor hundert Jahren“. Fern von den großen Auswanderungszielen des 19. Jahrhunderts, wie die USA, suchte eine kleine aber nicht unbedeutende Anzahl von Handwerkern, Arbeitern und Arbeitsuchenden aus dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn ihr Glück auf dem Balkan und in Anatolien (s. auch einleitenden Essay). Malte Fuhrmann bearbeitet am ZMO das Projekt Europäische und balkanische Wanderarbeiter in den spätosma-nischen Hafenstädten. Moderiert von Thomas Bauer (Wissenschaftskolleg Berlin) sprach Dana Sajdi (ZMO-EUME Fellow) in der BBAW über „Sacred language and cultural decline: Were Arabs too backward to print books?” Zusätzlich zu einer kommentierten Filmreihe im Wintersemester 2007/8 an der TU Berlin zu arabisch-islamischer Großstadtkultur entstand mit dem Kino Arsenal eine in-teressante Kooperation: Im Februar zeigten das ZMO und der SFB 640 den Dokumentar-

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film „Massaker“ (D 2005) von Monika Borgmann und Lokman Slim. Im Film äußern sich sechs Täter des Massakers von Sabra und Schatila im Libanon 1982 vor der Kamera zum ersten Mal über die von ihnen verübten Massenmorde, unter der Bedingung, dass sie nicht erkannt werden können. Das ZMO organisierte im Anschluss an die Präsentation eine Podiumsdiskussion mit der Filmemacherin Monika Borgmann, der Islamwissenschaftle-rin Prof. Ingeborg Baldauf (HU Berlin/SFB 640) und dem Literaturwissenschaftler Andreas Pflitsch (ZfL). Auch der Film „The Halfmoon Files“ von Britta Lange und Philip Scheffner steht in engem Zusammenhang mit einigen Forschungsprojekten am ZMO. Während des Ersten Weltkriegs trafen deutsche und österreichische Forscher mit internierten Soldaten mus-limischen und anderen nichtchristlichen Glaubens in Kriegsgefangenenlagern zusam-men. Zwischen 1915 und 1918 untersuchten Wissenschaftler beider Länder vor allem internierte russische, indische und nordafrikanische Soldaten. Die „exotischen“ Kriegs-gefangenen wurden Objekt zahlreicher anthropologischer, ethnologischer, sprach-, mu-sik- und rechtswissenschaftlicher Studien. Parallel zur Berlinale zeigte das ZMO in Kooperation mit der HU Berlin zwei zeit-genössische malaysische Filme („Gubra“ und „The Big Duran“). Anschließend führte Dr. Farish A. Noor ein Podiumsgespräch mit den beiden Regisseuren Yasmin Ahmad und Amir Muhammad. Ute Frevert (MPI für Bildungsforschung, Berlin) stellte im Gespräch mit PD Dr. Margrit Pernau den von ihr herausgegebenen Sammelband „The Delhi College. Traditional elites, the colonial state, and education before 1857“ vor. Das 1829 gegründete Delhi College gilt als ein Symbol für die Möglichkeit der gegenseitigen Bereicherung von westlichen und orientalischen Bildungstraditionen. Der Band zeichnet nach, inwieweit die Rezeption westlicher Bildung nicht nur kolonialem Zwang zu „verdanken“ war, sondern von loka-len Gruppen auch gezielt zur Sicherung ihrer sozialen Stellung eingesetzt wurde. Die Bio-graphien der Absolventen des Delhi College zeigen, wie ambivalent das Versprechen blieb, „Zivilisierung“ würde zu einem Aufstieg zur Gleichberechtigung führen. Die ZMO-Buchvorstellung von „Zwischen Pop und Dschihad: Muslimische Jugend-liche in Deutschland“ mit der Autorin Julia Gerlach bescherte der Konrad Adenauer-Stif-tung einen vollen Saal und angeregte Diskussionen. Unbemerkt von der Mehrheitsgesell-schaft hat sich wie in anderen europäischen Ländern auch in Deutschland eine muslimische Jugend bewegung gebildet. Die Stars dieser „pop-islamischen Bewegung“

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fordern junge Muslime dazu auf, sich in der modernen Gesellschaft zu behaupten, zu en-gagieren und zugleich die Regeln eines konservativen Islams zu befolgen, so die These der Autorin. Im Lesesaal der Bibliothek des Zentrums Moderner Orient in Berlin wurde vom 6. Juni bis 21. September die Ausstellung „Philipp Schaeffer 1894 – 1943, Orientalist, Bibliothe-kar, Widerstandskämpfer“ gezeigt. Philipp Schaeffer wurde 1928 Bibliothekar der Volks-bibliothek in der Berliner Brunnenstraße 181, welche heute seinen Namen trägt. Auf-grund seiner Mitgliedschaft in der KPD wurde Schaeffer 1932 entlassen und 1935 zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. 1940 schloss er sich der Widerstandsorganisation Rote Ka-pelle an. Beim Versuch einen jüdischen Musikwissenschaftler zu retten, erlitt er 1943 ei-nen schweren Unfall, wurde erneut verhaftet und im Gefängnis Plötzensee hingerichtet. Die Dokumentation wurde von Dr. Hans Coppi konzipiert und von Karl-Heinz Lehmann im Auftrag der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gestaltet. Neben der Ausstellung zeigte das ZMO an seinem Tag der offenen Tür am 7. Juli eine Reihe von Ausschnitten aus seiner Forschung. Seit der amerikanischen Erklärung des glo-balen Kriegs gegen Terror stehen Koranschulen im Mittelpunkt des Medieninteresses. Es wurde viel über die Verbindungen von Madrasas in Indien und Pakistan zu terroristischen Netzwerken spekuliert. Doch Zugang zu den religiösen Schulen selbst ist bisher nur we-nigen Außenstehenden gestattet worden: Dr. Farish Noor und Dr. Dietrich Reetz arbeiten seit mehreren Jahren am ZMO über Madrasas in Indien und Pakistan und präsentierten Ergebnisse ihrer Forschung. Dr. Noor gelangten intime Einblicke in den Studentenalltag der berühmten indischen Madrasas Dar‘ul Uloom in Deoband und Nadwatul Uloom in Lucknow. Ebenso im Mittelpunkt zeitgenössischen Interesses stehen die Arbeiten der Ökono-min Dalila Nadi zu Chinas Afrikapolitik. Dalila Nadi stellte am Tag der offenen Tür Ergeb-nisse ihrer mehrmonatigen Forschungsaufenthalte in Algerien vor. Hier führte sie Inter-views sowohl mit chinesischen Migranten und Unternehmern als auch mit illegalen Einwanderern aus dem subsaharischen Afrika im algerisch-chinesischen Bausektor durch. Kulturell wurde das Programm abgerundet mit einer Rezitation von Gedichten in Urdu, Hindi und English von Faizan Ahmed und einem Laute-Konzert von Farhan Sabbagh. Immer mehr Historiker/innen betreiben Weltgeschichte, transnationale oder globale Geschichte. Hartmut Kaelble (HU Berlin) stellte hierzu einen neuen Sammelband von Birgit Schäbler (Universität Erfurt) zu „Area Studies und die Welt. Weltregionen und neue

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Globalgeschichte“ vor. Die Herausgeberin fragt, wie sich das Studium der (Welt-)regionen in der Geschichtswissenschaft verortet? „Geschichte betreiben“ kann heute nicht mehr heißen, Nationalgeschichte zu schreiben. Zum 70. Geburtstag von Prof. Werner Ende richtete das ZMO einen Festvortrag von Prof. Udo Steinbach im Berliner Sitz der Robert Bosch Stiftung aus. Unter dem Titel „Das andere Arabien. Politik und Geistesleben zwischen Modernisierung und Selbstbehaup-tung“ entwarf Prof. Steinbach die Vision einer euro-mediterranen Partnerschaft, welche auf einer umfassenden gegenseitigen Würdigung der geschichtlichen Errungenschaften und kulturellen Produktionen beider Seiten beruht. Kultureller Höhepunkt des Jahres 2007 war eine Ausstellung von sechs jungen ira-nischen Fotografinnen in der Cicero-Galerie für politische Fotografie in Kooperation mit Artefakt Kulturkonzepte unter dem Titel „Made in Teheran – 6 Frauen-Blicke“. Gerade die zeitgenössische Fotografie im Iran regt einen sehr kontroversen Dialog an. Seit Eröffnung der Galerie im Oktober 2006 hat diese Ausstellung die meisten Besucher angezogen. Das ZMO organisierte eine Podiumsdiskussion mit den Fotografinnen und Dr. Katajun Amirpur aus Köln. Die Ausstellung sowie ein zehntägiges Besuchsprogramm in Berlin wurden vom Auswärtigen Amt, dem Hauptstadtkulturfonds und der Bundeszentrale für poli-tische Bildung gefördert. Das Auswärtige Amt versteht Kunst wieder zunehmend nicht nur als eine idyllische Form der Selbstdarstellung, sondern durchaus als Instrument der Friedenspolitik.

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Personelle Veränderungen

Auch das zweite Forschungsjahr der DFG-Bewilligung 2006/7 war von wichtigen perso-nellen Bewegungen gekennzeichnet und insbesondere von der gemeinsamen intensiven inhaltlichen Arbeit am neuen Forschungsprogramm zu Muslimische Welten – Welt des Islams? gewidmet. Lohn dieser Arbeit war die Bewilligung eines sechsjährigen Forschungs-programms zu diesem Thema, welches vom BMBF finanziert wird und ab Januar 2008 mit rund zwanzig Fellows beginnt. Der Weggang einiger ausgezeichneter Kolleg/innen, die im Laufe des Jahres auf Profes suren im In- und Ausland berufen wurden, konnte z. T. durch eine Reihe von Neu-verpflichtungen und personellen Umbesetzungen ausgeglichen werden. Prof. Bettina Dennerlein, die zuvor wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZMO-HU-Sonderforschungs-bereich Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel. Interkulturelle und intertemporäre Vergleiche war, ist nun seit 1. April 2007 Professorin in der Abteilung für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients im Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg. Prof. Ravi Ahuja, vormals wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Projektgruppe Weltkriege und Welt-sichten. Arabische und indische Kriegserfahrungen im Spannungsfeld von Eigensinn und Propa-ganda, erhielt zum 1. September einen Ruf als Professor für Südasiatische Geschichte an die SOAS in London. Kurz darauf, zum 1. Oktober 2007, folgte Prof. Achim von Oppen, Vizedirektor des ZMO und Mitarbeiter des Forschungsprojektes Islamische Mission im multi konfessionellen Kontext Ostafrikas, einem Ruf als Professor für Afrikanische Geschichte an die Universität Bayreuth. Prof. Roman Loimeier, der am ZMO im Projekt Plurale Kon-zeptionen von Zeit in (trans-)lokalen Kontexten forschte, hat zum Januar 2008 an der Univer-sity of Gainesville in Florida eine Professur im Department of Religious Studies und dem Center of African Studies angenommen. Wir gratulieren den Kolleg/innen sehr herzlich und wünschen ihnen alles Gute. Im Zusammenhang der Berufung Achim von Oppens wurden die Aufgabenbereiche in der Leitung des ZMO differenziert, so dass, entsprechend der Struktur vor 2002, wieder zwei Vizedirektoren tätig sind. Dr. Kai Kresse, der über muslimische Reformdiskurse und Alltagspraxis im postkolonialen Mombasa forscht, übernahm zunächst kommissarisch von 1. Oktober 2007 an den Posten als Vizedirektor für Forschungsentwicklung. Dr. Sonja Hegasy, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Institutsleitung, wird ab 1. Januar 2008 Vize-direktorin für Externe Beziehungen. Im Mai 2007 wurde sie Projektleiterin (zusammen

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mit Prof. U. Freitag) des ZMO-Teilprojekts Vergeben und vergessen? Eine vergleichende Studie zur Erinnerungsarbeit ehemaliger politischer Häftlinge in Marokko und im Irak im SFB 640 an der HU Berlin. PD Dr. Dietrich Reetz, Sprecher und Koordinator des BMBF-Projektes Muslime in Europa und ihre Herkunftsgesellschaften in Asien und Afrika übernahm im Sommersemester 2007 eine Vertretungsprofessur für Moderne Geschichte und Gesellschaft am Asien-Afrika- Institut der Humboldt Universität zu Berlin. Während seiner Abwesenheit leitete er das Projekt zwar weiter, wurde jedoch im Forschungsbereich von Christoph Sprung vertretend unterstützt. Weiterhin nahm Dr. Katharina Lange, wissenschaftliche Mitar-beiterin im Projekt Weltkriege und Weltsichten. Arabische und indische Kriegserfahrungen im Spannungsfeld von Eigensinn und Propaganda im Wintersemester 2007/8 eine Gastprofessur für Geschichte und Anthropologie an der Jacobs University Bremen wahr. Einige Kollegen schießen zum Ende des Jahres ihre Forschungsprojekte ab und verlas-sen das Zentrum. Dr. Farish Ahmad Noor, der am ZMO zum Thema Säkularisierung isla-mischer Institutionen arbeitete, wird ab 1. Januar 2008 als Senior Fellow an der Rajaratnam Nanyang Technical University Singapur tätig sein und daneben als Professor an der Sunan Kalijaga Islamic University in Jogjakarta affiliiert. Dr. Saeed Ur Rehman, seit Novem- ber 2006 in demselben Projekt tätig, wechselt Anfang 2008 zum Norwegischen Volkskunde-museum und S. M. Faizan Ahmed, der von April bis Dezember 2007 in dieser Projektgruppe forschte, kehrt zurück nach Delhi, um seine Tätigkeit als Präsident der Society for Social Research in Delhi wieder aufzunehmen. PD Dr. Margret Pernau beendet ihre Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Direktion und wird ab 1. Januar 2008 Koordinatorin der Forschungsgruppe Geschichte der Gefühle am Max-Plank-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Bettina Gräf beendet zum 31. 12. ihre Tätigkeit als Direktionsassistentin. Sie wird ab 1. Januar wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZMO. Ab April bzw. Mai 2007 nahmen Sophie Wagenhofer und Dr. Andrea Fischer-Tahir ihre Forschungsarbeit im SFB-Projekt auf. Sophie Wagenhofer studierte Geschichte, Juda-istik und Islamwissenschaft in Wien und Berlin und bearbeitet das Teilprojekt Geschichte und Erinnerung: Zur Repräsentation der jüdischen Minderheit im heutigen Marokko. Dr. Fischer-Tahir studierte Linguistik und Literaturwissenschaften in Leipzig. Sie promovierte mit einer Arbeit zu „Widerstand und kollektiver Identitätsbildung im heutigen Irakisch-Kur-distan“ und forscht nun im o. g. Projekt zum Thema Inside, outside: gender and representation in urban society of Iraqi Kurdistan.

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Die im letzten Jahr am Zentrum assoziierten Fellows verabschiedeten sich zum 31. Juli 2007 und beendeten ihre Forschungsarbeiten im Projekt Cities Compared: Cosmopolitanism in the Mediterranean and Adjacent Regions“. Dr. Zerrin Özlem Biner forscht nun am Max-Plank-Institut für Sozialanthropologie in Halle, Dr. Dana Sajdi arbeitet als Assistant Pro-fessor am Boston College, Dr. Magdi Guirgis ist weiterhin als EUME-Fellow am Wissen-schaftskolleg Berlin und Dr. Zafer Yenal kehrte an die Yildiz Technical University Istanbul zurück. Im Oktober 2007 konnte das ZMO drei neue Kolleg/innen innerhalb des EUME-Forschungsprogramms begrüßen: Dr. Gergana Georgieva von der Bulgarischen Akade-mie der Wissenschaften, Dr. Marc Aymes, Postdoktorand an der EHESS (Paris) und Dr. Mohammed Sabri al-Dali von der Helwan Universität Kairo (zu den jeweiligen For-schungsprojekten s. Assoziierte Programme und Projekte). Weiterhin waren verschiedene Wissenschaftler mit ihren Forschungsprojekten am Zentrum über kürzere und längere Zeiträume assoziiert. Dr. Egodi Uchendu von der Uni-versität Nsukka, Nigeria verlängerte ihren Aufenthalt als Humboldt-Stipendiatin bis zum September 2008 und auch Tabea Scharrer, vormals Mitarbeiterin am ZMO und nun Sti-pendiatin der Studienstiftung Villigst, war mit ihrem Dissertationsprojekt weiterhin am ZMO assoziiert. Dr. Çanay Sahin, Dozentin an der Yildiz Technical University Istanbul war bis Ende 2007 als Stipendiatin der Türkischen Akademie der Wissenschaften und der Fritz Thyssen Stiftung am ZMO assoziiert. Dr. Mara Leichtman, Assistenzprofessorin für Anthropologie an der Michigan State University, war zwischen Oktober 2007 und Feb-ruar 2008 assoziiert, und Samir el-Moussati arbeitete während der Vorbereitung seines Masterabschlusses an der Universität von Malta im Sommer 2007 für zwei Monate am ZMO.

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Mitarbeiter 2007

dir e kto r in Prof. Dr. Ulrike Freitag

vize dir e ktor Prof. Dr. Achim von Oppen

w isse nsc h aft liche mita rbeit erin der direktion PD Dr. Margrit Pernau (bis 31. 12.)

dir e ktio nsa s s is t enz Bettina Gräf (bis 31. 12.)

pr e sse ko ntakt Dr. Sonja Hegasy

w isse nsc h aft liche mita rbeit er in den projektenDr. Chanfi AhmedFaizan Ahmed (1. 4. – 31. 12.)Prof. Dr. Ravi Ahuja (bis 31. 8.)Dr. Katrin BromberDr. Bettina Dennerlein (bis 31. 3.)Dr. Andrea Fischer-Tahir (ab 1. 5.) Britta Frede Prof. Dr. Ulrike Freitag Dr. Malte Fuhrmann Thomas Gugler Dyala HamzahDr. Marloes JansonMelanie Kamp PD Dr. Birgit Krawietz Dr. Kai Kresse

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Dr. Nora Lafi Dr. Katharina LangeProf. Dr. Baz Lecocq (bis 31. 12.)Dr. Heike Liebau Prof. Dr. Roman Loimeier (bis 31. 12.)Dr. Hassan MwakimakoDalila Nadi Dr. Farish Noor (bis 31. 12.)Prof. Dr. Achim von Oppen (bis 30. 9.)Robert Pelzer PD Dr. Dietrich ReetzDr. Saeed Ur Rehman (bis 31. 12.)Dr. Florian Riedler Dr. Lutz RoglerChristoph Sprung (1. 4. – 30. 9.)Sophie Wagenhofer (ab 1. 4.)

dr it tmit te lf ina nzierte mita rbeit erDr. Marc Aymes (ab 1. 10.)Dr. Zerrin Biner (bis 31. 7.)Dr. Gergana Georgieva (ab 1. 10.)Dr. Magdi Guirgis (bis 31. 7.)Dr. Mohammed Sabri al-Dali (ab 1. 10.)Dr. Dana Sajdi (bis 31. 7.)Tabea Scharrer Dr. Zafer Yenal (bis 31. 7.)Dr. Egodi Uchendo

w isse nsc h af tlich-technis che mita rbeit erin Svenja Becherer

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te c h nisc h e r mita rbeit er Michael Schutz

b ib lioth e k Dr. Thomas Ripper Martina Febra

se kr e tar iat/verwa lt u ng Dr. Silke Nagel

h ausme iste rin Petra Engler

stude ntisc he hilfs krä fteFlorian Bernhard Julia ClaussDörthe Engels (1. 1. – 30. 9.)Lina Falkenberg Tobias Goldschmidt (ab 1. 5.)Hana Gunkel (ab 1. 6.)Jens Heibach (ab 16. 4.) Liese HoffmannMounia Jammal (ab 1. 1.)Sarah Jurkiewicz (bis 31. 10.)Alina Kokoschka Leyla von MendeJasper Michalczik (bis 15. 2.)Ellinor Morack Martina Naydenova Franziska Roy (bis 31. 8.)Regina SarreiterLarissa SchmidtSebastian Sons (bis 30. 6.)

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Anika Stegeman (ab 1. 2.)Doreen Teumer (ab 1. 4.)Fritzi-Marie Titzmann (ab 16. 4.)Michael Wamposcycz (ab 1. 3.)Türkan Yilmaz (bis 31. 12.)Katharina Zöller

w isse nsc h af tlicher beiratProf. Dr. Ingeborg Baldauf (Berlin)Prof. Dr. Werner Ende (Berlin)Prof. Dr. Stig Förster (Bern)Prof. Dr. Theodor Hanf (Freiburg)Prof. Dr. Jürgen Kocka (Berlin)Prof. Dr. Steffen Reichmuth (Bochum)Prof. Dr. Gerd Spittler (Bayreuth)

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Forschungsprojekte

Indischer Ozean – Transformationen einer seascape

Dr. Katrin Bromber

Im Berichtsjahr 2007 wurde die Arbeit am Gesamtprojekt und am Teilprojekt von Katrin Bromber abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden im Abschlussbericht an die Deutsche For-schungsgemeinschaft dokumentiert. Die Kooperation mit den ZMO-Gruppenprojekten Weltkriege und Weltsichten. Arabische und indische Kriegserfahrungen im Spannungsfeld von Eigensinn und Propaganda (Katharina Lange, Heike Liebau, Ravi Ahuja) und Dyala Hamzahs Teilprojekt Diskurse der Legitimation im Zeitalter der Reform. Azhar, Armee und ägyptischer Expansionismus mündete in einer gemeinsam organisierten internationalen Konferenz The World in World Wars. Experiences, Perceptions and Perspectives from the South (Berlin, 7. – 9. Juni 2007). Die große internationale Resonanz auf die Ausschreibung sowie die an-regenden Diskussionen machten einmal mehr die Bedeutung des Themas deutlich. Der Konferenzband erscheint im Verlag Brill. Mit Blick auf die historische und anthropolo-gische Forschung zu Ostafrika, die bereits 2006 durch die Projekte Plurale Konzeptionen von Zeit in (trans-)lokalen Kontexten (Roman Loimeier, Hassan Mwakimako) und Bedeutungs-wandel: Muslimische Reformdiskurse und Alltagspraxis im postkolonialen Mombasa (Kai Kresse) am ZMO gestärkt wurde, erhielt die Diskussion über den Indischen Ozean als Kulturraum neue Impulse, die vor allem auf dem internationalen Workshop Shifting the Meaning: Time, Space, Connectivity and its Challenges in the Western Indian Ocean (Berlin, 21. – 23. Mai 2007) intensiviert wurden.

Reisen durch den Krieg. Diskursive Strategien zur Erzeugung transozeanischer Mobilität in der swahilisprachigen Militärpresse im Zweiten Weltkrieg

Das Berichtsjahr 2007 war einerseits von der Fertigstellung der Habilitationsschrift und andererseits von der Diskussion der Arbeitsergebnisse auf wissenschaftlichen Fachta-gungen gekennzeichnet. Im Workshop Past and Present of Swahili Trans-local Connections Within and Between Boundaries (11. – 13. Mai 2007, Universität Urbino), wo Katrin Bromber das am ZMO erarbeitete Wissen zum Translokalitätsbegriff einbringen konnte, stellte sie

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anhand der swahilisprachigen Kriegspoesie die soziale Produktion des Großraums Indi-scher Ozean vor. Ihr Beitrag für den Workshop Shifting the Meaning (s. o.) befasste sich mit der Transformation des Indischen Ozeans unter den Bedingungen des Zweiten Welt-kriegs. Auf der internationalen Konferenz The World in World Wars (7. – 9. Juni 2007, Ber-lin) stellte die Bearbeiterin Versuche der Meinungslenkung seitens der britischen Militär-führung vor, welche die Perspektive der ostafrikanischen Mannschaften auf ihren Beitrag am Sieg über die Achsenmächte regulieren sollte. Das Phänomen der Gerichtetheit stand auch im Beitrag „Eine gerichtete Landschaft – Krieg und Bewegung“ im Vordergrund, der im Rahmen der Ringvorlesung Gewalt in der Weltgeschichte an der Universität Hannover (26. Juni 2007) gehalten wurde. Der Afrikanistentag (23. – 25. Juli 2007, Universität Wien) bot in seiner linguistischen Ausrichtung der Bearbeiterin die Möglichkeit, ihre Ergeb-nisse der sprachbezogenen Untersuchungen der Militärpublikation in Swahili einem Fachpublikum vorzustellen. KiVita, eine während des Zweiten Weltkriegs im Militär ent-standene soziale Variante des Swahili, manifestierte sich vor allem in dem für die Soldaten produzierten Propagandamaterial. Die Bearbeiterin verfasste zum Jahresende hin den Ab-schlussbericht des Gruppenprojektes an die DFG. Zusätzlich zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit unterrichtete Katrin Bromber Swahili am Institut für Ethnologie der Freien Universität Berlin und nahm ihre Aufgaben als Betriebsrätin wahr.

Translokalität im Sahara-Sahel-Raum

Britta Frede, Prof. Dr. Baz Lecocq

Translokale Diskurse islamischer Reform bei den Idaw‘Ali während der französischen kolonialen Expansion, 1830 –1935 Britta Frede

Britta Frede führte das im Mai 2006 begonnene Projekt fort. Das Forschungsvorhaben setzt sich mit der Bidan-Gesellschaft im heutigen Mauretanien während des 19. Jahrhun-derts auseinander. Untersucht wird der Zusammenhang zwischen der Etablierung religi-öser Institutionen und gesellschaftlicher Wandlungsprozesse am Beispiel der Einführung

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der Sufibruderschaft Tijaniyya im westlichen Sahararaum. Begründet in Algerien und Marokko am Ende des 18. Jahrhunderts, verbreitete sich die Tijaniyya in kurzer Zeit durch Muhammad al-Hafiz (1759/60 – 1831/32) in die Sahara und den subsaharischen Raum. Intensivierung des Handels mit den Europäern und die beginnende französische Kolonia-lisierung führten zu grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen. Untersucht wird insbesondere die Rolle, die diese Sufibruderschaft in dem notwendigen gesellschaftlichen Anpassungsprozess an diese neuen Rahmenbedingungen spielte. Analysiert werden da-für arabische Manuskripte, die seit Generationen in mauretanischen Familienbiblio-theken gesammelt werden. Die Auswahl der Manuskripte beschränkt sich auf Texte zur Tribalgeschichte sowie Hagiographien und Genealogien. Als weiteres Material dienen französische Kolonialquellen und lokale orale Geschichtsüberlieferungen. Nach einer ersten Auswertung des im Herbst 2006 in Mauretanien und Marokko ge-sammelten Materials, reiste die Bearbeiterin von März bis Mai erneut nach Mauretanien. Diese Forschung diente der ergänzenden Sammlung oraler Überlieferungen in Chin-guetti, Tidjikdja, Nouakchott und Bareine. Die Erzählungen zur Sammlung oraler Über-lieferungen wurden auf Wunsch der Interviewpartner in Form von Notizen aufgezeich-net. Die Durchführung der Interviews gestaltete sich zeitaufwendig, da einige Dörfer aufgrund mangelnder Infrastruktur nur schwer erreichbar sind. Neben den mündlichen Überlieferungen und den arabischen Manuskripten in den Siedlungsgebieten der Idaw Ali, wurden auch aktuelle arabische Publikationen zur Ge-schichte Mauretaniens im 19. Jahrhundert und zu tijanischen Persönlichkeiten der Idaw‘ Ali gesammelt. Begleitend dazu führte die Bearbeiterin zahlreiche Gespräche mit Wissen-schaftlern der Universität Nouakchott. Eine Recherche im Archive National de la Répu-blique Islamique Mauritanienne in Nouakchott war weiterhin nicht möglich, da die Archiv bestände aufgrund der Neuorganisation nicht zugänglich sind. Eine Veränderung dieser Situation wurde der Bearbeiterin für Januar 2008 zugesagt. Ab Mitte Mai widmete Britta Frede sich der Auswertung einer umfangreichen Genealogie sammlung der Idaw‘ Ali. Interessant ist, dass politisch bedeutende Gelehrten-familien aus Tidjikdja diese Informationssammlung bis heute boykottieren. Im Gegen-satz dazu hatten andere Familien, die in der Kolonialzeit ihren politischen Einfluss stär-ken konnten, ihre Familienstammbäume zur Verfügung gestellt. Daraus sind neue Fragen zu den Auswirkungen der französischen Kolonialzeit auf die innere Organisation der Idaw‘ Ali entstanden.

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Im Juli unternahm die Bearbeiterin eine zweiwöchige Reise nach Aix-en-Provence (17. Juli – 1. August), um die Mikrofilme der Kolonialakten des senegalesischen National-archivs, die im Centre des Archives d’Outre Mer aufbewahrt werden, durchzuarbeiten. Aus diesen Akten geht hervor, dass die Idaw‘ Ali allgemein betrachtet mit den Kolonialad-ministratoren kaum Kontakt pflegten. Ein genaueres Bild der Lebensbedingungen der Idaw‘ Ali in der Kolonialzeit ließe sich allerdings erst nach der Durchsicht der lokalen Posten-Berichte machen, die im Nationalarchiv von Nouakchott aufbewahrt werden. Im September nahm die Bearbeiterin an dem von Dr. Bekim Agai (Universität Bonn, Islamwissenschaft) und Zita Pataki (Universität Leipzig, Kunstgeschichte) organisierten Panel Orientalische Reisende in Europa – Europäische Reisende im Nahen Osten: Bilder vom Selbst und Imaginationen des Anderen im Rahmen des Deutschen Orientalistentages 2007 in Freiburg teil, wo sie den Vortrag „Zwei Frauen reisen durch die Sahara: Odette Puigaudeau (1894 – 1991) und Isabelle Eberhardt (1877 – 1904)“ hielt. Dabei stellte sie Leben und Werk der beiden Reisenden vor. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Interaktion zwischen Reisenden und Saharabewohnern gelegt. Ein Sammelband mit den Beiträgen des Panels ist in Planung und wird voraussichtlich zu Beginn 2009 in der Reihe der Bonner Islamstu-dien herausgegeben werden. Im Oktober 2007 nahm die Bearbeiterin an der Jahreskonferenz der ASA (African Stu-dies Association) in New York teil. Hier hielt sie einen Vortrag im Rahmen des von der SSA (Saharan Studies Association) organisierten Panels States and/of Saharan Studies. Mit dem Beitrag „Religious institutions, political action and identity in 19th century Bilad Shinqit“ präsentierte sie erste Thesen zum Entstehungskontext der Tijaniyya in Mauretanien. An-hand zweier Manuskripte, dem „Gründungstext“ der Idaw‘ Ali und der Hagiographie des ersten tijanischen Sufischeichs Mauretaniens Muhammad al-Hafiz stellte sie dabei das Zusammenwirken tribaler Identität und religiöser Institutionalisierung zur regionalen Einflussgewinnung der Idaw‘ Ali Gible dar. Im November und Dezember des Jahres, widmete sich die Bearbeiterin vertiefend der Hagiographie Muhammad al-Hafiz sowie der weiteren Planung ihres Dissertationsvor- habens.

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Modern Tuareg Migrations Baz Lecoq

The project deals with the present day migrations of the Tuareg people from Mali and Niger. Since the droughts of the 1970s and 1980s, and the rebellions of the 1990s, migra-tion, as refugees or as migrant labourers, is an integral part of the Tuareg way of life. In that same period, long distance trade, a long-standing Tuareg occupation, has been mo-dernised and extended in range. Although the majority of drought and war refugees re-mained close to home, economic migration and trade extended far beyond Tuareg lands, to the coastal cities of West Africa and the Maghreb, or the Arab peninsula. This research aims to describe the social and cultural transformations and adaptations of Tuareg society in these newly inhabited spaces, as well as the consequences of these changes for the com-munities remaining at home. The main question underlying this research project can be summarized as follows: Do nomads have an advantage over other peoples in adapting to a globalising world on account of their cultural background? The answer to this question will be given in the paper “Tuareg city blues – cultural capital in a global cosmopole”, to be published in the forthcoming book “Tuareg moving global – social anthropological aspects of Saharan life in transition”, edited by Dr. Ines Kohl, to be published with I. B. Tauris. The project was closed in September 2007 as Dr. Lecocq took up a position as Professor of African history, Department of Contemporary History at Ghent University, Belgium. During the year Baz Lecocq did consultancy to and interviews with Reuters Press agency, IRIN Media Press agency, and ABC Australia Broadcasting Corp. on the current Tuareg rebellion in Niger.

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Tabular summary 2007January – March: SickleaveApril – September:– Gradual reintegration programme, from 30% part-time work to 100% full-time work.

Further fieldwork was however impossible. The research project in modern Tuareg migrations towards Libya had to be abandoned.

– Finalising the editorial work for a special issue of the journal African Studies, vol. 66, no. 1, “The drama of development”.

– Co-writing with Dr. Bähre the introduction to this special issue, “The drama of devel-opment: the skirmishes behind high modernist schemes in Africa”, African Studies 66 (2007) 1, 1 – 8.

– Co-writing with Paul Schrijver MA of the article “The war on terror in a haze of dust – potholes and pitfalls on the Saharan front”, Journal of Contemporary African Studies 25

(2007) 1, 141 – 166.– Co-writing with professor Gregory Mann of the article “Between empire, umma, and

Muslim Third World: The French union and African pilgrims to Mecca, 1946 – 1958”, Comparative Studies of South Asia, Africa, and the Middle East 27 (2007) 2, 167 – 183.

– Writing and presentation of the paper “Tuareg city blues – cultural capital in a global cosmopole”, at the conference Tuareg Moving Global – Social Anthropological Aspects of Saharan Life in Transition, at the Österreichische Akademie der Wissenschaften, Vienna, Austria, May 31st – June 2nd.

Discourses of Legitimation in the Age of Reform – The Azhar, the Army and Egyptian Expansionism, 1822 –1882

Dyala Hamzah

The current study posited an active role of legitimization on the part of the religious establishment in the run up to military reform in Egypt at the beginning of the 19th cen-tury. As such, it challenged mainstream historiography which concedes an insignificant role to the religious establishment in the modernization of Egypt and the centralization

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of its reformed state. The researcher effectively uncovered the systematic engagements of Mehmed Ali, Egypt’s ruler from 1805 to 1849, with the religious establishment. His con-sistent, albeit paradoxical, endeavors to legitimize his army in Islamic terms are part and parcel of this evidence. Of diverse scale and nature, these included the institution of agents of persuasion (army preachers or wu‘‘az); the recourse to symbolic practices and designations (such as the imposition made on the troops to recite the fatihah before drills, their designation as believers, the appropriate coining of the new army as the Jihadiyah); the re-actualization of jihadi literature (as in the publication of several editions of a medi-eval jihad treatise on the newly established press); and the commissioning of an Azhari for writing a defense and illustration of his grand deeds. These primary results were con-signed in an article published in 2007 in Comparative Studies of South Asia, Africa and the Middle East. While the focus until now has been on chronicles and jurisprudential literature, the upcoming fieldwork should yield the missing literature as well as the archival sources documenting the institution of the army preachers. The new body of conscript petitions uncovered by the Egyptian historian Imad Hilal in 2004 (registers of the Dâr al-Ahkâm) should crucially round up the picture. On the other hand, sustained discussions with Egyptian Ottomanist historian Magdi Guirguis, a fellow of the collaborative research programme EUME (Wissenschaftskolleg zu Berlin, The Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, the Fritz Thyssen Stiftung) during the academic year 2006/7, gave a new spin to the project, with the momentous discovery of the presence of Christian conscripts in Muhammad ‘Alî’s. These momentous discussions were furthered during a workshop held at the ZMO on New Trends in Egyptian Historiography of the Ottoman Period (14 March 2007) with Egyptian Ottomanist historians. They convinced the researcher of the necessity of enlarging the investigation of the religious establishment to include the Coptic Patriarchate, as Muhammad ‘Ali seems to have conscripted Coptic soldiers as early as 1836. These findings by Nivine ‘Ilwân, recorded in a Masters degree on conscription that was recently defended at the University of ‘Ayn Shams in Cairo, if numerically significant, could prove to be abso-lutely crucial to the project. As it is, they highlight once more the pioneering/precursor quality of Muhammad ‘Ali’s reform in the Ottoman polity: the abolition of the per capita tax imposed on the dhimmî-s (jizya), and the resulting possibility for non-Muslims of being conscripted, would only be implemented in the framework of the Tanzimât some

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20 years later (in Egypt itself, the law came into effect in 1855 and was implemented by Sa‘îd). In so doing, Mrs ‘Ilwân’s findings therefore refer to another point of contention between the Pasha and the more conservative ulema – i. e., to the legality of such a move before raf‘ al-jizya was even conceived in the framework of a state law (qânûn or firmân). Traces of unease regarding this question are even to be found under the loyal pen of Tahtâwî, whose qualified support and considerations on dhimmî recruitment had seemed until these findings only speculative. Second, they could help explain how a very prob-lematic campaign (the campaign of Syria, 1831 – 1840, which was nothing short of a war against the Sultan, i. e., the titular head of Islam), could be fought and won despite its ideological predicament: while the boosting effects of a reprint, during the campaign, of a medieval treatise on jihad, might have been dubious on the bulk of a Muslim army, the recruitment of Christians to wage an unholy war might have proven more efficient. Third, the presence of Copts in the army suggests that there may have also been Christian army preachers, alongside the Muslim. The case arising, were their statutes identical? How was the participation of Copts in the wars of expansion of Egypt, seen by the Coptic establish-ment? To what extent did preachers on both sides mediate the filing of petitions by abused conscripts? What does the newly discovered body of ‘ardhâlât (petitions) tell us in terms of the identity of the soldier, that of the scribe, the language used to contest state law – and at large, of representations of a “just” order of things? It is with the aim of reframing the project in a more inclusive way that Dyala Hamzah then proceeded to apply for a new extension for the project at the Zentrum Moderner Orient, with BMBF support (spring–summer 2007). This reframing was coined in the fol-lowing terms: Discourses and Practices of Legitimation in the Age of Reform – The Azhar, the Church, the Army and Egyptian Expansionism, 1822 –1882. The extension plans to narrow down archival research to Egypt, dispensing for now with intended research at Turkish archives at Istanbul and adding the Coptic archives at Cairo to State and Azhari archives and libraries. Finally, the last phase of her doctoral dissertation (“L’intérêt général (maslaha ‘âmma) ou le triomphe de l’opinion: Fondation délibératoire et esquisses délibératives dans les écrits du publiciste syro-égyptien Rashîd Ridâ (1865 – 1935)”, written under the co-super-vision (cotutelle) of Prof. Dr. Gudrun Krämer, Freie Universität Berlin and Prof. Dr. Alain Roussillon, Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris, was greatly hampered by two unforeseen events of great magnitude: the untimely and tragic death of her co-super-

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visor, Prof. Dr. Alain Roussillon (summer 2007), and an irreconciliable conflict with a colleague over the co-editorship of an edited volume entitled “The making of the Arab intellectual”. While the death of her supervisor left the researcher with the difficult task of finding a substitute at a very late stage of the dissertation (this was finally concluded in September 2007 with Prof. Dr. Hamit Bozarslan, EHESS Paris), the fall-out with her co- editor left Dyala Hamzah overnight alone in charge of the publication of an eight-article volume (this was eventually submitted to Routledge in November 2007 and has been successfully reviewed since). These tremendous difficulties notwithstanding, the near-closure of the dissertation end 2007 and the reformulation of the project’s focus ushered into the unexpected possi-bility of articulating both projects within a general historical framework for the investi-gation of processes of reform in the Ottoman space over the course of the long ninetheen-th-century. Dyala Hamzahs hypothesis posited that the Ottoman polity’s internal response to the necessities of modernization led it to articulate the legal concept of public interest to the topos of reform. While the reformers of the Tanzimat era effected this through bu-reaucratic practice, the reformers of the Nahda period mainstreamed it through the dis-cursive practice of the press. During the summer and autumn of 2007, the researcher was afforded two exciting opportunities for testing her hypothesis. The first was during The 10th Annual International Conference on Conceptual History: Transnational Concepts, Transfers and the Challenge of the Peripheries at Istanbul’s Technical University where she presented a paper within a ZMO panel on Reform; the second was at Harvard University’s Center for Middle Eastern Studies, where she was invited to gave a talk on the same topic. The feed-back at both venues was tremendous, allowing Dyala Hamzah to finalize her disserta-tion’s contextual chapter, as well as consign parts of it in my upcoming edited volume.

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Zur Säkularisierung islamischer Institutionen: Lokale Projekte und translokale Wirkungen in der islamischen Welt

Dr. Saeed Ur Rehman, Faizan Ahmad, Dr. Farish A. Noor, Dr. Chanfi Ahmed, PD Dr. Dietrich Reetz (Koordinierung)

Im zweiten und letzten Jahr des Projektes wurden sowohl die theoretischen Diskussionen zu den Rahmenkonzepten von Säkularismus und Islam fortgeführt als auch die Länder-studien zu den untersuchten Regionen vertieft. Dr. Saeed Ur Rehman aus Pakistan und Faizan Ahmad aus Indien führten die Forschung im TP 1 weiter, da der Bearbeiter Dietrich Reetz inzwischen eine andere Aufgabe im ZMO übernommen hatte (siehe Jahresbericht 2006), das Projekt jedoch weiter koordinierte. Dr. Noor (TP 2) führte von April bis Juni die Feldforschung in Indonesien an der Sunan Kalijaga Islamic University (UNISUKA) Jog-jakarta und der Muhamadiyah University Surakarta (UMS) durch; Saeed Ur Rehman (TP 1) von März bis Mai an Schulen der Schulorganisation Iqra al-Atfal in Karachi, Lahore und in der Nordwestgrenzprovinz Pakistans; Faizan Ahmad (TP 2) von Juli bis Oktober an ver-schiedenen islamischen Bildungsprojekten und Schulen in Indien; Chanfi Ahmed (TP 3) von März bis April 2007 an der International University of Africa in Khartum, Sudan. Die Ergebnisse des Projektes manifestieren sich in verschiedenen Manuskripten, an denen zum Teil noch gearbeitet wird. Einige liegen jedoch bereits vor, so vor allem von Farish Noor und Chanfi Ahmed. Darüber hinaus stellten Reetz, Noor und Ahmed das Pro-jekt bei zahlreichen Konferenzen und Vorträgen einer breiteren Öffentlichkeit vor. Sie beantworteten auch zahlreiche Anfragen von Medien und öffentlichen Einrichtungen, die das anhaltende Interesse an dieser Problematik unterstreichen. Insgesamt steht die Untersuchung, vor allem auch zu den transnationalen Aspekten des Umgangs islamischer Kräfte mit weltlicher Bildung erst am Anfang. Es ist jedoch erkennbar, dass sie in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Während sich die konzeptionelle Diskussion im ersten Jahr hauptsächlich auf die Be-sonderheiten im Verhältnis von Islam und Säkularismus sowie auf die verschiedenen Auslegungen des Säkularismusbegriffs bei religiösen und weltlichen, muslimischen und nichtmuslimischen Akteuren konzentrierte, stand im zweiten Jahr das unterschiedliche Heran gehen islamischer Aktivisten an den Umgang mit nichtreligiösem Wissen im Vor-dergrund. Dabei zeigte sich gerade auch in der Auswertung der Feldforschung eine erheb-

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liche Differenzierung bei den verschiedenen Institutionen und Akteuren. Die internatio-nalen islamischen Universitäten in Malaysia (TP Noor) und Ostafrika (TP Ahmed) sind weiterhin durch das Konzept der „Islamisierung des Wissens“ ideologisch geprägt, aber zugleich bemüht, sich in dem nationalen und auch internationalen Bildungsmarkt mit einem „modernen“ Bildungsangebot einzufügen. Die International University of Africa in Khartum (TP Ahmed) sieht ihren Stellenwert vor allem in den transafrikanischen Bezie-hungen in Verbindung mit der islamischen Welt. Die nationalen islamischen Universi-täten in Indonesien (TP Noor) sind durch die Identitätspolitik im Lande weniger religiös als vielmehr nationalistisch geprägt, wo sie sich eher als kulturell und ethisch betonte und kompatible Einrichtungen verstehen, die zwischen unterschiedlichen Tendenzen vermitteln. Die muslimischen Privatschulen in Pakistan mit ihrer Verbindung aus religi-öser Bildung und weltlicher Lehrstoffvermittlung (TP 1, Saeed Ur Rehman) versuchen, das weltliche Bildungsangebot religiös zu überformen und teilweise auch infrage zu stellen. Die Weiterbildungseinrichtungen für Absolventen religiöser Schulen (madrasa) in Indien (TP 1, Faizan Ahmad) mit ihrem Fächerangebot im technischen und sprachlichen Bereich betrachten weltliche Bildung relativ „wertfrei“ als hauptsächlich soziale und ökono-mische Entwicklungsbedingung, die den Schülern den Zugang zum Arbeitsmarkt er-leichtern soll. Besonderes Interesse rief auch der Besuch von Farish Noor in der Madrasa im indonesischen Ngruki hervor, mit der der indonesische Islamist Abu Bakr Bashir ver-bunden ist, der oft als ideologischer „Pate“ militanter islamistischer Gruppen in Südosta-sien bezeichnet wird. Bashir ist jedoch mit der Schulorganisation selbst nur sehr partiell verbunden. Dr. Noor konnte hier ein differenziertes Bild zeichnen, aus dem hervorgeht, wie religiöse Kräfte verstärkt bemüht sind, sich die „Moderne“ selektiv anzueignen, in-dem sie sich gegenüber weltlichem Wissen öffnen, wozu vor allem der Druck des Arbeits- und Bildungsmarktes beiträgt. Die Untersuchungen zeigen, wie muslimische Akteure und Institutionen sich die Moderne im Bildungsbereich auf sehr unterschiedliche Weise aneignen, die nicht zwangs-läufig einen Gegensatz zwischen Islam und Säkularisierung provozieren, wenn man Säku-larismus als weltliche Dimension der Gesellschaft begreift, die auch religiöse Kräfte und Institutionen nutzen können, ohne ihre religiöse Identität aufgeben zu müssen. Dabei werden allerdings auch zum Teil zugespitzte Auseinandersetzungen um Werte und ethische Positionen zur „Moderne“ ausgetragen.

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Die Kluft überwinden: zur Verbindung islamischer und säkularer Bildung in neuen Schulprojekten Indiens und Pakistan Saeed Ur Rehman, Faizan Ahmed

Dr. Rehman hatte seine Tätigkeit für das Projekt am 15. November 2006 aufgenommen, Faizan Ahmad am 1. April 2007 auf einer halben Stelle; beide waren bis zum Jahresende für das Projekt tätig. Rehman arbeitete sich zunächst in den Kontext des ZMO und des Forschungsprojektes ein. Dazu erfasste und studierte er umfangreiche Sekundärliteratur. Im Februar stellte er seinen präzisierten Forschungsplan auf einer Projektversammlung des ZMO vor. Die Ergebnisse seiner Feldforschung diskutierte er im gleichen Rahmen im Juli 2007. Faizan Ahmad bereitete sich von April bis Juni auf seine Feldforschung vor, über die er anschließend auf einer Projektversammlung des ZMO im November berich-tete. Alle Projektteilnehmer nahmen an einer gemeinsamen Projektbesprechung im Juli teil. Sie nutzten auch die ZMO-Klausur im September, die Projektergebnisse zu disku-tieren.

The Reform of Islamic Education in Malaysia and Indonesia: The Struggle for Modernisation, Contestation of Power and Politicisation of Knowledge in Malaysia and Indonesia Farish Noor

Dr. Noor, in early 2007, collated his findings from the fieldwork of the previous year and prepared for the fieldwork in Indonesia in mid-2007. Time was also spent completing and writing the report for the two-week lecture and study tour of Berlin by a group of Malay-sian and Indonesian Islamist activists that was funded by the German Ministry of Foreign Affairs and the Task Force for Germany’s Dialogue with the Muslim world. The first draft of the report was ready by the end of February 2007 and copies were sent to all the par-ticipants for corrections and feedback. The response to the project was positive and the German Ministry of Foreign Affairs has expressed the desire to maintain such dialogues and to host similar extended dialogue and lecture trips for other Muslim countries in the future. Between 11 to 22 January Dr. Noor was in Kuala Lumpur for a series of lectures and to conduct additional interviews for the earlier field trip to Malaysia. Between March 23 to

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28 he was invited to join the Malaysian Islamists of the Malaysian Islamic Youth Move-ment ABIM in Istanbul for a series of talks on Islamic education and comparisons be-tween Malaysia and Turkey. Further interviews were carried out during this trip. Between 24 April to 18 June Farish Noor was in Indonesia (with stopovers in Malaysia and Singapore) for his fieldwork. During this time he was visiting professor at the Centre for the Study of Society and Religion (CISFORM) at Sunan Kalijaga University and the Centre for Asian Studies, Muhamadiyah University. Dr. Noor carried out interviews with the teaching staff and students of both Islamic uni-versities in Indonesia and took part in the discussions on the reform of the Shariah (Islamic Law) faculty of Muhamadiyah University that were underway then. The preliminary findings of this research trip were discussed at the Institute for Stra-tegic and International Studies (ISIS) in Kuala Lumpur, Malaysia; and the Rajaratnam School of International Studies at Nanyang Technical University, Singapore.The second half of 2007 was spent collecting all relevant data and completing prelimi-nary papers for publication related to the project. Dr. Noor also edited the book “The Madrasa in Asia” (eds. Farish A Noor, Martin van Bruinessen, Yoginder Sikand), to be published in 2008 by University of Amsterdam Press where the findings of the research of 2006 – 2007 were published in two chapters.

Islamische Universitäten oder Muslim-Universitäten? Zur Debatte über Hoch schul bildung in Uganda und Sudan zwischen Panislamismus, Panafrikanismus und Nationalismus Chanfi Ahmed

Das Forschungsprojekt beabsichtigte in erster Linie die Untersuchung und Analyse der Diskurse, Institutionen und Akteure, die zur Entstehung der Islamic University of Uganda und des Islamic African Centre (heute: International University of Africa, Khartum) ge-führt haben. Folgende Themen standen dabei im Vordergrund:– Verfolgung panislamischer Strategien der von der OIC gegründeten Islamic Univer-

sity of Uganda sowie der vom sudanesischen Staat gegründeten International Univer-sity of Africa im subsaharischen Afrika

– Einfluss beider Universitäten auf die transafrikanischen Beziehungen einerseits und die islamische Welt andererseits

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– zunehmender Wettbewerb dieser von den Staaten der Region oder internationalen panislamischen Organisationen wie der OIC getragenen Universitäten mit anderen öffentlichen oder von Religionsgemeinschaften unterstützten säkularen Universitäten

– Beitrag dieser Universitäten zur Angleichung des Bildungsniveaus und der Berufs-chancen der Muslime an das Niveau vergleichbarer christlicher Institutionen, welche derzeit über weit bessere (Aus-)Bildungsressourcen verfügen

– Bedeutung dieser Universitäten für ethnische und religiöse Partikularismen. Anders als etwa die ägyptische Azhar-Universität oder die Islamische Universität von Medina sind die im Projekt beschriebenen Institutionen keine islamischen Universitäten im herkömmlichen Verständnis. Im Unterschied zu diesen bieten sie auch Unterricht in nichtreligiösen Disziplinen wie Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurswissen-schaften etc. an. Gleichzeitig unterscheiden sie sich von säkularen Universitäten durch ihr Selbstverständnis als faith-based-Universitäten, deren integraler Bestandteil die Ver-mittlung islamischer Werte ist. Als Anliegen beider Universitäten ist die Verbreitung der islamischen Kultur im sub-saharischen Afrika (wobei die International University of Africa besonderen Wert auf die Verbreitung der arabischen Sprache in Afrika legt), der Transfer von Wissenschaft und Technologie auf dem Kontinent und schließlich die Bildung einer neuen säkularen mus-limischen Elite auszumachen. Der Bearbeiter hat untersucht, ob eine solche Zielsetzung auf lange Sicht die Kohäsionskraft eines säkularen, verschiedene Gemeinschaften und Konfessionen umfassenden Nationalstaates schwächen oder aber stärken kann. Dabei stellt sich außerdem die Frage, ob das Projekt islamischer Universitäten zur Verbreitung eines politischen und fundamentalistischen Islam beiträgt, oder eine solche Entwicklung im Gegenteil verhindert. In Anbetracht der hohen Anzahl von Studenten aus beinahe allen Ländern Afrikas und der Bedeutung, die dem Unterricht in Arabisch und Islamwissenschaft eingeräumt wird, lässt sich allerdings bereits jetzt sagen, dass das Hauptanliegen dieser Universitäten, nämlich die Verbreitung der islamischen Kultur und der arabischen Sprache im subsaha-rischen Afrika, auf dem Weg der Verwirklichung ist. Für das zweite Ziel, d. h. den Transfer von Wissenschaft und Technologie auf dem Kontinent und die Bildung einer neuen mus-limischen Elite, gilt dies indes nur ganz bedingt. Grund dafür ist vor allem die meist unzu-längliche Ausstattung der Fakultäten für moderne nichtreligiöse Disziplinen wie etwa Medizin, Wirtschaft und Ingenieurswissenschaft.

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Seit dem 11. September 2001 steht wissenschaftliche Forschung zum Islam und mus-limischen Gesellschaften unter dem Verdacht, einzig politisch motiviert zu sein. Entspre-chend schlug dem Forscher von muslimischer Seite oft großes Misstrauen entgegen. Chanfi Ahmed wurde von einigen Verantwortlichen der untersuchten islamischen Uni-versitäten zunächst mit Skepsis und Reserviertheit empfangen. Diese Distanziertheit hielt allerdings nicht lange an. Im Verlauf seines Aufenthaltes wurde der Bearbeiter schließlich sogar eingeladen, sein Forschungsprojekt den Dozenten und Studenten des Centre for Research and African Studies vorzustellen. Die anschließende Diskussion hat ihm einmal mehr bewusst gemacht, wie wichtig derartige säkular und religiös arbeitende Hochschulen für die muslimische Welt im Allgemeinen und das subsaharische Afrika im Besonderen sind. Problematisch bleibt allerdings, dass diese Institutionen zwar Ausdruck dafür sind, dass sich die Muslime Ostafrikas klar zur Moderne bekennen und willens sind, eine aktive Rolle im politischen Prozess ihrer jeweiligen Nationalstaaten zu übernehmen, andererseits aber religiöse und konfessionelle Abgrenzung befördern. Januar und Februar 2007 nutzte der Bearbeiter zur Abfassung und Veröffentlichung eines Artikels zur Vorbereitung einer Feldforschung sowie eines Hauptseminars „Erste Begegnungen zwischen christlichen Missionaren und indigener Bevölkerung Ostafrikas im 19. Jahrhundert“ an der HU Berlin. Von März bis April 2007 führte Chanfi Ahmed eine Feldforschung an der Internatio-nal University of Africa in Khartum durch. Am Tag seiner Ankunft in Khartum fand an der Universität die jährliche Feier zur Verabschiedung der Graduierten statt. So konnte sich der Bearbeiter persönlich von der politischen und diplomatischen Bedeutung dieser Universität überzeugen. Die Abschlussfeier wurde vom Universitätsdekan und dem Minister für Hochschulbildung geleitet. Außerdem nahmen mehrere ranghohe Diplo-maten an der Zeremonie teil, so etwa der indonesische Botschafter. (Indonesien ist das Land außerhalb Afrikas mit den meisten an der International University of Africa einge-schriebenen Studenten.)

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Seine Forschung brachte den Bearbeiter außerdem ins Nationalarchiv von Khartum und in die Bibliotheken der University of Khartoum und der Umdurman Islamic Univer-sity. Längere Zeit verbrachte er in der International University of Africa, wo er Interviews mit Vertretern und Studenten der Universität führte. In den Gesprächen fragte der Bearbeiter insbesondere nach Stellenwert und Einfluss der Universität im Sudan, in Afrika und der islamischen Welt, ihrer Bedeutung für die trans afrikanischen Beziehungen zwischen dem Sudan und anderen afrikanischen Län-dern, dem Angebot von Studienfächern sowie den zukünftigen Projekten der Universität. Die Monate Mai bis August des Jahres dienten der Sichtung und Auswertung des wäh-rend der Feldforschung gesammelten Materials, der Druchführung des o. g. Hauptsemi-nars sowie der Erarbeitung des Vortrags „Muslim Universities in East Africa“ für die Prä-sentation auf der AEGIS-Konferenz in Leiden im Juli 2007. Die letzten Monate bereitete Chanfi Ahmed sein neues ZMO-Projekt Von Westafrika nach Arabien. Westafrikanische ‘ulama’ in Mekka und Medina und ihr geistiger Einfluss in i hren Herkunftsländern (19. und 20. Jahrhundert) vor. Weiterhin nahm er an der Klausur tagung des ZMO (9. – 11. September) mit einem Beitrag teil. In dieser Zeit beschäftigte sich der Bearbeiter auch mit der Abfassung verschiedener Vorträge und der Vorbereitung und Durchführung eines weiteren Seminars „Zwischen Arabien und Afrika: Das Horn von Afrika (Sudan, Somalia, Djibouti, Äthiopien und Eritrea) im Wintersemester 2007/8 an der HU Berlin.

Zur Entstehung neuer translokaler Arbeitsmärkte in Algerien

Dalila Nadi

Das Forschungsprojekt untersucht die sich in den letzten Jahren herauskristallisierende Entwicklung, in der Algerien zum „Endziel“ von Migrationen wurde und die in diesem Zusammenhang entstehenden Interaktionsräume. Der Fokus der Analyse liegt auf zwei Gruppen von Migranten: einerseits die subsaharischen Einwanderer, die die Weiterreise nach Europa aufgegeben haben und sich in Algerien zu etablieren versuchen und ande-rerseits die chinesischen Arbeiter, die sich nach Ablauf ihrer staatlichen Arbeitsverträge in Algerien zu einer langfristigen Niederlassung entschieden. Dabei sollen die Konse-

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quenzen dieser Entwicklung für alle beteiligten Akteure, für die einheimische Gesell-schaft sowie die langfristigen politischen und wirtschaftlichen Folgen für Algerien selbst Gegenstand der Analyse sein. Das Forschungsprojekt bildet gleichzeitig eine Mikrostudie über zwei verschiedene Gruppen von „Akteuren des Wandels“. Die subsaharischen Migranten versuchen den afri-kanischen Kontinent zu verlassen, wohingegen die chinesischen Migranten, als Vertreter einer aufstrebenden Wirtschafts weltmacht die Entwicklungspotentiale dieses Konti-nents zu erkennen glauben und somit eine Gegenbewegung darstellen. Die innerhalb und zwischen diesen beiden konträr laufenden Gruppen wirkende Dynamik wird mit dem Projekt erstmalig erforscht. Weiterhin soll das verstärkte Engagement Chinas in Algerien genauer untersucht werden und anhand der Analyse der Interessen der chinesischen Investoren im alge-rischen Bausektor die Tragweite dieses Engagements sowie die politischen und wirt-schaftlichen Folgen auf das Land beleuchtet werden. In der Analyse wird der Bogen von einer Mikroebene hin zu makroökonomischen und politischen Fragestellungen gespannt, die somit Anschluss bzw. Verknüpfung an trans-lokale Phänomene (Süd-Süd-/Süd-Nord-Migrationsbewegungen) erlauben. Weiterhin er-möglicht dieser Ansatz globale wirt schaftspolitische Analysen und Aussagen über Migra-tionsbewegungen weltweit (China, Afrika, Europa) sowie eine kritische Gegendarstellung zur teilweise einseitigen Betrachtungsweise und Lösungsvorschläge aus Sicht der europä-ischen Migrationspolitik. Die Ergebnisse der Feldforschungen im Jahr 2006 wurden 2007 in Form von Vorträgen und Publikationen ausgewertet und bearbeitet (SOAS, Februar 2007; EU Berlin, Mai 2007; Genua, Juni 2007; ZMO, Juli 2007; DAVO, September 2007; ASA, Oktober 2007). Auch die Forschungs schwierig keiten und Lösungsansätze konnten in unterschiedlichen Foren, z. B. auf der Klausurtagung des ZMO diskutiert werden. Die dritte und letzte Feldforschung im Rahmen des Forschungsprojektes (November 2007 bis Januar 2008) befasste sich mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen der chine-sischen und subsaharischen Migranten im algerisch-chinesischen Bausektor. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Baustellen und Wohnsiedlungen chinesischer Mitar-beiter besucht (Algier, Oran, Tlemcen). Über kontinuierliche Anwesenheit und Beobachtung sowie narrative Interviews vor Ort, konnte die Bearbeiterin Erkenntnisse gewinnen über die Wahrnehmungen der Ange-

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hörigen beider Migranten gruppen, bezüglich ihrer aktuellen Lebenssituation in Algerien, ihrer Erwartungen an die Zukunft, ihrer Strategien zur Erreichung ihrer Ziele sowie zu Einschätzungen ihrer persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten des neuen Lebensraumes. Dalila Nadi besuchte auch einige bereits niedergelassene chinesische Migranten an ihren Arbeitsstätten (Geschäfte, Wochenmärkte, Straßenverkauf, Handwerksbetriebe) und befragte diese, ihre Familienangehörigen und ihre Angestellten zu ihren Erfah-rungen.Durch die Einbeziehung der Ergebnisse der ersten beiden Reisen in die Untersuchung ent-stand ein mehrdimensionaler Erkenntnisrahmen, der, je nach Perspektive der mitwirken-den Akteure, unterschiedliche Einblicke in die zu untersuchenden Aushandlungspro-zesse ermöglichte. Auch algerische Medienberichte, Statistiken und Veröffentlichungen von Ministerien, demographischen und wirtschaftlichen Institutionen, Zoll, NGO’s und Gewerkschaften, die quantitative Angaben zum Forschungsthema machten, wurden aus-gewertet. Im Rahmen einer einjährigen Folgeförderung (Januar bis Dezember 2008) soll das Teil-projekt und somit die Dissertation erfolgreich beendet werde. Im Fortsetzungszeitraum stehen die abschließende Auswertung sowie die Niederschrift der Ergebnisse der empi-rischen Feldforschung im Mittelpunkt der Arbeit.

Migration und städtische Institutionen in der spätosmanischen Reformperiode Dr. Malte Fuhrmann, Prof. Dr. Ulrike Freitag, Dr. Nora Lafi, Dr. Florian Riedler

Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert steigerte sich die Bedeutung der Städte des Osmanischen Reichs, die das Ziel vielfältiger Wanderungsbewegungen und der Kristallisationspunkt globaler Verknüpfungen wurden. Das Projekt untersucht die Reak-tion der Städte auf diese Veränderungen, indem es verschiedene Ansätze der stadthisto-rischen Forschung zum osmanischen Raum bündelte. Im Zentrum standen dabei neue Formen von Urbanität, deren Rahmen einerseits von den städtischen Institutionen defi-niert wurden, andererseits gestalteten auch Migranten den von sozialen Prozessen be-schleunigten Wandel von Urbanität aktiv mit. Von Interesse waren die wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnisse zwischen städtischen Institutionen und Migration nicht zu-

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letzt, um neue Erkenntnisse über Modernisierungsprozesse in Städten des osmanischen und postosmanischen Raums zu gewinnen. Konkrete Untersuchungsgebiete der vier Ein-zelprojekte waren der Zugang von Migranten zu städtischen Machtinstanzen, ihre Bedeu-tung für Neuerungen in der Stadtplanung, ihr Verhältnis zu den Zünften, für das Zusam-menleben von Gruppen unterschiedlicher Herkunft im städtischen Raum und ihre Rolle in interreligiösen und internationalen Konflikten. Die Projektteilnehmer konzentrierten sich hierbei auf so unterschiedliche Städte wie Thessaloniki, Istanbul, Izmir, Alexandria Kairo, Djidda, Tripolis und Tunis, um herauszuarbeiten, welche Veränderungen regionale Besonderheiten in den jeweiligen Reichsteilen (Balkan, Anatolien, Arabien, Nordafrika) darstellten und welche das ganze Reich betrafen. Im Mai 2007 veranstaltete die Arbeitsgruppe eine internationale Tagung am ZMO mit 16 Teilnehmern aus sechs Ländern, auf der gemeinsame Grundzüge für das Verhältnis von Migration und Stadt im Bereich zwischen dem Moldaufürstentum im Norden und Syrien im Süden herausgearbeitet wurde. Des Weiteren präsentierte sich die Projekt-gruppe im November in Montreal auf der Jahrestagung der Middle East Studies Associa-tion mit einem eigenen Panel. Zusammen mit dem von Nora Lafi und Ulrike Freitag gelei-tete Forschungsfeld Städtevergleich: Kosmopolitismus im Mittelmeerraum und den angrenzenden Regionen organisierte das Projekt das „Ottoman Urban Studies Seminar“ mit Gastvorträgen von Wissenschaftlern aus Europa, dem Mittelmeerraum und Nord-amerika. Während 2006 /7 der Schwerpunkt des Seminars auf der Evolution der städ-tischen Institutionen und ihrem Einfluss auf soziale Phänomene lag, wird im laufenden akademischen Jahr Kosmopolitismus als historisches Phänomen und als Forschungsbe-griff thematisiert.

„Europäische“ und balkanische Wanderarbeiter in den spätosmanischen HafenstädtenMalte Fuhrmann

Im Rahmen der Forschungsgruppe, die das Verhältnis von Migration und Stadt im Osma-nischen Reich des 19. Jahrhunderts untersucht, konzentrierte sich das Teilprojekt auf „euro päische“ unterbürgerliche Migranten, deren Rolle im städtischen Gefüge des Osma-nischen Reichs bisher nur selten Berücksichtigung gefunden hat. Dies waren Personen, die aus der Donaumonarchie und den deutschen Ländern stammten und in der „Levante“

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als Bauarbeiter, Arbeiter im Verkehrswesen, Seeleute, Handwerker, Erzieherinnen, Musiker, Kleinunternehmer im Unterhaltungssektor oder als „Vagabunden“ ihr Glück suchten. Arbeitshypothese war, dass in der Phase des rasanten Wachstums der Stadtbevölke-rung Migration nicht nur als Störfaktor in der urbanen Ordnung zu betrachten ist, son-dern zu grundsätzlich neuen Formen von Urbanität und Herrschaft in der Stadt führte, die sich in neuen Wegen der Nutzung des öffentlichen Raums, Soziabilitäten, Assoziati-onen, Arbeit, Protektion, polizeilicher Kontrolle, Sanktionen u. a. ausdrückten. Nachdem im ersten Projektjahr (2006) der Schwerpunkt auf Archiv- und Bibliotheks-forschung sowie der Erstauswertung der Quellen lag, diente 2007 der Ausformulierung mehrerer Artikel und Vorträge auf der Grundlage dieser Materialien sowie der Durchfüh-rung von Workshops und der Organisation von kollektiven Publikationen, in die die Er-gebnisse einflossen. Vor allem das Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv bot eine Fülle von verwertbaren Materialien, die Eigen- und Fremdbilder der Migranten sichtbar machten. Persönliche Akten, Einzelvorgänge, wie auch Gesamtbewertungen durch die Konsular-behörden, aber auch Petitionen, Register und thematische Aktenvorgänge ermöglichten eine erstaunlich breite Analyse des Migrationsphänomens. Gleichwohl wurden auch die Grenzen einer historischen Rekonstruktion deutlich. Es handelt sich bei der hier vom Be-arbeiter untersuchten Migration um ein Querschnittsphänomen, das in unterschied-lichen Quellen unter wechselnder Perspektive aktenkundig wurde. Da der Gesamtkon-text bisher jedoch nur selten thematisiert wurde und die Registereintragungen gleichzeitig andere Personengruppen erfassten, fehlt eine verlässliche Grundlage für definitive quan-titative Aussagen (die allerdings auch nicht durch das Teilprojekt beabsichtigt waren). Die Analyse beschränkt sich also auf die reichhaltige qualitative Verwertbarkeit. Gleich-zeitig datiert sich das üppige personenbezogene Material nur bis ca. in das Jahr 1860 zu-rück, so dass für die Vorzeit des eigentlichen Untersuchungszeitraums nur wenige Daten vorliegen und der Bearbeiter z. T. auf allgemeine Indikatoren zurückgreifen musste. Insge-samt ergab sich jedoch das Bild eines lebhaften Migrations- und Akkulturations prozesses, in dem die üblicherweise angenommene Ost-West-Dichotomie in den Hintergrund trat. Jedoch wurde auch offenbar, dass Imperialismus und Nationalismus diesen relativ freien Austausch vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend behinderten. Vom 21. bis 25. März wurde gemeinsam mit Dr. Vangelis Kechriotis, Bosporus-Univer-sität Istanbul, der Workshop The Late Ottoman Port Cities: Subjectivity, Urbanity, and Conflict-ing Orders am Europäischen Hochschulinstitut Florenz durchgeführt, indem auf der Basis

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der neueren Forschung die Sozialgeschichte der osmanischen Hafenstädte einer Grund-satzdiskussion unterzogen wurde. Weiterhin organisierte Malte Fuhrmann zusammen mit seinen Projektkolleg/innen den gemeinsamen Workshop des Projekts Migration und städtischen Institutionen, der am 10. und 11. Mai am ZMO stattfand (s. o.). Die Sommer-monate dienten der Redaktion des gemeinsam mit Dr. Lars Amenda, Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg, herausgegebenen Themenheftes „Hafenstädte – Mobilität, Mig-ration, Globalisierung“ der Zeitschrift Comparativ 17 (2007) 2. Die dort publizierten sie-ben Beiträge zu Hafenstädten aus verschiedenen Regionen sollen eine globalgeschicht-liche Beschäftigung mit Hafenstädten initiieren. Hier wurden auch weiter gehende Schlussfolgerungen der Forschung zu europäischen Wanderarbeiten eingebracht. Das Teilprojekt stieß sowohl in Fachkreisen als auch in einer breiteren Öffentlichkeit auf großes Interesse. Die Thematik eignet sich, um gängige Vorstellungen über den Aus-tauschprozess zwischen West- und Mitteleuropa einerseits und Südosteuropa und dem Vorderen Orient andererseits in Frage zu stellen. So war es möglich, die Teilergebnisse mehrfach mit einem Fachpublikum zu diskutieren, aber auch an die interessierte Öffent-lichkeit durch breitenwirksame Vorträge und Artikel in Print- und Onlinemedien sowie ein Radiointerview zu tragen. Im Falle Thessalonikis konnten Informationen auch an die heutigen Vertreter der im 19. Jahrhundert durch die Migranten geschaffenen Institutio-nen rückvermittelt werden. Im Laufe des Jahres wurden sechs Artikel für Fachpublikationen zum Forschungs-thema geschrieben, die aber mit Ausnahme des Beitrages für Comparativ erst 2008 erschei-nen werden. Perspektivisch ist vorgesehen, die einzelnen Teilbereiche und das Phänomen der unter-bürgerlichen europäischen Migration in eine breiter angelegte Untersuchung zur Präsenz der Europäer insgesamt bzw. des „Europäischen“ in den spätosmanischen Hafen städten zusammenzuführen. Dies ist für das Folgeprojekt im Rahmen der BMBF-Bewilligung am ZMO vorgesehen.

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Migration und die Konstituierung von Urbanität in Djidda im 19. JahrhundertUlrike Freitag

Das Projekt zielt langfristig auf Studien zur Geschichte dieser Hafenstadt am Roten Meer, deren herausragendstes Merkmal ihre doppelte Bedeutung als Handelsort und als „Tor Mekkas“ im Rahmen der jährlichen Pilgerfahrt der Muslime war. Der Arbeit im Jahr 2007 lag die Auswertung der europäischsprachigen Reiseberichte in den Hedschas zugrunde, die die Bearbeiterin im Herbst 2006 in Oxford hatte sichten können. Im Rahmen eines im Sommersemester 2007 durchgeführten Hauptseminars wurde ergänzend wichtige lokal-historische und moderne Forschungsliteratur zu dem Thema aufgearbeitet. Dies ermög-lichte es, in einem ersten Aufsatz (Freitag 2007 in Amenda/Fuhrmann, s. Publikationen) zu zeigen, wie sich die Zusammensetzung der Bevölkerung Djiddas im 19. Jahrhundert veränderte. Insbesondere nahm der indische Bevölkerungsanteil auffällig zu, was in en-gem Zusammenhang mit der Ausdehnung des British Empire und dem Bau des Suezka-nals steht. Gleichzeitig ist für die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts zu verzeichnen, dass die Verbreitung der Dampfschifffahrt die ökonomische Rolle Djiddas als Entrepot beeinträchtigte, nachdem die erzwungene Wirtschaftsliberalisierung des Osmanischen Reichs bereits dazu geführt hatte, dass Djidda als zentrale Station im Handel mit dem Indi-schen Ozean zunehmend an Bedeutung verlor. Wachsende Pilgerzahlen kompensierten diese Verluste zumindest teilweise. Neben diesen Auswirkungen makroökonomischer Entwicklungen lässt sich anhand der Konflikte in der Stadt zeigen, wie der wachsende europäische Einfluss nicht nur die Stellung von Europäern unterminierte, sondern auch von Muslimen, die unter europä-ischer Herrschaft lebten. Dies wird besonders an der Diskussion der Frage des Rechtes auf Landerwerb im Hedschas deutlich. Dieser blieb den Europäern trotz einer generellen Er-laubnis auch nach 1867 verwehrt, da der Hedschas als besonders schützenswertes heiliges Territorium betrachtet wurde. Dieses Verbot wurde auf Muslime unter europäischer Herr-schaft ausgedehnt mit dem Argument, dass der Landerwerb den Kolonialmächten nur einen Vorwand zur Intervention liefern würde. Gleichzeitig unterlagen jedoch osma-nische Christen ebenso wie Tunesier und Algerier, d. h. Bewohner ehemaliger osma-nischer Provinzen, keinen derartigen Restriktionen. Insgesamt ergibt sich also ein viel-schichtiges und in Wandlung begriffenes Bild, das im Laufe des Jahres weiterentwickelt und auf der Tagung der Middle East Studies Association im November 2007 erstmals einem internationalen Publikum vorgestellt wurde.

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Ein weiterer spannender Punkt, der in den familienhistorischen Interviews deutlich wurde, welche im März 2007 bei einem Forschungsaufenthalt in Djidda durchgeführt werden konnten, bezieht sich auf die Frage nicht nur der Ankunft unterschiedlicher eth-nischer Gruppen (es scheint, dass hier das 18. Jahrhundert ein Wendepunkt war, ab dem Syrer, Perser, Inder und Tripolitaner, um nur einige zu nennen, verstärkt nach Djidda kamen), sondern auch nach der heutigen Konstruktion der Identitäten. Dabei fällt ent-scheidend auf, dass – mit Ausnahme der befragten hadhramischen Familien – solche aus den o. g. Regionen ausschließlich eine ursprüngliche hedschasische Herkunft bean-spruchen. Dies spielt nicht nur im Hinblick auf die demographischen Veränderungen nach der saudischen Eroberung (Zuwanderung von Nedschdis und Ausländern in hoher Zahl) vermutlich eine wichtige Rolle, sondern – verbunden damit – in Bezug auf die Posi-tionierung der Hedschasis innerhalb Saudiarabiens. Ulrike Freitags weitere Forschungs-tätigkeit zielt darauf, diese Frage bei künftigen Aufenthalten unter dem Aspekt der Erin-nerungspolitik intensiver zu bearbeiten.

Urban government in the Ottoman Empire (Middle-East and Maghreb): from Old Regime to reforms Nora Lafi

The object of this research programme was an examination of the features of urban govern ment in the Ottoman Empire, particularly in the Maghreb and the Middle East, in relation to both the civic sphere of notability and the professional sphere of guilds. A special focus was to be put on two major factors of change in the late Ottoman period: the set of reforms known as Tanzimat and the impact of migrations on urban societies. A more comprehensive knowledge of social structures, unsatisfactorily summarized by the term pre-modern, being crucial to the understanding of reforms and modernity, this point was made a starting point for the programme. As guilds and confessional communities were frequently the basis of urban government structures in merchant cities of the Ottoman Empire, they were a key point in the implementation of reforms, not unlike the social milieu whose interests they reflected. The aim of this study was to consider the work of Ottoman and local urban reformers, the inclusion of traditional local elites in the new municipal and Ottoman imperial governance, and the reform of the guild system and the

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work-trade market in relation to urban social control (from Old Regime-like guilds to modernised institutions with work and trade regulations). A further aim was to trace the evolution of Old Regime institutions, although formally dismantled, up to the period of modernization. From a translocal point of view, it was seen as important to study the tra-jectories of such ideas and reforms to ensure that Ottoman urban reform is not simply regarded as imported from Europe. Under the Ottoman Empire, local to local and local to central circulations were probably just as important as those from the centre to the local, particularly in the case of urban reforms. The reform context during the period of urban growth at the end of the Ottoman Empire was translocal. Reformers were faced with the problem of ruling a society whose components were changing as a result of migration. The study of urban government during the reform period is essential to exploring the governance of a society shaped by migration and it was one of the aims of this programme to assess this point. Migration challenged urban organisation at the precise moment of its reform, i. e., guilds for control of the labour market and confessional communities for wider social control. This project had been conceived as a succession of periods abroad for field research and of periods in Berlin for research in local libraries, organisation of collective academic events and writing. The actual implementation of the project has respected this logic. Among the archival resources, a special focus has been put on the central archives of the Ottoman Empire in Istanbul, where important archival series concerning the set of test cities chosen for the programme have been discovered. Research on the various test cities in the Maghreb and the Middle East has proven particularly efficient from this Central Archives. Through 2007 Nora Lafi (co-)organised and attended various workshops and confer-ences where she contributed lectures and papers (see section Publikationen).Together with Ulrike Freitag she organised the Ottoman Urban Studies Seminar at ZMO with a biweekly programme of lectures and discussions between October 2006 and July 2007 (for details see section Veranstaltungen und Gäste). This lecture series is part of the cooperation programme Cities Compared: Cosmopolitanism in the Mediterranean and Adjacent Regions (funded by Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Fritz Thyssen Stiftung and Wissenschaftskolleg Berlin).

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„Wo die Steine und der Boden Gold sind ...“ Anatolische Wanderarbeiter im spätosmanischen Istanbul Florian Riedler

Das Teilprojekt stellt Wanderarbeiter, die die Wirtschaft der osmanischen Städte auf viel-fältige Art prägten, in den Mittelpunkt des Interesses. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf der Hauptstadt Istanbul, die wegen ihrer Größe und herausgehobenen Stellung in besonderem Maße auf zusätzliche Arbeitskräfte angewiesen war. Diese Arbeiter, die aus allen Reichsteilen und unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gemeinschaften kamen und meist gering qualifizierte, körperliche Arbeit verrichteten, waren in unter-schiedlichen Maße in die Stadt integriert. Während einige sich ansiedelten, was die Be-hörden mit geringem Erfolg zu verhindern versuchten, blieben andere in ihren Heimat-regionen verwurzelt und hielten sich nur temporär in der Stadt auf. Den in der Reform periode angestoßenen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Umwälzungen waren diese Arbeitsmigranten in besonderem Maße ausgesetzt. Während in der ersten Projektphase die Sichtung des Archivmaterials und die Klä-rung allgemeiner historiographischer Fragen breiten Raum einnahmen, konzentrierte sich die zweite Phase auf eine besondere Gruppe unter den Wanderarbeitern. Hierbei handelte es sich um Armenier, die aus dem Osten Anatoliens auf der Suche nach Arbeit in die osmanische Hauptstadt kamen. In den 1890er Jahren gerieten sie im Konflikt zwischen osmanischem Staat und armenischen Nationalisten zwischen die Fronten und wurden im Zuge der städtischen Unruhen zu den Hauptopfern gewalttätiger Übergriffe. Material, das einen genauen Einblick in diese Ereignisse und die damit verbunden Prozesse gewährt, konnte bei Archivaufenthalten in Istanbul, Tübingen und London gesammelt werden. Im Rahmen des Projekts sind diese Ereignisse von Relevanz, weil hier noch einmal die Konfrontation zwischen staatlichen und städtischen Institutionen und einer marginalen Gruppe unter den Bedingungen von sich verschärfenden sozialen und politischen Kon-flikten untersucht werden konnte. In den Fokus rückten dabei auch bisher nicht in die Analyse einbezogene Institutionen wie das armenische Patriarchat oder die amerika-nische protestantische Mission, die auf zusätzliche innere Dynamiken in der spätosma-nischen Gesellschaft verweisen. Von diesem Standpunkt aus konnten auch allgemein Prozesse von Nationalisierung, Ethnisierung und Identitätsbildung der verschiedenen Gemeinschaften im Osmanischen Reich in den Blick genommen werden.

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Die Ergebnisse der Beschäftigung mit den armenischen Wanderarbeitern wurden auf dem vom Projekt organisierten Workshop im Mai sowie auf der Jahrestagung der MESA im November 2007 der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Islamische Mission im multikonfessionellen Kontext Ostafrikas

Prof. Dr. Achim von Oppen, cand. phil. Tabea Scharrer (affiliiert)

Im Jahre 2007 wurde dieses Projekt von Achim von Oppen fortgeführt, bis er im Oktober an die Universität Bayreuth wechselte (s. u.). Nach seinem Ausscheiden (und dem von Dr. Chanfi Ahmed, bereits im Vorjahr) wurde das Projektthema weiterhin von Tabea Scharrer bearbeitet. Sie wurde weiterhin extern finanziert (Studienwerk Villigst), setzte aber ihr Dissertationsvorhaben in Affiliation mit dem ZMO fort. Der folgende Bericht er-streckt sich nur auf das Teilprojekt von Achim von Oppen.

Bekehrungspraktiken: Übergänge zwischen islamischer und christlicher Mission in Ostafrika im 20. Jahrhundert Achim von Oppen

Die inhaltliche Arbeit am Teilprojekt bestand zunächst aus Archiv- und Bibliotheksar-beiten in Berlin (Berliner Missionswerk) und Trier (Zentrale der „Weißen Väter“ in Deutschland) sowie aus der Aufarbeitung bereits früher gesammelter Dokumente aus dem Bereich der Heilig-Geist-Väter und der Universitites’ Mission to Central Africa (UMCA). Hier wurden für den Zeitraum von ca. 1880 bis 1939 systematisch Missions-zeitschriften, Visitationsakten, Memoranden und persönliche Erinnerungen im Hinblick auf christlich-muslimische Interaktionen und Wahrnehmungen im Alltag erfasst und durchgesehen. Außerdem wurde ein Index weiterer, auch lokal produzierter Missionsschriften her-gestellt. Einen speziellen Aspekt der Untersuchungen bildeten die Wechselbeziehungen zwischen muslimischen und christlichen Formen von Mobilität, sowohl wirtschaftlicher als auch religiöser Art, am Ostrand des Indischen-Ozean-Netzwerks, über den Tanganyika-

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See hinaus. Hier sind bemerkenswerte Kontinuitäten über die Umbrüche des 20. Jahrhun-derts hinweg festzustellen. Dieses Thema ging auch in einen Förderungsantrag für ein Trainings- und Forschungsprogramm für Nachwuchswissenschaftler in Ostafrika ein, der im Rahmen eines europäisch-afrikanischen Verbundes an die EU (7. Forschungsprogramm) gestellt und im Herbst 2007 bewilligt wurde. Das ZMO war an diesem Antrag durch Achim von Oppen als Koordinator für das Thema Mobilities and Identities beteiligt. Weitere Erfolge konnten bei der Publikation von Projektergebnissen erzielt werden. Die Zeitschrift Africa Today (Indiana University Press) akzeptierte den Vorschlag eines Themenheftes zu „Performing Islamic revival in Africa“ (Arbeitstitel), in das neben einem Beitrag von Chanfi Ahmed mehrere Aufsätze zur vom Projekt organisierten Konferenz Conversion, Modernity and the Individual (2005) eingehen. Weitere Konferenzbeiträge so-wie Artikel von Achim von Oppen und Tabea Scharrer sind dagegen für ein Themenheft „Biographies of African conversion“ in Arbeit, das im Journal of Religion in Africa erschei-nen wird. Eine erste Fassung des Beitrags des Projektbearbeiters erschien 2007 in einem Tagungsband der Evangelischen Kirche von Hessen-Nassau über „Christianity and Islam in Ghana, Tanzania and Germany“. Der Bearbeiter hat zum Oktober 2007 einen Ruf an die Universität Bayreuth auf die Professur für Geschichte mit dem Schwerpunkt Geschichte Afrikas angenommen. Daher musste sein Teilprojekt zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen werden. Einen Bericht über die Ergebnisse hat er im Rahmen eines Vortrags in der Projektversammlung des ZMO am 4. Oktober 2007 geliefert. Im Rahmen seiner neuen Tätigkeit werden aber weitere Arbeiten aus diesem Teilprojekt und dem dafür gesammelten Material hervorgehen. Neben diesem Teilprojekt beschäftigte sich der Bearbeiter, im Nachgang zu einer Kon-ferenz in Timbuktu 2004, mit unerforschten Aspekten und Ergebnissen der Interaktionen Heinrich Barths und anderer europäischer Westafrika-Reisender mit afrikanischen Ge-lehrten im Kontext des 19. Jahrhunderts. Dem diente ein Archivbesuch zusammen mit Prof. Sani M. Umar (Evanston/Wissenschaftskolleg Berlin) im Staatsarchiv Hamburg, bei dem es vor allem um die Auseinandersetzungen um ein muslimisches Ausländerrecht ging, die der Besuch des Christen Barth hervorrief. Diese und weitere Aspekte dieser Reisen wurden auch in einem Vortrag an der Universität Essen und in einer Lehrveran-staltung an der HU Berlin thematisiert. Schließlich war der Bearbeiter im Rahmen seiner Stellung als Vizedirektor des ZMO auch mit der Weiterentwicklung des Forschungsprogramms des ZMO als Ganzem be-

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schäftigt. Dies betraf zum einen die Aufbereitung von Ergebnissen des aktuellen Themas, etwa durch die Überarbeitung eines programmatischen Artikels zusammen mit Prof. Dr. Ulrike Freitag, durch die Ausarbeitung eines Sammelbandprojekts mit Ergebnissen der großen Tagung Translocality: An Approach to Globalising Phenomena? des ZMO vom Sep-tember 2006 (der inzwischen von Brill Publishers zur Veröffentlichung angenommen worden ist) und durch Vorträge in Bayreuth und bei der Frühjahrstagung der Sektion Entwicklungssoziologie und Sozialanthropologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, die der Bearbeiter an das ZMO geholt und mitorganisiert hatte. Der letztere Beitrag (ebenso wie die ganze Tagung) bezog sich vor allem auf methodische Fragen der „Interdisziplina-rität“ in den Sozialwissenschaften, die einen wichtigen Aspekt der Arbeit am Forschungs-programm des ZMO gebildet hatten. Zum anderen nahm der Bearbeiter an der Ausarbei-tung des neuen Forschungsprogramms des ZMO für den Zeitraum ab 2008 und an dessen Abstimmung mit dem BMBF bzw. dessen Projektträger teil. Auch diese Arbeit erwies sich als erfolgreich, da im Sommer des Jahres die Förderung des Programms durch das BMBF beschlossen wurde. Im Rahmen dieser Vorbereitungen fiel dem Bearbeiter auch die Rolle zu, die Bedeu-tung der Forschungsthemen des ZMO für den Wissenschaftsstandort Berlin-Brandenburg historisch zu untermauern. So unternahm er u. a. im Rahmen des Salons Sophie-Char-lotte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften mit ca. 300 Zuhörern einen virtuellen Rundgang durch die Geschichte des Orients in Berlin.

Urbane Jugendkultur als Prozess translokaler Aneignung

Dr. Marloes Janson

Islam as subculture: The Gambian Tabligh Jama‘at as a Translocal Network for Youths in West Africa Despite its magnitude, relatively little academic attention has been paid to the Tabligh Jama‘at – a transnational Islamic missionary movement that originated in India – particu-larly with regard to sub-Saharan Africa. Marloes Janson’s subproject focused on the Jama‘at in The Gambia, which has become a flourishing centre of Tablighi activities in West Africa.

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The aim of the subproject was to explore how Gambian Tablighis have appropriated South Asian Tablighi ideology, which was disseminated by mainly itinerant Pakistani preachers about a decade ago, in their daily lives, and adapted it to the local, mostly urban, context, in which they operate. The subproject endeavoured to demonstrate the challenge Gambian Tablighis face of localizing a global Islamic movement while at the same time globalizing local Islam. It is striking that especially youth feel attracted to the Tabligh Jama‘at’s reformist ide-ology in The Gambia. As such, the subproject studied the Gambian Jama‘at as a youth movement. Questions that were addressed were: who the youth are who convert to the Tablighi ideology, how and why they are involved in the Tabligh Jama‘at, why under sim-ilar circumstances some youth resort to religion and others not, and the extent to which the current socio-economic crisis, political instability, increasing urbanization and migra-tion have contributed to the Gambian Jama‘at’s development into a youth movement. A serious lacuna in the relatively scarce literature on the Tabligh Jama‘at is that al-most no mention has been made of the involvement of women in the movement. The subproject therefore paid attention to the beliefs and practices of Tablighi women. While much current popular and academic writing still supposes that “fundamentalism” puts an end to women’s agency, the subproject attempted to depict women not as objects in Tablighi discourse, with its strong emphasis on female conduct and appearance, but rather as agents in the Islamization process in The Gambia. By mapping the negotiations between the locally established Islam propagated by the more “mainstream” Muslims (that is, often the older generation) and Gambian Tablighis’ ideas derived from a South Asian setting, the subproject attempted to contribute to the project on youth culture as process of translocal appropriation (started in collaboration with Dr. Elisabeth Boesen, who left the ZMO in December 2006). Studying the Gambian Jama‘at from a translocal perspective was intended to provide an alternative to essential-ist conceptions of Islam such as the notion of a syncretic, accommodating “African Islam” or a “fundamentalist Islam” as a militant male-dominated force. Between May and July 2007, Marloes Janson conducted ethnographic field research in The Gambia in the urban area around the capital Banjul. The focus was on recording Tablighi “conversion” stories, interviewing ex-Tablighis, interviewing youth involved in other reformist movements in The Gambia, participating in learning sessions for Tablighi women, participating in a missionary tour in which Tablighi women took part and ana-

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lysing audio-taped sermons by Tablighi preachers. Furthermore, Janson conducted research into a mosque and graveyard dispute in a village in eastern Gambia, which dem-onstrated Sufi and reformist Muslims’ different understandings of Islam and religious practice. The research resulted in publications on local Islamic expressions and religious re-form in The Gambia. Several articles on Islam’s new public presence in The Gambia, and youth’s remarkable visibility in it, are forthcoming in scholarly journals and edited vol-umes. Furthermore, Marloes Janson started writing a monograph “Young, Modern and Muslim: The Tabligh Jama‘at in The Gambia” (working title). So far, several international academic publishers have shown interest in the book proposal. In addition to scholarly publications, Marloes Janson presented her research findings at an international conference, seminars and a summer school. She organized and chaired, together with PD Dr. Dorothea Schulz (Indiana University, Bloomington), the panel Con-tradiction and Controversy: Reconfigurations of Gender and Intergenerational Relations in Mus-lim Africa at the African Studies Association Annual Meeting in New York (18 – 21 Octo-ber), during which she presented a paper herself too. She also presented a paper during the Projektversammlung (PV) at the ZMO (29 November). Furthermore, Janson acted as a discussant of the panel New Modes of Sociality in Muslim Africa, organized by PD Dr. Roman Loimeier (ZMO) and Dr. Benjamin Soares (African Studies Centre, Leiden) at the AEGIS (Africa-Europe Group for Interdisciplinary Studies) conference in Leiden, the Netherlands (11 – 14 July). Janson also participated as a lecturer in the summer school Perspectives of Feminisms and Politics of Identity in Africa: Finding Common Ground at the Usmanu dan Fodiyo University Sokoto, Nigeria, where she taught together with Dr. Oyeronke Olademo (Uni-versity of Ilorin, Nigeria) the module Religion, Identity and Gender. The summer school was funded by the Volkswagen Stiftung (27 August – 7 September). A report of this summer school was presented during the ZMO-Klausurtagung in Seehausen (9 – 11 September). Together with PD Dr. Roman Loimeier, Marloes Janson convened an Arbeitsgespräch with Dr. Benjamin Soares (African Studies Centre, Leiden) at the ZMO (26 March).

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Weltkriege und Weltsichten. Arabische und indische Kriegserfahrungen im Spannungsfeld von Eigensinn und Propaganda

Prof. Dr. Ravi Ahuja, Dr. Katharina Lange, Dr. Heike Liebau

Nachdem die Mitarbeiter der Projektgruppe 2006 zu unterschiedlichen Zeiten mit ihren Forschungen begonnen hatten, konnten sie auch das Jahr 2007 nur bedingt gemeinsam an der Umsetzung der Fragestellungen des Gesamtprojekts arbeiten. Katharina Lange übernahm ab August 2007 eine Professurvertretung an der Jacobs-University in Bremen und Ravi Ahuja wurde zum 1. September 2007 zum Professor für Modern South Asian History an der School for Oriental and African Studies der University of London berufen. Aus pragmatischen Gründen konzentrierte sich die inhaltliche Arbeit der Projektgruppe deshalb im Wesentlichen auf die Vorbereitung und Durchführung der internationalen Konferenz The World in World Wars: Experiences, Perceptions and Perspectives from the South, die gemeinsam mit den Bearbeitern der Teilprojekte Reisen durch den Krieg (K. Bromber) und Armeereform und Elitenbewegung (D. Hamzah) organisiert wurde und vom 7. bis 9. Juni 2007 im ZMO stattfand. Ausgehend von historiographischen Überlegungen bestand das Anliegen der Tagung darin, einen Beitrag zu einer differenzierteren Erforschung der Welt-kriege zu leisten, indem der Blick auf Kriegswahrnehmungen und Erfahrungen auf dem indischen Subkontinent, im Nahen Osten und in Afrika gerichtet wurde. Schwerpunkte in den Diskussionen waren kollektive und individuelle Erfahrungen und Erinnerungen, Propaganda, öffentliche Debatten, Krieg und Arbeit, veränderte Selbst-wahrnehmungen, Weltsichten sowie Einfluss der Kriege auf Staaten, Gemeinschaften und Gesellschaften. Abschließend wurden die Tagungsteilnehmer zur Besichtigung von Wünsdorf, einem Zentrum deutscher Militärgeschichte seit der Kaiserzeit sowie des Sol-datenfriedhofs in Zossen, auf dem während des Ersten Weltkriegs auch Kriegsgefangene afrikanischer und indischer Herkunft beerdigt wurden, eingeladen. Ein weiterer Programmpunkt der Konferenz war die multimediale Performance „The Halfmoon Files“ von Britta Lange und Philip Scheffner, die sich mit dem Schicksal inter-nierter russischer, indischer und nordafrikanischer Soldaten des Ersten Weltkriegs, insbe-sondere mit ihrer Ausnutzung für Propaganda und „Erforschung“ durch deutsche und österreichische Wissenschaftler beschäftigte (s. Dienstleistungen für Wissenschaft und Öffentlichkeit). Hieraus resultierten weitere gemeinsame Aktivitäten mit Lange und

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Scheffner, die nun auch an einem geplanten Sammelband zu indischen Kriegsgefangenen in Deutschland beteiligt sind (siehe TP Ahuja). Die Gruppe arbeitet weiterhin zusammen an der Edition der Tagungsbeiträge. Der Band wird bei Brill (Leiden u. a.) erscheinen.

Gefangenschaft und Deutungskämpfe: Südasiatische Kriegsgefangene in Deutschland und das Ringen um den Sinn des Ersten Weltkriegs Ravi Ahuja

Das Ziel des Teilprojekts bestand darin, das ideologische Spannungsfeld auszumessen und zu rekonstruieren, in dem die Weltkriegserfahrungen dieser Gruppe von mehreren Tausend Südasiaten gedeutet wurde. Bei der Auswertung des Materials sollten folgende Leitfragenkomplexe zugrunde gelegt werden:– Welche Kategorien und Denkfiguren, welche religiösen, ethnischen, nationalen oder

sozialen Interpretationsmuster standen zur Konzeptualisierung der Weltkriegserfah-rungen zur Verfügung? Welche ideologischen Muster (einschließlich derer, die den Herkunftsgesellschaften entstammten) setzten sich im Spannungsfeld des Inter-nierungs lagers bei der Deutung der Kriegserfahrungen durch?

– Wie artikulierten sich die Widersprüche des historischen Kontexts im Kommunikati-onsszenario der Internierungslager?

– In welchem Maße lassen sich Rückflüsse der in Internierungslagern produzierten Welt-kriegsdeutungen nach Indien feststellen und wie erklärt sich dieses?

Im Jahre 2006 war das Projekt mit Bibliotheks- und Archivrecherchen in Deutschland und einer Auswertung der zu Propagandazwecken von deutschen Stellen (in Kooperation mit revolutionären indischen Nationalisten) hergestellten Lagerzeitung Hindostan begon-nen worden. Im Jahr 2007 standen weitere acht Monate für das Projekt zur Verfügung, bevor der Projektbearbeiter die Professur für Modern South Asian History an der Londo-ner School of Oriental and African Studies antrat. In diesen Monaten wurden im Rahmen des Projektprogramms folgende Aufgaben bewältigt: – Archiv- und Bibliotheksstudien in Großbritannien und Indien sowie deren Auswertung.

Hierbei wurden besonders die relevanten kolonialen Aktenbestände ausgewertet.– Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung des internationalen Workshops

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The World in World Wars. Experiences, Perceptions and Perspectives from the South im Juni 2007.

– Die Erarbeitung eines Vortrags „‚Salaam German Bahadur‘. Spuren indischer Kriegs-gefangenschaft in Deutschland, 1915–1919“. Dieser diente im Juli 2007 als Antrittsvor-lesung an der Universität Hannover im Rahmen des gleichzeitig stattgefundenen Habili-tationsverfahrens. Die Tatsache, dass die Projektbearbeitung nach zwei Dritteln der Laufzeit zum Sep-tember 2008 unterbrochen und die Fertigstellung auf eine weitere Bearbeiterin übertra-gen werden musste, hat besonders die Publikationserstellung verzögert, allerdings kei-neswegs gefährdet. So wird der oben erwähnte Vortrag zu einem interpretativen Aufsatz ausgebaut und im Rahmen eines auf dem vom Gesamtprojekt durchgeführten internatio-nalen Workshop beruhenden Sammelbandes „The World in World Wars“ in einer angese-henen globalgeschichtlichen Publikationsreihe bei Brill erscheinen. Des Weiteren arbeiten Ravi Ahuja und die zukünftige Projektbearbeiterin Heike Liebau an einem gemeinschaftlichen Kapitel zu den Hindi- und Urdu-Ausgaben der Lager zeitung Hindostan. Dieses wird in einem gemeinsam herausgegebenen Sammelband zu indischer Kriegsgefangenschaft erscheinen, der gegenwärtig in Zusammenarbeit mit ver schiedenen Autor/innen und dem indischen Verlag Social Science Press vorbereitet wird. Dieser ur-sprünglich nicht vorgesehene Sammelband trägt der Tatsache Rechnung, dass inzwischen eine Reihe unterschiedlicher wissenschaftlicher Annäherungen an das Phänomen indi-scher Kriegsgefangenschaft in Deutschland vorliegen. Neben dem Beitrag zu Hindostan wird er Kapitel zu anthropologischen und linguisti-schen Forschungen unter Kriegsgefangenen und zu ihrer bildlichen Darstellung beinhal-ten. Unmittelbar aus dem Teilprojekt hervorgegangen ist ein weiterer Beitrag, der sich mit der Zwangsarbeit indischer Kriegsgefangener in Deutschland und Ostafrika beschäf-tigt. Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine überarbeitete Version einer MA-Disserta-tion, die gegenwärtig von Franziska Roy an der Londoner School of Oriental and African Studies erstellt und vom Bearbeiter betreut wird. Der genannte Sammelband wird außerdem eine CD-Rom enthalten, auf der die voll-ständigen Hindi- und Urdu-Ausgaben der Lagerzeitung Hindostan sowie Tonaufnahmen von südasiatischen Kriegs gefangenen aus dem Berliner Lautarchiv reproduziert werden.

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Kriegsbilder. Weltkriegserfahrungen der arabischen ZivilbevölkerungKatharina Lange

In der Auswertung schriftlicher und mündlicher Quellen wird nach den Erlebnissen und Wahrnehmungen, den Handlungsspielräumen und -strategien und den daraus entstehen-den Erfahrungen arabischer Zivilisten in Syrien und Jordanien während des Zweiten Weltkriegs gefragt. Die Herausbildung von Wahrnehmungen und Interaktionen mit eu-ropäischen Kriegsteilnehmern, aber auch europäischer Normen und Deutungen des Weltkriegsgeschehens und seiner Folgen, ist ein weiterer Schwerpunkt. Hervorzuheben ist, dass die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Weltkriege im arabischen Osten eine deutliche Heterogenität aufweisen. Die jeweiligen Auswirkungen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs auf den Alltag gingen stark auseinander, aber auch Städter und Landbewohner machten unterschiedliche Erfahrungen, die (auch) auf ihre verschiedenartigen wirtschaftlichen Rollen zurückzuführen sind. Zudem scheinen die Erinnerungen an die Zeit des Zweiten Weltkriegs vielfach von seitdem gemachten Erfah-rungen sowie von Wahrnehmungen und Repräsentationen der Gegenwart geprägt bzw. werden teilweise im Rahmen persönlicher, politischer oder ideologischer „Meta-Narra-tive“ dargestellt. Überlegungen zu methodischen Themen rückten zunehmend in den Mittelpunkt. Die Frage, wie der Begriff der „Erfahrung“, der im Tübinger Sonderforschungsbereich Kriegserfahrungen entwickelt wurde, für die Interpretation und das Verständnis außer-europäischer Kriegserfahrungen genutzt und angewendet werden kann, ist für alle Teil-projekte dieser Gruppe relevant; so ist sie auch für die Arbeit des vorliegenden Teilpro-jekts von zentraler Bedeutung. Es sind speziell die Besonderheiten der Quellenlage zu berücksichtigen, da je nach (zeitlichem, geographischem und politischem) Kontext für die Erforschung der „Kriegserfahrungen“ von Zivilisten aus dem arabischen Osten teil-weise nur wenige Selbstzeugnisse zur Verfügung stehen. In der Konsequenz ist es nötig, Quellen unterschiedlicher Gattungen und Qualitäten in der Auswertung zu kombinie-ren. Dies bringt wiederum methodische Grundsatzfragen mit sich und wirkt sich auch auf die Forschungsergebnisse aus. Sind (um ein Beispiel aus dem Kontext des Vorgänger-projekts zu nennen) die Memoiren eines jordanischen Generalstäblers über seine Zeit in der britisch kommandierten Arab Legion vorwiegend ein politisch intendiertes Doku-ment, das nur in seinem Entstehungskontext (den jordanischen Diskussionen und poli-

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tischen Kräfteverhältnissen der 1990er Jahre) zu verstehen, oder können wir dieses Doku-ment tatsächlich als Quelle für „Kriegserfahrungen“ des Zweiten Weltkriegs lesen? Ähnliche Fragen stellen sich – bezogen auf den derzeitigen Projektzusammenhang– auch, wenn man die Erzählung arabischer wie kurdischer Bauern aus Nordsyrien über die Welt-kriegszeit hört: in welchem Maße sprechen diese Erzählungen über rezentere Kriegs- und Gewalterfahrungen, die im heutigen politischen Kontext nur verschlüsselt ausgedrückt werden können; inwiefern taugen diese Erzählungen als Quelle zur Erschließung von „Weltkriegserfahrungen“? Die Auseinandersetzung mit den oben skizzierten Fragen – die im Verlauf der Projekt-arbeit nur abwägend, sicher aber nicht abschließend diskutiert werden können – zieht sich als roter Faden durch die Arbeit, sowohl im Vorgänger- als auch im jetzigen Projekt. Da sie grundlegende Fragen (außereuropäischer) Geschichte, aber auch historisch inter-essierter Ethnologie berührt, ist der interdisziplinäre Austausch zu dieser Thematik zu einem zentralen Anliegen der Bearbeiterin geworden. 2007 nahm sie an drei Workshops (von denen zwei von ihr mitorganisiert wurden) teil, die thematisch an der Schnittstelle von Geschichtswissenschaft und Ethnologie des Nahen Ostens bzw. der Weltkriegsfor-schung angesiedelt waren, Im Mai 2007 nahm Katharina Lange zunächst an dem Work-shop Understanding the Middle East: Anthropological and Historical Perspectives teil, der am Swedish Research Institute in Istanbul stattfand, im September leitete sie zusammen mit Dr. Zerrin Biner den Workshop Re-thinking Memory, History and Accountabilitiy in the An-thropology of the Middle East im Rahmen der zweijährlichen Tagung der Deutschen Gesell-schaft für Völkerkunde in Halle/Saale. Die dritte Tagung wurde am ZMO selbst zum Thema The World in World Wars. Experiences, Perceptions and Perspectives from the South durch geführt (s. o.). Im Wintersemester 2007 übernahm die Bearbeiterin eine Professurvertretung (Visit-ing Professor for Anthropology and History) an der Jacobs University Bremen und war daher ab Mitte August 2007 von der Durchführung des Teilprojekts beurlaubt. Weiterhin stellte Katharina Lange Forschungsergebnisse zu arabischer Jugendkultur im ländlichen Nordsyrien vor, die auf früheren von ihr durchgeführten Feldforschungen beruhen. Hierzu hielt die Bearbeiterin Vorträge im Rahmen der Festveranstaltung anläss-lich der Auszeichnung des ZMO als „Ort der Ideen“ im April 2007 sowie zum Tag der of-fenen Tür des ZMO im Juli 2007. Ein Teil der betreffenden Erkenntnisse wurde zudem unter dem Titel „Economic change and income-generating practices of rural youth in

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Northern Syria” in dem von Sonja Hegasy und Elke Kaschl herausgegebenen ZMO-Studien-band „Changing values among youth. Examples from the Arab world and Germany“ (Berlin 2007) publiziert. Ziel der anschließenden Projektphase (Januar bis Mai 2008) ist es, die begonnenen Archiv recherchen und Interviews auszuwerten sowie die Ergebnisse schriftlich zusam-menzufassen und zur Publikation vorzubereiten. Insbesondere ist hier die Edition des Sammelbands zur Tagung The World in World Wars zu nennen, die gemeinsam mit den anderen Organisatoren der Tagung (Ahuja, Bromber, Hamzah, Liebau) vorbereitet wird und zu dem die Bearbeiterin einen eigenen Aufsatz mit dem Arbeitstitel „Peripheral expe-riences: everyday life in Kurd Dagh (Northern Syria) during the allied occupation in the Second World War“ beitragen wird. In Vorbereitung ist zudem ein Aufsatz mit dem Ar-beitstitel „Marginal actors – mediators of change? Experiences of world war combatants from the Arab East“, der in einem von Ulrike Freitag und Achim von Oppen herausgege-benen Sammelband mit dem voraussichtlichen Titel „Translocality: Challenging the local-global dichotomy“ der bei Brill erscheint.

Der Erste Weltkrieg in indischen Öffentlichkeiten: Von der Kriegs wahr nehmung zur Rekonfiguration von Identitäten, Weltbildern und Welt ordnungen Heike Liebau

Im Jahr 2007 setzte Heike Liebau die im Juni 2006 begonnene Arbeit am Teilprojekt fort. Es befasst sich im Rahmen des übergeordneten Projektes mit indischen Wahrnehmungen und Erfahrungen des Ersten Weltkrieges und ihren Repräsentationen und Interpretati-onen in verschiedenen Öffentlichkeiten. Im Zentrum des Interesses stehen Auswirkungen der Kriegsereignisse auf indische Sichtweisen der Weltordnung, des Britischen Empire und der „westlichen Zivilisation“ sowie dadurch ausgelöste Prozesse religiöser, kulturel-ler und politischer Selbstverortung innerhalb der indischen Bevölkerung. Entsprechend dieser Fragestellung näherte sich die Bearbeiterin der Problematik gleichzeitig aus mehreren Perspektiven und stellte dabei nicht nur unterschiedliche Re-präsentanten der indischen Bevölkerung, sondern auch unterschiedliche Wahrneh-mungs- und Erfahrungspraktiken in das Zentrum der Betrachtung.

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Ihre Aufmerksamkeit richtete sich zum einen auf die Frage, wie der Erste Weltkrieg von Bevölkerungsgruppen wahrgenommen wurde, die weder direkt mit Kriegsereignis-sen konfrontiert waren, noch Zugang zu regelmäßigen Informationen zum Kriegsgesche-hen hatten. Es zeigte sich, dass Gerüchte eine enorme Auswirkung auf die Kriegswahr-nehmung und das daraus resultierende Handeln haben konnten. Sie waren es, die neben lokalen Zeitungen und gezielten Propagandaaktionen die Wahrnehmung aktueller poli-tischer Ereignisse beeinflussten. Während die Zeitungen von einer kleinen Gruppe der Gesellschaft gelesen und diskutiert wurden, verbreiteten sich Gerüchte schnell und er-reichten auch die Bevölkerung in entlegenen Regionen. Das Beispiel der religiös-poli-tischen Aufstände der Oraons in Chota Nagpur 1915 und 1916 zeigt, dass Gerüchte eine enorme Rolle bei der Ausprägung und Verbreitung von Nachrichten und Vorstellungen zum Krieg spielten. Die Gerüchte, in denen Nachrichten gefiltert, übertrieben bzw. neu produziert wurden, verbreiteten Ängste, aber auch Hoffnungen und Erwartungen. Ge-rüchte über die Person des deutschen Kaisers trugen dazu bei, dass diese historische Ge-stalt von den Oraons mythologisiert und mit der Hoffnung auf eine unabhängige Zukunft verknüpft wurde und so zu einer Symbolfigur in den Aufständen der Kriegsjahre wurde. In einem zweiten Schwerpunkt konzentrierte sich die Bearbeiterin auf die Kriegswahr-nehmung und daraus resultierende Aktivitäten indischer Intellektueller, die während des Ersten Weltkrieges in Europa waren und dort nach Wegen und Möglichkeiten der Einflussnahme suchten. Mit der Gründung des Berlin India Independence Committee im September 1914 wurde Berlin zu einem bedeutenden Zentrum für indische antibritische Aktivitäten in Europa und darüber hinaus. Allerdings repräsentierten indische Nationa-listen und Intellektuelle ein breites Spektrum an politischen und religiösen Haltungen, die auch zu unterschiedlichen Motiven und Positionen während des Krieges führten. Für die muslimischen Brüder Abdul Sattar Kheiri und Abdul Jabbar Kheiri, die innerhalb des Spektrums indischer Intellektueller in Berlin eher eine Außenseiterposition einnahmen, erwies sich die Kriegssituation als Chance eine Reihe politischer Anschauungen und Be-wegungen zu studieren und auf Vortrags- und Diskussionsreisen durch Europa ein eige-nes Netzwerk aus Vertretern unterschiedlicher Strömungen aufzubauen. Vor dem Hinter-grund der Kriegsereignisse beeinflussten so die gewonnenen Erkenntnisse das Handeln der Kheiri-Brüder als politisch aktive Muslime, die mit der Gründung von politischen Orga nisationen, mit Publikations- und Verlegertätigkeit antibritische Propaganda mit panislamischen Ideen verbanden und propagierten.

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Die beiden genannten unterschiedlichen Forschungsansätze erforderten die Auswer-tung unterschiedlicher Quellen. Während für das Verfolgen von Gerüchten vor allem Presseerzeugnisse und Polizeiberichte, im konkreten Fall auch die Missionsberichte der Gossner Mission, Berlin herangezogen wurden, wurden für die Forschungen zu den in-dischen Intellektuellen in Berlin die Akten des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes, Berlin, des Seminars für Orientalische Sprachen im Geheimen Staatsarchiv Preu-ßischer Kulturbesitz, Berlin sowie der im Zentrum Moderner Orient beherbergte Nach-lass des Indienhistorikers Horst Krüger ausgewertet. Zu beiden Komplexen wurden im Berichtszeitraum erste Ergebnisse vorgelegt. Die Forschungen zum ersten Komplex flossen ein in den Beitrag „Kaiser kı jay“(Long live the Kaiser) – perceptions of the World War I and the socio-religious movement among the Oraons“ für die oben erwähnte Tagung The World in World Wars. Dieser Beitrag wird als Aufsatz im Sammelband der Tagung erscheinen, den die Bearbeiterin mitherausgibt. Im Rahmen der Projektpräsentation im ZMO am 10. Mai 2007 konzentrierte sich Heike Liebau auf den Aspekt der Kriegswahrnehmung unter indischen Intellektuellen in Ber-lin. Zu den Kheiri-Brüdern publizierte sie einen kurzen Beitrag im Orient Bulletin. Dieser Beitrag wird zu einem größeren Vortrag ausgebaut, der im Rahmen der Vorlesungsreihe Insider und Outsider in Geschichte und Gegenwart Südasiens in Berlin gehalten wird. Neben den Forschungen zum Projekt Der Erste Weltkrieg in indischen Öffentlichkeiten er-stellte die Bearbeiterin ein druckfertiges Manuskript ihrer Studie „Die indischen Mitar-beiter der Tranquebarmission (1706 – 1845): Katecheten, Schulmeister, Übersetzer“, das 2008 im Verlag der Franckeschen Stiftungen beim Max Niemeyer Verlag Tübingen (Halle-sche Forschungen, Bd. 26) erscheint.

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Šarı ‘a, Universalität und Pluralismus: Translokale Dimensionen von Rechtskultur und Normativität

PD Dr. Birgit Krawietz, Dr. Lutz Rogler

Ibn Qayyim al-Jawziyya (st. 1350) bei dogmatischen Eklektikern im 20. Jahrhundert Birgit Krawietz

Im Jahre 2007 beschäftigte sich Birgit Krawietz weiterhin mit ihrem Forschungsprojekt. In diesem Zusammenhang organisierte sie zusammen mit Lutz Rogler den Workshop Neo-Hanbalism Reconsidered: The Impact of Ibn Taymiyya and Ibn Qayyim al-Jawziyya, der im Oktober unter internationaler Beteiligung im ZMO stattfand. Dazu wird voraussichtlich 2009 ein Konferenzband in englischer Sprache erscheinen. Im Auftrag des ZMO leistete Birgit Krawietz der Konrad-Adenauer-Stiftung Amtshilfe bei der Konzeption einer am 6. September 2007 veranstalteten Berliner Konferenz Islam und Rechtsstaat: Zwischen Scharia und Säkularisierung. Der Fokus wurde gezielt auf Südost-asien gelegt (mit Keynote Speakern aus Indonesien und Malaysia), weil beim Stichwort der verfassungsmäßigen Trennung von Religion und Staat in der islamischen Welt oft nur die Türkei in den Blick gerät, nicht aber Indonesien als größter islamischer Staat der Welt. Aufgrund der kurzfristigen Absage eines prominenten Referenten aus Libanon, übernah-men Dr. Krawietz und Prof. Dr. Werner Ende (Berlin) der Not gehorchend dessen Part in mündlicher und schriftlicher Form. Birgit Krawietz war nicht nur maßgeblich an der Or-ganisation und Durchführung der Tagung beteiligt, sondern verfasste in diesem Rahmen auch eine Einleitung und einen Artikel. Das letzte Viertel des Jahres 2007 beschäftigte sie sich vordringlich damit, die eingehenden Tagungsbeiträge für eine Gesamtpublikation in englischer und deutscher Sprache zu bearbeiten, die Anfang 2008 veröffentlicht wurde. Folgende Publikationen sind von ihr im Laufe des Jahres erschienen:– Der Körper zwischen Gott und Mensch im Islam, in: Die Unversehrtheit des Körpers:

Theorie und Geschichte eines elementaren Menschenrechts, hrsg. Sibylle van der Walt and Christoph Menke, Frankfurt und New York: Campus, 2007, 117 – 135 sowie

– drei Rezensionen: (1) Law and Education in Medieval Islam: Studies in Memory of George Makdisi, hrsg.

von Joseph Lowry [u. a.], 2004, in: Islamic Law and Society 14:1 (2007), 138 – 142.

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(2) [Sammelrezension] Al-Bazdawı, Kitab fihi ma‘rifat al-h. u ga g al-šhar‘iyya: Livre où repose la connaissance des preuves légales, hrsg. von Marie Bernand und Eric Chaumont, Kairo 2003; Ibn H. a gar al-Asqalanı: Vies des cadies de Misr 237/851?366/976: Extrait du Raf‘al-‘is.r ‘an qud. at Mis.r d‘Ibn H. agar al Asqalani, hrsg. von Mathieu Tillier, Kairo 2002, in: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 157 (2007), 467 – 469.

(3) Jörn Thielmann: Nas¯r H. amid Abu Zaid und die wiedererfundene h. isba, Würzburg

2003, in: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 157 (2007), 471 – 474.Mit einem Blockseminar zu „Gender und Islam“ kam Birgit Krawietz Anfang 2007 ihrer Lehrverpflichtung für das Wintersemester 2006/7 an ihrer Heimatuniversität Tübingen nach.

Normativität, Ethik, Sozialphilosophie: das Paradigma der maqas.id aš-šarı ‘a als Grundlegung einer ‚universalen‘ Rechtsmoral Lutz Rogler

Bedeutungswandel: muslimische Reformdiskurse und Alltagspraxis im postkolonialen Mombasa

Dr. Kai Kresse

Das zweite Jahr der Arbeit am Forschungsprojekt diente vordringlich der Bearbeitung und Auswertung des gesammelten Materials, dessen Ergebnisse in einer Reihe von Präsen-tationen und Vorträgen vorgestellt wurden. Zentrales Publikationsvorhaben ist eine Mono graphie, für die der Bearbeiter bereits einen Book Proposal fertig gestellt hat und von dem Entwürfe einzelner Kapitel bzw. konzeptionelle Kernfragen des Buchprojektes in unterschiedlichen Foren kritisch diskutiert wurden. So stellte der Bearbeiter Entwürfe seines Artikels „Muslim politics in postcolonial Kenya: negotiating knowledge at the double-periphery“ in Berlin, Leiden und Wien vor. Dieser wird Anfang 2009 in einer Sonder nummer des Journal of the Royal Anthropological Institute erscheinen In diesem Artikel geht es vor allem darum, zwei grundsätzliche Gegebenheiten im sozialen Alltag der Muslime an der kenianischen Küste herauszuarbeiten, einerseits eine „doppelte Peripherie“ (double periphery) und andererseits eine knowledge economy, die im

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diskursiven sozialen Umgang miteinander zum Ausdruck kommt. Die „doppelte Peripherie“ bezieht sich auf die untergeordnete Stellung, die den Muslimen an der kenianischen Küste oft zugeordnet wird, zum einen als sogenannte „Staatsbürger zweiter Klasse“ im von Christen dominierten postkolonialen Kenia, zum anderen als „Muslime zweiter Klasse“ in der muslimischen Welt, die oft noch von einem Zentrismus auf den Mittleren Osten geprägt ist. Das Prinzip einer knowledge economy hat Kai Kresse im Anschluss an seine früheren Forschungen zu Sozialität und intellektueller Praxis an der Swahili-Küste erarbeitet. Hierbei geht es um den reziproken und implizit moralischen Bezug musli-mischer Gesprächspartner auf- und untereinander, wobei die Orientierung nach „Wissen“ für das eigene und gemeinsame soziale Handeln sehr häufig im Zentrum diskursiver, intel lektueller und moralischer Bemühungen steht. Beide Begriffe bilden für das Buch-projekt Grundachsen bzw. Leitlinien der ethnographischen Auseinandersetzung. Inso-fern haben die Vorarbeiten am Artikel einen bereits wertvollen Beitrag zur konzeptionellen Ausarbeitung der Publikation geleistet. Weiterhin stellte der Bearbeiter im ethnologischen Institutskolloquium in Münster im Februar 2007 ethnographische Beschreibungen und Diskussionen zu islamischen Pamphleten auf Swahili vor, die Kernstücke eines weiteren Kapitels des Buches darstellen und im Oktober 2007 folgte beim Workshop Islam und neuen Medien in Afrika eine Präsen-tation von Auszügen aus einem weiteren Kapitel, das sich mit unterschiedlich gelagerten lokalen islamischen Diskursen in Zeitschriften und Radios beschäftigt. Die Primärforschung wurde auf einer einmonatigen Feldforschung in Kenia im April 2007 fortgeführt und durch Archivarbeiten an der Universitätsbibliothek Leiden (Juni 2007) ergänzt, wo eine wichtige Spezialsammlung von islamischen Pamphleten auf Swa-hili eingesehen und zu großen Teilen photokopiert werden konnte. Es erwies sich von Vorteil, dass Dr. Gerard van der Bruinhorst, der die Unterlagen zusammengestellt hat, den Bearbeiter in die Sammlung einführte und ihm das Privileg eines direkten Zugangs ver-schaffte. Der Bearbeiter konnte seine eigene Kollektion vervollständigen, so z. B. durch den Zugriff auf die islamische Zeitschrift Sauti ya Haki (1972 – 1982 in Mombasa heraus-gegeben), die für seine Forschung eine wesentliche Quelle darstellt. Dr. van der Bruin-horst war auch Teilnehmer an dem von Kai Kresse (in Zusammenarbeit mit Hassan Mwa-kimako, Roman Loimeier und Scott Reese) am ZMO organisierten Workshop Shifting the Meaning: Connectivity and its Challenges in the Western Indian Ocean (23. – 25. Mai) sowie an einem vom Bearbeiter organisierten Panel Networks of Knowledge Across and Beyond Africa auf dem Afrikanistentag in Wien (Juli 2007). Der Workshop Shifting the Meaning verlief

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erfolgreich und inhaltlich sehr produktiv. Besonders interessant gestaltete sich der Aus-tausch von Historikern und Anthropologen mit einer Gruppe islamischer Gelehrter aus Kenia und Zanzibar. Alle Seiten profitierten sehr von den anregenden Gesprächen und Diskussionen, und die bearbeiteten Beiträge werden von Kai Kresse und Scott Reese in einem Sammelband der Serie Society and History in the Indian Ocean (bei Hurst und Columbia University Press) herausgegeben. Die Feldforschung in Kenia im April 2007 widmete sich vordringlich der Teilnahme bzw. Beobachtung der regionalen maulidi-Feierlichkeiten, weil gerade diese seit langem nicht nur als öffentliche Darstellung der Untermalung von Einheit und Verbundenheit der Muslime fungieren, sondern auch häufig zum bewusst genutzten Forum für den Aus-druck von Spannungen und Feindseligkeiten zwischen unterschiedlichen muslimischen Gruppen werden. Beide Aspekte konnten vom Bearbeiter deutlich beobachtet werden, teils indirekt über Erzählungen, teils durch eigene Beobachtungen in Mombasa und Lamu. Wie im letzten Jahr war der Bearbeiter wieder bei den wichtigsten maulidi-Feier-lichkeiten anwesend und besuchte eine Reihe von maulidi-Rezitationen und andere Prä-sentationen. Aber auch die zeitgleich stattfindenden kulturellen Veranstaltungen des Lamu-Museums, v. a. die populären Wettbewerbe im Segeln, Schwimmen, Eselreiten und Tauziehen, die Tausende von Zuschauern anlockten, verfolgte Kai Kresse mit großem In-teresse. Darüber hinaus führte er Gespräche mit Teilnehmern und Besuchern sowie mit örtlichen Verfechtern und Gegnern der verschiedenen Ausdrucksarten und -formen der Festivitäten. Der Vergleich zum vorigen Jahr war wichtig und aufschlussreich, weil 2007 zum ersten Mal ein grosser offizieller finanzieller Sponsor für die Veranstaltungen des Museums gewonnen werden konnte und dadurch in der Öffentlichkeit sehr präsent war – ganz anders als in all den Jahren zuvor. Der Mobiltelefon-Konzern Kencel hatte an allen prominenten Sichtflächen der Stadt (außer den Moscheen) Plakate, Wimpel und Fahnen aufgehängt und Tausende von T-Shirts an die Besucher verteilt, so dass die Ereignisse in einen massiven visuellen Konsumkontext gestellt wurden. Vor und hinter den Kulissen gab es Auseinandersetzungen der verschiedenen beteiligten Parteien, nicht nur über die Angemessenheit dieser „Dekoration“, sondern auch über prinzipielle rechtliche Fragen der Vermarktung und den damit verbundenen Verdienstmöglichkeiten. Es gab also einen merklichen Kontrast zum Vorjahr und einen Einstieg in neue Dimensionen der zumin-dest assoziativen Verbindung von regionalen Sufi-Heiligen mit populärem High-Tech- Kapitalismus. Es wird sehr interessant sein, diese Entwicklungen und Auseinander-setzungen weiter zu verfolgen.

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Plurale Konzeptionen von Zeit in (trans-)lokalen Kontexten

Prof. Dr. Roman Loimeier, Dr. Hassan Mwakimako

Lokale und translokale Zeiten in Ostafrika am Beispiel der kosmopolitischen Zentren Sansibar und Dar es-Salam unter besonderer Berücksichtigung der Herausbildung neuer Zeitordnungen im BildungswesenRoman Loimeier

Das Jahr 2007 war vor allem der Umsetzung der 2005 und 2006 geplanten und vorbereite-ten Forschungsaktivitäten gewidmet. Dies war zunächst, gemeinsam mit Hassan Mwakimako und Kai Kresse, die Organisation einer Tagung zum Thema Shifting the Meaning: Time, Space, Connectivity and its Challenges in the Western Indian Ocean die von 21. bis 23. Mai am ZMO stattfand und großen Anklang fand, obwohl einige amerikanische Konferenzteilnehmer gezwungen waren, sich auf eine europäisch-afrikanische Konfe-renz-Zeit-Ordnung einzustellen. Diese Zeit-Ordnung wurde als „langsamer” im Gegensatz zu vergleichbaren Tagungen in den USA empfunden, letztendlich aber von allen Anwe-senden (auch den US-amerikanischen) als sehr produktiv beurteilt. Insbesondere die Tat-sache, dass die Tagung den vier eingeladenen und teilnehmenden religiösen Gelehrten aus Zanzibar und Kenia einen ganzen Vormittag zur Präsentation ihrer zum Teil kontro-versen Standpunkte einräumte, wurde von den Besuchern als besonders befriedigend und beeindruckend vermerkt. Der Tagung am ZMO folgte im Juli 2007 ein Auftritt bei der zweiten Jahrestagung der AEGIS Konferenz in Leiden, für die der Bearbeiter gemeinsam mit Dr. Benjamin Soares (African Studies Centre, Leiden) ein Mehrfach-Panel zum Thema New Modes of Sociality in African Muslim Societies organisierte, das ebenfalls enormen Zuspruch fand. In Anschluss daran hielt sich Roman Loimeier von Mitte Juli bis Mitte September in Tansania auf und konnte dort die Forschungsarbeiten zum Thema seines Forschungs-projekts am ZMO abschließen. Erste Publikationen zu diesem Thema sind bereits erfolgt, zum einen in Form eines Beitrags in der Zeitschrift Comparativ, zum anderen in Form eines Artikels im Journal of Islamic Studies (Kapstadt). Weitere Publikationen zum Thema des Forschungsprojekts sind in Arbeit. Darüber hinaus erfolgten Publikationen und zahl-reiche Vorträge zu früheren DFG-geförderten Forschungsprojekten (s. Publikationen und Vorträge).

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Gemeinsam mit Prof. Bettina Dennerlein organisierte Roman Loimeier Ende September (24. – 29.) ein Panel bei der Jahrestagung der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Freiburg zum Thema Reform in der islamischen Welt.Besonders erwähnenswert ist die Teilnahme an einem von der Volkswagen-Stiftung geför-derten Forschungs- und Kompetenzbildungsprogramm seit April 2006, das im Jahre 2007 in der Ausarbeitung eines entsprechenden Antrags auf Förderung mündete, der im Dezem-ber 2007 gemeinsam mit Prof. Abdulkader Tayob (Department of Religious Studies, Uni-versity of Cape Town) und Kai Kresse bei der Volkswagen-Stiftung eingereicht wurde (s. unten). Schließlich konnte der Bearbeiter bis Ende Dezember 2007 ein Manuskript zum Thema „Between tarbiya and diana: the development of Islamic education in Zanzibar in the 20th century” abschließen, das im Rahmen eines DFG-geförderten Forschungspro-jekts (Teilprojekt C4, KFK 560, Universität Bayreuth) seit Juli 2000 entstand. Es befindet sich inzwischen zur Begutachtung beim Verlag Brill (Leiden). Zum 31. Dezember 2007 verließ Roman Loimeier das ZMO, um dem Ruf als Assistant Professor (tenure track) an das Department of Religions des Center for African Studies an der Universität Florida, Gainesville zu folgen.

Conflicts over time in local and translocal contexts on cosmopolitan centres of Mombasa and Nairobi Hassan Mwakimako

The sub-project focused mainly, on how, in different historical and contemporary Mus-lims cultural settings, Muslim communities of Kenya constructed time as a tool for ori-enting themselves in the world and organizing personal and group lives. It is the chan-ging social conventions and meanings occasioned by the appropriation of time, and meanings attributed to time which are the concerns of the subproject. The central research question for this project was how socio-religious conflicts over issues of “correct guidance” (irshad) with particular reference to issues concerning the organization of time are negotiated in two corresponding cosmopolitan centers of Mom-basa and Nairobi in Kenya. The two geographic locations were used to interrogate diffe-rent historical experiences and adaptability of its communities to the demands of local and translocal individual Muslim.

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Early in the year the researcher had embarked on a review of data from previous field-work focusing on biographical aspects of Muslim interlocutors who have played signifi-cant roles in articulating a discourse of “Islamic oriented organization of time”, at the same time holding preparatory meetings with colleagues Kai Kresse and Roman Loimeier towards organizing a joint conference planned for May 2007. During March-April Hassan Mwakimako undertook a fieldwork trip to Tanzania and Kenya to collect pamphlets and works in Kiswahili. He also held preparatory discussions with previously identified local participants from Kenya and Tanzania who later attended the conference at the ZMO. The months of April and May 2007 he was engaged in the final preparations and organizing for the conference on the theme Shifting the Meanings: Time, Space, Connectivity and its Chal-lenges in the Western Indian Ocean, which was held successful at the ZMO. During July 2007, the researcher participated as panel session chair and presenter at the AEGIS conference held in Leiden from 11 – 14 July 2007. In September 2007 he was invited to attend and present a paper at a strategy conference organized by the Universities Science and Hu-manities Partnerships in Africa at the University of Cape Town, South Africa. Furthermore, Hassan Mwakimako published a report on “Mosques in Kenya. Muslim opinions on religion, politics and development (Klaus Schwarz Verlag, Berlin). It projects the mosque as an institution playing a vital role in the heterogeneous Muslim communi-ties of Kenya. Its findings, gathered from the opinions of mosque participants in Kenya provide insights on Muslim life and present a mirror image of Muslim opinions and expe-riences.

Assoziierte Projekte

Muslime in Europa und ihre Herkunftsgesellschaften in Asien und Afrika im Vergleich: Gelebte Religiosität, ihre Vielfalt und Folgen in unterschiedlichen KontextenPD Dr. Dietrich Reetz, Melanie Kamp, Thomas K. Gugler, Robert Pelzer

Das Verbundprojekt Muslime in Europa und ihre Herkunftsgesellschaften in Asien und Afrika wird seit dem 1. Juli 2006 für drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderinitiative Geisteswissenschaften im gesellschaftlichen Dialog gefördert. In sieben Einzelstudien werden muslimische Gruppen und Institutionen nach

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Muslime in Europa und ihre Herkunftsgesellschaften in Asien und Afrika im Vergleich: Gelebte Religiosität, ihre Vielfalt und Folgen in unterschiedlichen Kontexten

gefördert durch:

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ihrem Platz in und ihrem Verständnis von Europa befragt. Die Ergebnisse sollen dazu bei-tragen zu verstehen, wie religiös bestimmtes Leben von Muslimen in Europa möglich ist und welche Hindernisse damit verbunden sind. Dabei werden auch die Verbindungen zu den Herkunftsgesellschaften in Asien und Afrika untersucht. Neben dem ZMO, an dem drei der Teilprojekte sowie die Leitung/Koordination (PD Dr. Dietrich Reetz) angesiedelt sind, beteiligen sich die Universitäten Frankfurt/Oder (Sozial- und Kulturanthropologie, Prof. Werner Schiffauer), Hamburg (Religionspädagogik, Prof. Wolfram Weiße) und Halle (Südasienwissenschaften, Prof. Rahul Peter Das). Im Mittelpunkt des zweiten Jahres der Projektarbeit standen Feldforschungen der drei Projektbearbeiter in Europa und Südasien, die Aufbereitung erster Ergebnisse für Publika-tionen, Konferenzbeiträge und den Projektworkshop zur Halbzeitbilanz im Dezember 2007 sowie die Vorbereitung einer Mitarbeiterklausur im April 2008. Im Mai 2007 wurde eine Begehung durch den Projektträger und das BMBF erfolgreich abgeschlossen. Auch im zweiten Berichtsjahr stellte die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit einen wichtigen Schwer punkt dar. Der Projektträger stimmte zu, die halbe Stelle für Koordination und Öffentlichkeit von Robert Pelzer bis zum Projektende Mitte 2009 zu verlängern. Am ZMO fand vom 17. bis 18. Dezember 2007 der zweite Projektworkshop statt, auf dem eine Zwischenbilanz der bisherigen Forschungen in den sieben Teilprojekten gezogen wurde. Daran beteiligten sich auch Mitarbeiter der Lehrstühle der beteiligten Verbund-institutionen und des ZMO. Prof. Dr. Hans G. Kippenberg vom Erfurter Partnerprojekt Mobilisierung von Religion in Europa hielt einen Vortrag zu „Islam in Europa und der Plura-lisierung von Religionen“. Das Verbundprojekt organisiert regelmäßig Veranstaltungen, die sich an ein breites Publikum richten und auch muslimische Aktivisten einbeziehen. Nach der öffentlich-keitswirksamen Vorstellung des Projektes in einer Podiumsdiskussion in der Berlin-Bran-denburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) am 24. Januar, fanden im Jahr 2007 zwei weitere Veranstaltungen zu dem übergreifenden Thema „islamische Mission“ statt: eine Vortragsveranstaltung mit Diskussion in der BBAW am 2. Juli 2007 und ein Werk-stattgespräch in der Heinrich Böll Stiftung am 31. Oktober 2007, für das neben der Stif-tung auch die Muslimische Akademie in Deutschland als Kooperationspartner gewonnen werden konnte. Am 7. April 2008 folgte ein Vortrag des Verbunds zum Thema „Islamischer Religionsunterricht“ in der BBAW. Die vier Veranstaltungen waren gut besucht (Podiums-

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diskussion: ca. 250; Vorträge und Werkstattgespräch: jeweils ca. 70) und stießen auch bei den größeren meinungsbildenden Medien auf nachhaltiges Interesse. Einen weiteren Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit bildeten die Dokumentation der Veranstaltungen und Projektaktivitäten auf der Internetseite (www.zmo.de/muslime_in_europa.html), die Anfertigung von Präsentationsmaterialien (Flyer, Projektposter, etc.) sowie Interviews und Briefings für die Presse (u. a. 17 Interviews in zumeist überregionalen Medien). Im März 2008 erscheint ein Interview mit dem Verbundsprecher Dietrich Reetz unter dem Titel „Schlüsselwort Vertrauen“ im Spiegel-Spezialheft „Allah im Abendland“. Im ersten Teilprojekt Strategien von Abgrenzung und Anpassung: Islamische Gruppen aus Südasien in der europäischen Diaspora untersuchen Dietrich Reetz und der Doktorand Thomas K. Gugler die Aktivitäten der aus Südasien stammenden Missionsbewegungen Tablighi Jama‘at (Reetz, TP 1.1) und Da‘wat-e Islami (Gugler, TP 1.2) in ausgewählten euro-päischen Ländern. Nach den Feldforschungen in Pakistan (5. Februar – 4. März) zu Beginn des Jahres kon-zentrierte sich Dietrich Reetz im Berichtsjahr auf die Untersuchung der Aktivitäten der Tablighi Jama‘at in europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Spanien). Von April bis Oktober 2007 nahm er eine Gastprofessur am Seminar für Geschichte Südasiens der Humboldt-Universität zu Berlin wahr. Während dieser Zeit leitete er das Projekt weiter. In der Forschung zum TP wurde er durch Vertretungskräfte unterstützt. Christoph Sprung sammelte wertvolle Informationen zu Aktivitäten und zur Präsenz der Tablighi Missio-nare im Internet. Faizan Ahmad führte punktuelle Vorerkundungen für die Feldforschung in Deutschland (Erfurt, Berlin) und Indien (Delhi) durch. Zwei studentische Hilfskräfte konnten eine ausführliche Aufarbeitung der Informationen zur Logistik der Tablighi Jama‘at in den europäischen Ländern erstellen. Die Feldforschungen in Frankreich (Feb-ruar 2008) und Spanien (Mai 2008) brachten einige neue interessante Erkenntnisse, vor allem über die Heterogenität der untersuchten Gruppe. So wurde deutlich, dass das Ver-halten der Gruppe in Frankreich von vielen bisher bekannten Grundsätzen abweicht. Die Tablighis haben sich in Frankreich sehr stark rechtlich etabliert, sind auf lokaler Ebene in Aushandlungsprozesse mit den Behörden einbezogen, haben sich in zwei ungleiche Gruppen gespalten, die jedoch beide weiterhin mit der Bewegung verbunden sind. Zudem zeigen sie starke regionale Ausprägungen: eine eher ideologische und puristische, sozial vor allem auf die Unterschichten gestützte Spielart im Pariser Raum steht einem eher bürger lichen und wesentlich stärker öffentlich organisierten Verband in Marseille gegen-über, der sogar eine eigene Moschee errichtet hat. Das alles sind Details, die, ausgehend

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von den Tablighi-Aktivitäten in anderen Ländern, eher als ungewöhnlich betrachtet wer-den müssen. Der Bearbeiter trat auf wissenschaftlichen und politischen Konferenzen und Fach-tagungen auf, wo erste Projektergebnisse referiert wurden. Darüber hinaus hat Dietrich Reetz zahlreiche Medienanfragen beantwortet, war mit Lehrverpflichtungen betraut und in die weitere Projektentwicklung einbezogen. Der Bearbeiter des TP 1.2 (Da‘wat-e Islami), Thomas K. Gugler, setzte im Berichtszeit-raum seine Auswertung der Feldforschungsergebnisse fort und hielt erste Vorträge zur untersuchten Bewegung im In- und Ausland. Des Weiteren wurden die Feldforschungen in Spanien und Indien durchgeführt. Erste Ergebnisse wurden auf der Webseite des Ver-bundprojektes dokumentiert. Im September und Oktober des Berichtsjahres bereitete sich der Bearbeiter intensiv auf den geplanten Feldforschungsaufenthalt in Spanien vor. Während dieser (November 2007) standen die beobachtende Teilnahme an den wöchent-lichen Treffen der Tablighi Jama‘at und der Da‘wat-e Islami im Faizan-e Madina und der Mezquita Tariq bin Ziyad in Barcelona im Mittelpunkt. Dabei konnte der Bearbeiter Inter-views mit den offiziellen Repräsentanten der Bewegung (Urdu: negran/amir), dem Imam und zahlreichen Laienanhängern – in der Regel jugendliche illegale Immigranten aus Pakistan – durchführen sowie auch Kontakte zu Funktionären der Bewegung in England intensivieren. Wöchentliche religiöse Rituale konnten auszugsweise mitgeschnitten werden. Eine kurze Dokumentation des Forschungsaufenthaltes „The expansion of religi-ous pluralism in Europe“ erfolgte auch auf der Webseite des Projektes. Von Januar bis April 2008 absolvierte der Bearbeiter die Feldforschung in Indien. In Neu-Delhi, Banga-lore, Ahmedabad, Mumbai, Deoband und Bareilly hat der Bearbeiter nicht nur die offizi-ellen Repräsentanten der Tablighi Jama‘at und Da‘wat-e Islami treffen und an den Ver-sammlungen (ijtema‘) der Da‘wat-e Islami in Kardhampuri, Mumbai-Byculla, Ahmedabad und Bangalore beobachtend teilnehmen können, sondern auch zum ersten Mal systema-tisch die Literatur der beiden Abspaltungen der Da‘wat-e Islami in Indien, der auch in Eng-land missionierenden Bewegung Sunni Da‘wat-e Islami in Mumbai (www.sunnidawate-islami.net) und der Da‘wat-e Islami Society in Ahmedabad, gesammelt, deren offizielle Repräsen tanten auch interviewt wurden. Die Erkenntnisse trugen insbesondere zur Er-hellung der Gründungsgeschichte der Da‘wat-e Islami bei. Die bisherigen Ergebnisse wurden in mehreren Konferenzbeiträgen referiert, die als Publikationen erscheinen werden. Der Bearbeiter führte diverse Hintergrundgespräche mit Journalisten zum Islam in Indien.

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Im Teilprojekt Islamische Ausbildungseinrichtungen in Deutschland untersucht Melanie Kamp die Vermittlung islamischen religiösen Wissens in Deutschland am Beispiel des Islamologischen Institutes und des Institutes für interreligiöse Pädagogik und Didaktik (IPD). Im Mittelpunkt der bisherigen Arbeit standen die Feldforschung in Deutschland und Österreich sowie die Auswertung des Unterrichtsmaterials. Darüber hinaus hat sich die Bearbeiterin an der Planung und Durchführung des Werkstattgespräches zum Thema „Dawa in Deutschland“ und der Vortragsveranstaltung zum islamischen Religionsunter-richt in Berlin und Niedersachsen beteiligt. Im Rahmen ihrer Feldforschung hat die Projektbearbeiterin Interviews mit den Leh-rern und Organisatoren des Interreligiösen Instituts für Pädagogik und Didaktik (IPD) in Köln sowie des Islamologischen Instituts in Köln, Berlin und Wien durchgeführt. Weitere Interviews mit Organisatoren und Lehrern anderer Institute und islamischer Organisati-onen im Umfeld des IPDs und des Islamologischen Institutes dienten der Einordnung ihrer Ausbildungsangebote. Dazu führte die Bearbeiterin Gespräche mit Vertretern der Bilal-Schule und der Islamischen Akademie am Islamischen Zentrum in Aachen, der Isla-mischen Religionspädagogischen Akademie und des Islamischen Religionspädagogischen Instituts in Wien, des Zentralrates der Muslime in Deutschland, der Islamischen Gemein-schaft Milli Görüs und des Verbands der islamischen Kulturzentren in Köln. Die Inter-views mit den drei letztgenannten Einrichtungen führte sie gemeinsam mit ihrer Kolle-gin Inga Niehaus durch, da sich die Fragestellung beider Projekte inhaltlich ergänzt und auf diese Weise doppelte Terminanfragen vermieden werden konnten. Ein Interview mit einem Lehrer von Didi-Info (Deutscher Informationsdienst über den Islam e. V.) wurde ebenfalls durchgeführt. Mehrfach nahm die Bearbeiterin am Unterricht des Islamologischen Institutes in Köln und Berlin teil und hatte so die Gelegenheit, verschiedene Lehrer bzw. ihre Unter-richtsstile kennen zu lernen. Hierbei verteilte sie Kurzfragebögen (58) an die Schüler/in-nen, um Hintergrundinformationen zur Vorbereitung weiterer Interviews zu erhalten. Insgesamt wurden bisher 25 z. T. mehrstündige Interviews mit Lehrern und Schülern durchgeführt. Weitere sind in Planung. Anhand der bisherigen Feldforschung zeigt sich, dass sich zunehmend ein deutsch-europäischer islamischer Bildungssektor entwickelt. Die Institute arbeiten gemeinde-übergreifend und verorten sich nicht in einer spezifischen islamischen Rechtsschule oder Tradition, um Schüler und Schülerinnen unterschiedlicher nationaler Herkunft und mit unterschiedlichem Gemeindehintergrund ansprechen zu können.

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Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um den Aufbau von isla-mischen Bildungseinrichtungen und Lehrstühlen für islamische Religionspädagogik und Theologie an deutschen Universitäten, da es Einblick in die vorhandene islamische Bil-dungslandschaft gewährt und die Motivation und Ziele sowohl der Lehrenden als auch der Schüler zugänglich macht. Anfragen seitens des Wissenschaftsrates und des nord-rhein-westfälischen Integrationsbeauftragten zeigen den Bedarf öffentlicher Einrich-tungen an Informationen zu diesem Thema. Das öffentliche Interesse wird auch durch zahlreiche Einladungen zu Workshops und Veranstaltungen unterstrichen.

SFB 640 – Repräsentationen sozialer Ordnungen in Wandel, Teilprojekt:Vergeben und vergessen? Eine vergleichende Studie zur Erinnerungsarbeit ehemaliger politischer Häftlinge in Marokko und im IrakSophie Wagenhofer, Dr. Andrea Fischer-Tahir

Seit April bzw. Mai 2007 arbeiten Sophie Wagenhofer und Andrea Fischer-Tahir als Mitar-beiterinnen des Zentrums Moderner Orient am Sonderforschungsbereich 640 Repräsenta-tionen sozialer Ordnungen im Wandel an der Humboldt Universität zu Berlin. Sie haben die Projektstelle von Bettina Dennerlein zur Erinnerungsarbeit politischer Häftlinge in Marokko und Irak übernommen und führen die Forschungsarbeit mit neuer Schwer-punktsetzung fort. So arbeitet Sophie Wagenhofer zum Thema Geschichte und Erinne-rung am Beispiel der jüdischen Minderheit im heutigen Marokko, Andrea Fischer-Tahir hingegen zu sozialem Wandel und Gender am Beispiel von kurdischer urbaner Gesell-schaft im Irak. Mit dem Forschungsschwerpunkt zum Umgang mit jüdischer Geschichte in Marokko knüpft Sophie Wagenhofer an Vorarbeiten zu ihrer Dissertation an, in der es um das Jüdische Museum in Casablanca geht. Forschungsreisen nach Marokko im März/April so-wie im Oktober 2007 dienten der Sammlung von Daten. Im Jüdischen Museum von Casa-blanca sammelte sie Informationen und Unterlagen zur Entstehungsgeschichte, Ziel - setzung und medialen Wirkung des Museums. Interviews mit dem Direktor Simon Levy und der Kuratorin Zhor Rehihil halfen bei der weiteren Kontextualisierung des gesam-melten Materials. Sie nutzte den Zugang zu Bibliotheken und dem Büchermarkt in Rabat, um in Europa schwer erhältliche Literatur zum Thema zu beschaffen. Darüber hinaus

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konnten Kontakte zu marokkanischen Historikern aufgebaut werden, so zum Beispiel auf der Konferenz Rendez-vous de l’histoire, die alljährlich im März in Rabat stattfindet. Die Ergebnisse dieser ersten Forschungsschritte präsentierte Sophie Wagenhofer im April auf einer Konferenz in Graz und verfasste ihren Beitrag als Aufsatz. Der Sammelband der Konferenz soll im Frühjahr 2008 beim Studienverlag Innsbruck erscheinen. Während des Forschungsaufenthaltes im Oktober 2007 sammelte die Bearbeiterin insbesondere Mate-rial zur marokkanischen Identitätspolitik unter dem Aspekt der Integration der jüdischen Minderheit. Diesbezügliche Ergebnisse stellte sie noch im gleichen Monat auf der Herbst-tagung des Arbeitskreises für Politik und Geschichte am Hannah-Arendt-Institut für Tota-litarismusforschung (TU Dresden) vor. Ein weiterer Forschungsaufenthalt führte sie nach Paris in die Bibliotheken des Institut de Monde Arab sowie der Alliance Israélite Univer-selle im August 2007. Diese kurze Reise diente der Sichtung der aktuellen Forschungslite-ratur zur Thematik Jüdische Minderheit und Identitätspolitik in Marokko. Bereits im Sommer 2007 begann Sophie Wagenhofer mit der Arbeit an einem Archiv von im Internet verfüg-baren Medien zu Identitätspolitik in Marokko in französischer und arabischer Sprache. Auf dieser Grundlage soll untersucht werden, wie auf medialer Ebene Debatten um die jüdisch-marokkanische Minderheit geführt und reflektiert werden. Andrea Fischer-Tahir kam im Mai zum SFB 640, um eine Monographie zum Thema „Gender und sozialer Wandel in der Region Irakisch-Kurdistan“ zu schreiben. Diese Mono-graphie, deren deutschsprachiges Manuskript mit dem Titel „Das Schöne zelebrieren. Gender und Alltagshandeln in der irakisch-kurdischen Stadt Sulaimaniya“ bereits Ende 2007 vorlag, basiert auf Untersuchungen, welche die Bearbeiterin in den Jahren 2005 und 2006 durchgeführt hat. In diesem Text geht es um die Frage, wie durch alltägliche Perfor-manzen Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit konstruiert und bestätigt werden. Zum gleichen Thema publizierte sie darüber hinaus im International Journal of Kurdish Studies einen Aufsatz. Im Rahmen des ZMO-Kolloquiums im Dezember 2007 stellte Andrea Fischer-Tahir ihr Monographieprojekt vor. Um die ursprüngliche Intention des von Sonja Hegasy ausgearbeiteten und von Bettina Dennerlein begonnenen SFB-Projekts nicht aus dem Blick zu verlieren, arbeitete Andrea Fischer-Tahir auch zu Erinnerungspolitik im Irak nach 2003, wobei die juristi-schen Prozesse um die Massaker in dem schiitischen Ort Dujail 1982 und die genozidalen Anfal-Offensiven in Irakisch-Kurdistan 1988 im Mittelpunkt standen. Im November 2007 hielt sie auf einer Veranstaltung des kurdisch-deutschen Vereins Haukari in Berlin einen

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Vortrag zur indigenen Anfal-Forschung in Irakisch-Kurdistan. Darüber hinaus begann die Bearbeiterin, auf der Basis von Material, das sie in den vergangenen Jahren im Nordirak gesammelt hatte, sowie neuen, über das Internet zugänglichen Texten ein Archiv zu sozi-alem Wandel im Irak anzulegen. Bereits als Mitarbeiterin des Hochschulministeriums der Regionalregierung Kurdis-tan im Irak hatte Andrea Fischer-Tahir Kontakte zum ZMO gesucht, um das Zentrum als Kooperationspartner für ein studentisches Austauschprogramm zu gewinnen. In diesem Zusammenhang setzte sie als neue Mitarbeiterin des ZMO gemeinsam mit Sonja Hegasy Bemühungen beim Auswärtigen Amt fort, um kurdischen Studenten aus dem Irak eine Studienreise nach Deutschland zu ermöglichen. Die Sommeruniversität für diese Stu-denten wird im Juni 2008 stattfinden. Aus der gemeinsamen Arbeit zu Marokko und Irak ergab sich eine Reihe von thema-tischen Schnittstellen. So präsentierten Sophie Wagenhofer und Andrea Fischer-Tahir im Dezember 2007 am Simon-Dubnow-Institut Leipzig Überlegungen zur Repräsentation von „Jüdischem“ in Geschichtsdiskursen in Marokko und im Irak. Zusammen mit Sonja Hegasy wurde außerdem ein neues Konzept für die nächste Projektphase des SFB erarbei-tet, das auf der ZMO-Klausur im September 2007 vorgestellt und diskutiert wurde und eine Fortführung unter dem gemeinsamen Projekttitel Identitätspolitik in Neuordnungs-prozessen in Marokko und Irak für weitere vier Jahre im Rahmen des SFB-Programmes am ZMO vorsieht.

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Veranstaltungen und Gäste

Tagungen, Workshops und Arbeitsgespräche

Tagungen und Workshops

New Trends in Egyptian Historiography of the Ottoman Period: A German-Egyptian Encounter

ZMO, Berlin 14. März 2007

BeiträgeDr. Nora Lafi (ZMO): Introduction: Ottoman Egypt in perspective: new archives, new

trends, new stakesDr. Magdi Guirguis (EUME-Fellow/Cairo University): Introduction and presentation of the

panel of Egyptian historiansProf. Elsayed Mohammad Achmawi (Cairo University): Egyptian approaches to the

Ottoman period: historiography in perspectiveDr. Malte Fuhrmann (ZMO): Turkish and German Ottoman historiographies: methods and

questionsDr. Mohammad Sabri al-Dali (EUME /Hilwan University, Cairo): The role of Sufi narratives

in the building of a political sphere in Egypt (16th – 17th c.)Nasser Abd Allah Osman Abo Zead (Azhar University): Ulema and society in

16th – 17th c. EgyptKarima Thabet El Sayed Ghoneem (Mansoura University): Law and politics in

Ottoman Cairo (16th – 17th c.)Dr. Florian Riedler (ZMO): “History from below” in an Ottoman contextDr. Hossam Mohammad Abd Almity (Bani-Sueif University): Merchants and state

in 18th c. EgyptDr. Nasser Ahmed Ibrahim Soliman (Cairo University): The Copts and the

French occupation of Egypt: new perspectives

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Rizq Hassan Ahmed Noury (Cairo University): Corruption and administration in Egypt at the time of Mohammad Ali

Nasra Abd Elmotagaly Ibrahim Aly (Banha University): Society and state in 18th and 19th c. rural Egypt

Religion and Its Other: Secular and Sacral Concepts and Practices in Interaction

ZMO, SFB 640, HU Humboldt-Universität zu Berlin 30. März bis 1. April 2007

BeiträgeTalal Asad (City University, New York): Law, ethics and religion in the story of Egyptian

modernizationVolkhard Krech (Ruhr-University, Bochum), Farish Noor (ZMO): Kommentare/DiscussantsDorothea Weltecke (Georg-August-University, Göttingen): Jenseits der Religion. Über das

Fehlen von Glauben im Hohen und Späten MittelalterCarlos Martinez (Humboldt University, Berlin): Limiting the power of religion from

within: probabilism and IshtihadJörg Feuchter (Humboldt University, Berlin): The Islamic Ribat – a model for the Christian

military orders? Sacred violence, religious concepts and the invention of a cultural transfer

Boaz Huss (Ben-Gurion University of the Negev): The formation of Jewish mysticism and its impact on contemporary Kabbalah practitioners

Almut Höfert (Dept. of History, University of Basel/Wissenschaftskolleg Berlin): Kommentar/Discussant

Emilie Delivré (European University Institute, Florence): Deutsche politische Katechis-men zwischen 1790 –1800

Dyala Hamzah (ZMO): From religious knowledge (‘ilm) to journalism (sihâfa) or the genealogy and epistemology of the Salafi turn. Muhammad Rashîd Ridâ (1865 – 1935) and his journal al-Manâr (1898 – 1935)

Richard van Leeuwen (Dept. of Religious Studies, University of Amsterdam): Islamic reformist thought and the construction of the secular: Rashîd Ridâ (1865 – 1935)

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Bettina Dennerlein (ZMO): Kommentar/DiscussantHeike Bock and Vera Isaiasz (Humboldt University, Berlin): Lutheran angels and

Catholic healers: early modern demarcations between religiousness and superstitionKristine Krause (Humboldt University, Berlin): Latticed practices: biomedical treatment

and Christian healing in a psychiatric clinic in South GhanaMichi Knecht (Humboldt University, Berlin): Unberechenbarkeit und Nichtwissen,

Wunder und Verbote: Praxen der Sakralisierung und Profanisierung im Bereich neuer Reproduktionstechnologien

Peter Bräunlein (Ludwig-Maximilians University, Munich): Kommentar/Discussant: Jeanette S. Jouili (International Institute for the Study of Islam in the Modern World,

Leiden): Pious Muslim women in secular France: from self-reform to identity politics? Gertrud Hüwelmeier (Humboldt University, Berlin): Formations of the religious self –

becoming “women in Christ” in a globalising worldThomas Hauschild (Wissenschaftskolleg zu Berlin): Regression and regret. Popular cults in

the MediterraneanElisabeth Claverie (EHESS, Paris): Kommentar/DiscussantShalini Randeria (Ethnologisches Seminar, Zürich), Susan Boettcher (University of Texas):

Zusammenfassung

Migration and Urban Institutions in the Late Ottoman Reform Period ZMO, Berlin 10. bis 11. Mai 2007

BeiträgeNora Lafi (ZMO): Comparative migration studies in the Ottoman urban panoramaAndreas Helmedach (Braunschweig): Regulation of migrations by the state and the city, Christoph Herzog (Orient-Institut Istanbul): Migration and the state: on Ottoman regula-

tions concerning migration since the Age of Mahmud IIDilek Akyalçın-Kaya (EHESS Paris/Istanbul): Immigration to the Ottoman lands:

the case of Salonica in the late nineteenth centuryDana Sajdi (EUME-Fellow/ZMO): Migration, urban governance and the role of itinerant

labour in comparative perspective

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Tetsuya Sahara (Meiji University Tokyo): The Ottoman city council and the beginning of the modernization of urban space in the Balkans

Wolfgang Kaiser (Paris I Sorbonne): Access to urban notability in early modern MarseillesIrene Fatsea (University of Thessaly, Volos/Athens): Builders and craftsmen in the

Founding phase of modern Athens: the illuminating role of the building contractZafer Yenal (EUME/ZMO): The stranger in the city: unwanted immigrants Florea Ioncioaia (University of Iasi): Foreigners in town: urban immigration and local

attitudes in the Romanian principalities at the middle of the nineteenth century (1830 – 1859)

Florian Riedler (ZMO): Armenian labour migration to Istanbul and the migration crisis of the 1890s

Malte Fuhrmann (ZMO): North-to-south migration in the imperial era: workers and vagabonds between Vienna and Constantinople

Johann Büssow (FU Berlin): Emigration: transgression and transcontinental spaceMalek Sharif (Orient-Institut Istanbul/Bonn): Emigration from late Ottoman BeirutAndreas Pflitsch (ZfL Berlin): Literature and migration: the beginnings of modern

Arabic literature between Beirut, Poltova, New York and Cairo

Shifting the Meaning: Time, Space, Connectivity and its Challenges in the Western Indian Ocean ZMO, Berlin 21. bis 23. Mai 2007

BeiträgeEdward Simpson (Goldsmiths College, London): Changing perspectives on travel and

belonging in Western IndiaKatrin Bromber (ZMO): The Indian Ocean without limits? The transformation of a

seascape during World War IIGerard van de Bruinhorst (The African Studies Centre, Leiden): “Kwanini tusisali Iddi siku

moja”: Umma and nation-state contested in Tanzanian Id al-Hajj celebrationsKai Kresse (ZMO): Shifts of meaning; the dynamics of self-perception, knowledge and

practice for Muslims in coastal Kenya

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Anne Bang (University of Bergen): South of the border, east of the sun. Preliminary notes on a study of the network of Islamic teachers in the south-western Indian Ocean

Elke Stockreiter (SOAS, London): Rethinking gender and Islamic law on the Swahili coast: Muslim judges and the institution of marriage in colonial Zanzibar

Scott Reese (Northern Arizona University): Bureaucrats and scholars: re-imagining social and religious authority in colonial Aden

Kadara Swaleh (University of Nairobi): Mosques and social change: the case study of Malindi, Kenya

Shaykh Muhammad Msallam (Muslim World League, Kenya branch), Shaykh Muhammad Kassim (Chief Kadhi of Kenya), Dr. Issa Ziddy (Faculty of Languages, State University of Zanzibar) and F. A. Sorago (Deputy to the Mufti of Zanzibar): Roundtable on time and challenges to time

Valerie Hoffman (University of Illinois at Urbana-Champaign): Ibadhis in Oman and Zanzibar: the impact of local context on a translocal tradition

James Brennan (SOAS): Fighting for the Sultan’s slag: sovereignty and decolonization in coastal Kenya (1945 – 1964)

Jeremy Prestholdt (San Diego): Thoughts on the symbolic discourse of marginality in Mombasa.

Magnus Marsden (Cambridge): Transnational life and cosmopolitanism in Northern Pakistan

Thomas McDow (Yale): Where credit is due: Zanzibar and the limits of Indian Ocean cosmopolitanism

Caroline Osella (SOAS): Questioning culinary cosmopolitanism: differences in Kerala-Gulf connections

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Das Problem der Interdisziplinarität in den entwicklungsländerbezogenen Sozialwissenschaften

Frühjahrstagung der Sektion Entwicklungs soziologie und Sozialanthropologie (ESSA) der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

ZMO, Berlin 31. Mai bis 1. Juni 2007

BeiträgeAchim von Oppen (Berlin): Im Zwischenraum. Erfahrungen mit „Translokalität“ am

Zentrum Moderner OrientMarianne Braig (Berlin): Revitalisierung der Area Studies aber wie? Zur Bedeutung

interdisziplinärer und transregionaler PerspektivenMarkus Kaiser (St. Petersburg): The value of trans-national approaches to post-socialist

change Stefan Kühl (Hamburg/Bielefeld): Die Entwicklungssoziologie – Zwischen „disziplinierter“

Bindestrichsoziologie und eierlegender WollmilchsauSharifa Djedje, Rüdiger Korff, Patsharin Nawichai, Martin Voss, Stefanie Wehner

(AG Ressourcen-Soziologie, Passau): Nachhaltige Ressourcen-Nutzung als Enteignung: Prozesse in der Greater Mekong Subregion (GMS)

Erdmute Alber (Bayreuth), Dieter Goetze (Regensburg), Margrit Pernau (Bielefeld/Berlin): Einführung Roundtable: Interdisziplinäre Perspektiven zwischen Region, Fach und Thema

Detlef Müller-Mahn (Bayreuth): Von Feigenblättern, Verkaufsargumenten und Querulanten: Interdisziplinarität in der Forschungspraxis

Dieter Neubert (Bayreuth): Interdisziplinarität oder Gemischtwarenladen. Koordinierte Forschung in einem Sonderforschungsbereich zwischen Anspruch und Pragmatismus

z m o 299

The World in World Wars. Experiences, Perceptions and Perspectives from the SouthZMO, Berlin7. bis 9. Juni 2007

BeiträgeRadhika Singha: Front lines, status lines and ethnic lines: the follower ranks of the Indian

army in the Great War, 1916 – 1920Kaushik Roy: Military Loyalty in the colonial context: a case study of the Indian army

during the World War IITim J. Lovering: Military service, nationalism and race: the experience of Malawians in the

Second World WarSamiksha Sehrawat: Experiencing warfare and medicine on the western front: military

hospitals for Indian Sepoys in World War IClaude Markovits: Indian soldiers’ experiences in France during World War I: seeing

Europe from the rear of the frontCan Nacar: Our life was not as valuable as a carpet: workers in the public enterprisesAbigail Jacobson: A mixed city experiencing the war: Jerusalem during World War IKatharina Lange: Peripheral experiences: everyday life in Kurd Dagh (Northern Syria)

during the allied occupation in the Second World WarAnne Samson: The impact of the East Africa campaign of 1914 – 1918 on South Africa and

beyondSantanu Das: India, Empire and First World War writing: responses and representationsKatrin Bromber: Correcting the perspective: legitimation of out-of-area deployment in the

Swahili military press during World War IIGoetz Nordbruch: Between national independence and the longing for a just order –

anti-fascist opposition in Lebanon and Syria on the eve and during World War IILutz Rogler: World wars and world views: receptions and interpretations in Egyptian

cultural journalsKimberly Katz: World War II as background: life in Palestine seen through the diary

of a Palestinian Arab civil servantDidier Monciaud: Cinema representations of a sensitive episode of the Second World War

in Egypt: “Al-Gassoussa (The Spy) Hekmat Fahmy”, an Egyptian movie between historical polemics and political issues

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

z e n t r u m m o d e r n e r o r i e n t

300 z m o

Heike Liebau: ‘Kaiser kı jay’ (Long Live the Kaiser) – perceptions of World War I and the socio-religious movement among the Oraons

Suryakanthie Chetty: “Our victory was our defeat”: race, gender and liberalism in the Union Defence Force, 1939 – 1945

Francesca Bruschi: World wars’ impacts in spreading republican rights and values among West African citizens, subjects and former serviceman (1895 – 1945)

Indivar Kamtekar: Freedoms lost and gained: a perspective on the impact of the Second World War on India

Ben Zachariah: The creativity of destruction: wartime imaginings of development and social policy, c. 1944 – 1946

AEGIS European Conference on African StudiesAfrican Studies Centre, Leiden11. bis 14. Juli 2007

Panel: New Modes of Sociality in Muslim Africa, 12. Juli 2007 Roman Loimeier, Benjamin Soares

BeiträgeKaren E. Smid : Muslim youth perspectives on the dilemmas of social change: cross-

temporal resources for morality in everyday language Mara Alyse Leichtman: Rethinking religious conversion: the creation of a Senegalese

Shi’ism Samadia Sadouni: Muslims and inter-religious organizations in Africa Marloes Janson: The mosque as living room: new modes of sociality among Tablighi youth

in The Gambia Francesco Zappa: “Traditional” non-scholarly genres of oral Islamic texts in an increa-

singly globalized West Africa: case studies from Mali and Nigeria Andrea Brigaglia: The marketing of “traditional” Islamic literary skills in globalizing

Nigeria Mayke Kaag: A new elite among Senegalese Mourides in Italian public space

z m o 301

Ruediger Seesemann, Butch Ware: Constituting bodies of Islamic knowledge in Sub-Saharan Africa

Kai Kresse: Muslim politics and inter-generational tensions Liza Debevec: Waiting for our jigi: discussing work, life and Islam with young men in

Bobo Dioulasso Alfonso Francesco: A Sudanese Sufi order in the digital age LecceseMarie Brossier: Creation of new “ethos of life” and reappropriation of the public sphere in

Senegal Marie Nathalie Leblanc, Muriel Perez-Gomez, Boukary Savadogo Mathias: Youth and Islam in

the 1990s : re-thinking an inter-generational perspective Chanfi Ahmed: Muslim universities in East Africa Samuli Schielke: Faith, love, and despair: contradictions of morality and religiosity among

young Egyptians Marie H. Miran: Conversion against the grain: “autochthonous” Muslims in 20th c.

coastal west Africa Einas Ahmed: The political, economic and religious transformations in post Islamist

Sudan

Islam und Rechtsstaat. Zwischen Scharia und Säkularisierung ZMO, Konrad-Adenauer-Stiftung

Konrad-Adenauer-Stiftung Berlin 6. September 2007

BeiträgeRidwan al-Sayyid, (Beirut/London): Gerechtigkeit als politisches Ordnungsprinzip im

IslamPodiumsdiskussion, eingeleitet von Werner Ende (Universität Freiburg em.),

Birgit Krawietz (ZMO), Matthias Mahlmann (FU Berlin, Moderation) Masykuri Abdillah (University Jakarta, Indonesien): Begründungswege bei der

Verfassungs gebung in islamisch geprägten LändernPodiumsdiskussion, eingleitet von Farish Noor (ZMO), Naseef Naeem (Universität

Hannover), Markus Böckenförde (MPI für ausländisches Recht und Völkerrecht, Heidelberg, Moderation)

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

z e n t r u m m o d e r n e r o r i e n t

302 z m o

Norani Othman (University of Malysia): „Shariakratie“ oder säkulares Recht? Podiumsdiskussion, eingeleitet von Silvia Tellenbach (Max-Planck-Institut für Strafrecht, Freiburg), Kilian Bälz (Frankfurt), Norbert Geis (MdB), Bettina Dennerlein (Universität Hamburg, Moderation)

30. Deutscher Orientalistentag Freiburg im Breisgau 24. bis 28. September 2007

BeiträgeDalila Nadi: Chinas wachsender Einfluss in Algerien Britta Frede: Frauen reisen durch die Sahara: Odette Puigaudeau (1894 – 1991) und

Isabelle Eberhardt (1877 – 1904) Nora Lafi: Ottoman urban microcosms: a reflection on the various scales of the

relationship between the individual and the city

Panel: Reform in der islamischen Welt – Konzepte und deren Aneignung Bettina Dennerlein und Roman Loimeier

Christoph Herzog: Anmerkungen zum osmanischen Reformdiskurs im Irak Lutz Rogler: Der Begriff der maqassid aš-šarı‘a in der aktuellen Semantik religiös-sozialer

„Erneuerung” Margrit Pernau: Hali‘s Musaddas – eine poetische Verflechtung von Reformbegriffen Fatma Sagir: Islam neu denken. Der progressive muslimische Denker Asghar Ali Engineer Roman Loimeier: Islamische Reformbewegungen im subsaharischen Afrika Bettina Dennerlein: Reform und politische Ordnung: Verfassungsentwürfe im

vorkolonialen Marokko

z m o 303

African Studies Association Annual Meeting New York 18. – 21. Oktober 2007

BeiträgeBritta Frede: Religious institutions, political action and identity in 19th century Bilad

Shinqit (Panel: States and/of Saharan Studies)

Panel: Contradiction and Controversy: Reconfigurations of Gender and Intergenerational Relations in Muslim Africa

Marloes Janson, Dorothea Schulz

BeiträgeErin Augis (Ramapo College): Being a Sunnite wife: working, mothering, and growing up

in an Islamist movementDorothea Schulz (Indiana University): Disputing “Sunni” identity: Muslim activism and

competing discourses on masculinity in urban MaliMarloes Janson (ZMO): Missionary women, nurturing men: reconfigurations of gender

relations in The Gambia

Neo-Hanbalism Reconsidered: The Impact of Ibn Taymiyya and Ibn Qayyim al-Jawziyya ZMO, Berlin 23. bis 25. Oktober 2007

BeiträgeYahya Michot (Oxford): Law and justice according to Ibn Taymiyya, Ibn Qayyim al-

Jawziyya and Ibn Kathir: the challenge of faithfulnessSyafiq Hasyim (Jakarta): The reception of Ibn Taymiyya in IndonesiaCaterina Bori (Rom): Debating the status of Ibn Taymiyya one century later:

Ibn Nasir al-Din al-Dimashqi (d. 842/1438) and al-Radd al-WafirTzvi Langermann (Ramat Gan): Issues and answers in Kitab al-Ruh

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

z e n t r u m m o d e r n e r o r i e n t

304 z m o

Martin Riexinger (Göttingen): Ibn Taymiyya’s worldview and the challenge of modernity: a conflict among the Ahl-i Hadith in British India

Jon Hoover (Beirut): Recent attempt to prove that Ibn Taymiyya and Ibn Qayyim al-Jawziyya say that hell-fire is eternal

Giovanni Schallenbergh (Ghent): Dismantling Sufi discourse in Ibn Qayyim al-Jawziyya’s Madarij

Claudia Preckel (Bochum): Examining Siddiq Hasan Khan’s (1832 – 1890) bookshelf: Hanbali literature in 19th century Bhopal

Livnat Holtzman (Ramat Gan): The influences of Fakhr al-Din al-Razi on Ibn Qayyim al-Jawziyya’s theology and Quran exegesis

Christopher Melchert (Oxford): The relation of Ibn Qayyim al-Jawziyya to the Hanbali School of his time

Anke von Kügelgen (Bern): The poison of philosophy – Ibn Taymiyya’s struggle for and against reason

Guido Steinberg (Berlin): Ibn Taimiya in Jihadist political thinkingLutz Rogler (Berlin): “The father of the Islamic awakening”: some remarks on the image of

Ibn-Taimiyya in contemporary Islamist discourses Syamsuddin Arif (Kuala Lumpur): Ibn Qayyim al-Jawziyya in the Malay-Indonesian world:

a critical survey

Middle Eastern Studies Association Annual Meeting Montreal 16. – 21. November 2007

Panel: Migration and Urban Integration (Professional, Civic, Social, Spatial) in Ottoman and Middle-Eastern Cities 18th – 20th C.

18. November 2007 Nora Lafi

Florian Riedler (ZMO): Seasonal labour migration in late Ottoman IstanbulMalte Fuhrmann (ZMO): European working migrants in late Ottoman port cities

z m o 305

Nora Lafi (ZMO): From urban charity to municipal assistance and from precariousness to integration: rural migrants in Ottoman towns (18th c. – early 20th c.)

Ulrike Freitag (ZMO): The city and the stranger: Jeddah in the 19th century Nelida Fuccaro (SOAS University of London): Cities of pearls and oil: “foreigners”,

“nationals” and urban political sociability in the Persian Gulf (c. 1880s – 1960s)

Arbeitsgespräche

Prof. Abdellah Hammoudi, Princeton University: A season in Mecca: narrative of a pilgrimage, 6. Februar

Dr. Rita Aoud, Lycée Descartes, Rabat: Ouverture politique et écriture de l’histoire au Maroc, 26. Februar

Dr. Benjamin Soares, African Studies Centre, Leiden, 26. MärzSalam Kawakibi, Paris: The rise of Islamism in Syria today, 12. AprilAlexander Vezenkov, Sofia: reforms and social changes in a 19th century Ottoman city:

the case of Sofia, 3. MaiProf. Vangelis Kechriotis, Bosporus University Istanbul: Educating the nation: migration

and acculturation on the two shores of the Aegean at the turn of the 20th century, 30. Oktober

Prof. Rainer Ibana, Philosophy Department, Ateneo University: Grafting philosophy to the Tagalog prefix -Ka, Manila, 5. November

Prof. Leonardo Villalon, Center for African Studies, University of Florida, Gainesville: The relationship between state and Islamic religious movements (from a political science perspective), 26. November

Ralph Bodenstein, Deutsches Archäologisches Institut, Kairo, 13. Dezember

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

z e n t r u m m o d e r n e r o r i e n t

306 z m o

Gastwissenschaftler

Dr. Rita Aouad, Lycée Descartes, Rabat, 25. Februar – 4. März 2007Dr. Benjamin Soares, African Studies Centre, Leiden, 25. März – 1. April 2007Prof. Abdul Sheriff, Zanzibar Museum/Open University of Tanzania, 19. – 31. Mai 2007 Prof. Muhammad Qasim Zaman, Princeton University, 20. – 25. Mai 2007 Prof. Ahmed Ibrahim Abu Shouk, International Islamic University Malaysia,

29. Mai – 17. Juni 2007Prof. Nezam Abbasi, an-Najah-Universität, Nablus, 17. – 30 Juni 2007 Dr. Seema Alavi, Jamia Millia Islamia, Delhi, 25. Juni – 1. Juli 2007Sarah Binay, Orient-Institut Beirut, 5. – 8. Juli 2007Abdelkader Reggani, La confrérie de Reggani, Zawiya de Tamanrasset, 1. – 31. August 2007Ahmed Gassen, Université d‘Alger, 1. – 31. August 2007Prof. Norani Othman, Institut Kajian Malaysia dan Antarabangsa, 4. – 9. SeptemberProf. Dismas A. Masolo, University of Louisville, Kentucky, 23. – 28. Oktober 2007Prof. Vangelis Kechriotis, Bosporus University, Istanbul, 27. Oktober – 1. November

Vortragsveranstaltungen

ZMO-Kolloquium

Prof. Brigitte Reinwald, Universität Hannover: Inquiring personal archives: itineraries and narratives of West African combatants in the Second World War, 26. Januar 2007

Dr. Katharina Schramm, Universität Halle: “Welcome to the slave market”: signboards and the recreation of a historical landscape in Ghana, 21. Februar 2007

Prof. Talal Asad, City University, New York: Law, ethics and religion in the story of Egyptian modernization, 30. März 2007

PD Dr. Jens Heise, HU Berlin: Sprachansichten – Weltansichten: Zur „philosophischen Grammatik“ des Japanischen, 26. April 2007

Prof. Muhammad Qasim Zaman, Princeton: Ijtihad (independent reasoning) and legal change in modern Islam: The discourses of the Sunni ulama, 24. Mai 2007

Muhammad S. Umar, Wissenschaftskolleg zu Berlin: Islamic discourses on European visitors to West Africa in the mid nineteenth century, 28. Juni 2007

Prof. Brigitte Reinwald Dr. Katharina Schramm

z m o 307

Prof. Elmar Holenstein, ETH Zürich/Yokohama: Als europäischer Philosoph auf die Welt kommen: Zur Entstehungsgeschichte eines Philosophie-Atlasses, 19. Juli 2007

Prof. Henrietta Moore, London: Knowledge and ethics: perspectives from Africa, 10. Oktober 2007

Prof. D. A. Masolo, Louisville: Loosening the defense: How Africa responds to the global condition, 25. Oktober 2007

PD Dr. Iris Daermann, Lüneburg: Kulturtheoretische Implikationen der Gaben- und Medientheorie von Marcel Mauss, 29. November 2007

PD Dr. Roman Loimeier (ZMO): Was ist Reform in der islamischen Welt? Möglichkeiten und Grenzen des Vergleichs religiöser Reformbewegung im subsaharischen Afrika, 11. Dezember 2007

Andere Veranstaltungen

30. Oktober 2006 – 2. Juli 2007 , ab 29. Oktober 2007, Ottoman Urban Studies Seminar24. Januar 2007, Auftaktveranstaltung BMBF-Verbundprojekt Muslime in Europa

Podiumsdiskussion: Möglichkeiten und Grenzen öffentlich gelebter Religiosität, Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin

27. Januar 2007, Ein virtueller Rundgang durch den modernen Orient in Berlin, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, PD Dr. Achim von Oppen

2. Februar 2007, Massaker (D 2005 arab. mit engl. Untertiteln), von Monika Borgmann, Lokman Slim und Hermann Theissen, Kino Arsenal, Berlin

8. – 10. Februar 2007, Muslime als Staatsbürger – Bürgerschaftliches Engagement aus internationaler Perspektive, Konrad-Adenauer-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

12. – 13. Februar 2007, Vorführung der malaysischen Filme „Gubra“ and „The Big Durian“, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften, Berlin

22. Februar 2007, Buchpräsentation: The Delhi College. Traditional elites, the colonial state, and education before 1857, Prof. Ute Frevert (Yale University) im Gespräch mit der Herausgeberin und Autorin PD Dr. Margrit Pernau, ZMO Berlin

15. März 2007, Zwischen Pop und Dschihad: Muslimische Jugendliche in Deutschland, Buchvorstellung und Diskussion mit der Autorin Julia Gerlach, Veranstaltung in Kooperation von ZMO und Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

Prof. Roman LoimeierDr. Kai Kresse

z e n t r u m m o d e r n e r o r i e n t

308 z m o

19. April 2007, Auszeichnung des ZMO als „Ort der Ideen 2007“, Buchvorstellung der ZMO-Studien 22 „Changing values among youth. Examples from the Arab world and Germany“ in Kooperation mit dem Goethe-Institut, ZMO Berlin

6. Juni – 21. September 2007, Ausstellung „Philipp Schaeffer, 1894 – 1943, Orientalist, Bibliothekar, Widerstandskämpfer“ im Lesesaal der Bibliothek des ZMO, Berlin

6. Juni 2007, Zeitkonzepte und Zeitordnungen in islamischen Gesellschaften: Das Beispiel Sansibar im 20. Jhd., Institut für Asien- und Afrikawissenschaften, Berlin, PD Dr. Roman Loimeier

8. Juni 2007, The Halfmoon Files, Präsentation von Dr. Britta Lange und Philip Scheffner 11. Juni 2007, Sacred language and cultural decline: Were Arabs too backward to print

books?, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin, Dr. Dana Sajdi

20. Juni 2007, Will to knowledge, lack of power and the double-periphery: coastal Muslims in postcolonial knowledge, Afrikakolloquium, HU Berlin, Dr. Kai Kresse

26. Juni 2007, Rewriting the Indian revolt of 1857: Jihadi Muslims and the nation, Prof. Seema Alavi (Delhi), ZMO, Berlin

2. Juli 2007, Islamische Mission in den säkularisierten Gesellschaften Europas: zwischen Bereicherung und Konflikt, Veranstaltung des Verbundprojektes Muslime in Europa, PD Dr. Henning Wrogemann (Missionsseminar in Hermannsburg)

7. Juli 2007, Tag der offenen Tür, ZMO Berlin11. Juli 2007, Go East. Deutsche und österreichische Arbeiter in der Türkei und auf dem

Balkan vor hundert Jahren, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin, Dr. Malte Fuhrmann

17. Oktober 2007, The umma, the nation, the daw‘a and the state. Synonymous antonyms, Tamim Al-Barghouti (Cairo), Berlin

31. Oktober 2007, Da‘wa in Deutschland: Mission, Dialog oder Öffentlichkeitsarbeit? Ein Werkstattgespräch zwischen Wissenschaftlern, Vertretern muslimischer Gemeinden und der Öffentlichkeit, eine Veranstaltung des Verbundprojektes Muslime in Europa in Kooperation mit der Muslimischen Akademie in Deutschland, Heinrich Böll Stiftung Berlin

1. November 2007, Das andere Arabien. Politik und Geistesleben zwischen Modernisierung und Selbstbehauptung, Festvortrag von Prof. Dr. Udo Steinbach zum 70. Geburtstag von Prof. Dr. Werner Ende, Robert Bosch Stiftung, Berlin

Prof. Achim v. Oppen

z m o 309

5. November 2007, Area Studies und die Welt. Weltregionen und neue Globalgeschichte, Buchpräsentation und Diskussion der Herausgeberin Prof. Dr. Birgit Schäbler (Universität Erfurt) mit Prof. Dr. Dr. h.c. Hartmut Kaelble (Humboldt-Universität zu Berlin), ZMO Berlin

12. November 2007, Rethinking religious conversion: a theory of (trans)national Senega-lese Shi‘ism, Dr. Mara Leichtman (Michigan State University/ZMO) im Rahmen des Kolloquium im Wintersemester 2007/8 Die Präsenz von Religion, FU Berlin

21. November – 31. Dezember 2007, Ausstellung „Made in Teheran – 6 Frauen-Blicke“ eine Veranstaltung in Kooperation mit Artefakt Kulturkonzepte und der Cicero-Galerie für politische Fotografie, Cicero-Galerie Berlin

25. November 2007, ZMO-Podiumsgespräch mit Dr. Katajun Amirpur, Cicero-Galerie Berlin

26. November 2007, Insha‘allah: Quotidien Islam im subsaharischen Afrika: eine Zeitreise Vortrag von PD Dr. Roman Loimeier im Rahmen des Kolloquium WS 2007/8 Die Präsenz von Religion, FU Berlin

v e r a n s t a l t u n g e n u n d g ä s t e

Farhan Sabbagh

z e n t r u m m o d e r n e r o r i e n t

310 z m o

Bibliothek

le ite r Dr. Thomas Ripper

bib lioth e k ar in Martina Febra

Öffnungszeiten:Montag: 9.00 – 15.30 UhrDienstag, Mittwoch, Donnerstag: 9.00 – 17.00 UhrFreitag: 9.00 – 13.00 Uhr

Es besteht Kopiermöglichkeit – 5 Cent pro Seite – und eine Wochenendausleihe für Stu-dent/innen, die ihre Magisterarbeit schreiben (Ausleihordnung auf der Website der Bibli-othek unter: http://www.zmo.de).

Aus finanziellen Gründen konnte die bis 30. Juni 2007 befristete Stelle einer studentischen Hilfskraft nicht verlängert werden. Sebastian Sons hatte diese Tätigkeit seit dem 1. Okto-ber 2006 ausgeübt. Er hatte den Bibliotheksleiter erfolgreich bei der Einarbeitung ara-bischer Monographien aus dem Steppat-Nachlass unterstützt und war darüber hinaus mit der Einarbeitung von Monographien und Zeitschriften aus kleineren Nachlässen be-traut gewesen. Die Anstrengungen hinsichtlich der Einarbeitung von Nachlässen waren auch im Jahre 2007 erfolgreich. Sowohl alle europäisch- als auch alle arabischsprachigen Werke aus der umfangreichen Privatbibliothek von Prof. Dr. Fritz Steppat, die er 1998 dem ZMO als Schenkung überlassen hatte, sind in den Bestand der Bibliothek eingearbeitet. Alle Titeldaten können nun über den Onlinekatalog recherchiert werden. Priorität hat seit-dem die Erfassung des Aktennachlasses von Prof. Dr. Gerhard Höpp, welcher vor allem die Themen „Arabische Begegnungen mit dem Nationalsozialismus“, „Muslime in Deutsch-land zur Zeit des Ersten Weltkrieges und der Zwischenkriegszeit“, „Essad Bey“ umfasst. Soweit es sich um Autographe und Originale handelt werden die Dokumente von Martina Febra in der Online-Datenbank Kalliope (zentraler Sucheinstieg für Nachlässe und Auto-

z m o 311

graphen in Deutschland) verzeichnet und mit gescannten Abbildungen der Dokumente verknüpft. In rechtlich gesicherten Fällen besteht zu diesen Scans freier Zugriff. Die Titel-daten aller übrigen Archivmaterialien aus dem Höpp-Nachlass (z. B. Auszüge aus For-schungsliteratur) werden in ein elektronisches Findbuch eingegeben, das unser Mitarbeiter Jasper Michalczik entwickelte. Im Laufe des Jahres wurde der Bibliothek auch ein neuer bedeutender Nachlass anver-traut. Nach dem Tod des FAZ-Nahost-Korrespondenten Dr. Harald Vocke im Februar 2007, vermachte seine Frau seine journalistischen Arbeiten sowie die von ihm gesammelte ara-bische Fachliteratur über den modernen Orient dem ZMO. Es handelt sich um rund 20 Regalmeter Bücher und Akten – darunter seine eigenen Artikel, die über den Jemen-Krieg, den Libanon- und Palästina-Konflikt, die erste Ölkrise, die Situation der Christen im heu-tigen Orient und andere zeithistorische Themen berichten. Der Nachlass ist im Magazin der Bibliothek nach Sachgebieten geordnet aufgestellt. Auch wenn das Material noch nicht katalogisiert ist, steht es doch somit für eine Recherche nach Sachgebieten zur Ver-fügung. Aus dem Aktenbestand sind allerdings aus Gründen des Schutzes noch lebender Personen gegenwärtig nur die Ordner mit den journalistisch publizierten Arbeiten Dr. Vockes öffentlich zugänglich. Im Jahre 2007 wurden 1046 Monografien neu erworben und bearbeitet. Der Bestand aktueller Literatur seit Bestehen der Bibliothek (1992) erreicht damit 22.374 Bände. Der Bestand an laufenden Zeitschriften sowie den neu ins System eingegebenen Zeitschriften-titeln aus Altbeständen umfasst 177 Titel. Die Anzahl aller Mikroformen beträgt 8073 (558 Mikrofilme, 7.515 Mikrofiches).

b i b l i o t h e k

z e n t r u m m o d e r n e r o r i e n t

312 z m o

Publikationen, Vorträge, Lehrtätigkeit und Öffentlichkeitsbeiträge der Mitarbeiter

Publikationen, Monographien, wissenschaftliche Abschlussarbeiten

Publikationen

Ahmad, FaizanDraft project report. Berlin, ZMO, Dezember 2007.

Ahmed, ChanfiIslam in Ostafrika: Tansania, Kenia, Uganda. In: Islam verstehen, SympathieMagazin,

Nr. 26, Januar 2007, 63. The reformist movement of Sunni and Shia Islam in East Africa. In: Zentrum Ökumene

der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, (ed.), Christianity and Islam in Ghana, Tanzania and Germany, Dokumentation des Workshops, Limburg / Gnadenthal, 9. – 12. Oktober 2006, Frankfurt, Zentrum Ökumene, 2007, 24 – 31.

Ahuja, Ravi“Captain Kittoe’s road”. Early colonialism and the politics of road construction in

nineteenth-century peripheral Orissa. In: Georg Pfeffer (ed.), Periphery and centre in Orissa: groups, categories, values, New Delhi, Manohar, 2007, 291 – 318.

Indischer Ozean. In: F. Jaeger (ed.), Enzyklopädie der Neuzeit, Vol. 5, Stuttgart, J. B. Metzler, 2007, col. 857 – 890.

Pathways of Empire. Circulation, ‘public works’ and social space in colonial Orissa (c. 1780 – 1914) (in: New Perspectives in South Asian History), Hyderabad: Orient Longman (submitted to publisher 2007, to be published in 2008 Hyderabad).

(Rez.): Making the Empire a thinkable whole: master and servant law in transterritorial perspective, review essay on Douglas Hay/Paul Craven (eds.), Masters, servants, and magistrates in Britain and the Empire, 1562 – 1955. In: International Review of Social History 52 (2007), 287 – 294.

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e , l e h r t ä t i g k e i t u n d ö f f e n t l i c h k e i t s b e i t r ä g e

z m o 313

(Rez.): Shashi Bhushan Upadhyay, Existence, identity and mobilization. The cotton millworkers of Bombay 1890 – 1919. In: Indian Economic and Social History Review 44,1 (2007), 95 – 97.

Aymes, Marc (ed.), European Journal of Turkish Studies, 6 (2007): Ill-literate knowledge.

URL: www.ejts.org/sommaire1293.html

The voice-over of administration: reading Ottoman archives at the risk of ill-literacy. In: European Journal of Turkish Studies, 6 (2007): Ill-literate Knowledge http://www.ejts.org/document1333.html.

From seminar to séminaire, sans papier [a collection of electronic pre-prints in French and Francophone Studies at Cornell University], 2007. http://www.einaudi.cornell. edu/french_studies/ publications/index.asp?pubid=3891

Revised and augmented French version: Du seminar au séminaire, Labyrinthe, 27 (2007/2): La fin des disciplines, 37 – 58.

Provincialiser l’empire: Chypre et la Méditerranée ottomane au xixe siècle, In: Annales. Histoire, Sciences sociales, 62/6 (Nov. – Dez. 2007), 1313 – 1344.

Bromber, KatrinBuibui: un débat sur le vêtement porté par le femmes sur la côte du Tanganyika

(1929 – 1934), In: Jean-Luc Vellut (ed.), Ville d’Afrique. Exploration en histoire urbaine. Paris, L’Harmattan 2007, 201 – 17.

German colonial administrators, Swahili lecturers and the promotion of Swahili at the Seminar für orientalische Sprachen in Berlin. In: Sudanic Africa. A Journal of Historical Sources 14 (2004), 39 – 54.

„Furnish us with the Zanzibar history“ – Geschichte im medialen Differenzdiskurs. In: Catherine Griefenow-Mewis (ed.), Afrikanische Horizonte. Studien zur Sprachen, Kulturen und zur Geschichte. Wiesbaden, Harrassowitz Verlag, 2007, 59 – 69.

Mjakazi, Mpambe, Mjoli, Suria. Female slaves in Swahili sources. In: Gwyn Campbell, Suzanne Miers, and Joseph C. Miller (eds.), Women and slavery. Vol. 1. Africa, the Indian Ocean world, and the medieval North Atlantic, Athens, Ohio University Press, 2007, 111 – 128.

Blühende Medienlandschaften Britische Informationspolitik für ostafrikanische Truppen während des Zweiten Weltkriegs, sozialgeschichte.extra, 2007, 1 – 25. http://www.stiftung-sozialgeschichte.de

z e n t r u m m o d e r n e r o r i e n t

314 z m o

Dennerlein, Bettina(und Dietrich Reetz, eds.): Comparative Studies of South Asia, Africa and the Middle East,

27 (2007) 1.(mit Dietrich Reetz): Continuity and disparity: south-south linkages in the Muslim

world. In: dies., Comparative Studies of South Asia, Africa and the Middle East, 27 (2007) 1, 3 – 6.

South-south linkages and social change: Moroccan perspectives on army reform in the Muslim Mediterranean in the ninteenth century. In: Bettina Dennerlein, Dietrich Reetz (eds.), Comparative Studies of South Asia, Africa and the Middle East, 27 (2007) 1, 52 – 61.

(mit Sonja Hegasy): Die marokkanische Wahrheitskommission zwischen Politik und Geschichte. In: Christoph Marx (ed.), Bilder nach dem Sturm. Wahrheitskommissi-onen und historische Identitätsstiftung zwischen Staat und Zivilgesellschaft, Periplus-Studien, Bd. 12, 2007.

Fischer-Tahir, AndreaBlack-white man, white-red woman: Representations of gender in Kurdish urban society.

In: The International Journal of Kurdish Studies 21 (2007), 123 – 143.Güter verteilen, Macht demonstrieren, Chancen verpassen – Die KurdInnen blicken aus

sicherer Entfernung auf das Chaos im Irak und kultivieren eine in Hoffnungslosig-keit versinkende Konsumnation mit autoritärer Führung. In: Phase 2 (2008), 26.

Freitag, UlrikeAl-Ah. madı al Yaf‘ı , S

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Einfluss religiöser Parteien und islamischer Institutionen in Pakistan auf der Fachtagung der Heinrich Böll-Stiftung zu Pakistan: Wege aus der Dauerkrise?, Berlin, 22. – 23. Oktober 2007.

Vorträge zu den Beziehungen Pakistans mit Iran und mit Zentralasien auf Experten-tagung 60 Jahre Pakistan – Rückblick und Ausblick, Hanns-Seidel-Stiftung, Wildbad Kreuth, 18. – 19. November 2007.

The Deoband system in India and abroad, wissenschaftliche Konferenz zum internatio-nalen Einfluss des islamischen Seminars von Deoband, Washington, 13. Dezember 2007.

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Seasonal labour migration in late Ottoman Istanbul, MESA Annual Meeting 2007, Montreal, 17. – 20. November 2007.

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Der Begriff der maqassid aš-šarı‘a in der aktuellen Semantik religiös-sozialer „Erneuerung”, 30. Deutscher Orientalistentag, Universität Freiburg im Breisgau, 24. – 28. September 2007.

“The father of the Islamic awakening”: some remarks on the image of Ibn Taymiyya in contemporary Islamist discourses, Workshop Neo-Hanbalism Reconsidered: The Impact of Ibn Taymiyya and Ibn Qayyim al-Jawziyya, ZMO Berlin, 23. – 25. Oktober 2007.

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Routes of expansion: North-south migrations and the extension of Islam to Southeast Nigeria, Konferenz Moving Cultures, Shifting Identities, Flinders University, Adelaide, South Australia, 3. – 6. Dezember 2007.

Islam in Southeastern Nigeria: Who is converting and why?, 25th Annual Conference of the Association of Third World Studies, Lima, Peru, 18. – 20. November 2007.

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Wagenhofer, SophieParallelkonstruktionen von Jewish space. Das Jüdische Museum in Casablanca,

K onferenz Jewish Spaces – Die Kategorie Raum im Kontext kultureller Identitäten an der Universität Graz, April 2007.

Identitätsdiskurs und Geschichtspolitik in Marokko, Herbsttagung des Arbeitskreises Politik und Geschichte in Dresden, Oktober 2007.

(und Andrea Fischer-Tahir und Sonja Hegasy): Memory and identity in changing Arab societies, Klausurtagung des ZMO, September 2007.

„Das Jüdische“ im marokkanischen Identitätsdiskurs der Gegenwart, Simon-Dubnow-Institut, Leipzig, Dezember 2007.

Yenal, ZaferThe stranger in the city: unwanted immigrants, Workshop Migration and Urban Institu-

tions in the Late Ottoman Reform Period, ZMO, Berlin, 10. – 11. Mai 2007.

Lehrveranstaltungen

Ahmed, ChanfiErste Begegnungen zwischen christlichen Missionaren und indigener Bevölkerung

Ostafrikas im 19. Jahrhundert, Hauptseminar, HU Berlin, Seminar für Asien und Afrikawissenschaften, Sommersemester 2007.

Zwischen Arabien und Afrika: Das Horn von Afrika (Sudan, Somalia, Djibuti, Äthiopien und Eritrea), I. Nationalismus und Islamismus, Hauptseminar, HU Berlin, Seminar für Asien und Afrikawissenschaften, Wintersemester 2007/8.

Bromber, KatrinSwahili Sprachunterricht, Institut für Ethnologie, FU Berlin, Sommersemester 2007,

Wintersemester 2007/8.

Freitag, UlrikeOsmanische Stadtgeschichte im 19. Jhd. am Beispiel Jiddas, Institut für Islamwissen-

schaft, FU Berlin Sommersemester 2007 Einführung in Geschichte und Gesellschaft des Vorderen Orients ab 1500, Institut für

Islamwissenschaft, Vorlesung, FU Berlin Wintersemester 2007/8.Magistranden- und Doktorandenkolloquium, Institut für Islamwissenschaft, FU Berlin

Sommersemester 2007 und Wintersemester 2007/8.

Krawietz, BirgitGender und Islam, Vorlesung, Universität Tübingen, Wintersemester 2006/7.

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336 z m o

Reetz, DietrichSüdasien in der Globalisierung: Geschichte, Kultur, Religion. Vorlesung, Seminar

Geschichte Südasiens, HU Berlin, Sommersemester 2007. Religion und politische Öffentlichkeit in Südasien: Erfahrungen vor und nach der

Unabhängigkeit. Vorlesung, Seminar Geschichte Südasiens der HU Berlin, Sommer-semester 2007.

Alternative Entwürfe für die Unabhängigkeit (1): Die ethno-religiösen Regional-bewegungen der Pakhtunen, Sikhs und Tamilen vor 1947. Hauptseminar, Seminar Geschichte Südasiens, HU Berlin, Sommersemester 2007.

Alternative Entwürfe für die Unabhängigkeit (2): Die islamischen Bewegungen der Reli-gions schulen und Sekten vor 1947. Hauptseminar, Seminar Geschichte Südasiens, HU Berlin, Sommersemester 2007.

Magistrand/innen- und Forschungskolloquium, Seminar Geschichte Südasiens der HU Berlin, Sommersemester 2007.

Beiträge in Medien und in öffentlichen Veranstaltungen

Auftritte in öffentlichen Veranstaltungen zu aktuellen Themen und regional-kundliche Informationen für Politiker und Gremien

Islam and national unity? Sin Chew Jit Poh newspaper, Sin Chew Publications office, Petaling Jaya, 15. Januar 2007 (Farish A. Noor)

Women in the Jundullah: The case of women supporters of the Jama’ah Islamiyah of Indonesia. Workshop on Female Suicide Bombers and Europe, International Institute for Strategic Studies (IISS), Arundel House, London, 12. März 2007 (Farish A. Noor)

Islamic education and Islamic schools in Southeast Asia, Seminar Foreign and Common-wealth Office, Ministry of Foreign Affairs, London, 11. April 2007 (Farish A. Noor)

Political Islam in Southeast Asia: its political and security implications, Briefing, Joint Terrorism Analysis Centre (JTAC), Thames House, London, 12. April 2007 (Farish A. Noor).

The war on terror in Pakistan, Expertengespräch mit pakistanischer Delegation (Shireen Mazari, Riaz Khokhar), US Aspen Institute Berlin, 27. April 2007 (Dietrich Reetz)

The shifting fortunes of Indonesia’s radical groups: Jihad revisited, Institute for Strategic and International Studies (ISIS), Kuala Lumpur, 13. Juni 2007 (Farish A. Noor).

Bridging the Educational Gap, Konferenz Islam and the West: Bridging the Gap, Institute for Diplomacy and Foreign Relations (IDFR), in Kooperation mit dem Institute for Strategic and International Studies (ISIS) and the International Movement for a Just World (JUST), Kuala Lumpur. 16. – 17. Juni 2007 (Farish A. Noor)

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e , l e h r t ä t i g k e i t u n d ö f f e n t l i c h k e i t s b e i t r ä g e

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Internal discussion with leaders and members of the Dutch Labour Party (PVDA) on the question of Islam and Muslim migration to Europe and the Netherlands, Eddy Tersaal of the PVDA, Amsterdam, 2. September 2007 (Farish A. Noor)

Islam and the question of Muslim minorities in the Netherlands, public lecture, Dutch Labour Party (PVDA), Amsterdam, 3. September 2007 (Farish A. Noor)

Shariah and the implementation of Islamic law in Indonesia, public discussion at conference on Islam and the Rule of Law, Konrad-Adenauer Stiftung, Berlin, 7. Septem-ber 2007 (Farish A. Noor)

Between ethics in norms and praxis: why the democratic revolution in Burma matters to progressive religion, Panel discussion Joint inter-faith dialogue forum of the Forum 2000 meeting, Prag, 9. Oktober 2007 (Farish A. Noor)

Einfluss religiöser Parteien und islamischer Institutionen in Pakistan, Fachtagung der Heinrich Böll Stiftung zu Pakistan: Wege aus der Dauerkrise?, Berlin, 22. – 23. Oktober 2007 (Dietrich Reetz)

Vorträge zu den Beziehungen Pakistans mit Iran und mit Zentralasien, Expertentagung der Hanns-Seidel-Stiftung 60 Jahre Pakistan – Rückblick und Ausblick“ Wildbad Kreuth, 18. – 19. November 2007 (Dietrich Reetz).

Interviews und Beiträge in Fernseh- und Rundfunkprogrammen, darunter

RN Afrique: Anthropologists: an in/outsider look at African cultures, Interview mit Marloes Janson, 23. Januar 2007

Offener Kanal Berlin: Ein virtueller Rundgang durch den modernen Orient in Berlin im Rahmen des Salon Sophie Charlotte Von Achim v. Oppen, 24. Januar 2007

Deutschlandfunk: Sendereihe Tag für Tag – Aus Religion und Gesellschaft, Interview mit Dietrich Reetz, 25. Januar 2007

Deutschlandfunk: Sendereihe Tag für Tag –Aus Religion und Gesellschaft: Muslime in Europa Von Sabine Kleyboldt, 25. Januar 2007

Radio France: Interview mit Chanfi Ahmed zum Thema Immigration Von Bertrand Gallicher, 7. Februar 2007

Offener Kanal Berlin: Muslime in Europa – Möglichkeiten und Grenzen öffentlich gelebter Religiosität 29. Januar, 12. Februar, 12. März 2007

CNN: German judge refers back to cultural practice in Morocco Von Diana Magnay, 22. März 2007

Radio Multikulti: Zentrum Moderner Orient stellt Jugendstudie zur arabischen Welt vor Von Nina Siegers, 19. April 2007

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Akhbariyya: Interview mit Ulrike Freitag Von Maysoun Abu Bakr, 7. Mai 2007

Deutsche Welle (arab. Dienst): Dialog der Kulturen und Religionen. Mit Ulrike Freitag Von M. Alami, 14. Mai 2007

Deutsche Welle TV (arab. Dienst): G8 in Heiligendamm, Mit Lutz Rogler, 1. Juni 2007

Hessischer Rundfunk: Interview mit Dietrich Reetz zu Demonstrationen in Pakistan gegen die Verleihung eines britischen Adelstitels an Salman Rushdie, 22. Juni 2007

Deutsche Welle: Prof. Seema Alavi about the Indian Revolt of 1857 Von Kishwar Mustafa, 27. Juni 2007Deutsche Welle TV (arab. Dienst): Zum Wahlsieg der AKP in der Türkei

Mit Lutz Rogler, 27. Juni 2007Deutschlandfunk: Islamische Mission in Europa

Von Margarethe Steinhausen, 3. Juli 2007Deutsche Welle: Fokus Asien: Homosexuelle in Nepal. Geschichte, Gegenwart und

Einfluss westlicher Vorbilder Interview mit Thomas K. Gugler Von Katharina Borchard, Juli 2007

Deutschlandradio Kultur: Vorsicht Lachen! Konferenz über Humor in der arabischen Kultur Von Antje Bauer, 7. Juli 2007

Deutsche Welle Online: Der General und die Mullahs Von Dennis Stute, 7. Juli 2007

WDR3: Kampf der Pointen Von Sonja Hegasy, 9. Juli 2007

Deutschlandfunk: Sendereihe Tag für Tag Aus – Religion und Gesellschaft: Islamische Mission Beitrag von Margarethe Steinhausen, 10. Juli 2007

RBB Kulturradio: Kulturradio am Morgen: Interview mit Prof. Dietrich Reetz zum Integrationsgipfel Von Axinja Salnik, 11. Juli 2007

WDR3: Go East. Deutsche und österreichische Arbeiter in der Türkei und auf dem Balkan vor hundert Jahren Mit Malte Fuhrmann, 12. Juli 2007

arte.tv.online: Muslime in Deutschland, Interview mit Dietrich Reetz Von Elisabeth Stirnemann, 27. August 2007

Arte: Online-Dossier zum Themenabend „Der aufgeklärte Islam hat das Wort“, Interview Mit Dietrich Reetz Von Elisabeth Stirnemann, 28. August 2007

Al-Jazeera: Führende Frauen in der arabischen Welt, Interview Mit Ulrike Freitag, 4. September 2007 (Ausstrahlung: 6. und 7. September 2007)

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e , l e h r t ä t i g k e i t u n d ö f f e n t l i c h k e i t s b e i t r ä g e

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Hessischer Rundfunk: Öffentliche Meinung zum Terrorismus in der arabischen Welt. Von Julia Gerlach, 5. September 2007

Offener Kanal Berlin: Fachkonferenz. Islam und Rechtsstaat. Zwischen Scharia und Säkularisierung, 10. – 12. September 2007 6. September 2007 (Übertragung eines dreiteiligen Bericht über die Fachkonferenz, WH: 26. – 28. September, 22. – 24. Oktober 2007)

Deutschlandfunk: Islam und Rechtsstaat. Eine Konferenz der KAS und des ZMO in Berlin Von Frank Hessenland, 7. September 2007

dradio.de: Islam und Rechtsstaat, Tagung in Berlin Von Frank Hessenland, 7. September 2007

Wissenschaftsjahr 2007, ABC der Geisteswissenschaften: Orchidee des Monats, Interview mit Prof. Ulrike Freitag, September 2007

Hessischer Rundfunk: Interview mit Dietrich Reetz zur Rückkehr von Benazir Bhutto nach Pakistan 18. Oktober 2007

RBB Kulturradio: Von androgynen Göttern und falschen Familienvätern – Homosexualität im Hinduismus, Interview mit Thomas K. Gugler Von Katharina Borchardt, 21. Oktober 2007

RBB Inforadio: Interview mit Dietrich Reetz zur innenpolitschen Entwicklung in Pakistan, 13. November 2007.

WDR3: Mosaik: Made in Teheran Von Shikiba Babori, 22. November 2007

100,6 Motor FM: Interviews zur Ausstellung Made in Teheran Von Sarah Tschernigow, 22. November 2007

RBB Radio Eins: Made in Teheran Von Katja Weber, 27. November 2007

Hessischer Rundfunk: Zum Attentat auf Benazir Bhutto Interview mit Dietrich Reetz, 28. Dezember 2007

Interviews und Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften, darunter

qantara.de: Arabischer Bericht über die Menschliche Entwicklung. Frauenbewegung im Wandel Von Sonja Hegasy, 2. Januar 2007

Goethe-Institut: Grenzen überschreiten – Islamforschung in Deutschland Von Volker Thomas, Januar 2007

taz: Aufbruch in die Moderne Von Sonja Hegasy, 29. Januar 2007

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Spiegel online: Vorkämpfer für Islam-Austritte mit dem Tod bedroht Von Anna Reimann, 21. Februar 2007

DIE ZEIT: „Mohammed als großer Kaufmann“. Hersteller und Händler verdienen gut an ihrer muslimischen Kundschaft Von Karsten Polke-Majewski, 15. März 2007

Bild: Skandal-Richterin spricht von Züchtigungsrecht Von Daniela Stohn, 22. März 2007

qantara.de: Buchtipp Susanne Fischer: Meine Frauen-WG im Irak Von Sonja Hegasy, 22. März 2007

Goethe Institut: Jugendkultur: Die Generation Mohammed VI von Sonja Hegasy, April 2007

FAZ Hochschulanzeiger: Aufklärer südlich der Sahara Von Peter Trechow, April 2007

Handelsblatt: Gegen die Gleichung Islam = Gewalt Von Susanne Weiss, 11. April 2007

Khaleej Times Online: Talal Asad and the Comfort of Discomfort Von Farish Noor, April 2007

Handelsblatt: Forschung über das Afrikabild der Chinesen Von Regina Krieger, 11. April 2007

Welt am Sonntag: Keine Angst vor Kreuzberger Verhältnissen Von Florentine Anders, 18. April 2007

Qantara.de: Jugend in der arabischen Welt. Blinder Fleck auf der Wissenschaftslandkarte (eng./arab.) Von Julia Gerlach, 30. April 2007

Asia Inc: Is this the new Face of Terror in Asia? Von Farish Noor, Mai/Juni 2007

Zenith: Goldene Zeiten. Arabische Geschichtsschreibung im 21. Jahrhundert Von Sophie Wagenhofer, Mai 2007

WIR-FU Berlin: Der Orient in Berlin Von Achim v. Oppen, 1/2007

WIR-FU Berlin: Muslime in Europa Von Susanne Weiß, 1/2007

Asia Inc: Indonesia’s Silent Revolution Von Farish A. Noor, Juli/August 2007

qantara.de: Die arabischen Globalisierungskritiker und der G8-Gipfel Von Ahmad Hissou, 6. Juli 2007

Deutsche Welle online: Der General und die Mullahs Von Dennis Stute, 6. Juli 2007

Financial Times Deutschland: Radikaler Islam lockt Frauen an Von Sabine Muscat und Willi Germund, 6. Juli 2007

p u b l i k a t i o n e n , v o r t r ä g e , l e h r t ä t i g k e i t u n d ö f f e n t l i c h k e i t s b e i t r ä g e

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al-Jazeera.net: Humor im arabischen Kulturraum. Interview mit Birgit Krawietz Von Khaled Shammat, 7. Juli 2007

NZZ: Blick in Zeitschriften. Welten der Wissenschaft Von Angela Schader, 9. Juli 2007

Süddeutsche Zeitung: Bis auf die Weisheitszähne. Eine Berliner Tagung über arabischen Humor Von Kathrin Kommerell, 10. Juli 2007

tagesspiegel.de: Gegen den Glauben Von Ruth Ciesinger, 11. Juli 2007

Welt online: Der Kampf um die Pankower Moschee Von Freia Peters, 14. Juli 2007

Neue Züricher Zeitung: Der Prophet lachte. Ein Berliner Symposion über Humor in der arabischen Kultur Von Konrad Watrin, 13. Juli 2007

AP: „Es werden alle Chancen genutzt werden“, Interview mit Andrea Fischer-Tahir Von Isabell Scheuplein, 25. Juli 2007

BBAW: Die Akademie am Gendarmenmarkt 2007: Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa Von Sonja Hegasy, Juli 2007

qantara.de: Palästina und der Nationalsozialismus (dt./engl.) Von Götz Nordbruch, August 2007

Berliner Zeitung: Attentäter aus Deutschland Von Carsten Kaefert, 8. September 2007

Tagespiegel: Die alten Gehilfen Von Ruth Ciesinger, 8. September 2007

Tagespiegel: Was Recht ist Martin Gehlen, 10. September 2007

qantara.de: Lähmende Lethargie. Ergebnisse der Parlamentswahlen in Marokko (auch engl./arab.) Von Sonja Hegasy, 12. September 2007

Tagespiegel: Kosmopolit oder Orientbummler? Von Ulrike Freitag, 21. September 2007

Kultur Online: Made in Teheran, 4. November 2007Financial Times Deutschland: Interview mit Dietrich Reetz zur Rolle der Islamisten in

der gegenwärtigen innenpolitischen Krise Pakistans, 8. November 2007FAZ: Die Achse und die Araber. Palästina, der Faschismus und der Nationalsozialismus

Von Gottfried Niedhart, 12. November 2007Berliner Abendblatt: Frauen blicken auf den Iran, 21. November 2007Neues Deutschland: Mehr als Blicke durch den Türspion

Von Tom Mustroph, 24. November 2007

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Berliner Zeitung: Die Spione von Teheran Von Carmen Böker, 27. November 2007

IRNA: Iranian photo exhibit helps to change German views on Iran: Mehraneh Atashi Von Oliver Towfigh Nia, 27. November 2007

Tagesspiegel: Der Schleier hebt sich Von Karin Erichsen, 28. November 2007

Berliner Abendblatt: Iran der Frauen 28. November 2007

EMMA: Iranerinnen in Berlin, November/Dezember 2007 brennpunkt: Made in Teheran, 4. Quartal 2007GEO: Bartverbot auf den Malediven, Interview mit Chanfi Ahmed über Islam auf den

Malediven, 1. Dezember 2007Berliner Morgenpost: Frauen ist der Zutritt verboten. Die Cicero-Galerie präsentiert sechs

Fotografinnen aus der modernen iranischen Gesellschaft Von Gabriela Walde, 3. Dezember 2007

taz: Interview zum „Teddy-Skandal“ im Sudan, Interview mit Sonja Hegasy Von Jan Piegsa, 4. Dezember 2007

tip Berlin Magazin: Fürchtet euch nicht Von Jacek Slaski, 12. Dezember 2007

zenith: sechs Frauenblicke Von Lisa Akbary, Dezember 2007

343

Bericht über das Forschungsjahr 2007Geisteswissenschaftlichen Zentren Berlin e. V.

Schützenstraße 18 | 10117 Berlinfon 030. 20 192-130 | fax 030. 20 192-120www.gwz-berlin.de

Herausgeber: Der Vorstand

Koordination: Wolfgang Kreher

Redaktion:Svenja Becherer, Hans-Martin Gärtner, Rebecca Glanz, Sonja Hegasy, Wolfgang Kreher, Dirk Naguschewski, Barbara Stiebels

Redaktionsassistenz:Elke Dresler, Sabine Zimmermann

Redaktionelle Mitarbeit: Ulrike Freywald, www.text-und-stil.de

Bildredaktion:Svenja Becherer, Rebecca Glanz, Dirk Naguschewski, Barbara Stiebels

Titelbild:Nach einer Graphik von Karl-Ernst Herrmann für den Spielplan Juni/Juli 2008 des Berliner Ensembles, Datenerfassung und -bearbeitung: Tobias Fuchs, Realisierung: doppelpunkt, Berlin

Abbildungen:Wolfgang Meier: © ‚Nymphenbrunnen‘ Schloss Schlitz Mecklenburg-Vorpommern auf S. 9; Archiv Ulrike Freitag S. 10 (3. Bild von oben); Archiv Manfred Krifka S. 10 (4. Bild von oben)und 198; Florian Keller S. 10 (2. Bild von oben) sowie 148–187; Lars Reimann (AKUD) S. 123; Annette Trabold S. 10 (1. Bild von oben); ZMO bzw. die jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beschriebenen Projekte S. 218–341; Orte der Ideen S. 219, S.229; Cicero Galerie Berlin S. 233 und S. 309 rechtes Bild.

Umschlag, Layout und Satz: doppelpunkt, Berlin, www.doppelpunkt.com

Druck und Verarbeitung: H&P Druck, www.hp-druck.de

Die Herausgeber haben sich bis Produktionsschluss intensiv bemüht, alle Inhaber von Abbildungsrechten ausfindig zu machen. Personen und Institutionen, die möglicherweise nicht erreicht wurden und Rechte an den verwendeten Abbildungen beanspruchen, werden gebeten, sich nachträglich mit den Geisteswissenschaftlichen Zentren in Verbindung zu setzen.2009

Auf Grundlage der Empfehlungen des Wissenschaftsrats vom Juni 1991 und vomNovember 1994 initiierte der Wissenschaftssenator im Land Berlin Ende 1995 dieGründung des Vereins Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e. V. und übertrug ihm dieTrägerschaftfürdreiForschungszentren.Am1.Januar1996beganndieerstezwölfjährigeFörderphase der Zentren. Auf Grundlage einer Empfehlung des Wissenschaftsrats vomJanuar 2006, in der die Forschungsleistungen der Zentren seit 1996 als hervorragendbewertetundderenWeiterförderungundWeiterführungempfohlenwurde,begannam1.Januar2008diezweiteFörderphasederZentren.Untereinemgemeinsamenorganisato-rischenDacharbeitenheute: dasZentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft(ZAS), Gründungsdirektor:Prof.Dr.EwaldLang(bis2000), Direktor:Prof.Dr.ManfredKrifka(seit2000); dasZentrum für Literatur- und Kulturforschung(ZfL), Gründungsdirektor:Prof.Dr.Dr.h.c.EberhardLämmert(bis1999), Direktorin:Prof.Dr.Dr.h.c.SigridWeigel(seit1999); dasZentrum Moderner Orient (ZMO), Gründungsdirektor:Prof.Dr.PeterHeine(bis1998), Direktor:Prof.Dr.UlrichHaarmann†(1998/1999), KommissarischeDirektorin:Prof.Dr.IngeborgBaldauf(2000/2001), InterimistischeLeitung:Dr.AchimvonOppenundPDDr.Thomas Zitelmann(bis30.9.2002), Direktorin:Prof.Dr.UlrikeFreitag(seit2002).

www.gwz-berlin.de das forschungsjahr2007

<<AufdemTiteldesJahresberichtssinddieOrtederAuslandsreisenderMitarbeiterinnenundMitarbeiterderGWZBerlinimJahr2007aufgeführt

das

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2007

Initiative Deutschland – Land der IdeenDasZentrumModernerOrientunddasZentrumfürLiteratur-undKultur-forschungwurden2007imRahmenderInitiative„Deutschland–LandderIdeen“alsAusgewählter Ortausge-zeichnet.

DasWissenschaftsjahr2007Die Geisteswissenschaften. ABC der MenschheitImJahr2007standenerstmalsdieGeisteswissenschaftenimMittelpunkteinesWissenschaftsjahres.NachsiebenJahren,diesichdenNaturwissenschaf-tenwidmeten,wurdennundieVielfaltundBedeutungdergeisteswissenschaft-lichenFächer,ThemenundMethodenindieÖffentlichkeitgerückt.DabeiwurdeihreinternationalanerkannteQualitätsichtbargemacht.DiedreiBerlinerZentrenwarenmitzahlreichenVeranstaltungenaktivandemWissen-schaftsjahrbeteiligt.

Wissenschaft braucht Freunde und Förderer

WerdenSieMitgliedimKreisderFreunde und Förderer des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung e. V. bzw.inder Gesellschaft zur Förderung des Zentrums Moderner Orient e. V. undunterstützenSiesodieTätigkeitderZentrenaktiv.

DemVorstandderFreunde und Förderer des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung e. V. gehörenan:Aris Fioretos,SchriftstellerundehemaligerBotschaftsratfürkulturelleFragenanderSchwedischenBotschaftinDeutschland(Vorsitzender);Wolfgang Thierse,VizepräsidentdesDeutschenBundestages(Stv.Vorsitzender);Wolfgang Kreher,GeschäftsführerderGeisteswissenschaftlichenZentrenBerline.V.(Schatzmeister)www.gwz-berlin.de/freunde.html

DemVorstandderGesellschaft zur Förderung des Zentrums Moderner Orient e. V.gehörenan:Dietmar Rothermund,ehemaligerDirektordesSüdasien-InstitutsHeidelberg(Vor-sitzender);Henner Fürtig,wissenschaftlicherMitarbeiterdesGIGAInstituteofMiddleEastStudiesHamburg(Stv.Vorsitzender);Heike Liebau,ForschungsgruppenleiterinamZentrumModernerOrient(Schatzmeisterin);Ulrike Freitag,DirektorindesZMO(Beisit-zerin);Margret Liepach,von1996bis2005MitarbeiterinamZMO(Beisitzerin)www.zmo.de/zmo-freunde

WünschenSiemehrInformationenüberdasZentrumfürLiteratur-undKulturfor-schungoderdasZentrumModernerOrientbzw.überderenjeweiligenFörderkreis?MöchtenSieMitgliedwerdenodereineSpendezurUnterstützungderArbeitgeben?NehmenSiebitteKontaktaufmit:

FreundeundFördererdesZentrumsfür GesellschaftzurFörderungdesLiteratur-undKulturforschunge.V. ZentrumsModernerOriente.V.z.Hd.Dr.UlrikeVedder z.Hd.Dr.HeikeLiebauSchützenstraße18,10117Berlin Kirchweg33,14129Berlinfon+49(0)30.20192130 fon+49(0)30.803070fax+49(0)30.20192120 fax+49(0)30.80307210

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